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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für November, 2024

„Man kann auch in die Höhe fallen“ – Eine Lesung des Autors Joachim Meyerhoff aus seinem neuen Roman

2024, November 21.

Der Dalmatiner im Publikum und die Whiskey trinkende Mutter

Von Simone Hamm

Joachim Meyerhoff kommt nicht wirklich an in Berlin. Das nonchalante Wien fehlt ihm. Die latente Aggressivität in Berlin, das permanent Kopfschütteln der Berliner allen Alters, jeder Herkunft, jeden Geschlechts macht ihn ratlos. In der U-Bahn rempelt er einen Mann an. Am Geburtstag seines kleinen Sohnes benimmt er sich so daneben, dass alle Kinder ihn verständnislos anstarren. So kann es nicht weitergehen. Er flieht aufs Land zu seiner Mutter. Dort will er wieder gesund werden und schreiben. Anekdoten aus seinem langen Theaterleben. Doch die quirlige selbstbewusste 86-jährige Mutter macht ihm einen anderen Vorschlag. Warum er immer nur übers Theater und über die toten Verwandten schriebe? Er solle ein Buch über sie schreiben. Jetzt. Dann könne sie es noch lesen…

Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff, Foto: Heike Steinweg / Kiepenheuer & Witsch

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„Partenope“ von Georg Friedrich Händel im Bockenheimer Depot

2024, November 21.

Erbitterter Liebes-Wettkampf um die Hand der Königin

 von Renate Feyerbacher

Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt

Die Oper „Partenope“, die erstmals in Frankfurt gespielt wird, ist anders als die meisten seiner Werke. Komödienhaftes ist stark vertreten. Parthenope ist nicht die Sirene, von der Homer in der Odyssee erzählt. Sie und andere Sirenen stürzten sich ins Meer vor Neapel, weil sie es nicht geschafft hatten, Odysseus zu sich zu locken. Partenopolis – das heutige Neapel – wurde dort gegründet, wo die tote Parthenope angeschwemmt wurde. Als Stadtgöttin von Neapel wurde sie verehrt. Die römische Mythologie hatte noch eine andere Version. In der Oper Partenope von Georg Friedrich Händel (Halle an der Saale1685-London, 1759) ist sie die Königin und Kriegerin von Neapel.

v.l.n.r.: Magnus Dietrich (Emilio), Jessica Niles (Partenope), Kelsey Lauritano (Rosmira), Franco Klisovic (Arsace) und Cláudia Ribas (Armindo)

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11. Internationaler Hochhaus-Preis in Frankfurt

2024, November 19.

Vorbildliches für die Zukunft?

Siegerturm in Singapur – Skandinavische und holländische Architekten-Dominanz

Anmerkungen von Uwe Kammann

BIG Superstar: Dieses Prädikat wäre dem dänischen Architekturbüro am angemessensten. In diesem Jahr nun schon zum zweiten Mal Sieger beim in Frankfurt vergebenen Internationalen Hochhaus-Preis, nachdem die Bjarke-Ingels–Group (eben BIG) schon 2016 diese international renommierte und begehrte Auszeichnung erhalten hatte. Damit nicht genug: Diesmal war das Büro gleich zweimal unter den fünf Finalisten vertreten: nicht nur mit dem (Sieger-)Turm CapitaSpring in Singapur, sondern auch mit einem ersten Projekt in Südamerika, dem IQON in Ecuadors Hauptstadt Quito. Und on top: Das diesjährige Jury-Loblied wurde während einer Pressekonferenz in höchstens hundertfacher Armlänge entfernt von einem dunkel-edlen BIG-Werk gesungen: dem Frankfurter Omniturm, der durch seine mehrfach verschobenen Hüft-Etagen im Hochhauskonzert der Stadt auffällt.

Der Siegerturm: CapitaSpring in Singapur, @BIG, Farron Fallon

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Zum Tod von Friedrich von Metzler (* 23. April 1943 in Dresden † 17. November 2024 in Frankfurt am Main)

2024, November 18.

Bankier aus Leidenschaft, Bürger aus Überzeugung und von Herzen ein Frankfurter

Von Petra Kammann

Friedrich von Metzler starb am 17. November 2024 im Alter von 81 Jahren im Kreise seiner Familie. 1943 in Dresden geboren, kehrte Metzler nach dem Zweiten Weltkrieg mit seiner Familie zurück nach Frankfurt, wo er ab 1971 rund 50 Jahre lang das Bankhaus Metzler, die älteste Privatbank Deutschlands, leitete, die in diesem Jahr ihr 350. Jubiläum gefeiert hat.

Friedrich von Metzler © Familie von Metzler, Foto: Familie von Metzler

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 „100 Jahre Maria Callas“ in der Alten Oper Frankfurt

2024, November 18.

Eine Veranstaltung der „Stiftung Griechisches Haus“ und vom „Verein Griechischer Akademiker Frankfurt“ 

Von Renate Feyerbacher

Eingeladen waren die griechischen Künstler Artemis Bogri und Yannis Tsanakaliotis. Viele Arien, die die Mezzosopranistin Artemis Bogri sang, hatte Maria Callas (Dezember 1923 in New York – September 1977 in Paris) in den ersten Jahren ihrer Karriere von 1937-1945 interpretiert. Begrüßt wurden die Sängerin und der Pianist sowie das zahlreich erschienene griechische Publikum von Dr. Ioannis Flokos, dem Vorsitzenden des Vereins Griechischer Akademiker e.V.

Collage von CD- Aufnahmen mit Maria Callas, Foto:Renate Feyerbacher

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Wilson „Dorian“ demnächst in Dresden

2024, November 17.

Ein fabelhaftes Duo: Robert Wilson und Christian Friedel

Von Walter H. Krämer

Der Text zu „Dorian“ stammt von Darryl Pinckney nach Motiven von Oscar Wilde. Inszeniert hat der amerikanische Regisseur Robert Wilson – einer der bedeutendsten Theatermacher unserer Zeit und weltweit unterwegs. Seine Arbeiten verbinden Elemente aus Tanz, Performance, Architektur, Malerei, Musik und Schauspiel „Dorian“, Wilson arbeitete in seiner dritten Arbeit am Schauspielhaus Düsseldorf nach „Der Sandmann“ ein weiteres Mal mit dem Schauspieler Christian Friedel zusammen. Die Produktion des Düsseldorfer Schauspielhauses in Koproduktion mit dem National Kaunas Drama Theater und dem Staatsschauspiel Dresden – demnächst für drei Termine wieder in Dresden zu sehen.

„Dorian“ von Darryl Pinckney (Text) und Robert Wilson (Visual Book) nach Motiven von Oscar Wilde mit Christian Friedel, Foto: Lucie Jansch

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„Ich wollte nicht immer die schöne Dame sein“ – Filmschauspielerin Senta Berger im Deutschen Filminstitut / Filmmuseum DFF

2024, November 16.

Von Renate Feyerbacher

Senta Berger, deren Mann, Filmregisseur Michael Verhoeven, im April starb, kam ihm zu Ehren gern nach Frankfurt ins DFF, wie sie sagte, und hatte für die Carte Blanche die von ihm gedrehten Filme ausgesucht. Sicher keine leichte Entscheidung für sie, die 57 Jahre mit ihm verheiratet war. Im Eröffnungsfilm Willkommen bei den Hartmanns spielt Senta Berger die pensionierte Lehrerin. Gedreht wurde die Filmkomödie vom Sohn Simon Verhoeven, der auch das Drehbuch schrieb, produziert von der Sentana Filmproduktion. 2016 kam der Film ins Kino und wurde von Millionen gesehen. Behandelt wird das Thema Flüchtling.

Senta Berger am 6.11. 2024 im DFF, Foto Renate Feyerbacher

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Denk Mal! Was aber bleibet? Oder sehen wir es nur nicht? – Erinnerungskultur – eine Serie

2024, November 15.

Erinnerungskultur 2 –  Bertolt Brecht und Frankfurt

von Walter H. Krämer

Erinnerungen haben die Angewohnheit, nach einer Weile zu verblassen. Plötzlich verschwinden Bilder und Kunstwerke, prägende Persönlichkeiten, dann das ganze Lebensgefühl einer Aufbruchzeit von der Bildfläche. Das kann politische Hintergründe, bisweilen familiäre haben, manchmal auch einen Wechsel der Moden oder Wahrnehmungsweisen von neuen Generationen… Und doch gibt es Spuren im Verborgenen, die wir uns immer wieder zurück ins Bewusstsein holen.

Brecht-Verehrer Walter H. Krämer, hier vor dem Berliner Ensemble, rollt die Brecht-Rezeption in Frankfurt auf, Foto: Margarete Berghoff

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Gauthier Dance Company und Freunde im Kölner Staatenhaus

2024, November 14.

Fast, furios & serious – eine Gala der besonderen Art

von Simone Hamm

So hatten sich die Macher von tanz.köln ihre Ballettgala mit Eric Gauthier nicht vorgestellt. Die Oper hätte längst eröffnet sein sollen und die Gala der Auftakt zu künftigen Tanzabenden dort. Es kam anders. Seit fast zehn Jahren wird die Oper saniert, die Kosten belaufen sich mittlerweile auf 1,3 Milliarden Euro. Fertiggestellt ist sie noch immer nicht. Also präsentierte Eric Gauthier seine Kompanie und viele Gäste im Ausweichquartier Staatenhaus. Dass es trotz der beeinträchtigten Sichtverhältnisse ein großer Abend wurde, ist Eric Gautiers Charme beim Moderieren, der geschickten Auswahl und natürlich dem Können aller Tänzer und Tänzerinnen zu verdanken.

Anne Teresa de Keersmakers „Fase, Four Mouvements“, Foto: File Deprez

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„Lulu“ Alban Bergs Oper in Frankfurt

2024, November 12.

Missbraucht ein Leben lang

Von Renate Feyerbacher

Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt

Der Wiener Komponist Alban Berg (1885-1935) konnte seine Oper, an der er viele Jahre gearbeitet hatte, nicht vollenden, dennoch wurde sie 1937 unvollendet in Zürich uraufgeführt. Der österreichische Komponist Friedrich Cerha (1926-2023) machte sich nach Notizen Alban Bergs daran, den 3. Akt zu vollenden. Diese neue Fassung brachte der französische Komponist und Dirigent Pierre Boulez (1925-2016) in der Regie von Patrice Chéreau 1979 in Paris zur Uraufführung. Diese vervollständigte Fassung hatte nun an der Oper Frankfurt am 3. November ihre Premiere, die gefeiert wurde.

v.l.n.r. Brenda Rae (Lulu), Simon Neal (Dr. Schön) und Theo Lebow (Maler), Foto: Barbara Aumüller

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