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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Die Philippinen zu Gast in Frankfurt

Aspekte des vielfältigen Inselreichs

Von Walter H. Krämer

Mit einem Festival und zahlreichen Uraufführungen feiert der Frankfurter Mousonturm schon vorab das Buchmessen-Gastland.

The Filipino Superwoman Band beim 2024. Spring Festival 2004  in Utrecht, Photo:© Spring Performing Arts Festival 2024, Allard Willemse

Stellen Sie sich vor, Sie sind eingeladen und Ihr Gastgeber / Ihre Gastgeberein redet ungefähr zwei Stunden lang ohne Unterbrechung und springt dabei von Thema zu Thema, von Event zu Event…

So geschehen bei einer Pressekonferenz im Mousonturm. Da ging es um alles: Clubs, Workshops & Begegnung; einen Tanzclub, geleitet von Patscharaporn Distakul; um die Programmhighlights im Herbst und Winter 2025/2026; um Barrierefreiheit als Haltung – Inklusive Kulturarbeit am Mousonturm; um die Junge Theaterwerkstatt am Zoo – vorerst dies noch bis September 2026 großzügig von der Stadt und dem Kulturfond Rhein-Main gefördert; um das Zentrum Junger Tanz; um 10 Jahre Tanzfestival Rhein-Main – Now or Never. 10 Tage Tanz in Darmstadt, Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden vom 30. Oktober bis zum 16. November 2025 und natürlich auch – und dazu gleich ausführlicher – um Sicncerly Yours, the Philippines. Ein Festival für Tanz, Performance und – wie könnte es bei der Begeisterung auf den Philippinen für diese Kunstform anders sein, – auch um Karaoke.

Mit dem Festival Sicncerly Yours, the Philippines eröffnet der Mousonturm im September die neue Saison und richtet – in Ergänzung und als „Vorspiel“ zur Buchmesse (Die Frankfurter Buchmesse 2025 findet vom 15. bis 19. Oktober 2025 statt. Ehrengast der Messe sind die Philippinen) – den Blick auf die Philippinen und die dortige Kunstszene.

Home in Huyong-Huyong, Foto: © Grace Nono

Kuratiert von der Choreografin Eisa Jocson, zeigt das Festival vom 19. bis zum 29. September Performances, Workshops und Uraufführungen philippinischer Künstler*innen aus dem Inselstaat und der Diaspora. Dabei erzählen die Arbeiten von Kolonialismus, Diktatur, Migration – aber auch von Widerstand, Gemeinschaft und einem Sinn für Fürsorge. Dabei versteht sich der Mousonturm als ein Ort, an dem globale Perspektiven und lokale Erfahrungen aufeinandertreffen und künstlerische Praktiken neue gesellschaftliche Horizonte eröffnen sollen.

Das Festival wird am 18. und 19. September um 19 Uhr mit der poetischen Keynote „Die Philippinen betreten: Ein Essay über Ausdauer“ der Schriftstellerin, Dramaturgin und transfeministischen Jaya Jacobo eröffnet, gefolgt von der Performance „The Filipino Superwoman Band“ und anschließender Karaoke-Opening-Party.

The Singer, Foto: © Goethe Institut Philippines

Auf dem Programm stehen weiterhin sieben Arbeiten von philippinischen Künstler*innen aus unterschiedlichen Generationen, wobei viele Stücke Stimme und Gesang in den Mittelpunkt stellen. In ihren vielen Klangfarben ist die Kolonialgeschichte des Landes eingeschrieben, die wesentlich – so bringt es ein Sprichwort auf den Punkt – durch „400 Jahre spanisches Kloster und 50 Jahre Hollywood“ geprägt wurde. Ein Höhepunkt dürfte die Fiesta – auf den Philippinen ein ausschweifendes Fest mit Musik, Karaoke, Speisen und der Krönung einer Festival-Queen sein und werden.

In ihrer Musikperformance „Home in Huyong-Huyong“ fügt Grace Nono indigene ökologische Praxis, mündlich überlieferte Geschichte und wissenschaftliche Recherche zu einem musikalisch-performativen Feldbericht zusammen.

Ea Torrado – in Manila lebende Performerin und Ex-Primaballerina – reflektiert in „Brown Madonna“ lustvoll über weibliche Ikonografien zwischen Popkultur, Religion und kolonialer Überformung.

Brown Madonna, Foto: © Goethe-Institut Philippinen

Nach diesem Herbst werden wir dank Buchmesse und Mousonturm mehr über die Philippinen wissen, als das von einer KI generierte – „Die Philippinen sind ein südostasiatischer Inselstaat im Pazifischen Ozean, der aus über 7.600 Inseln besteht und von Vulkanen und Erdbeben geprägt ist. Das Land hat über 110 Millionen Einwohner, die Hauptstadt ist Manila auf der größten Insel Luzon. Die Kultur der Philippinen ist eine Mischung aus indigenen Traditionen, spanischem Kolonialerbe und amerikanischen Einflüssen, was sich in Religion, Sprache und Architektur widerspiegelt“ – und ganz sicher diesem Teil der Welt und ihrer Bevölkerung mit einem anderen Blick und mehr Offenheit und Wissen begegnen.

https://www.mousonturm.de/de/programm/festivals/15052/sincerely-yours-the-philippines

 

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