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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für September, 2025

Interview mit der Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Karin Schmidt-Friderichs

2025, September 30.

Die zukunftsorientierte Brückenbauerin

2019 wurde  die Mainzer Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs (Verlag Hermann Schmidt) als Nachfolgerin von Heinrich Riethmüller (Osiandersche Buchhandlung) in das Amt der Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gewählt: Nach Dorothee Hess-Maier (Ravensburger) ist sie die zweite Frau an der Spitze in der Geschichte des 200-jährigen Börsenvereins. Nach der diesjährigen Frankfurter Buchmesse 2025 endet ihre zweite Amtsperiode. Im Interview mit FeuilletonFrankfurt-Herausgeberin Petra Kammann resümiert sie ihre Amtzeit mit den Aufs und Abs und wirft einen Blick auf die Zukunft der Branche. Und sie spricht über die Bedeutung des Friedenspreises, der in diesem Jahr 75 Jahre alt wird.

Börsenvereinsvorsteherin Karin Schmidt-Friderichs 2025 blickt positiv in die Zukunft, Foto: Gaby Gerster

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FC Bergman Toneelhuis aus Antwerpen zeigt Guernica. Guernica in der Jahrhunderthalle Bochum

2025, September 29.

Brandaktuell. Tiefsinnig. Bildreich. Bewegend.

Das hätte der Eröffnungsabend der Ruhrtriennale sein sollen! Es war der Abschiedsabend.

von Simone Hamm

Zuerst scheint es so, als lägen Puppen auf der Bühne. Versehrt, verletzt, in unnatürlichen Posen, kopfüber über einem Stuhl hängend, verkrampft auf dem Rücken. Dann sieht man, wie sich eine Brust hebt und senkt, ein Finger sich bewegt. Es sind die Schauspieler des FC Bergman Toneelhuis aus Antwerpen, die das große, von Pablo Picasso geschaffene Gemälde „Guernica“ nachstellen.

Fotoprobe des Theaters Guernica Guernica mit dem Theater Kollektiv FC Bergmann am 18.09.2025 in der Jahrhunderthalle in Bochum. Foto: RT2025/ Caroline Seidel

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Städel zeigt „Carl Schuch und Frankreich“ (1)

2025, September 26.

Ein Fest für die Sinne – Betörendes Wechselspiel aus Licht und Farbe

Von Hans-Bernd Heier

In der Herbstausstellung „Carl Schuch und Frankreich“ präsentiert das Städel Museum eine großartige Wiederentdeckung. Im Zentrum steht das Werk eines Malers, der sich keiner Kunstströmung zuordnen lässt. Besonders beleuchtet werden Schuchs Jahre in Paris. Dort erlebte er die produktivste Phase seines künstlerischen Schaffens. Seine beeindruckenden Gemälde werden bedeutenden Werken französischer Künstler gegenübergestellt: darunter herausragende Arbeiten von Paul Cézanne, Camille Corot, Gustave Courbet, Édouard Manet und Claude Monet. Zu sehen sind rund 70 Gemälde von Schuch in einem anregenden Dialog mit etwa 50 hochkarätigen Werken des französischen Realismus und Impressionismus.

Carl Schuch „Äpfel auf Weiß, mit halbem Apfel“ um 1886–1894, Frankfurt am Main, Städel Museum

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Eindrucksvolle filmische Installationen der philippinisch-kanadischen Video-Künstlerin Stephanie Comilang in der Schirn

2025, September 25.

Dokumentarisch-poetische Perlen der Video-Kunst, textile und skulpturale Arbeiten

Von Petra Kammann

Noch vor dem Gastlandauftritt der Philippinen auf der Frankfurter Buchmesse (14.10. bis 19.10.2025), und parallel dazu präsentiert die SCHIRN in ihrem Übergangsquartier in Bockenheim die philippinisch-kanadische Künstlerin und Filmemacherin Stephanie Comilang (*1980) mit einer raumgreifenden Soloschau. Erstmals in Deutschland sind dort ihre beiden jüngsten Filme „Search for Life. Diptych“ (2024/25) sowie ihre frühere Arbeit „Diaspora Ad Astra“ aus dem Jahre 2020 zu sehen:„Coordinates at dawn“. Eine echte Entdeckung!

Die Video-Künstlerin Stephanie Comilang in der Schirn, Foto: Barbara Walzer Weiterlesen

Mozarts Oper „Così fan tutte“ in der Oper Frankfurt – Eine Maskerade in parallelen Welten 

2025, September 24.

Das Spiel von Liebe, Treue und Täuschung  – Alles nur Schein und Trug?

Von Petra Kammann
Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt 

Ebenso frisch, spritzig und komödiantisch wie hintergründig war in der Oper Frankfurt die Premiere von Mozarts „Così fan tutte“ zu erleben, inszeniert von der französischen Regisseurin Mariame Clément. Fabelhaft agierte der springlebendige junge GMD Thomas Guggeis, der abwechselnd das renommierte Frankfurter Opern- und Museumsorchester dirigierte und dazu im Orchestergraben Begleitpassagen auf dem Hammerklavier spielte. Was die Solisten und Solistinnen wie Jonas Müller, Magnus Dietrich, Liviu Holender, Teona Todua, Karolina Bengtsson und Kelsey Lauritano sicher noch mehr anspornte, ihr Bestes zu geben. Ein mutmachender Auftakt für die neue Saison!

Liviu Holender (Don Alfonso; in der Bildmitte) und Ensemble, Foto: Barbara Aumüller

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Sharon Eyals hochemotionale Choreografie „Delay the Sadness“ – Eine Uraufführung der Ruhrtriennale

2025, September 22.

Ein stummer Schrei

von Simone Hamm

Tänzer, die auf halber Spitze mit kleinen Schritten aufeinander zugehen, eine Gruppe bilden, mit weit ausholenden Armbewegungen zu einer einzigen Welle werden, zu einem einzigen Körper, dazu lauter Rave: das ist unverkennbar Sharon Eyal.

Delay The Sadness, Héloïse Jocquevile, Johnny McMillan © Vitali Akimov, Ruhrtriennale 2025

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Volles Haus ist keine Utopie – Fratopia: Musik für Alle in der Alten Oper

2025, September 21.

Ganz nah dran am Puls der Musik

Ein paar Eindrücke von Petra Kammann

Fünf Tage lang FRATOPIA (vom 16.09 bis 21.09) in der Alten Oper. Allein der Name ist genial. Mit Musikerfahrungen aller Art baut Fra-nkfurt an der Zukunft (Utopia), an neuen Hörerfahrungen, unkonventionellen Formaten und künstlerischen Freiräumen, symbolisiert in dem über der blühenden Alten Oper schwebenden Luftschiff auf den entsprechenden Werbebroschüren und Plakaten. Soloauftritte, Lied, Kammermusik und Sinfonik, Klänge und Rhythmen aus dem Balkan, dem Nahen Osten und Kuba, Volksmusik aus Österreich, Pantomimen und Kinder, die mit zwei Celli um die Welt reisen. Alles bei freiem Eintritt und ohne Voranmeldung. Die kreativen Formate lockten über 40.000 Besucher in alle Säle der Alten Oper. Und das bei herrlichstem Spätsommerwetter.

Hereinspaziert! Die Alte Oper ist für Alle da beim Fratopia-Festival, Foto: Petra Kammann

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Aufstieg und Fall der Stadt Theben

2025, September 18.

„Anthropolis“ wird wieder am Hamburger Schauspiel gezeigt. Griechische Antike at it’s best.

Ein Gespräch mit dem Autor Roland Schimmelpfennig

Von Simone Hamm

Roland Schimmelpfennig ist Lyriker, Autor von Romanen, Hörspielautor und einer der meistgespielten Dramatiker auf deutschen Bühnen. Sein neustes Buch ist „Sie wartet, aber sie weiß nicht auf wen“, ein düsterer Reigen aus Gewalt und Sex, und manchmal auch aus zarten Gefühlen. Im Herbst wird sein Gedichtband „Bericht von der Mondlandung“ erscheinen. Zuletzt wurde seine Fassung des Nibelungenliedes „See aus Asche“ bei den Wormser Nibelungenspielen gezeigt. Am Schauspiel Hamburg wird seit 2023 überaus erfolgreich „Anthropolis“ aufgeführt.

Der Autor und Dramatiker Roland Schimmelpfennig, Foto: © Adriana Jacome / Verlag S. Fischer

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Themen und Highlights der 77. Frankfurter Buchmesse (15. -19. Oktober 2025)

2025, September 16.

Mabuhay! Francfort is calling you! Was gibt’s Neues?

Die Frankfurter Buchmesse, die größte Fachmesse für internationales Publishing und branchenübergreifender Treffpunkt für Player aus Bildung, Filmwirtschaft, Games, Wissenschaft und Fachinformation, öffnet schon bald ihre Tore. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet für den globalen Handelsplatz seit 1976 der jährlich wechselnde Ehrengast, der dem Messepublikum auf vielfältige Weise seinen Buchmarkt, seine Literatur und Kultur präsentiert – in diesem Jahr die Philippinen unter dem Motto: „Fantasie beseelt die Luft”.  Die global agierende Buchmesse steht insgesamt in bewegten Zeiten wie diesen ganz im Zeichen von Verbindung und Gesprächen und bietet daher gezielt einen Resonanzraum für vielfältige und intergenerationelle Debatten.

Buchmessepresskonferenz mit Buchmessedirektor Juergen Boos, Foto: Petra Kammann

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Ein Paukenschlag am Kölner Schauspiel: „GEHEIMPLAN GEGEN DEUTSCHLAND – Ein Nachspiel“

2025, September 15.

Eine szenische Lesung noch vor Beginn der offiziellen Spielzeit

von Simone Hamm

Auf der Bühne steht Andreas Beck. Hinter ihm ein langer Tisch mit weißem Tischtuch. Umgeworfene Weinflaschen, vertrocknete Blumen, übrig gebliebener Streuselkuchen.

Andreas Beck in GEHEIMPLAN GEGEN DEUTSCHLAND – Ein Nachspiel, Foto: © Anna Sorgalla 

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