Reiche Kultur, pure Natur in Sri Lanka, Teil III
Unterwegs im kulturellen Dreieck Sri Lankas
von Paulina Heiligenthal (Text und Fotos)
Kurzweilig ist sie, die Fahrt ins Innere des Landes. Von der ersten antiken Hauptstadt Anuradhapura in die historische Vergangenheit der zweiten ehemaligen Königsstadt nach Polonnaruwa. Gemeinsam mit Kandy, einer weiteren, außergewöhnlichen Stadt, bilden sie das „kulturelle Dreieck“ des Landes, deren mittig gelegene Herzstücke Sigiriya und Dambulla heißen. Fünf kulturelle Höhepunkte! Mit ihrer reichen über 2.000 Jahre alten Geschichte und frühen Hochkultur, sind diese Königsstädte historische und religiöse Hochburgen in Sri Lanka. Und allesamt UNESCO-Weltkulturerbe seit 1982 und1991.

Ein Monumentalwerk der Bildhaukunst – die Buddha-Statuen von Gal Vihara aus flammenden Gneisgestein
Abwechslungsreich ist sie auch, die Fahrt. Warten doch hinter jeder Straßenkurve und vor atemberaubend grüner Kulisse neue Bilder mit Überraschungsmomenten auf. Denn, wo sonst sieht man schon eine ganze Herde glänzend schwarzer Wasserbüffel unmittelbar am Straßenrand frei herum grasen?

Der Bindenwaran – Riesenechse und Schuppenkriechtier läuft der Fotografin davon
Oder eine tagaktive Riesenechse, den singhalesischen Bindenwaran, einen mächtigen Allesfresser, lunkend nach Essbarem im Gras schielen? Um etwas später einen wilden Elefanten neben dem Asphalt zu spotten, kaum einen Meter vom Straßenverkehr entfernt. Ruheselig wandernd auf dem Streifen, genüsslich das Grünzeug genießend, das ihm der reichlich gedeckte Urwaldtisch offeriert. Der Verkehr hält an. Ich halte den Atem an. Für einen Moment verschwindet die Straße.

Der Löwenfels von Sigiriya ragt 200 m von der Erde in den Himmel. Auf halber Höhe entzücken 22 meist barbusige Wolkenmädchen mit Schönheit und Sinnlichkeit
Sigiriya, wie wohlklingend dein Name doch ist. In der Übersetzung heißt er jedoch Löwenfels. Ein kraftvoller Name, der für Macht, Stärke und Tapferkeit steht. Und für Herrschaftsanspruch. Passend zum 200 Meter hohen und 200 m² großen Felsplateau aus braunrotem Magma eines erloschenen Vulkans. Zwischen Himmel und Erde. Über Sumpfseen und Baumspitzen der grünen Dschungellandschaft in den Himmel empor. Ein Gipfel der Macht, diese 2000 Jahre alte Residenz und Palastanlage.

Der dreistufige Unterbau ist detailliert versiert mit Friesen von Elefanten und Löwen
Mit blutrünstiger Geschichte. Erbaut im 5. Jh. von König Kassapa I, der seinen Vater König Dhatusena 473 n. Chr. ermordete, dessen unehelicher Sohn er von einer seiner Nebenfrauen war. Mord! Mit dem Ziel sich den Löwenthron illegal zu ergattern. Aus Furcht vor der Rache seines Halbbruders und rechtmäßigen Thronfolgers verlagerte er den Königssitz von Anuradhapura nach Sigiriya. Dort richtete er zum eigenen Schutz eine uneinnehmbare Fluchtburg ein. Nach nur wenigen Jahren seiner Herrschaft, 491 n. Chr., kehrte der Kronprinz Moggallana mit einer Armada aus seinem süd-indischen Exil zum siegreichen Gegenangriff zurück. Die Ruinen nach 1860 Stufen dem Gesteinsblock zum Gipfelplateau empor bezeugen die einst imposante Pracht dieser Zitadelle.

Der Treppenaufgang zur Audienzhalle des Königs Parakrama I der Große ist von großer kulturhistorischer Bedeutung – mythologische Mischwesen fungieren als Wächter
Dein Name klingt auch lieblich und vielversprechend. Liegt dies an der poetischen Bezeichnung Deiner berühmten Wandmalereien, Deiner farbenprächtigen Felsenfresken? Mit den bezaubernden, überirdischen Geschöpfen, die dort oben im Inneren Deines Monolithen thronen? Schwebend auf Wolken. Tanzend an den Felswänden. Ein intimer Tanz für die Seele. Seit nunmehr über 1.500 Jahren. Geschützt unter einem Hangvorsprung.
Einst waren sie laut einer Inschrift 500 an der Zahl. Zur Blütezeit der antiken Zivilisation. Auf halber Höhe. Auf beträchtlicher Höhe. Nach einem Aufstieg über steinernen Treppenstufen, später über engen stählernen Stufen einer Wendeltreppe: Die Wolkenmädchen. Barbusig. Nur mit Kopfschmuck und üppigem Geschmeide bekleidet. Symbole der Schönheit, Eleganz und Sinnlichkeit. Unerreichbar. Es sei denn, man ist frei von Höhenangst und konditionsstark bei tropischen Temperaturen in schwindelerregender Höhe. Aber Achtung: Fotografieren ist hier strengstens untersagt. Die Recherche im Internet eher nicht.
Die hochpolierte Spiegelwand aus Eiweiß, Kalk und Honig diente dem König ursprünglich zur Selbstreflexion. Heute ist sie als historische Graffiti-Wand berühmt, die Aufschluss über Gedichte, Inschriften und Eindrücke aus dem 7. bis 11. Jahrhundert gibt. Ein Zeugnis der Verehrung für die Wolkenmädchen. Der Verzauberung, die Besucher dort gerne ins „Gästebuch“ einritzten. Poetische Gedanken. Viele Hunderte. Die ältesten sprachhistorischen Vermächtnisse singhalesischer Dichterkunst.

Die Dekoration der Palasträumlichkeiten lässt sich heute nur noch erahnen
Nach einem unbegreiflichen Akt des Vandalismus im Oktober 1967 wurden die 22 verbliebenen himmlischen Nymphen in den siebziger Jahren restauriert. Von Restaurateuren, die leidenschaftlich Hand anlegten. Nach dem Schönheitsideal der damaligen Zeit. Die üppigen Brüste trotzen jetzt den physikalischen Gesetzen der Zeit, in dem sie mit mäßig deckender Farbe deutlich sichtbar „geliftet“ wurden.

Die wild lebenden Elefanten sind zum Greifen nah
Mit ein wenig Glück können wir heute während einer Safari wilde Elefanten in ihrer natürlichen Umgebung erleben. Dort wandern sie zwischen drei in einander übergehenden National Parks: dem Minneriya, dem Hurulu Eco Park und den Kaudulla Park. Auf der Suche nach den besten Bedingungen. In unberührter Natur. In atemberaubend schöner Natur. Inmitten des kulturellen Herzen Sri Lankas. Nahe Sigiriya und Dambulla Im offenen Jeep durch die Reservate zu fahren, ist ein Erlebnis der besonderen Art.
Die frühen Nachmittagsstunden sind am besten geeignet Ausschau nach den berühmten Bewohnern zu halten. Die frühen Morgenstunden gehören den zahlreichen Vogelarten. Der Fahrer fährt umsichtig durch den dichten Tropenwald. Aus Respekt vor dem Lebensraum der Tiere. Zunächst um den frischen Dung herum. Ein gutes Zeichen!
Mehrere Wasserbüffel werden an den Schlammpfützen des gestrigen Monsunregens gesichtet. Unmittelbar gefolgt von einem Paradiesvogel im wahrsten Sinne des Wortes. Vom wild lebenden Pfau, einem Hahn in den prächtigsten, schillerndsten Farben. In einem Federkleid mit grafischem Design stolziert er würdevoll durch das hohe Gras. Ein extravaganter Einzelgänger mit königlichem Aussehen, der strukturiert lebt. Vor Einbruch der Dämmerung begibt er sich zur Wasserstelle, bevor er seinen geschützten Schlafplatz hoch in den Baumspitzen aufsucht.

Der prächtige Pfau – ein wichtiges Nationalsymbol – lebt bevorzugt in dschungelartiger Hügelllandschaft . Er gilt als Glücksbringer, der nicht gejagt werden darf
Der Nationalvogel des Landes. Er steht für Glück, Reinheit und Sieg über das Negative. Eine Augenweide. Der schönste Vogel des Universums. Nur einen Meter vom Safari-Jeep entfernt.
Und dann kommen wir ihnen sehr nah. Nahezu hautnah. Aus nächster Nähe beobachten wir die größten Landsäugetiere Asiens. Die wild lebenden Elefanten. Unentwegt wandern die sanften Riesen gemächlich durch den Wildpark. Bis zu 20 Stunden am Tag. Geräuschlos. Mit eingebauten Polsterkissen als Stoßdämpfer in ihren Füßen. Auf Beinen wie Säulen und mit einem extrem beweglichen Rüssel, die bei der Navigation und der Nahrungsaufnahme helfen.
Für ein ausgewachsenes Tier beträgt die vegetarische Futtermenge zwischen 150 und 200 kg täglich. Im Gegensatz zu ihren Augen, die zwar eine gute Rundumsicht bieten, besitzen sie einen hochentwickelten Geruchs- und Gehörsinn. Diese komplexen Sinnessignale dienen der nicht-visuellen Wahrnehmung und der Kommunikation mittels tiefer Infraschall-Töne. Unter 20 Hertz. Ein Art Frühwarn-System mit einer Reichweite von bis zu 10 km.

Ein unvergessliches Erlebnis – die Anmut majestätischer Riesen in unberührter Natur
Sie strahlen Sanftmut und Sensibilität aus. Vor allem Liebe und Fürsorge. Am eindrucksvollsten zu sehen bei der trächtigen Elefantenmutter, die ihr ca. einjähriges Kälbchen nicht aus den Augen lässt und es äußerst liebevoll und zärtlich schützt. Elefantenkühe leben in einem strikten Matriarchat. Beschützt. In geordneten Familienverhältnissen. In einer Herde von bis zu 12 Elefanten. Generationenübergreifend. Lebenslänglich. Angeführt von der ältesten Elefantenkuh, der erfahrenen Leitkuh.
Die Tragzeit einer schwangeren Kuh beträgt 22 Monate. Die Geburt vollzieht sich rasch und im Stehen. Begleitet von der Herde, die das ca. 100 kg schwere Neugeborene anschließend motiviert, rasch auf die Beine zu kommen. Aus Sicherheitsgründen. Voll gestillt wird bis zur gewissen Eigenständigkeit des Elefantenkindes. Insgesamt beträgt die Stillzeit zwischen zwei und vier Jahren. Nach der Pubertät, in einem Alter von 15 bis 16 Jahren, verlassen die jungen Männchen die Herde. Um mit anderen Jungbullen, ein Junggesellenleben zu führen. Oder, um als Einzelgänger zu leben.
Eine beglückende Begegnung mit magischen Momenten. Spektakulär. In einer ungezähmten Welt. In der puren Schönheit der überwältigenden Natur von Sri Lanka.

Der einmalig schöne Rundbau Vatadage ist ein Schrein – errichtet zu Ehren der Zahnreliquie Buddhas
Auf einer ausgedehnten Fläche von fünf km² der “Ancient City“, der antiken Stadt, glänzt die ehemalige Königsstadt Polonnaruwa mit imposanten Ruinen, Tempeln, Palästen und Buddha-Statuen in großer Vielfalt. Zeugnisse der einstigen Macht und Kultur ihrer Herrscher über das 200 Jahre existierende Königreich. Das blühende Herzland der Singhalesen.
Die Stadt folgte auf das erste 993 n. Chr. durch die südindischen Chola-Invasoren zerstörte Machtzentrum Anuradhapura. In einem 17 Jahre dauernden Feldzug vertrieb Vijaya I. (reg. 1055–1110) die Eindringlinge siegreich von der Insel. Um nach seiner Krönung 1070 n. Chr. das zweite singhalesische Königreich ins 110 km entfernte und strategisch günstige Polonnaruwa zu etablieren. Die zweite Hauptstadt der Löwenkinder. Seinem Enkelsohn jedoch, dem König Parakrama der Große (reg. 1153–1186), einem weisen, weitsichtigen Visionär, verdankt die antike Hauptstadt ihre Blütezeit, ihre Goldene Epoche. Unter seiner Herrschaft wurden künstliche Seen angelegt, Bewässerungsanlagen flächendeckend ausgeklügelt. Für den landwirtschaftlichen Anbau und weitere Reisernten während der Trockenzeit.

Der Royal Palace von Polonnaruwa war einst eine siebenstöckige Prachtresidenz von König Parakrama Bahu I.
Ein maßgeblicher Beitrag zum Wohlstand seines Landes. Er ließ Tempel und Paläste errichten. Wie seine einst prächtige Residenz. Im wohl schönsten archäologischen Park Sri Lankas. In idyllischer Natur. Man spricht von einem ehemals siebenstöckigen Bau mit 1.000 Räumen. Eine komplexe Konstruktion. Hier residierte nicht nur der König. Hier brachte er auch seinen Hofstaat, Minister, Berater und Beamten unter. Die antiken Ruinen des Königspalastes, der „Royal Palace“, die backsteinernen Überreste mit einer Grundfläche von 45 m x 45 m, bezeugen die monumentale Größe zur damaligen Zeit und offenbaren die ruhmreiche Vergangenheit.

Die üppige Blumenpracht wird immer wieder durch frische Opfergaben ergänzt
Im großartigen Palastgarten erhebt sich die königliche Audienzhalle. Eine offene Galerie mit 48 quadratischen Säulen, vierreihig platziert, errichtet auf einem dreistufigen, terrassenförmigen Sockel. Die fein ziselierten Inschriften geben Aufschluss über den Rang und die Sitzordnung der Ratsmitglieder. Datiert wird das repräsentative Bauwerk auf das ausgehende 12. Jahrhundert.
Der Unterbau aus Granit weist kunstvolle Steinmetzarbeiten auf. Reich verzierte Bänder mit Friesen von Elefanten, Löwen und Zwergen. Um das Gebäude herum drapiert. Ein Schmuckwerk vom kulturhistorischen Wert. Wie der opulente Treppenaufgang, der Macht und Wohlstand demonstriert. Er wird von zwei mächtigen Fabelwesen – Makaras – flankiert. Mythologischen Tier-Mischwesen, die Schutz symbolisieren.

Die Macht der Herrscher für die Ewigkeit in Mondstein und Granit gemeißelt
Mondstein –Sandakada Pahana – heißt die halbkreisförmige Reliefplatte am Fuß der Treppenaufgänge von Pagoden und Palästen. Kunstvoll in Stein geschnitzt, erzählen sie den buddhistischen Lebenszyklus von der irdischen zum Übergang in die spirituelle Welt. Ein einzigartiges Charakteristikum in der antiken Architektur Sri Lankas.
Inmitten einer erhöhten, ummauerten Terrasse erstreckt sich ein rechteckiges Areal mit der englischen Bezeichnung Sacred Quadranale, was Heiliges Viereck bedeutet. Auch Dalada Maluwa- Zahnterrasse genannt. Ein dichter, prächtiger Tempelkomplex mit wichtigen religiösen Monumenten, deren Zentrum den berühmten Vatadage-Tempel aus 1196 beherbergt. Ein rundes Reliquienhaus, das im 12. Jh. als Aufbewahrungsort für die heilige Zahnreliquie Buddhas diente.

Die sieben stöckige Pyramiden-Turm auf dem Heiligen Viereck zeigt Ähnlichkeit mit der Khmer-Architektur
Zwei Rundpodeste mit unterschiedlichem Diameter bilden ein Stufen-Fundament für das Heiligtum, das eine Stupa umschließt. Die Außenseite des Sockels ist üppig mit Steinmetz-Reliefs verziert. Der Aufgang führt über einen hochwertigen Mondstein mit Tiersymbolen, an Makara-Torbögen und Statuen von Steinwächtern zum schönsten Rundschrein, ein bedeutendes Glanzlicht Sri Lankas, empor.
In seiner Mitte befindet sich eine Pagode mit vier Buddhas, positioniert in allen vier Himmelsrichtungen, um die Lehre der vier edlen Wahrheiten in alle Welt zu verbreiten. Das Herzstück der antiken Stadt. Einst ein heiliger Ort für Pilger. Nördlich der ehemals ummauerten Königsstadt. Heute wird die hochverehrte Zahn-Reliquie in Kandy aufbewahrt.

Meisterliche Steinmetzarbeiten dem Weg zur Vatadage-Rundschrein empor
Der Satmahal Prasada ist ein höchst ungewöhnlicher Ziegelbau, ein siebenstufiger Pyramiden-Palast auf dem Terrain des geweihten Vierecks. Ein mysteriöses Bauwerk, das aus dem 12. Jahrhundert stammt. Es verblüfft und wirft Fragen auf. Archäologen stehen vor einem Rätsel, da die Architektur untypisch für Sri Lankas ist. Der eher südostasiatische Stil ist in Kambodscha/Thailand anzusiedeln. Weder Zusammenhänge noch Ursprünge sind den Wissenschaftlern bekannt.
Am südlichen Ende des Gevierts befindet sich das Thuparama Statuen-Haus aus dem 12. Jh. das vermutlich vom König Parakrama errichtet wurde. Ein „Gedige“. So lautet die Bezeichnung für ein vollständig aus Stein gemauertes Gebäude in der südasiatischen/srilankischen Architektur. Im Gegensatz zum massiven Stupa-Bau hat das Thuparama-Gedige eine Hohlstruktur.

Ein kunstvoll verzierter Treppenaufgang führt zu den vier Buddhafiguren im außergewöhnlichen Rundtempel Vatadage
Dieser einzigartige, gut erhaltene Tempel besitzt sehr dicke Mauern und ein gewölbtes Backsteindach. Wunderbarerweise hat er viele Jahrhunderte überstanden. Die stark ornamentierten Fassaden verbinden hinduistisch-architektonische Stilelemente mit buddhistischer Nutzung. Sie zeigen, dass Kunst, Glaube und tägliches Leben einst eins waren.
Der erhabene Felsentempel Gal Vihara, in friedvoller Atmosphäre einer hügeligen Parklandschaft zwischen Seen aus Wasserlilien und Lotusblüten gelegen, zählt zu den Prachtstücken in der buddhistischen Welt. Das Wort Vihara aus dem Sanskrit, heißt in der Übersetzung buddhistisches Kloster. Die Felsanlage stammt aus der Zeit des Königs Parakrama der Große und enthält vier imposante Buddha-Statuen. Stille Giganten, reliefartig in einer einzigen, massiven Gneiswand gemeißelt. Für die Ewigkeit. Meisterwerke der Bildhauerkunst. Zu Ehren seiner Gemahlin, Königin Rupavati?

Die Ratshalle liegt im ausgedehnten Palastgarten. In einem herrlichen Naturidyll für Auge und Seele
Oder doch eher für die Mönche des nördlich gelegenen Klosters in der antiken Stadt? Als Ort des Gebetes, des Gesangs und der Meditation. Sie strahlen Erleuchtung, Mitgefühl und inneren Frieden aus. Und atmen Ruhe jenseits der Jahrhunderte. Die 4.5 m große Statue des meditierenden Buddhas auf einem Lotusthron, wird von einem Torana, einem Zierbogen eingerahmt. Eine weitere 1.40 m kleine Buddha-Figur meditiert in einer Felsnische sitzend auf einem Löwenthron, die noch Fragmente von Fresken birgt.

Die Buddha-Statue erreicht eine Höhe von sieben Metern
Der stehende Buddha erreicht eine Größe von 7 Metern. Seine verschränkten Armen – eine seltene Haltung – und auch sein Gesichtsausdruck werden als Empathie mit den Leidenden interpretiert. Mit einer Länge von 14 Metern ist der liegende Buddha die größte Statue des Ensembles. Er ruht auf einem Lotuskissen auf dem Weg ins Nirwana. Jenseits aller Zeiten. Seine leicht versetzten Füße symbolisieren den endgültigen Frieden. Im warmen Morgenlicht leuchten die hervorragend gearbeiteten Details der Bildhauerkunst. Der sanfte Gesichtsausdruck, der Faltenwurf der Gewänder in feiner Abstimmung mit der gestreiften Marmorierung des Gesteins muten magisch und beeindrucken bis heute.

Grundmauern des einstigen Palastes im schönstem archäologischen Palastgarten Sri Lamkas – blühender Ort der Kunst, Kultur und Architektur
Beim Versuch, den Prunk und das Prestige König Parakramas zu übertreffen, wirtschaftete sein Nachfolger Nissanka Malla das Königreich an den Rand des Ruins. Invasoren hatten ein leichtes Spiel, die hölzernen Bausubstanzen in Schutt und Asche zu legen. Ab etwa 1288 n. Chr. übernahm der Dschungel das Zepter der verlassenen Hauptstadt und konnte nun ungestört jahrhundertelang überwuchern.
Der Urwald legte die schützende Hand der Natur über die vielen Kulturgüter der versunkenen Stadt, die erst 1820 vom britischen Lieutenant M.H. Fagan, wiederentdeckt wurde. Es sollte noch bis 1936 dauern, bis alle archäologischen Schätze freigelegt waren und der Öffentlichkeit zugängig gemacht wurden. Seit 1982 gehört die imposante antike Stadt Polonnaruwa, die damalige zweite Hauptstadt der Singhalesen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie lädt zu einer faszinierenden Entdeckungsreise ein. Auf die Schatten- und Sonnenspuren, die wertvolle Einblicke in die reiche kulturelle Geschichte gewährt. Dort, wo des Herrschers Macht in Mondstein und Granit gemeißelt ist.
