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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Volles Haus ist keine Utopie – Fratopia: Musik für Alle in der Alten Oper

Ganz nah dran am Puls der Musik

Ein paar Eindrücke von Petra Kammann

Fünf Tage lang FRATOPIA (vom 16.09 bis 21.09) in der Alten Oper. Allein der Name ist genial. Mit Musikerfahrungen aller Art baut Fra-nkfurt an der Zukunft (Utopia), an neuen Hörerfahrungen, unkonventionellen Formaten und künstlerischen Freiräumen, symbolisiert in dem über der blühenden Alten Oper schwebenden Luftschiff auf den entsprechenden Werbebroschüren und Plakaten. Soloauftritte, Lied, Kammermusik und Sinfonik, Klänge und Rhythmen aus dem Balkan, dem Nahen Osten und Kuba, Volksmusik aus Österreich, Pantomimen und Kinder, die mit zwei Celli um die Welt reisen. Alles bei freiem Eintritt und ohne Voranmeldung. Die kreativen Formate lockten über 40.000 Besucher in alle Säle der Alten Oper. Und das bei herrlichstem Spätsommerwetter.

Hereinspaziert! Die Alte Oper ist für Alle da beim Fratopia-Festival, Foto: Petra Kammann

Mit Flying Carpet begeistern die Quadro Nuevo meets Cairo Steps das Pubikum im Großen Saal, Foto: Petra Kammann

Und das Ganze in acht Sälen und Foyers des Hauses: gleich ob Kammermusik, Sinfonik, Blasmusik, Barockes, neue Töne, Chormusik, Tanz, Jazz, World, Experimentelles – und die vielfältigen Überschneidungsbereiche zwischen den Genres.

Radio.String Quartet & Bläser Thomas Gansch im Mozart-Saal, Foto: Petra Kammann

Auch Dunkelkonzerte, Programme für Kinder, Tanz- und Mitsingangebote zählten ebenfalls zum Programm der rund 250 Kurzkonzerte. Sowohl im Großen Saal als auch im Mozart Saal nahm das Publikum die Interpret*innen in die Mitte. In den kleineren Sälen  sorgten die Konzerte für eine intime Atmosphäre.

Der strahlende Alte Oper-Intendant Dr. Markus Fein ist auch auf dem Opernplatz präsent bei der 20-Jahrfeier Feier der Stiftung Polytechnische Gesellschaft („Wir bauen am Wir“), Foto: Petra Kammann

Wen wundert’s, dass Intendant Markus Fein begeistert ist, wenn Menschen eine halbe Stunde lang oder sogar länger Schlange stehen, „nur“, um ein anspruchsvolles Kammermusikkonzert zu besuchen, wenn Jung und Alt ausgelassen zu Barockmusik klatschen oder hochkonzentriert und aufmerksam bei leisen Tönen zuhören, so wenn der Arkkordeonist Goran Stevanovich und sein Korossy Quartet mit den vier temperamentvollen Streichern im Mozartsaal aufspielen.

↑↓ Das Korossy Quartet aus Bosnien-Herzegowina und der Akkordeonist Goran Stevanovich mit seinen auch ganz leisen gehauchten Tönen rissen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin, Foto: Petra Kammann

„Das waren viele kostbare Eindrücke, die uns in unserer Arbeit bestärken und motivieren. Aber auch hinter der Bühne wurde die Fratopia-Stimmung gelebt: Die Künstler*innen und Ensembles haben sich gerne vom Fratopia-Fieber anstecken lassen und die Tage trotz teilweise eng gestecktem Auftrittsplan extrem genossen“, sagt Fein.

Die frontale Bühnensituation, in der sonst Sinfonieorchester zu erleben sind, ist im Haus dem „Open Space“ einer zentralen Spielfläche gewichen. Zur lockeren Atmosphäre tragen Kinder bei, denen Konzertkonventionen noch völlig  fremd sind. Manche Mütter oder junge Väter kommen sogar mit Kinderwägen und älteren Geschwistern, um nur ja nichts zu verpassen und die Kleinsten schon ans Hören von Musik zu gewöhnen.

Die beiden Cellisten nahmen die Kinder mit auf eine musikalische Weltreise, Foto: Petra Kammann

Junge Familien sind ohnehin am Nachmittag sehr präsent. Um das zukünftige Musikleben des Nachwuchses muss man sich bei solchen Programmangeboten keine Sorgen machen. 

Begeistert klatschen und tanzen die Kinder zur Musik der beiden Cellisten, Foto: Petra Kammann

Das alles sei aber auch nicht möglich gewesen ohne externe Förderer. Um ein solches Festival bei freiem Eintritt, ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel, zugleich aber in hochkarätiger Besetzung und mit ambitioniertem Programm zu veranstalten, braucht es finanzielle Unterstützung! Daran erinnert Fein, der das vielfältig inspirierende Programm auch finanziell ohne festen Etat stemmt.

In den Gängen machen die engagierten „Freunde der Oper“ auf sich und die Vorzüge dazuzugehören aufmerksam, Foto: Petra Kammann

Mozart mit Mambo-Rhythmen, Barock mit Fiddle and Folk, Satie mit orientalischen Schnörkeln. Zarte Mandolinenklänge, die ein ganzes Publikum verzauberten; ein klingelndes Handy, das sogar die Vorlage zu einer furiosen Improvisation lieferte; zwei Pantomimekünstler, die mit ihren stummen Geschichten lautes Gelächter auslösten.

Orientalische teils meditative Töne kamen von der palästinensischen Sängerin Nai Barghoutti (Nai & Friends) im Großen Saal, Foto: Petra Kammann

Das sind nur einige der vielen lebendigen Szenen. die das diesjährige FRATOPIA-Festival der Alten Oper Frankfurt prägten– mit einem neuen Besucherrekord von sage und schreibe 43.800 Menschen. Da kann man nur allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Alten Oper danken und Beifall klatschen für dieBewältigung der große logistischen Herausforderung inkl. der der zahlreichen Umbauarbeiten im Hause. Und das zum Saisonbeginn!

Möge die Offenheit und heitere Stimmung auf allen Ebenen künftig so bleiben, Foto: Petra Kammann

Weitere Infos unter: 

www.alteoper.de

Die Sponsoren waren in diesem Jahr:

Hauptsponsor Saison 2025/26: ING Deutschland

Projektpartner Zukunftshaus: Aventis Foundation
Innovationspartner: Commerzbank AG
Hauptförderer: FREUNDE der Alten Oper Frankfurt
Projektpartner Fratopia: ART MENTOR FOUNDATION LUCERNE
Projektpartner Fratopia: Deutsche Bank Stiftung
Projektpartner Fratopia: Erhard Kunert-Stiftung
Projektpartner Fratopia: Ernst Max von Grunelius-Stiftung
Projektpartner Fratopia: Kulturfonds Frankfurt RheinMain
Projektpartner Fratopia: ODDO BHF Stiftung
Projektpartner Fratopia: STIFTUNG GIERSCH
Projektpartner Fratopia: Stiftung Polytechnische Gesellschaft
Projektpartner Fratopia: Union Investment Stiftung
Kooperationspartner: World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026
Werbepartner: VGF
Medienpartner Fratopia: hr2 kultur, Journal Frankfurt

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