Archiv für August, 2025
2025, August 31.
Koschere Mangos und ein Rondo von Mozart
Gedankenkiesel zur Weltlage von Eldad Stobetzki
Mit einer gelben Schleife befestigt die israelische Architektin und Künstlerin Sharon Pazner in Tel Aviv Betonplatten an Wände und Mauern. Sie sollen an das Massaker vom 7. Oktober 2023 erinnern und Alltag ins Zentrum rücken. Es sind immer zwei Worte: ein Verb und ein Substantiv. „Kühlschrank öffnen“, „im Meer schwimmen“, „Klimaanlage einschalten“, „Vater anrufen“, „Fahrrad fahren“.

Dieses Foto schickte Sharon Panzer us Tel Aviv an den in Frankfurt lebenden israelischen Autor Eldad Stobezki, Foto: Sheran Panzer
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Autorinnen und Autoren, Kultur und Gesellschaft | Kommentare deaktiviert für Das unvollendete Mozart-Requiem und „Das Leben geht weiter“
2025, August 30.
Das Restaurant „Nobelhart & Schmutzig“
Grillstuben, ein Gebrauchtwagenhandel, wieder Grillstuben und das Polizeirevier. In einem Siebziegerjahrebau aus Beton fällt ein Laden auf, in dem links und rechts der schmalen Tür ein grüner Vorhang hängt. Auf der einen Seite steht in gelber Schrift etwas auf Arabisch.Was versteckt sich hinter dem Vorhang? Ist es ein arabischer Club? Die Zentrale einer Organisation?

Frisch, regional und unverstellt ist die Küche im Nobelhart & Schmutzig, Foto: Berlin Emotions
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2025, August 29.
Erlesene Gemälde und Ölskizzen aus der Privatsammlung Stephan
In einer umfassenden Sonderausstellung zeigt das Deutsche Romantik-Museum in Frankfurt unter dem etwas sperrigen Titel „Freiräume‘ – 110 Möglichkeiten der Welt zu begegnen“ Gemälde, Graphiken und Ölskizzen von 70 internationalen Künstlern aus der bedeutenden Privatsammlung von Klaus-Dieter Stephan. Die Freiräume des privaten Sammelns liegen im individuellen Zugriff und in der persönlichen Fragestellung an die Kunst, die neue Blicke in eine bekannte Zeit ermöglichen.
Camille Corot „Marino“, um 1826/27 Öl auf Leinwand; © Privatsammlung, Foto: Alexander Paul Englert
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2025, August 27.
Zum 276. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe
Von Erhard Metz
Nur einige Schritte sind die beiden Bauwerke am Hühnerweg auf dem Frankfurter Mühlberg voneinander entfernt: das Willemer-Häuschen und der Goethe-Tempel. Während ersteres fast Weltruhm erlangt zu haben scheint, kennen den Goethe-Tempel wohl nur die wenigsten Frankfurter.

↑ Aussichtstempelchen im Engelbach-Bansa’schen Garten auf dem Mühlberg in Frankfurt-Sachsenhausen, am Hühnerweg 30, in reduzierter Höhe als Goethe-Tempel erhalten; Aquarell von Eugen Peipers, datiert um 1870, Historisches Museum Frankfurt; Quelle: Michael Engelbach, https://engelbach-wwr.de/
↓ Goethe-Tempel unter gleicher Adresse heute; Foto: Erhard Metz

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2025, August 26.
750 Jahre Schiedam in der niederländischen Provinz Süd-Holland
Von Paulina Heiligenthal
Sie flattern fröhlich an historischen Häusern und Schiffen, an den Mühlen, sogar an der Kirche. Erst recht am Rathaus: die Schiedam-750 Flaggen. Zur Feier ihrer 750- jährigen Geschichte, die Zukunft fest im Blick.

Eine der drei gußeisernen Zugbrücken von Schiedams „geschütztem Stadtgesicht“/“Beschermd stadsgezicht“, Foto: Paulina Heiligenthal
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2025, August 25.
Der frühe Vogel…
Eine Vorschau von Walter H. Krämer
Wer in der Region Rhein-Main-Neckar beheimatet ist und sich an Theater und Tanz erfreuen kann und will, der kommt am Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen nicht vorbei. Einmal mehr bringt auch der Spielplan für die Spielzeit 2025/2026 viel Sehens- und Hörenswertes nach Ludwigshafen, sodass sich die Reise in die Nachbarstadt von Mannheim mehr als einmal lohnt.

Tilman Gersch – Intendant des Theaters im Pfalzbau
Was das Schauspiel betrifft, so sind Stars und Ensembles aus München, Berlin, Düsseldorf, Zürich, Wien, Hannover und Bochum dabei und zeigen Schauspielkunst auf höchstem Niveau.
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2025, August 24.
Einladung zum Kunst-Diskurs im Freien
Von Hans-Bernd Heier
Zu der vielseitigen Sammlung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation gehört auch Kunst, darunter Werke von Carl Spitzweg, Alexej von Jawlensky, Gabriele Münter und Max Ernst. Ebenso zählen Installationen und zeitgenössische Kunst mit Medienbezug wie das berühmte „Hummertelefon“ von Salvador Dalí oder das Telefon „S– – “ von Joseph Beuys zu den Spitzenwerken der hochkarätigen Kollektion. Mit der „Kunstspur“ wurde im Museum für Kommunikation Frankfurt in diesem Frühjahr die Mediengeschichte im Spiegel der Kunst neu erzählt. Jetzt wird das Kunst-Angebot mit dem Skulpturengarten erweitert. Am Rande der Blühwiese des Museums sind in dem neuen kleinen Park insgesamt neun Plastiken mit Kommunikationsbezug zu sehen.

„Putto mit Posthorn“, 1914. Künstler unbekannt; Foto; © Museumsstiftung Post und Telekommunikation / Foto: Stefanie Koesling
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2025, August 24.
Eine Enttäuschung
Lars Eidinger kann vieles. Er ist ein Richard III., der ins Mikrofon bellt, er ist ein verlorener Peer Gynt unter einer lockigen Perücke mit weißgeschminktem Gesicht. In Salzburg gab er einen grüblerischen Jedermann. Eidinger machte einen „Tatort“ zum Ereignis als unsichtbarer Mörder, der scheinbar durch Wände gehen kann. Unvergesslich und sehr berührend ist er im „Polizeiruf“ mit Matthias Brandt als unglücklicher Transvestit, dessen Partner getötet worden ist. In „Babylon Berlin“ ist er ein angepasster Großindustrieller, dem Wahnsinn ziemlich nah. In Maren Ades „Alle anderen“ zeigt er ein Mann, der unsicherer ist, als er vorgibt zu sein. Und was immer er spielt, er spielt es herausragend.

I Did It My Way, Regie: Ivo Van Hove. Lars Eidinger, Larissa Sirah Herden © Jan Versweyveld, Ruhrtriennale 2025
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2025, August 22.
Von Erhard Metz
Frankfurt am Main ist nicht nur die „Stiftungshauptstadt“ Deutschlands, sondern auch eine Stadt ausgeprägten bürgerlichen Engagements. Dies mag auch in ihrer Geschichte begründet sein als Freie Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und später bis zur Annexion durch das Königreich Preußen als Freie Stadt im Deutschen Bund, in der also Bürger- und Kaufmannschaft die Geschicke der Kommune in Freiheit und Eigenverantwortung lenkten. So würdigen die Stiftung der Frankfurter Sparkasse in Kooperation mit der Stadt noch heute bürgerschaftlich-ehrenamtliches Engagement mit dem Frankfurter Bürgerpreis, der jetzt am vergangenen Donnerstag zum 18. Mal an Persönlichkeiten wie auch Institutionen und Vereinigungen verliehen wurde. Das Preisgeld für die insgesamt 16 Preisträgerinnen und Preisträger betrug 10.000 Euro.

Preisträgerin Renate von Köller und Oberbürgermeister Mike Josef am 21. August 2025 im Kaisersaal des Frankfurter Römer; Foto: Sandra Mann Weiterlesen
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2025, August 21.
„Unsere Straßen – unsere Künstler“
Angelika Campbell über vorbildliches bürgerschaftliches Engagement
Vor 80 Jahren erhielt die Mendelssohnstraße in Düsseldorf-Flingern ihren ursprünglichen Namen zurück. 1936 hatten die Nationalsozialisten sie nach Hans Schemm, einem berüchtigten Nazi, benannt. Die Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy durften nicht mehr aufgeführt werden. Zur Erinnerung an den großen jüdischen Komponisten und die Rückbenennung „seiner“ Straße lädt Unsere Straßen – unsere Künstler e.V. zu einem Straßenfest ein.

Freuen sich auf das Mendelssohnstraßenfest (v.l.n.r.): Gabriele van Daele, Bürgerstiftung, Dr. Susanne Dickel, platzgrün!, Inge Sauer, Unsere Straßen – unsere Künstler, Hermann Wessels, Vorsitzender Unsere Straßen – unsere Künstler. Foto: privat
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