Yun Kruse – Die Neue Präsidentin des IWC für das Clubjahr 2025/2026
Gegensatz und Harmonie
Ein Thema, das gerade viele umtreibt. Wie können wir in einer erschütterten globalen Welt versöhnliche Kompromisse finden, die uns nicht unfrei machen. Insofern klingt das Jahresmotto „Gegensatz und Harmonie“, das die neue IWC-Präsidentin Yun Kruse für die Gestaltung des kommenden Clubjahres gewählt hat, überzeugend. Dabei hat die aus China stammende und schon viele Jahre in Deutschland lebende Kruse auf natürliche Weise die Verbindung der deutschen und chinesischen Kultur im Blick.

Yun Kruse bei der Verleihung des diesjährigen Norgall-Preises an die asiatische Amerikanerin Chien-Chi Huang, Foto: Petra Kammann
Inspirieren ließ sie sich durch die sich vereinigenden Gegensatzpaare Yin und Yang, die in der chinesischen Philosophie eine wichtige Rolle spielen. Im Daoismus stehen sie für etliche Lebensbereiche und ganz unterschiedliche Positiionen, die zugleich gegensätzlicher nicht sein könnten, sich aber doch auch ergänzen können, wenn man sie nur zusammen als Einheit denkt. Dieser ganzheitliche Ansatz spiegelt sich auch in Kruses Lebenslauf wieder.
Yun Kruse wuchs während der chinesischen Kulturrevolution in Shanghai auf, studierte dort Heizungstechnik sowie die Technik von Klimaanlagen. Mit 21 Jahren kam sie als Au-pair-Mädchen nach Deutschland, lernte Deutsch und arbeitete zunächst in einer anthroposophischen Einrichtung für geistig Behinderte. Von 1993 bis 1999 studierte sie an der TU Darmstadt Wirtschaftsinformatik und schloss ihr Studium als diplomierte Wirtschaftsinformatikerin ab. Seitdem arbeitet sie in der deutschen Niederlassung der europäischen Großbank BNP Paribas, die in sage und schreibe 64 Ländern aktiv ist.
Während ihres Studiums hatte sie ihren deutschen Mann kennengelernt, 2003 wurde ihr Sohn geboren. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich intensiv mit der traditionellen chinesischen Kultur und liest besonders gern. Weil sie beide Weltanschauungen dieser so unterschiedlichen Kulturen aus eigener Erfahrung kennt, setzt sie sich aktiv für die Förderung der Menschenrechte in China ein.
Es ist alles andere als selbstverständlich, dass sie eine große Dankbarkeit empfindet: für die Freiheit, die Glaubens- und Meinungsfreiheit, und das Bewusstsein von Demokratie, die sie in Deutschland erfuhr. Außerdem bleiben für sie die unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Begegnungen immer wieder faszinierend.
Seit sieben Jahren engagiert sich Yun Kruse als aktives Mitglied im International Women’s Club (IWC), wo sie sich von Anfang an in den unterschiedlichsten Bereichen einsetzte: So verfasste die vielseitige begabte Kruse die Club Notes, die der IWC regelmäßig herausgibt. Und als zweite Vizepräsidentin kümmerte sie sich auch ganz praktisch um die Aufnahme neuer Mitglieder. Als erste Vizepräsidentin agierte sie außerdem als Vorsitzende der Norgall-Preis Jury und dürfte daher schon einigen bekannt sein.
Ihr außergewöhnliches Engagement, ihre große Sachkompetenz auf verschiedenen Gebieten sowie ihre inspirierende Begeisterungsfähigkeit machen neugierig auf ein interessantes und spannendes Clubjahr. Petra Kammann

Hier bei der Norgall-Preisverleihung Preisverleihung an Chien-Chi-Huang (li), Foto: Petra Kammann
Der International Women´s Club ist eine gemeinnützige, politisch und religiös unabhängige Vereinigung von ausländischen und deutschen Frauen und besteht bereits seit 1946. Ihm gehören ca. 450 Mitglieder aus über 50 Nationen an. Zweck des IWC ist neben der Pflege freundschaftlicher Beziehungen und des interkulturellen Austauschs besonders auch die Unterstützung sozialer Projekte.
