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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für März, 2026

Oona Doherty bringt magischen Realismus auf die Tanzbühne

2026, März 16.

Von Menschen und Schweinen

Von Simone Hamm

Der kleine Junge schreit seinen Schmerz heraus. Immer wieder. Seine Mutter liegt tot in der Küche zu seinen Füßen. Riesige Gestalten kommen herein. Maskiert, vermummt, bedrohlich. Sie schreiten heran wie in Zeitlupe, ziehen die Mutter fort, ergreifen das Kind und tragen es heraus, bringen es nach Belfast. Es sind die 1940ger Jahre. Irland ist arm. Der Junge (großartig dargestellt von Faith Prendergast) zittert vor Trauer und Kälte neben seinem Koffer, die ganze Fahrt über.

SPECKY CLARK – Oona Doherty, Foto: © Luca Truffarelli

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Wim Wenders – Mit Brille immer in der ersten Reihe – Von der Kurzsichtigkeit zum Weitblick

2026, März 14.

Befreiende Fluchtbewegungen in bewegten und bewegenden Bildern und Tönen

Von Petra Kammann

Bekannt wurde Wim Wenders vor allem durch Filme und Roadmovies wie „Im Lauf der Zeit“, „Der amerikanische Freund“, „Paris Texas“, „Der Himmel über Berlin“, „Pina“, ein 3 D-Film, oder „Das Salz der Erde“, ein Porträt des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado, und zuletzt „Perfect days“, die Geschichte des Tokyoter Toilettenreinigers. Umfassend und mit Requisiten aller Art ist das Gesamtwerk des multimedialen Filmemachers, Künstlers, Musikafficionados und Erzählers im Frankfurter Filmmuseum (DFF) in der Ausstellung „W.I.M. Im Lauf der Zeit“ zu entdecken. Inspirierend aber auch seine Music-Lectures unter dem Titel „Driven by Music“ in der Alten Oper, wo man Hintergründiges über Wenders‘ Liebe zur Musik, seine Freundschaft mit Musikern, zum Soundtrack seines Lebens, zur eigenen Sammlung von Musikträgern erfuhr. Begleitet wurden seine Erinnerungen durch besondere Filmvorführungen wie u.a. „Die Gebrüder Skladanowsky“(1995), einem Stummfilm mit Dialogen, musikalisch begleitet von Laurent Petitgand.

Wim Wenders in der Ausstellung „W.I.M. Im Lauf der Zeit“ im  DFF in Frankfurt, Foto: Petra Kammann

Eine musikalische Sternstunde: Miłosz Sroczyński spielt Bachs „Goldberg-Variationen“ im Hauskonzert von Viviane Goergen

2026, März 13.

Von Erhard Metz

Es gilt von einem musikalischen Ereignis zu berichten, zu welchem dem Autor Stefan Zweigs Metapher „Sternstunde“ zur Verfügung steht, in diesem Fall eine musikalische. Eine solche war jüngst zu erleben im Hauskonzert der in Bad Homburg wirkenden Konzertpianistin, Musikcoachin und Buchautorin Viviane Goergen: Auf ihre Einladung spielte Miłosz Sroczyński Bachs weltweit bekannte sogenannte Goldberg-Variationen, BWV 988 . „Ein musikalischer Gipfelpunkt, den nahezu alle bedeutenden Pianistinnen und Pianisten im Laufe der Zeit zu erklimmen versuchten … ein faszinierendes Stück, das bis heute Rätsel aufgibt“ schrieb Peter Uehling (Stiftung Berliner Philharmoniker), und Karl Böhmer „Die Krönung einer besonderen Form der Cembalomusik“ (Kammermusikführer Villa Musica); „zweifellos der bedeutendste Klavierzyklus des 18. Jahrhunderts“ (G. Henle-Verlag); „bis heute eine fundamentale Herausforderung für jeden Cembalisten und Pianisten“ (Bärenreiter), um nur einige renommierte Stimmen zu nennen.

Viviane Goergen und Miłosz Sroczyński, Foto © Rainer Opferkuch Weiterlesen

Große Gefühle, traumatische Begebenheiten, hoffnungsvolles Aufbegehren

2026, März 13.

Adaptiert für die Bühne: Bendict Wells Erfolgsroman „Vom Ende der Einsamkeit  Schauspielhaus Bochum

von Simone Hamm

Benedikt Wells Hauptfigur Jules in seinem Roman  „Vom Ende der Einsamkeit“ ist ein Junge, ein Mann, der sich jeden Tag in ein anderes Leben träumt, ein Leben, das weniger schmerzhaft, glücklicher ist… Die Geschwister Jules, Marty und Liz verlieren ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall, kommen in ein scheußliches staatliches Internat. Sie verarbeiten ihre Trauer sehr unterschiedlich: Liz (Karin Moog) ist die Aufgekratzte, die das Leben herausfordert, die vor keiner Droge und keinem Mann halt macht. Toni (Payam Yazdani), ein Mitschüler, der hässliche Strickpullis trägt, wird sie sein ganzes Leben lang lieben.

Nina Steils, Foto: Sophia Hegewald

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„Stricheln und Sticheln“ im Caricatura Salon in Frankfurt

2026, März 11.

Satire als Seismograph für die Verfasstheit einer Gesellschaft

Von Hans-Bernd Heier

Unsere demokratische Gesellschaft steht vor riesigen Herausforderungen: Wie sichern wir unsere stabile Grundordnung und ein geregeltes Miteinander, das auf humanistischen Grundwerten basiert? Wie gehen wir um mit Rechtspopulismus und Extremismus? Das Caricatura Museum Frankfurt geht in der kleinen, aber feinen Schau „Stricheln und Sticheln – Satire in der Krise der Demokratie“ diesen Fragen zum gegenwärtigen Zustand unserer Demokratie nach und präsentiert exzellente Cartoons, Karikaturen, Texte und satirische Gedichte namhafter zeitgenössischer Vertretern der Komischen Kunst.

Ausstellungsplakat; © Caricatura Museum Frankfurt

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Warten in Teheran – Warten in Köln

2026, März 10.

„In the Meantime: A Play Across Two Continents“

Von Simone Hamm

Amineh Aranis semifiktionales Theaterstück über eine erzwungene Trennung

Amineh Arani und und Roxana Samadi, Foto: © Thomas Schäkel

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Gespräch mit der Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Dr. Susanne Völker

2026, März 6.

Nachgefragt! Was die Region im Innersten zusammenhält

Seit einem Jahr ist Dr. Susanne Völker Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain und gewährt Einblicke in die Komplexität ihrer Arbeit. Für FeuilletonFrankfurt sprach Petra Kammann mit ihr, um sich von ihrer Person in dieser Funktion einen Eindruck zu verschaffen und etwas über zukünftige Perspektiven zu erfahren.

Dr. Susanne Völker, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, in der Zentrale in Bad Homburg, Foto: Petra Kammann

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Anspruchsvoll, opulent, und sehr berührend – „Awakening“ von Param Vir

2026, März 5.

Aufführung an der Bonner Oper

Von Simone Hamm

Ein Mann in orangefarbener Mönchskutte sitzt unter einem riesigen Halbmond zwischen Trümmern. Nur die Scheinwerfer am Rand der Bühne stehen noch. Er aber scheint unbeirrt inmitten der Verwüstung.

Statisterie, Cody Quattlebaum, Martin Tzonev, Chor des Theater Bonn, Tänzerinnen und Tänzer, Foto: © Max Borchardt

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Eine Insel hatte Glück

2026, März 3.

Lanzarote und César Manrique: Künstler, Visionär und Umweltschützer

Von Margarete Berghoff

„Wir, die wir hier geboren sind, kennen deine magischen Kräfte, deine Weisheit, deine Vulkanologie, deine revolutionäre Ästhetik, wir, die wir gekämpft haben, um dich aus deiner geschichtlichen Vergessenheit und der dich immer kennzeichnenden Armut zu retten, zittern heute ob der Feststellung, wie sie dich zerstören und vermassen und begreifen, wie wichtig unsere Proteste und Hilferufe sind, angesichts der Raffgier der Spekulanten und der Tatenlosigkeit der Behörden, die zulassen, dass die Insel, die eine der berühmtesten und schönsten der ganzen Erde sein könnte, unwiderruflich zerstört wird“, sagt César ManriqueDie Inseln, die wir heute die Kanarischen Inseln nennen, wurden von den Phöniziern und Griechen die „Inseln der Glückseligen“ am Rande der Welt genannt. Lanzarote, eine der heute acht Kanarischen Inseln, war damals für seine Orchilla Flechte bekannt, aus der man die begehrte Farbe Purpur herstellen konnte.

Vulkankrater bei El Golfo, Foto: Margarete Berghoff

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Friedas Künstlerporträts. Teil IV: Heide Weidele

2026, März 1.

Die Frankfurter Videografin Frieda Günzel stellt Kunstschaffende verschiedener Generationen aus Frankfurt und RheinMain in ihren kreativen Prozessen für FeuilletonFrankfurt vor.

Mit Heide Weidele traf sie eine Installationskünstlerin, die seit 1971 in Frankfurt am Main lebt und zunächst von 1961 bis 1974 als Buchhändlerin arbeitete, ab 1974 die Hochschule für Gestaltung in Offenbach und von 79 bis 81 die Staatliche Hochschule für Bildende Künste – die Städelschule in Frankfurt besuchte. In dem Videoporträt spricht sie über das Zusammenspiel zwischen Ausstellungsraum und Kunstwerk, über den verborgenen Zauber, der dem Material Plastik innewohnt und über den größten Fehler, den sie während ihres Schaffensprozesses machen kann: etwas zu beabsichtigen.

https://www.youtube.com/watch?v=1nmbxebeLDg

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