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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Oktober, 2025

Karl Schlögel: Friedenspreisträger als Warner, Mahner – und Ermutiger

2025, Oktober 20.

Engagierte und bewegende Rede in der Paulskirche – Osteuropa „lesen“ und leben

Von Uwe Kammann

Dem Historiker, Autor und Publizisten Karl Schlögel wurde am 19. Oktober in der Frankfurter Paulskirche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Die Laudatio hielt die in Berlin lebende, aus der Ukraine stammende Literaturwissenschaftlerin und Publizistin Katja Petrowskaja. Hier fassen wir Eindrücke des Festaktes zusammen.

Die Dankesrede des diesjährigen Friedenspreisträgers Karl Schlögel wurde mit anhaltendem Applaus bedacht, Foto: Petra Kammann

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Der ukrainische Zirkus „Waterland“ überzeugt mit seiner Wandershow

2025, Oktober 20.

Ungewöhnliche Wasserkulisse und artistische Höchstleistung

Von Walter H.Krämer

Der Zirkus „Waterland“ stammt aus der Ukraine und war ursprünglich ein stationärer Zirkus. Aufgrund des russischen Überfalls reiste das Ensemble aber nach Polen aus. Dort entwickelten die Künstler eine Wandershow, die zunächst durch Polen zog, bevor sie im vergangenen Jahr erstmals nach Deutschland kam. Noch bis zum 2. November gastiert der Zirkus in Frankfurt auf dem Festplatz am Ratsweg  und begeistert dabei Jung und Alt. Zirkuskünstler aus der Ukraine – alle ausgebildet an staatlichen Circus Schulen in ihrer Heimat – präsentieren dabei artistische Höchstleistungen unter Wasser, auf dem Wasser, in der Luft und auf dem Land.

Ein echtes Wasserspektakel, Foto: Walter H. Krämer

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Angela Hewitt: Virtuoses Ausleuchten der Bachschen Klavierspektren

2025, Oktober 19.

Die Frankfurter Bachkonzerte schlagen einen überzeugenden zeitlich-musikalischen Bogen

Von Uwe Kammann

Immer noch eine Legende bei Bach-Interpretationen aus dem Klavier-Repertoire: Glenn Gould – mit dem Ruch des Exzentrischen. Im Rhein-Main-Raum ist heute András Schiff die feste Größe, der im optisch schwingenden Saal des Casals-Forums der Kronberg-Academy das Ideal einer fein austarierten Darstellung verkörpert. Wie würde sich nun die Interpretation einer Grande Dame des Bachschen Klavierwerkes anhören, der aus Kanada stammenden Angela Hewitt, die in vielen Konzertsälen der Welt geschätzt und gefeiert wird, mit bedeutenden Auszeichnungen geehrt, darunter auch die Bach-Medaille aus der Stadt, die mit dem Namen des Komponisten am engsten verbunden ist, natürlich, Leipzig.

Saison-Auftakt mit der kanadischen Pianistin Angela Hewitt, Foto: Bachkonzerte

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„SOLASTALGIE. Spaziergänge durch veränderte Landschaften“ im Museum Giersch

2025, Oktober 18.

Beeindruckende Landschaftsbilder im historischen und zeitgenössischen Kontext

Von Hans-Bernd Heier

Landschaften sind ständigen Veränderungen unterworfen, die sich in Zeiten des Klimawandels besonders rasant und oft auch zerstörerisch gestalten. Können Landschaften zugleich schön und gefährdet sein? Die Ausstellung „SOLASTALGIE. Spaziergänge durch veränderte Landschaften“ im Museum Giersch der Goethe-Universität stellt diese Ambivalenz in den Mittelpunkt und fragt nach unserem gespaltenen Verhältnis zur Umwelt. Historische Landschaftsgemälde aus der reichhaltigen Sammlung Giersch treffen auf zeitgenössische Positionen, die Verletzlichkeit, Trost und Hoffnung in der Natur reflektieren.

Anton Burger „Felsiger Taunuswinkel im Sommer mit Personenstaffage“, 1862, Öl auf Leinwand, Sammlung GIERSCH, Frankfurt a. M.; © Sammlung GIERSCH, Foto: Uwe Dettmar

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Die Frankfurter Buchmesse 2025 (15.- 19.10.2025) – Lebendiger Ort des Meinungsaustausches

2025, Oktober 16.

Buchmessesplitter: Eröffnung und Auftakt

Subjektive Impressionen von Petra Kammann

Immer wieder begegnet sich die Welt alljährlich am internationalen Handelsplatz für Lizenzen und Rechte zum persönlichen zivilen Meinungsaustausch. Unter dem Motto „Fantasie beseelt die Luft” des diesjährigen Ehrengasts, dem Archipel der Philippinen, wurde die 77. Frankfurter Buchmesse am 14. Oktober 2025 offiziell eröffnet. Die Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Kultur zeigten sich beeindruckt vom Auftritt der Philippine Madrigal Singers, dem Frankfurter DJ und Künstler Jan Hennig alias Kabuki sowie von den drei philippinischen Poetinnen verschiedener Generationen: Merlie M. Alunan, Marjorie Evasco und Mookie Katigbak-Lacuesta. Nicht zuletzt waren sie angetan von der kämpferischen Rede der philippinischen Senatorin Loren Legarda wie auch von der Grundsatzrede des neuen Staatskulturministers Wolfram Weiner, der sich mit den Risiken der KI auf die Branche beschäftigte und seine Rede mit „echten“ Rilke-Versen beendete.

Eindrucksvoller Gesang der Philippine Madrigal Singers bei der Buchmesseeröffnung, Foto: Petra Kammann

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Wies’n und Theater in München: Ödon von Horvaths „Kasimir und Karoline“

2025, Oktober 14.

Scheitern, aufstehen, wieder scheitern…

Von Walter H. Krämer

In diesen Tagen dreht sich die Bühne täglich mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen vor und während der Frankfurter Buchmesse (15 – 19 10.2025). Und was wird im Süden des Landes gespielt? Das interessierte unseren Theateraficiaonado Walter H. Krämer, der das dramatische Geschehen in Frankfurt und anderswo beobachtet. Zuletzt die Inszenierung von Ödon von Horvaths Volksstück „Kasimir und Karoline“ am Münchener Residenztheater. Da schlägt er nachdenkliche Töne an. Welche Mittel sind geeignet, um Spannung in einem zeitgenössischen Theater zu erzeugen?

Anna Drexler, Thomas Lettow, Robert Dölle, Simon Tagermann, Juliane Köhler © Matthias Horn

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Caricatura Museum zeigt “FLIX. IMMER SUPER GLÜCK”

2025, Oktober 13.

Superheld kämpft als „Man of K-Rupp-Stahl“ in Deutschland

Von Hans-Bernd Heier

Flix, eigentlich Felix Görmann, gehört zu den Stars der deutschen Comic- und Cartoonszene und feiert seit Jahren internationale Erfolge. Der Caricatura Salon #4 widmet ihm nun eine Ausstellung mit seinen jüngsten Projekten: „Superman. Man of K-Rupp-Stahl“ und mit Illustrationen zu seinem ersten Jugendroman „Immerland“. Zudem werden in der sehenswerten Schau Originale des Comicstrips „Glückskind“ gezeigt, die wöchentlich in der FAZ erscheinen. Besucherinnen und Besucher können sich zudem auf die zweite Neuhängung der Sammlungsausstellung freuen, in der rund 150 Werke der Zeichner der Neuen Frankfurter Schule und weiterer Künstler aus der Sammlung des Caricatura Museums zu sehen sind.

Vorzeichnung für „Superman – The World“; ©TM DC, Panini Comics 2025; ©Flix

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Retrospektive der DADA-Pionierin Suzanne Duchamp in der Frankfurter Schirn

2025, Oktober 11.

Eine unabhängig-eigensinnige Künstlerin

Von Petra Kammann

Spielerisch, humorvoll, genreübergreifend und dazu noch international: die erste umfassende Einzelausstellung der unabhängigen Künstlerin Suzanne Duchamp (1889–1963) findet in den Räumen der ehemaligen Dondorf Druckerei mit dem rauhen Charme der industriellen Backsteinarchitektur, in der Schirn Bockenheim, statt. Zu sehen sind in der dort neu eingerichteten Halle 1 erstmals rund 80 Werke aus fünf Jahrzehnten der vielseitigen Künstlerin, darunter experimentelle Collagen, figurative Darstellungen, abstrakte Gemälde, historische Fotografien und seltene Archivfunde. Die gemeinsam mit dem Kunsthaus Zürich erarbeitete Retrospektive wurde kenntnis- und beziehungsreich von den Kuratorinnen Ingrid Pfeiffer (Schirn) und Talia Kwartler (Gastkuratorin, Zürich) in Szene gesetzt.

Verantwortliche der Suzanne Duchamp-Retrospektive: Schirn-Chef Sebastian Baden und die beiden Kuratorinnen Ingrid Pfeiffer und Talia Kwartler, Foto: Petra Kammann

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Puccinis „Turandot“ am Staatstheater in Mainz

2025, Oktober 9.

Entromantisiert und mit offenem Ende

Von Walter H. Krämer

„Turandot“ ist die letzte Oper von Giacomo Puccini. Das Libretto schrieben Giuseppe Adami und Renato Simoni nach dem gleichnamigen Theaterstück (1762) von Carlo Gozzi. Das der Commedia dell’arte nahestehende Märchenspiel war von diesem Autor dramatisiert worden und diente als Vorlage für die Oper. Gegenüber der Vorlage war Turandot aber bei Puccini keine kalte Schönheit, sondern am Ende gedacht als eine liebesfähige Frau. Das Staatstheater Mainz zeigt Giacomo Puccinis (1858 1924) Oper „Turandot“ (UA 1926 in Mailand) in seiner nicht fertig gestellten Fassung und somit den einzig wahren Puccini.

Facettenreich: Julija Vasiljeva als Turandot, Foto: Johannes Etter

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„Vordemberge-Gildewart-Stipendium 4.0“ und „KörperGeometrie“ in Wiesbaden

2025, Oktober 8.

Zwei außergewöhnliche Ausstellungen im Museum Wiesbaden

Von Hans-Bernd Heier

Seit 1983 vergibt die in der Schweiz angesiedelte Stiftung Vordemberge-Gildewart gemeinsam mit einem europäischen Ausstellungshaus ein hoch dotiertes Stipendium an Kunstschaffende bis zu 35 Jahren aus der jeweiligen Region. Die zu diesem Anlass kuratierte Gruppenausstellung „Stipendium 4.0“ bildet die Grundlage für die diesjährige Auswahl durch eine unabhängige internationale Jury. Das Museum Wiesbaden ist bereits zum vierten Mal der Ort, an dem eines der weltweit bedeutendsten Stipendien für Nachwuchskünstler:innen vergeben wird. Der Preis geht zurück auf eine Initiative von Ilse Leda, der Ehefrau von Friedrich Vordemberge-Gildewart. Ihre Persönlichkeit wird in der begleitenden Kabinettausstellung „KörperGeometrie“ vorgestellt.

Ausstellungsansicht mit „BOTULINUMTOXIN“ von Sonja Yakovleva und Display von Klara Schnieber; Foto: Christoph Boeckheler

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