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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Karfunkel – Hauptpreis für Sarah Kortmann und Sonderpreis für Barbara Englert

Seit 2010 wird der Kinder- und Jugendtheaterpreis Karfunkel der Stadt Frankfurt verliehen, um qualitätsvolle Kinder- und Jugendtheaterarbeit in Frankfurt auszuzeichnen und damit die Preisträgerinnen und Preisträger bekannter zu machen. Der nach dem feuerroten Edelstein benannte Karfunkel-Preis wird traditionell parallel zum Internationalen Theaterfestival „Starke Stücke“ verliehen. Das Festival läuft noch bis Dienstag, 3. März, in Frankfurt und dem gesamten Rhein-Main-Gebiet. Der Hauptpreis (10 000 Euro) ging in diesem Jahr an „Kortmann&Konsorten“ für die Inszenierung des Stückes „STIMMEN – Anne, Sophie, Melita“ und der mit 5000 Euro dotierte Sonderpreis ging an die Autorin und Regisseurin vom Förderkreis Frankfurt Barbara Englert.

Von links: Kulturdezernentin Ina Hartwig mit der Sonderpreis-Trägerin Barbara Englert und Laudatorin Aileen Schneider, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Katrin Schander

Englert erhielt den Preis für die Produktion „Die Ilias. Jetzt erzähle ich“. Der Anlass könnte kaum aktueller sein. „Auf Homers ‚Ilias‘ basierend berichtet Englert in ihrer Version des Epos nicht aus der Perspektive der kriegerischen Helden, sondern ‚aus der Perspektive der Ausgegrenzten, der Übersehenen‘“, sagte Hartwig. „Dabei verändert die Autorin nicht primär das: ‚Was erzählt wird‘, sondern das: ‚Wer erzählt‘, und zeigt damit gleichzeitig auf, wie Erzählen funktioniert, welche Mythen uns prägen.“

Ähnlich betonte auch die Laudatorin Aileen Schneider, selbst Autorin, Opernregisseurin und Spoken Word Poetin, die besondere Stellung der Frauen in diesem Stück: „Kriegserzählungen wie die Ilias sind patriarchal geprägt – die Empfindungen der Frauen kommen so gut wie gar nicht vor. Barbara Englert möchte einladen zu einer Reise ins Unbekannte, an deren Ende keine Erkenntnis, keine Katharsis, dafür aber die Kraft steht, die Mechanismen und Muster unserer Gesellschaft besser zu verstehen.“

Kulturdezernentin Ina Hartwig (li.) mit der mit dem Karfunkel-Preis ausgezeichneten Sarah Kortmann (3.v.l.), ihrem Team und Laudator Linus König (r.), Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Barbara Englert

Linus König, Theaterregisseur und künstlerischer Leiter der Landungsbrücken Frankfurt, würdigte die Regisseurin des Preisträger-Ensembles, Sarah Kortmann: „Es gibt kein Richtig und kein Falsch, keinen erhobenen Zeigefinger. Aber es gibt ein diffuses Gefühl von Anstand. Sie überspitzt nicht ins Heute, sondern spitzt das Wesentliche auf die Essenz zu. Sarah will, dass eben diese Essenz, die sie herausfiltert, unmittelbar spürbar wird.“

Die Jury

Der diesjährigen Jury unter dem Vorsitz von Kulturdezernentin Hartwig gehörten Sara Gröning vom „Starke Stücke“-Festival an, Johanna Kiesel vom Kulturamt Eschborn, Eva-Maria Magel von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Valerie Eichmann vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland.

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