Das hr-Sinfonieorchester in der kommenden Konzertsaison 26/27
Deutsche Mythologie und französische Klangfantasien im Programm von Altinoglu
Eine Spielzeit voller Entdeckungen und Emotionen mit Gustav Mahler in monumentalen Klangdimensionen, mit berührenden Beethoven-Momenten zu dessen 200. Todestag 2027, mit opulenten französischen Farben wird das hr-Sinfonieorchester Frankfurt in der Konzertsaison 2026/27 unter Chefdirigent Alain Altinoglu sowie mit dem virtuosen „Artist in Residence“ Kirill Gerstein bieten. Außerdem ist es wieder im Wiener Musikverein zu Gast, in der Hamburger Elbphilharmonie, beim Musikfest Bremen und beim Festival International de Colmar. Ferner gibt es Gastspiele in Linz und Ludwigsburg und es wird wieder auf Asien-Tournee durch Korea und China unterwegs sein…

Alain Altinoglu, Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters, Foto: Petra Kammann
Der französische Chefdirigent mit armenischen Wurzeln Alain Altinoglu, der mit seinen Interpretationen des romantischen und impressionistischen Repertoires wie mit seinem Engagement für die Musik der Gegenwart und der Klassischen Moderne international große Erfolge feiert, zählt zweifellos zu den Leuchttürmen.
Zu den persönlichen Höhepunkten des vergangenen Jahres zählte für den Dirigenten, der seine Amtszeit bis 2028 verlängert hat, im vergangenen Juni vor allem die Uraufführung von Thierry Escaichs „Te Deum“ zur Wiedereröffnung der ehrwürdigen Kathedrale Notre-Dame de Paris nach dem Brand. Für den in Paris geborenen Dirigenten eine besonders bewegende Rückkehr an einen Ort, an dem er als Jugendlicher schon Orgel spielte und eine große Ehre für sein hr-Sinfonieorchester außerdem.
Insgesamt neun Programme wird Altinoglu in der kommenden Spielzeit selbst dirigieren, u.a. mit Solistinnen und Solisten wie Augustin Hadelich, Julia Fischer und Bruce Liu. Der Chefdirigent setzt in der kommenden Saison seinen Schostakowitsch-Zyklus fort und widmet sich der 7. Sinfonie, der eindrucksvollen „Leningrader“. Außerdem beendet er seine Brahms-Werkschau mit dessen 1. Sinfonie und interpretiert zudem zwei Monumentalwerke aus seiner französischen Heimat: Hector Berlioz’ dramatische Legende „La damnation de Faust“. In ihr verbindet sich für den experimentierfreudigen Dirigenten die französische Musik mit einem urdeutschen Stoff.
Auch möchte er den für ihn so bedeutenden französischen Organisten, Komponisten und Vogelstimmenforscher Olivier Messiaen zu einem größeren Bekanntheitsgrad bei uns verhelfen. Für ihn steht daher die visionäre, farbenreiche „Turangalîla“-Sinfonie für Klavier (mit Pierre Laurent Aimard), Ondes Martenot und großes Orchester von Olivier Messiaen auf dem Programm.
Auch in anderen Programmpunkten setzt Altinoglu starke Akzente: zur Saisoneröffnung mit Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie, mit Igor Strawinskys „Petruschka“ und in den gemeinsamen Konzerten mit dem „Artist in Residence“ Kirill Gerstein. Im intimen Rahmen eines Kammerkonzerts ist Altinoglu mit ehemaligen und aktuellen Mitgliedern der Orchesterakademie des hr-Sinfonieorchesters selbst als Musiker zu erleben.
Und erstmals präsentiert er das ARD-Silvesterkonzert mit einem unterhaltsamen französischen Repertoire. Das ARD Silvesterkonzert wird am 31.12. um 17 Uhr im hr-Sendesaal stattfinden, als Neujahrskonzert, am ersten Tag des Jahres 2027, dann wie gewohnt im Wiesbadener Kurhaus, um das neue Jahr mit Optimismus und Freude zu beginnen.

Alain Altinoglu im Gespräch mit hr-Musikchef Michael Traub bei der Pressekonferenz, Foto: Petra Kammann
Eröffnet wird die Saison am 20. August nunmehr zum achten Mal mit dem gemeinsam vom hr-Sinfonieorchter und der EZB veranstalteten Europa Open Air, und zwar mit einem internationalen Programm von Edvard Griegs „Peer Gynt“ über Astor Piazzollas „Libertango“ bis hin zu George Gershwins „An American in Paris“ am Frankfurter Mainufer.
Zu den besonderen sinfonischen Höhepunkten der Saison 2026/27 zählen die Aufführung von Gustav Mahlers 1. Sinfonie durch Susanna Mälkki sowie die 2. Sinfonie unter der Leitung von Philippe Jordan. Darüber hinaus prägen renommierte Solistinnen und Solisten wie Julia Fischer, Gautier Capuçon, Beatrice Rana, Bruce Liu und Pierre-Laurent Aimard die kommende Spielzeit.
Die etablierten Reihen „Quick & Classy“ und „Kammerflimmern“ werden fortgesetzt. Letzteres ist erstmals im Historischen Museum in der Frankfurter Altstadt zu erleben, sowie erneut im Internationalen Theater und im Produktionshaus Naxos im Ostend.
Aber auch Gastdirigenten und Gastdirigentinnen sind in der kommenden Spielzeit zu erleben, u.a. in der Alten Oper wie etwa der ehemalige Chefdirigent Andrés Orozco-Estrada, Erfinder der Reihe „Spotlight“, und der ehemalige Chefdirigent Hugh Wolff, dazu Jean-Christophe Spinosi, Eva Ollikainen, Elim Chan, Matthias Pintscher, Anna Handler, Roberto González-Monjas, Michael Wendeberg, Lorenzo Viotti, Maxim Emelyanychev, Richard Egarr und Izabele Jankauskaite.
Insgesamt 105 Konzerte gibt das hr-Sinfonieorchester in der Saison 2026/27, davon 84 in Hessen: Neben den eigenen Konzertreihen in Frankfurt und den Konzerten beim Rheingau Musik Festival ist es im Schlosstheater Fulda, im Stadttheater Gießen, im Congress Park Hanau, bei den Kasseler Musiktagen, bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik, bei den Eckelshausener Musiktagen und beim Kronberg Festival zu Gast. Zehn Kammerkonzerte in Hessen runden die umfangreiche Konzerttätigkeit ab.
Artist in Residence – Kirill Gerstein

Kirill Gerstein wurde zugeschaltet, von links: Isabel Schad (Presse), Alain Altinoglu, Michael Traub , Foto: Petra Kammann
Ein Augenmerk wird sich auf den „Artist in Residence“ richten auf: Kirill Gerstein, der das hr-Sinfonieorchester schon seit mehr als zwanzig Jahren kennt und ihm freundschaftlich verbunden ist. Er wird sicher die Saison mit einer besonderen Mischung aus analytischer Tiefe, musikalischer Neugier und hoher Virtuosität prägen, die verschiedenen Stücke über Stilrichtungen und Epochen hinweg miteinander verbinden und im Laufe einer Saison gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern des Orchesters etwas Neues entstehen lassen.
Ein Schwerpunkt ist dabei die Gegenüberstellung von György Kurtágs „… quasi una fantasia …“ und Beethovens 3. Klavierkonzert, das er gemeinsam mit Alain Altinoglu interpretiert. Darüber hinaus gestaltet Gerstein einen intensiven Kammermusikabend unter dem Titel „Gerstein meets Beethoven“, an dem er gemeinsam mit Musikerinnen und Musikern des hr-Sinfonieorchesters auftritt. Ergänzt wird der Abend durch weitere kammermusikalische Werke, etwa von Schubert, Britten und Rachmaninow. Ein weiteres herausragendes Projekt bildet die Aufführung von Bartóks 3. Klavierkonzert, das Gerstein im Rahmen eines Programms spielt, das unter anderem auch Richard Strauss’ „Also sprach Zarathustra“ umfasst.
Musik und Film, Nervenkitzel und Education
Und für Tatort-Fans, die ohne Nervenkitzel nicht auskommen, gibt es noch eine Besonderheit: „Im Schmerz geboren“. Der actionreiche Tatort-Streifen von 2014 mit sage und schreibe 47 ! Toten ist nun auf der großen Leinwand im hr-Sendesaal zu erleben – inklusive des schon damals vom hr- Sinfonieorchester eingespielten Soundtracks.
Gespannt sein darf man auf das Education-Programm „Symphony United“ – Musikvermittlung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, erstmalig ein Mitspielkonzert für Hobby-Musikerinnen und -Musiker. Nach einer erfolgreichen Bewerbung haben diese die Möglichkeit, „side-by-side“ mit den Profis ein klassisches Orchesterwerk einzustudieren und im hr-Sendesaal aufzuführen.
Petra Kammann / Quelle: Hessischer Rundfunk
Das Konzertmagazin 2026/27 gibt es bei den hr-Veranstaltungen, es kann beim hr-Ticketcenter, Telefon: 069/155-2000, oder kann als PDF auf www.hr-sinfonieorchester.de heruntergeladen werden.
