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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Mai, 2026

Museum Wiesbaden würdigt das Lebenswerk des Jugendstilmalers und Symbolisten Georg Lührig

2026, Mai 30.

 Wiederentdeckung eines virtuosen Dresdener Meisters

Von Hans-Bernd Heier

Viel zu lange zählte Georg Lührig zu den vergessenen Dresdener Künstlern. Sein Lebenswerk schlummerte viele Jahre im Besitz seiner Nachfahren. Dank eines aufwändigen Restaurierungsprojekts wird im Museum Wiesbaden das Lebenswerk dieses vielseitigen Künstlers, der für seine Gemälde des Jungendstils und Symbolismus, seine monumentalen Wandfresken, aber auch für seine Malerei als Kriegsjournalist einst gefeiert wurde, jetzt im Landesmuseum ausgestellt. Unter dem Titel „Jugendstil und Symbolismus: Georg Lührig. Ein Meister aus Dresden“ präsentiert das Museum bis zum 17. Januar 2027 über 100 Arbeiten. Höhepunkte der Schau sind großformatige Studien seiner monumentalen Wandgemälde, welche das damalige Königlichen Ministerium für Kultus und Unterricht und die Dreikönigsschule in Dresden schmückten, jedoch im Krieg zerstört wurden. Ergänzt durch interaktive Medienstationen wird Archiv-, Forschungs- und Museumsarbeit erlebbar.

Georg Lührig „Pelikan“, 1900/01, Öl auf Leinwand, Albertinum; © Albertinum | GNM, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Karpinski

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OPEN SUNDAY – Kunsttour durch die GALERIEN FRANKFURT MITTE

2026, Mai 29.

Einblicke in die vielfältige Kunstszene

Zwischen dem Museum für Moderne Kunst, der Kunsthalle Schirn, dem Frankfurter Kunstverein und dem Portikus haben sich Galerien, die nah der Frankfurter Altstadt sind, zu einem Kunstquartier zusammengeschlossen: die Galerie Leuenroth, Florian Siedlarek, Galerie Greulich, Christel Wagner Galerie, Der Mixer, Galerie Mühlfeld + Stohrer, Galerie Anita Beckers, Schlieder Contemporary, Schierke Seinecke, Galerie Heike Strelow und Jacky Strenz.  Ihr Spektrum reicht von aktueller Gegenwartskunst, über klassische Moderne, bis hin zu außereuropäischer Kunst. Sie bieten die Gelegenheit, am Sonntag, dem 31.05.2026 von 14-18 Uhr die aktuellen Ausstellungen in deren Räumen kennenzulernen.

Alke Reeh: O.T., aus der Serie Flächen weiterdenken, 2026, Rauminstallation, ca. H 320 x B 340 x T 600 cm in der Galerie Maurer

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Das 63. Theatertreffen 2026 in Berlin

2026, Mai 27.

Spagat zwischen individueller Freiheit, gesellschaftlicher Verantwortung und Schauspielkunst

Von Walter H. Krämer

Das 63. Theatertreffen 2026 das am 17. Mai mit der Verleihung des Alfred-Kerr-Darstellerpreis zu Ende ging, zeigte einmal mehr, wie gegenwärtig und politisch das deutschsprachige Theater sein kann. Zwischen großen Romanbearbeitungen, performativen Grenzgängen und psychologischen Kammerspielen stellten viele der eingeladenen Inszenierungen die Frage nach individueller Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung in den Mittelpunkt. Und es war ein Fest großer Schauspielkunst.

Fräulein Else von Leonie Böhm und Julia Riedler, Regie: Leonie Böhm  Volkstheater, Wien © Marcel Urlaub

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Nominiert für den International Booker Prize 2026 – Shida Bazyars Roman „Nachts ist es leise in Teheran“

2026, Mai 26.

„Was Simone gerade liest …“

Unsere Theater-, Opern- und Tanzkritikerin Simone Hamm, die auch eine begeisterte Leserin ist, stellt besondere Bücher vor, wie zum Beispiel den bei uns bereits 2016 erschienenen Debütroman von Shida Bazyar „Nachts ist es leise in Teheran“. Er wurde erst jetzt ins Englische übersetzt und kam auf die Shortlist des Internationalen Bookerpreises. Der internationale Bookerpreis geht in diesem Jahr an die taiwanische Schriftstellerin Yang Shuang-zi für ihren Roman „Taiwan Travelogue“ und an Lin King für die Übertragung des Buches ins Englische, wovon es noch keine deutsche Übersetzung gibt. Auf der shortlist, auf der insgesamt sechs Romane nominiert waren, stammen zwei von deutschsprachigen Autoren; Daniel Kehlmanns “Lichtspiel“ und Shida Bazyars vielschichtiger Debütroman: „Nachts ist es leise in Teheran“ (Kiwi).  

Shida Bayzar ©Tabea Treichel

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Clara Schumann Pianosalon – „Stimme aus der Ferne“

2026, Mai 26.

Clara und Robert Schumanns junge Liebe

Ein besonderer Klavierabend mit Lesung 

Die Robert und Clara Schumann Gesellschaft Frankfurt lädt im Rahmen ihres Clara Schumann Pianosalons zu einem besonderen Klavierabend mit Lesung am 28. Mai 2026 um 19.00 Uhr in die Villa Bonn, Siesmayerstraße 12, 60323 Frankfurt am Main ein. Der Titel der Veranstaltung lautet: „Stimme aus der Ferne – Clara und Robert Schumanns intensive junge Liebe“. Die Schauspielerin und Regisseurin Nora Solcher wird aus dem Briefwechsel zwischen Robert und Clara Schumann aus dem Jahre 1838 lesen, als die 18-jährige Clara Wieck mehrere Wochen in Wien weilte und Konzerte gab, sowie weitere aus dem Jahre 1840, dem Jahr der Hochzeit zwischen Robert und Clara Schumann. Hierzu spielt die in Rumänien geborene Catalina Butcaru Werke von Robert und Clara Schumann.

Clara und Robert Schumann um 1842, Abb.: Robert Schumann Gesellschaft Frankfurt

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Büchners „Leonce und Lena“ im Staatstheater Wiesbaden, inszeniert von Stefan Pucher

2026, Mai 26.

Barockes Pop-Spektakel zwischen Melancholie, Dekadenz und digitaler Selbstinszenierung

Von Walter H. Krämer

Georg Büchner hinterließ, als er 1837 im Alter von nur 23 Jahren starb, ein erstaunlich umfangreiches Werk: Wissenschaftliche Arbeiten, Briefe, Erzählungen, drei dramatische Texte und nicht zuletzt die politische Kampfschrift „Friede den Hütten. Krieg den Palästen“ – deretwegen er gesucht und außer Landes fliehen musste. Nach dem umjubelten „Woyzeck“ setzt Stefan Pucher seine Büchner-Arbeiten am Hessischen Staatstheater Wiesbaden nun mit „Leonce und Lena“ fort – und in der kommenden Spielzeit folgt mit „Dantons Tod“ schließlich auch noch der dritte große Büchner-Text. Dass damit das gesamte dramatische Werk Georg Büchners in Wiesbaden zu erleben sein wird, ist ein bemerkenswerter Coup und zugleich ein Verdienst der Intendantinnen Dorothea Hartmann und Beate Heine, die dem Schauspielprogramm damit eine klare Handschrift geben und dem Dichter Büchner den Platz einräumen, den er verdient.

In Büchners Lustspiel“ Leonce und Lena “ v. l. n. r. Trang Dông, Jonas Grundner-Culemann, Tabea Buser, Christian Klischat, Lennart Preining, Felix Strüven,  Foto: Laura Nickel

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Polaris – Irre werden im ewigen Eis

2026, Mai 24.

„Erschrecken und Erstaunen“

Von Simone Hamm

Bei den Ruhrfestspielen wurde „Polaris“, eine Zusammenarbeit der Ruhrfestspiele mit dem Deutschen Theater Berlin und dem Théâtre National du Luxembourg unter der Regie von Jan-Christoph Gockel uraufgeführt. In diesem Jahr lautet das Motto der Ruhrfestspiele: „Erschrecken und Erstaunen“. Und genau das trifft auf einProjekt von Jan-Christoph Gockel zu.

Julia Gräfner und Wolfram Koch in der Antarktis, Foto: Lion Bischof

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Vernissage der Peter Fischli-Ausstellung im Fridericianum in Kassel

2026, Mai 23.

Die vierte Dimension des Peter Fischli

Grußwort von Thomas Kalau
Stellvertretender Generalkonsul des Schweizerischen Generalkonsulats in Frankfurt am Main

Das Museum Fridericianum in Kassel präsentiert vom 23. Mai bis 13. September 2026 Peter Fischlis erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland. Bekannt wurde er durch das Duo Fischli/Weiss, dessen Werke zuvor in großen Retrospektiven zu sehen waren. Der 1952 in Zürich geborene Künstler ist bis heute dort ansässig. Bekannt wurde er durch seine über vier Jahrzehnte währende Zusammenarbeit mit dem verstorbenen David Weiss (1946–2012) als Teil des prägenden Künstlerduos Fischli/Weiss. Das Duo nahm 1987 und 1997 an der documenta teil, war mehrfach auf der Biennale von Venedig vertreten (1988, 1995, 2003, 2011 und 2013) und wurde 2003  mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

v.l.n.r.: Moritz Wesseler, Direktor Fridericianum; Peter Fischli; Timon Gremmels, Hessischer Minister für Kunst und Kultur, Foto: Nicolas Wefers © documenta und Museum Fridericianum gGmbH

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7. Skulpturen-Triennale in Bingen eröffnet

2026, Mai 21.

Kulturelles Highlight mit überregionaler Strahlkraft

Von Hans-Bernd Heier

Die 7. Skulpturen-Triennale in Bingen am Rhein ist feierlich eröffnet worden und kann bis zum 4. Oktober 2026 bei freiem Eintritt besichtigt werden. Unter dem Titel „VERBINDUNG UND ZUSAMMENHALT“ versammeln sich entlang des Rheinufers und in den zwei Kirchen der Stadt – Basilika St. Martin und Kapuzinerkirche St. Laurentius – zwanzig künstlerische Positionen aus dem In- und Ausland. Die Skulpturenschau vor dem herrlichen Panorama des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal wird seit 2008 von der Gerda und Kuno Pieroth Stiftung ausgerichtet.

Lena Marie Emrich „Talk of the Town“, verzinkter Stahl, 2024; © Lena Marie Emrich; Foto: Hans-Bernd Heier

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60 Jubiläum der Marielies Hess-Stiftung und das Finale des Marielies Hess-Kunstpreises

2026, Mai 18.

Ein Resumee des Marielies Hess-Kunstpreises, Teil 3

von Brigitta Amalia Gonser

Nun zu dem Marielies Hess-Kunstpreis, den die Marielies Hess-Stiftung seit 2011 im zweijährigen Rhythmus auslobt, einen Preis für ältere, arrivierte, hessische Künstlerinnen und Künstler, dotiert mit 4.000,- €. In Verbindung dazu wird eine repräsentative Ausstellung des Künstlers in Kooperation mit einem adäquaten Ort in Frankfurt am Main organisiert.

Brigitta Amalia Gonser, Kuratorin der Marielies Hess-Stiftung, Foto: Paul Alexander Englert

Als Kunstvermittlerin arbeite ich schon seit zwanzig Jahren kuratorisch mit der Marielies Hess-Stiftung zusammen und begrüße diese Entscheidung von sozialer und kulturpolitischer Tragweite. Ein Preis für die Generation 40/50+ der älteren, namhaften Künstler und Künstlerinnen aus Hessen. Darauf möchte ich etwas ausführlicher eingehen.

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