Archiv für April, 2026
2026, April 30.
Spiel-Räume für Einfallsreichtum und Kreativität
Zur Förderung der Kreativität von Kindern und Jugendlichen hatte die Oddo BHF Stiftung 2007 den Wettbewerb „UNART – Jugendwettbewerb für multimediale Performances“ ins Leben gerufen. Bei dem zweijährig veranstalteten Projekt entwickeln Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren kurze Performances zu Themen ihrer Wahl und Lebenswelt, indem sie alle Sparten der darstellenden Künste miteinander kombinieren. Dabei arbeitet die Stiftung mit drei großen Theatern zusammen, die den Wettbewerb ausschreiben und auf die Bühne bringen: dem Schauspiel Frankfurt, dem Thalia Theater Hamburg und dem Staatsschauspiel Dresden. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums am 29. April 2026 hielt Prof. Dr. Verena Metze-Mangold im Bockenheimer Depot folgende Rede, die sich mit dem schillernden Begriff UNART auseinandersetzt.

v.l.n.r.: Moderatorin Joy Owie, Laudatorin Prof. Dr. Verena Metze-Mangold und Moderator Lenz Leuenroth, Foto: Petra Kammann
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Bildung · Pisa von innen, Kultur Frankfurt, Kultur und Gesellschaft, Performance, Schauspiel, Tanz | Kommentare deaktiviert für 20 Jahre UNART: der Jugendwettbewerb für multimediale Performance
2026, April 28.
FAZ-Kritiker sieht einen ideologischen Hang zur Hässlichkeit
Der seit 2007 verliehene Preis des Deutschen Architekturmuseums bietet einen Überblick über die jeweils aktuellen Formen des Bauens in Deutschland, mit einer stufenweisen Verengung bei der Auswahl und Bewertung. Aus 100 Beispielen (Longlist) geht es zunächst zu 21 Bauten einer engeren Auswahl (Shortlist), woraus wieder fünf Finalisten ausgewählt werden, bevor schließlich ein Sieger den Zuschlag erhält. Das Verfahren beginnt sehr offen, mit vielen Einreichungswegen, auch über die einschlägigen Fachverbände, um am Schluss in die Hände und Köpfe einer Jury überzugehen, welche sich die Finalisten vor Ort anschaut, genauestens begutachtet und mit Beteiligten und Nutzern spricht.

Erster Preis für die umhüllende Stahl-Glas-Konstruktion eines ehemals leer stehenden Güterbahnhofs in Berlin-Moabit vomn Peter Grundmann, Foto: Petra Kammann
Architektur und Städtebau, Deutsches Architekturmuseum (DAM), Städelschule, Stadtplanung und Diskussionen | Kommentare deaktiviert für Preis des Deutschen Architekturmuseums: welche Tendenz?
2026, April 27.
Punkte retten ein Leben
Von Margarete Berghoff
Es war einmal ein kleines Mädchen, das litt so sehr unter den ständigen Streitigkeiten ihrer Eltern, dass sie eines Tages, als sie auf eine gepunktete Tischdecke schaute, plötzlich nur noch Punkte sah. Die Welt und sie selbst lösten sich auf in mehr als tausend Punkten. Das Mädchen war 10 Jahre alt und es geschah, dass sie von da an immer öfter viele bunte Punkte sah. Sie begann, die Punkte zu malen und zog sich immer mehr in ihre innere Welt zurück. Später wurde aus ihr eine berühmte Künstlerin. Viele Museen richteten Ausstellungen für ihre Kunstwerke aus, weil die Menschen so viel Freude an ihren lustigen bunten Punkten hatten. Sie malte weiter und weiter. Heute ist sie 96 Jahre alt und sie malt immer noch jeden Tag ein Bild.

Yayoi Kusama bei der Arbeit an My Eternal Soul (2009–21), 2017 © YAYOI KUSAMA Courtesy of Ota Fine Arts, David Zwirner
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Fotografie · Video · Film, Kultur und Gesellschaft, Kunst Orte, Malerei, Skulptur, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für Retrospektive Yayoi Kusama im Museum Ludwig in Köln
2026, April 26.
Whistlers detailreiche Grafiken in spannendem Dialog mit Masuyamas Fotomontagen
Von Hans-Bernd Heier
James McNeill Whistler revolutionierte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Radierungen und Lithografien die künstlerische Grafik. Die Ausstellung im Kunstforum Ingelheim beleuchtet nach über 25 Jahren erstmals wieder in Deutschland jenes faszinierende, ausgefeilte und innovative Schaffen des US-Amerikaners. Im Rest der Welt berühmt, gilt es hierzulande, Whistler wiederzuentdecken. Dazu haben Kunstfreunde in der Ingelheimer Schau „Von London nach Venedig: Whistler & Masuyama“ beste Gelegenheit. Seine ausgewählten Grafiken treten in einem spannungsreichen Dialog mit den beeindruckenden Fotomontagen des japanischen Künstlers Hiroyuki Masuyama, der im letzten Jahr an identischen Stellen, an denen Whistler damals seine Grafiken radierte, Fotografien der gegenwärtigen Situationen anfertigte.

James McNeill Whistler „The «Adam and Eve“, Old Chelsea, 1878, Radierung; Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett; © Hamburger Kunsthalle / bpk; Foto: Julia Bau
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Bildende Künste | Kommentare deaktiviert für „Von London nach Venedig“ im Fokus der Internationalen Tage Ingelheim
2026, April 25.
Wie klingt Marie-Luise Kaschnitz auf Italienisch? Und wie liest sie Rom?
Von Petra Kammann
Zu dem Thema gab es eine ungewöhnliche Veranstaltung in der Deutsch-Italienischen Vereinigung“ in der Arndtstraße, wenige Schritte entfernt vom langjährigen Wohnort Wiesenau 8 der in diesem Jahr wiedergelesenen Miniaturen „Gott und die Welt“ von Marie Luise Kaschnitz im Rahmen von Frankfurt liest ein Buch. Dr. Caroline Lüderssen, Vorsitzende der Deutsch-Italienischen Vereinigung, hatte vorausschauend die Autorin Julia Zieger eingeladen, die sich mit dem Rom- und Italienbild der Autorin, der Meisterin der „kleinen Form“, des Gedichts, des Essays, der Skizze, des Hörspiels, ausgiebig beschäftigt hat, dazu Giuliano Lozzi, den Übersetzer von „Engelsbrücke“ („Ponte Sant‘ Angelo“), der Passagen aus den 168 Miniaturen der deutschen Rom-Flaneurin Kaschnitz auf Italienisch vortrug und erläuterte. Eine andere Kaschnitz!

Begrüßung durch Dr. Caroline Lüderssen, Vorsitzende der Deutsch-Italienischen Vereinigung, v.l.: Autorin Juliane Ziegler, Moderatorin Anna Nuzzolo, Übersetzer Giuliano Lozzi, Foto: Petra Kammann
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Autoren, Autorinnen und Autoren, Bildende Künste, Bildung · Pisa von innen, Buch und Literatur, Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Kultur Reisen, Kultur und Gesellschaft, Kunst- und Kulturfestivals, Kunstszene überregional | Kommentare deaktiviert für „Frankfurt liest ein Buch“- „Herzlandschaft. Marie Luise Kaschnitz und Italien“
2026, April 22.
Vom „schlechtesten Theater der Welt“ – Blick hinter die Kulissen der Stadt von 1950 bis heute
Von Petra Kammann
„Ist das Kunst oder kann das weg?“ Diese Frage beschäftigt uns seit der legendären „Fettecke“ von Joseph Beuys. Wem aber gehört der urbane öffentliche Raum? Und wie kann man ihn sich durch künstlerische Eingriffe aneignen? Das Postulat von Beuys lautete: „Jeder Mensch ist ein Künstler“. Ist er das wirklich? Natürlich landen nicht alle Werke, die von Künstlern hergestellt werden, auch im Museum, und erst recht nicht im „White Cube“… Fragen, über die man ebenso tagelang diskutieren könnte wie über die vermüllte Stadt. In der derzeitigen Ausstellung aber wurden originell gestaltete Positionen gefunden. Heiner Blum, ehemaliger Professor an der HFG Offenbach, zudem Initiator des „Diamant / Museum für Urbane Kultur“, arbeitet seit Jahrzehnten an der Schnittstelle von Kunst, öffentlichem Raum und sozialen Prozessen. Er hat die vierwöchige Schau über die verborgene Geschichte der Stadt kuratorisch betreut. Entstanden ist daraus eine Kooperation mit Aktionen, Aktivierungen und Andockmöglichkeiten.

Die Ausstellungsidee entstand aus Gesprächen zwischen Kunstvereinsdirektorin Franziska Nori und Kurator Heiner Blum, Foto: Petra Kammann
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Bildende Künste, Buch und Literatur, Fotografie · Video · Film, Kultur Frankfurt, Offenbach, Performance | Kommentare deaktiviert für „Hidden History“: Verborgene Geschichte(n) urbaner Subkultur im Frankfurter Kunstverein
2026, April 20.
Bürgerinitiative verwirft derzeitige Planung – Testentwürfe vorgestellt
Von Uwe Kammann
Zentrale Aspekte der derzeit von Stadt und Land vorangetriebenen Planung für einen Kulturcampus in Bockenheim werden von der Bürgerinitiative „Kulturcampus Bockenheim 2.0“ unter funktionalen und finanziellen Aspekten komplett verworfen. Jetzt hat diese Initiative einen „Testentwurf“ vorgestellt, der für den seit langem geplanten Neubau der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) ein einheitliches Gebäude vorschlägt, wie es auch nach den ursprünglichen Intentionen am Platz des seit langem leerstehenden Juridicums auf dem früheren Gelände der Universität errichtet werden sollte.

Testentwurf der Initiative für den Grundriss der Hochschule; Haupteingang links zur Bockenheimer Landstraße
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Darstellende Künste, Kultur Frankfurt, Oper, Schauspiel, Theater | Kommentare deaktiviert für Dringender Appell: Kulturcampus „realistisch“ verwirklichen
2026, April 20.
Das Gemälde „Bahnhof-Füssen“ schließt Sammlungslücke
„Das ist heute ein sehr glücklicher Tag“, sagte Dr. Andreas Henning, Direktor des Museums Wiesbaden, bei der Präsentation des Gemäldes „Bahnhof-Füssen im März“, das einen Wendepunkt in Alexej von Jawlenskys Schaffen darstellt. Das Gemälde des Wegbereiters der Modernen Kunst zählt zu seinen frühen, impressionistisch angehauchten Arbeiten. Das Werk aus dem Jahre 1905 war bereits zweimal im Rahmen von großen Sonderausstellungen temporär im Landesmuseum zu sehen, musste aber danach wieder zurück in die Schweiz zu seinem Eigentümer reisen. Jetzt ist es mit großzügiger finanzieller Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Hessischen Kulturstiftung gelungen, das Gemälde zu erwerben, und bleibt dauerhaft im Sammlungsbestand.
Alexej von Jawlensky „Bahnhof-Füssen im März“, Öl auf Pappe, 1905; Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert
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Bildende Künste, Kultur regional / Rhein Main, Malerei, Wiesbaden | Kommentare deaktiviert für Museum Wiesbaden erwirbt bedeutendes Frühwerk von Jawlensky
2026, April 18.
Starke Musik mit komplexen Rhythmen, horrender Klangkraft und lyrisch-leisesten Tönen
Von Petra Kammann
Die Familie von Alain Altinoglu, dem 1975 in Paris geborenen Chefdirigenten des hr-Sinfonieorchesters, stammt aus dem vielgestaltigen Armenien, was ihn mit dem 10 Jahre jüngeren, in Frankfurt aufgewachsenen und aus Eriwan stammenden virtuosen Geiger Sergey Khachatryan verbindet, so dass aus dem Dialog der beiden der Programmakzent „Armenian Soul“ entstand. In der Alten Oper wurde Aram Khatchaturians Adagio aus „Spartacus und Phrygia“ und dessen Violinkonzert in d-Moll präsentiert. Nach der Pause folgte das 1913 in Paris uraufgeführte revolutionäre Ballett „Sacre du printemps“ von Igor Strawinky. Und zum Schluss noch ein kammermusikalisches Nach(t)konzert mit Alain Altinoglu als Solist am Klavier und Sergey Khachatryan an der Geige. Das Duo spielte armenische Kompositionen von Komitas Vardapet und Aram Chatschaturjans Säbeltanz – aus dem Ballett „Gayaneh“. Ein atemberaubender Konzertabend.

hr-Sinfoniekonzert „Sacre du printemps“ am 16.04.2026 Foto: © hr/Sebastian Reimold
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Alte Oper, Kultur Frankfurt, Kultur und Gesellschaft, Musik | Kommentare deaktiviert für „Armenian Soul“ mit dem hr-Sinfonieorchester und dem virtuosen Geiger Sergey Khachatryan unter der Leitung von Alain Altinoglu in der Alten Oper
2026, April 17.
Die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Zeichnen
Rede der Kunstwissenschaftlerin Brigitta Amalia Gonser zur Vernissage
Helmut Werres ist ein vielseitig aktiver und ausgezeichneter Künstler der Darmstädter Sezession und zugleich Mitglied des Kunstvereins EULENGASSE. Als solcher lädt er in die Galerie EULENGASSE ein zu musikalischen und literarischen Interferenzen in seinem künstlerischen Schaffen der letzten Jahre.

Feldzeichnung und Portrait der Großherzogin vom Helmit Werres
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Autoren, Bildende Künste, Bildung · Pisa von innen, Buch und Literatur, Kultur Frankfurt, Kultur und Gesellschaft, Musik, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für „Donnerstag der Großherzogin“ – Ausstellung von Helmut Werres im Kunstverein EULENGASSE