Kirchenschätze – Besonderheiten neben dem Treiben auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt
Neapolitanische Krippe in St. Leonhard und Gerald Domenig im Dom Museum
Ein Tipp von Petra Kammann
Ein Blick in die Kirchen der Frankfurter Innenstadt ist immer lohnenswert: Da ist zum Beispiel vom zweiten Advent (7. Dezember 2025) bis Mariä Lichtmess ( bis 2. Februar 2026) im Leonhardschor, im südlichen Seitenschiff der Kirche St. Leonhard, die legendäre Krippe mit den neapolitanischen Figuren aus Ton, Holz und Werg zu sehen. Diese 40 Figuren aus dem 18. Jahrhundert stellen einen Querschnitt der damaligen Bevölkerung Neapels dar: Bürger, Marktfrauen, Bauern und Hirten. Das erste Bild zeigt bis Heiligabend (24. Dezember) Maria und Joseph auf dem Weg nach Bethlehem.

Detail der Krippe in St Leonhard – Neapolitanische Marktszene, Hintergrundzeichnung Dani Muno, Foto Alexander Englert
Auf drei Ebenen erzählen die Figuren von der Weihnachtsgeschichte und vom städtischen Treiben im Neapel des 18. Jahrhunderts, so dass für die Krippe eigens ein Aufbau entworfen wurde, dessen Form zugleich an einen Altaraufsatz und an eine Bühne erinnert. Während die wohlhabenden Bürger in reiche Gewänder aus Seide mit Paillettenstickerei und Brokat gehüllt sind, wurden einfache Bauern oder Hirten in wollene Wämse und derbe Hosen gekleidet. Die komplette Weihnachtsszene mit allen Figuren und dem Jesuskind ist dann ab Heiligabend zu sehen.
Die öffentliche Kirchenführung in St. Leonhard, sonntags, 14.00 Uhr, schließt zu dieser Jahreszeit natürlich immer auch eine Station an der Krippe ein. Darüber hinaus laden Dr. Stefan Scholz, Katholische Akademie Rabanus Maurus, und Bettina Schmitt vom Dommuseum Frankfurt, am Mittwoch, 7. Januar, 18.00 Uhr, und am Donnerstag, 8. Januar, 17.30 Uhr, zu einer Sonderführung an die Neapolitanischen Krippe ein. Die Teilnahme ist zwar kostfenfrei, Spenden sind aber natürlich willkommen.
Die Neapolitanische Krippe kann während der Öffnungszeiten der Kirche besichtigt werden. Die Kirche St. Leonhard, am Leonhardstor 25, 60311 Frankfurt am Main, ist werktags von 15.00 bis 19.00 Uhr, an Wochenenden von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Anmeldung unter:
069 / 80 08 71 82 90 oder fuehrungen@dommuseum-frankfurt.de.
Führungen immer sonntags sowie Sonderführungen am 7. und 8. Januar 2026
IM KREUZGANG DES DOMS
In seiner Reihe zeitgenössischer künstlerischer Interventionen zeigt das Dommuseum Frankfurt unter dem Titel „Gerald Domenig – DOM“ Werke des Künstlers und Autors Gerald Domenig im Kreuzgang des Frankfurter Doms.

„Gerald Domenig, o. T. (Frankfurt, Dom, Aufgang zum Turm), 2024 © Gerald Domenig“
Die künstlerischen Schwerpunkte des seit über 50 Jahren in Frankfurt lebenden österreichischen Künstlers Gerald Domenig sind die Fotografie, das Zeichnen und das Schreiben. Fotografieren bedeutet für Domenig ein stetes Nachdenken über das Entstehen von Bildern. Fast täglich ist er mit seiner Kamera in Frankfurt unterwegs und hat auf diese Weise auch den Frankfurter Dom und den Domturm vielfach fotografiert.
Auch in der unmittelbaren Umgebung des Frankfurter Domes entstanden seit den 1980er Jahren etliche Fotografien. Diesen Aufnahmen des Frankfurter Doms sind in der Ausstellung Kirchen und Kapellen gegenübergestellt, wie beispielsweise das „Kapellele“ seines Heimatortes Hermagor in Kärnten, die Gerald Domenig zu verschiedenen Anlässen fotografiert hat. Hervorzuheben ist auch die 1993 entstandene Serie über das Innere der Oude Kerk in Amsterdam.
Ausgesprochen virtuos, meist analog fotografierend, ist Gerald Domenig ein Meister der Verfremdung des scheinbar Vertrauten, der Grautöne und der Schatten. Sein Schwerpunkt liegt auf der Architekturfotografie. Dabei geht es ihm weniger um Wiedererkennbarkeit als vielmehr um Details, Besonderheiten, Irritierendes, stets mit dem Ziel zu einer eigenständigen Bildkomposition oder fragilen Ordnung zu finden. Räumlichkeit wird oft verunklart, so können Vorder- und Hintergrund in eins fallen.
Die Ausstellung „Gerald Domenig – DOM“ umfasst insgesamt etwa 50 Fotografien. Von drei Ausnahmen einmal abgesehen, handelt es sich bei allen gezeigten Bildern um Handabzüge des Künstlers auf Barytpapier. Heute eine ausgesprochene Kostbarkeit.
Auf vielfachen Wunsch wurde die Ausstellung nun noch einmal bis zum 11. Januar 2026 verlängert.
Eintritt: 4 Euro (3 Euro ermäßigt)
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag, 10.00 bis 17.00 Uhr,
Samstag, Sonntag und an Feiertagen, 11.00 bis 17.00 Uhr.
26. Dezember (2. Weihnachtsfeiertag) und 1. Januar (Neujahr) von 11.00–17.00 Uhr geöffnet.
Die Künstler-Führungen mit Gerald Domenig persönlich:
Samstag, 13. Dezember 2025, 16.00 Uhr und am Samstag, 10. Januar 2026, 16.00 Uhr
Anmeldung jeweils unter: fuehrungen@dommuseum-frankfurt.de).
Jahresgabe zur Ausstellung :
Gerald Domenig, o. T. (Am Domturm, Westseite), 2025, SW-Print, 43 x 28,6 cm, Aufl. + 2 AP, 300 Euro
(Anmeldung unter fuehrungen@dommuseum-frankfurt.de).
Weitere Informationen unter:
www.dommuseum-frankfurt.de oder
T 069 / 80 08 71 82 90 (Dommuseum Verwaltung).
