50-jähriges Kinojubiläum des Filmforum Höchst – FeuilletonFrankfurt gratuliert!
Höchst short und höchst long
Natürlich ist die Freude groß, dass das Filmforum Höchst bereits Ende Oktober und damit vor seinem 50. Geburtstag gleich mit zwei Kinopreisen für die Programmarbeit am Standort Höchst geehrt wurde: am 17. Oktober wurde dem Filmforum der Kinopreis in der Alten Oper vergeben und am 25. Oktober der Kinemathekenpreis in Berlin. Interessant aber auch das aktuelle Novemberprogramm

Das Filmforum Höchst wurde beim Hessischen Film-und Kinopreis Kinopreis in der Alten Oper ausgezeichnet, li: die Verantwortliche Sabine Imhof
Remember, remember … Anders als in England seinerzeit ist in Frankfurt-Höchst der 9. November ein zentrales Anliegen. Wie in jedem Jahr findet im Filmforum in Zusammenarbeit mit der Höchster AG „Geschichte und Erinnerung“ daher eine Gedenkveranstaltung zum Novemberpogrom 1938 statt. In diesem Jahr ist es das Gedenken an den grausamen Auschwitzarzt Josef Mengele, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg der Strafverfolgung entzieht, indem er nach Argentinien, Paraguay und Brasilien flieht. Dort lebt er unter falschem Namen und wird von Unterstützern sowie von seiner Familie finanziell abgesichert. Kirill Serebrennikos Film „Das Verschwinden des Josef Mengele“ zeigt seine Jahre im Exil und endet mit der Begegnung mit seinem Sohn.

Insofern steht die Woche vom 6. bis 12.November thematisch unter dem Schwerpunkt der „Rassismen“, nicht nur mit dem neuen Spielfilm „Das Verschwinden des Josef Mengele“, sondern auch mit den beiden Dokumentarfilmen „Die Möllener Briefe“ und „Das deutsche Volk“. Letzterer hat gerade erst in der Kategorie Bester Dokumentarfilm den Hessischen Filmpreis erhalten. „Die radikale Konzentration auf die Perspektive der Hinterbliebenen gibt Wierzchowskis Film seine außergewöhnliche Kraft, die niemanden gleichgültig lässt“, hieß es da in der Begründung.

Szene aus dem Dokumentarfilm „Das Deutsche Volk“
In der Woche vom 13. bis 19. November stehen die Filme im Zeichen der Literaturversessenheit:
Die neue Verfilmung von „Franz K“ von Agnieszka Holland – kein klassisches Biopic – , verschmilzt das Leben des Autors Kafka mit seinem Werk und der nachträglichen Rezeption von Agnieszka Holland.

„Franz K“ von Agnieszka Holland
Das paart sich mit dem amüsanten französischen Debutfilm „Jane Austen a gâché ma vie“ / „Jane Austen und das Chaos in meinem Leben“ von Laura Piani, der von Agathe, einer schüchternen Pariser Buchhändlerin mit Schreibblockad,e erzählt , die nach dem Gewinn einer Jane-Austen-Residenz zwischen zwei Männern und ihrer kreativen Selbstfindung steht…

Französischer Charme und englischer Humor in Laura Pianis Film über Jane Austen
Höchst Short
In derselben Kinowoche am Sonntag, den 16.11. ist dann wieder Zeit für die Kurzfilmliebhaber mit einer neuen Ausgabe von höchst short und einem abendfüllenden Kurzfilmprogramm unter dem Motto: TAPETENWECHSEL.
In der Woche vom 20. bis 26. November gehen zwei Filme auf den amerikanischen Extremismus ein: „BUGONIA“ heißt der neue Film von Yorgos Lanthimos , der im Kreise von Verschwörungstheoretikern angesiedelt ist und „One Battle After Another“, der neue Film von Paul Thomas Anderson, der eine nahe Zukunft zwischen Rechts- und Linksextremismus aufzeigt.
Das Highlight der Woche und des Monats und überhaupt ist natürlich das 50. Bestehen des Filmforum Höchst am 21.11.2025, das begangen wird mit einem einem ausführlichen Festakt:
Jubiläumsfest: 50 Jahre Filmforum Höchst
Sektempfang und Reden, gefolgt von einer Stummfilmlivevertonung des wunderbaren Films Человек с киноаппаратом / „Der Mann mit der Kamera“ mit dem Musik-Duo GRAMM ART, gefolgt von einer Party in der WUNDERBAR nebenan!
19:00 Sektempfang & Reden
20:00 Человек с киноаппаратом / Der Mann mit der Kamera
Dziga Vertov | UkrSSR 1929 | FSK o.A. | 68 Min.
Livevertonung von GRAMMART

Szene aus dem Stummfilm „Der Mann mit der Kamera“
Der Jubiläumsfilm ist im Übrigen eine sowjetisch-ukrainische Koproduktion aus dem Jahr 1929!

Im weiteren Verlauf des Jubiläumsjahres wird es eine Filmreihe zu den Lieblingsfilmen des Kinos geben – Kinoliebhaber dürfen gespannt sein.

Aus: „Alex & Gala“ von Egor Astakhov, der Geschichte, einer russisch-ukrainischen LGBT-Familie
Am 25. November empfängt die zweite Kooperation des Monats mit ver.di den Regisseur Egor Astakhov mit seinem Film „Alex und Gala“ über eine russisch-ukrainische LGBT-Familie und über deren Versuch, in Deutschland ein neues Zuhause zu finden.

„Eine Minute dunkel macht uns nicht blind“ von Susanne Zanke im Rahmen des Höchster Designparcours & in Kooperation mit KUNSTKONTAKT
Eine erneute Kooperation mit KUNSTKONTAKT am Samstag den 29.11. fügt sich wunderbar in den gleichzeitig stattfindenden Höchster Designparcours: diesmal mit einem spannenden Film über die Erfinderin der Frankfurter Küche Margarete Schütte-Lihotzky. „Eine Minute dunkel macht uns nicht blind“, heißt es da mit einer ausführlichen Einführung in den Film von Kunsthistorikerin Petra Schwerdtner.
Vom 27. – 30. November schließt der Kinomonat mit dem jährlich stattfindenden brasilianischen Filmfestival CINEBRASIL . Und das gleich mit drei neuen und einer älteren brasilianischen Produktion.
„Auf Dein Wohl, liebe Sabine, dass Du das Höchster Erbe so engagiert weiterträgst!“ wünscht Dir Petra

Sabine Imhof beim Hessischen Film-und Kinopreis in der Alten Oper, Foto: Petra Kammann
Kartenreservierung unter:
069 212 45 714 oder:
reservierung@filmforum-hoechst.com
