Archiv für Juni, 2024
2024, Juni 13.
Angela Winkler liest und das delian::quartett spielt dazu
Von Simone Hamm
Hinreißend. Es war ein ungewöhnlicher, ein außergewöhnlicher Abend bei der Ruhrestspielen. Angela Winkler rezitiert Shakespeare und das delian::quartett spielt dazu die großen Streichquartette von Dmitri Schostakowitsch (Nr. 8) und Felix Mendelssohn Bartholdy (Nr.6). Die Musiker untermalen die Lesung nicht einfach nur. Bei der gemeinsamen Arbeit sind sie und die Rezitatorin vielmehr von der Musik ausgegangen. Nicht zuletzt deshalb fügten sich Musik und Text organisch zusammen. „Begegnungen“ heißt der Abend dann auch.

Angela Winkler rezitiert musikalisch und mitreißend, Foto: Joachim Gern / Ruhrfestspiele
Weiterlesen
Kultur Frankfurt, Theater | Kommentare deaktiviert für „Vergnügen und Verlust“, „Begegnungen“ und … Shakespeare bei den Ruhrfestspielen
2024, Juni 12.
In Hollywood habe er sich nicht wohlgefühlt
von Renate Feyerbacher
Karten für das Gespräch mit Mario Adorf, das wegen Corona nun Ende Mai nachgeholt werden konnte, waren lange ausverkauft. Das Publikum im voll besetzten Foyer des DFF begrüßte den 93jährigen Filmschauspieler, Autor, Hörspielsprecher frenetisch. Seine Ehefrau Monique und Tochter Stella saßen in der ersten Reihe. Mit Urs Spörri (DFF) sprach er über seine Karriere, seine Filme, über sein Leben.

Mit diesem Plakat wurde Mario Adorf im DFF empfangen, Foto: Renate Feyerbacher
Weiterlesen
Film, Fotografie · Video · Film, Kultur Frankfurt | Kommentare deaktiviert für Mario Adorf, ein Weltstar, im Deutschen Filminstitut und Filmmuseum (DFF)
2024, Juni 11.
Das Cookingbike, eine fahrbare Kochstation, die Gehörlose sichtbar macht
Von Petra Kammann
Wenn die Sprache versagt, muss eine neue Sprache her. Wie aber können Kontakte und Berührungspunkte zwischen Hörenden und Gehörlosen, die in zwei Parallelwelten leben, geschaffen werden? Diese Frage stellte sich der International Women’s Club, der alljährlich ein soziales Projekt unterstützt. „Grenzen, Barrieren, Horizonte“ lautete das Motto, das die diesjährige IWC- Präsidentin Laura Melara-Dürbeck ausgerufen hatte, und sie war dabei auf ein ganz besonderes Projekt gestoßen: das Resto-Café Sinn&Wandel im Nordend. Gehörlose und hörende Mitarbeiter empfangen hier alle Gäste bei einem Cappuccino, bei köstlichem hausgemachten Kuchen, einem Apérol Spritz oder kleinen Apéro-Snacks. Dabei werden Berührungsängste mit Gehörlosen abgebaut und das Verständnis füreinander wächst. Sascha Nuhn hat gemeinsam mit dem Hessischen Verband für Gehörlose und hörbehinderte Menschen diesen ganz besonders einladenden Ort geschaffen, um Barrieren der Kommunikation einzureißen. Denn Essen verbindet. Das wurde auch in vielfachen Variationen Thema des Internationalen Freundschaftsfest des IWC zum Abschluss des Clubjahres erlebbar.

Laura Melara-Dürbeck (Mitte) überzeugt sich, wie der Ablauf der Bestellungen im Resto-Café funktioniert, Foto: Petra Kammann
Weiterlesen
Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft | Kommentare deaktiviert für Alljährliches Freundschaftsfest des International Women’s Club (IWC) mit einem ungewöhnlichen Spendenprojekt
2024, Juni 10.
„Nichts ist selbstverständlich“
Von Petra Kammann
Nichts bleibt, wie es war. Klingt wie eine Binse: Genau aber das empfinden wir gerade häufig als schmerzlich. Unser friedliches Zusammenleben ist nicht unantastbar, das Leben in der Natur schon lange nicht. Stromleitungen und Windräder zerschneiden die Bilder einer unberührten – wie wir meinen- romantischen Natur. Vögel suchen nicht mehr ihre Nester in Bäumen, sondern auf Stromleitungen. Und ist ein Haus wirklich eine feste Burg? Auch Häuser verfallen. Pilar Colino, die Künstlerin aus Valencia, deckt in ihren groß angelegten Bildern verschiedene Schichten der angegriffenen Natur auf. Sie fotografiert die Idyllen, legt sie als Siebdruck in den Hintergrund Ihrer Leinwände und übermalt sie. Bis zum 16. Juni sind ihre eindrucksvollen Werke noch im Nebbienschen Gartenhaus in den Wallanlagen zu sehen. Am kommenden Wochenende ist sie für den Weißenburger Kunstpreis nominiert.

Die Künstlerin Pilar Colino vor „Der Fuchs und sein Revier“(2023), Foto: Petra Kammann
Weiterlesen
Bildende Künste, Fotografie · Video · Film, Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Kunst Orte, Malerei, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für Pilar Colinos Kunst der Zerbrechlichkeit im Nebbienschen Gartenhaus
2024, Juni 9.
Der Schriftsteller und Essayist Daniel Kehlmannwurde heute am Tag der Europawahl in der Paulskirche mit dem Börne-Preis ausgezeichnet worden. Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff begrüßte die Gäste im Namen der Stadt Frankfurt am Main. Der Preis wurde überreicht von Michael A. Gotthelf, Vorsitzender des Vorstandes der Ludwig-Börne-Stiftung, der auch die anschließende Podiumsdiskussion mit Felicitas von Lovenberg, Daniel Kehlmann und dem Schauspieler und Autor Christian Berkel moderierte.

Dankesrede des Börne-Preisträgers Daniel Kehlmann in der Paulskirche, Foto: Andreas Varnhorn
Weiterlesen
Autorinnen und Autoren | Kommentare deaktiviert für Daniel Kehlmann mit dem Börne-Preis 2024 ausgezeichnet
2024, Juni 8.
Das Beste kommt zum Schluß: Verdammt, ich lieb Dich!
Jan Bosse zeigt als letzte Inszenierung unter der Intendanz von Stefan Bachmann einen phantastischen Sommernachtstraum in Köln. Besser kann man sich nicht verabschieden.
Ein alter Hippibus samt live Band rollt auf den Platz vorm Theater. Buntgekleidete Menschen in Schlaghosen und Plateauschuhen purzeln heraus. Hermina (Rebecca Lindauer), ganz in zartviolett und Lysander (Justus Meier) in zitronengelbem Frottee (Kostüme: Kathrin Plath), kapern den Bus, fliehen, wollen in den Wald, um ihre Liebe zu leben. Das Publikum trabt hinterher, ins Dunkle durch die Kulissen zu den Sitzplätzen. Taschenlampen werden ausgegeben, Handylichter gezückt.

William Shakespeare, „Ein Sommernachtstraum“, Regie: Jan Bosse, Foto: Birgit Hupfeld
Weiterlesen
Autorinnen und Autoren, Schauspiel | Kommentare deaktiviert für Abschiedsveranstaltung von Stefan Bachmann mit dem „Sommernachtstraum“
2024, Juni 6.
Mittler konkreter Kulturgeschichte in einem Kosmos voller Bezüge
Ein Besuch bei Prof. Wolfgang Bunzel
Von Petra Kammann
Unmöglich, sein reichhaltiges Forscher- und Vermittlertum auf eine Kurzformel zu bringen. Wolfgang Bunzels Feld ist so weit gefächert wie fokussiert. Der Leiter der Dauerausstellung im Deutschen Romantik-Museum Prof. Dr. Wolfgang Bunzel koordiniert seit 2007 verantwortlich die umfangreiche historisch-kritische Ausgabe sämtlicher Werke und Briefe von Clemens Brentano, und er ist Mitherausgeber des Internationalen Jahrbuchs der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft. Zudem lehrt er an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. als Professor für Neuere deutsche Literatur. Natürlich ist Bunzel auch beteiligt an der aktuellen Ausstellung „Wälder“, die derzeit in drei Museen läuft, im Deutschen Romantik-Museum, im Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg und im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt. 2014 wurde der Autor zahlreicher Publikationen zum Thema Romantik zudem einer der beiden Geschäftsführer der Trägergesellschaft Brentano-Haus Oestrich-Winkel gGmbH. Und an der Brentano-Akademie in Aschaffenburg ist er im Kuratorium für den literarischen Bereich zuständig. Wie bringt man das alles unter einen Hut, wie sich ihm nähern?

Prof. Dr. Wolfgang Bunzel in seinem Büro im Freien Deutschen Hochstift, Foto: Petra Kammann
Weiterlesen
Autoren, Autorinnen und Autoren, Bildende Künste, Bildung · Pisa von innen, Buch und Literatur, Deutsches Romantik-Museum Frankfurt, Goethe-Museum Frankfurt, Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft, Rheingau, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für Wolfgang Bunzel: Ein Brückenbauer der Romantik, der unbekannte Schätze hebt und interessante Ort reanimiert
2024, Juni 5.
Vielfältig wie nie, mutmachend wie nie: Große Bühne für eine Krankheit
Von Uwe Kammann
Immer noch eine große Tabuzone um eine Krankheit, die viele Menschen betrifft, die gleichsam von einem Moment auf den anderen eintreten kann? Das ist schwer zu sagen, denn inzwischen gibt es zunehmend Aufmerksamkeit, wenn es um Depressionen geht. Und auch Öffentlichkeit wird mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit, trägt dazu bei, eine frühere Stigmatisierung zu überwinden. Das bewies jetzt Anfang Juni der nunmehr 7. Deutsche Patientenkongress Depression, zu dem die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention und die Deutsche DepressionsLiga gemeinsam eingeladen hatten.

Und gemeinsam ziehen sie an einem Strang und sind stärker, Foto: Barbara Walzer
Weiterlesen
Alte Oper, Kultur Frankfurt, Kultur regional / Rhein Main, Kultur und Gesellschaft | Kommentare deaktiviert für „Gemeinsam statt einsam“ – Depressions-Kongress in der Alten Oper
2024, Juni 4.
Faszinierende Lust am „Rumprobieren“
Von Hans-Bernd Heier
Das Caricatura Museum Frankfurt lockt gleich mit drei hochkarätigen Ausstellungen: Unter dem Titel „POLO − Die Komische Kunst des André Poloczek“ würdigt das Museum den Cartoonisten posthum und bietet einen Einblick in dessen äußerst vielseitiges Werk. In der sogenannten Sammlungsetage im ersten Stockwerk sind die Ausstellungen „Die Dünen der Dänen – Das Neueste von Hans Traxler“ und „F.W. Bernstein – Postkarten vom ICH“ zu genießen.

„Banana Republican“, 2015; © bei POLOs Rechtsnachfolger Martin Poloczek
Weiterlesen
Kultur Frankfurt, Kultur und Gesellschaft, Satire & Un-Sinn, Zeichnung · Druckgrafik | Kommentare deaktiviert für Caricatura Museum zeigt POLOs komische Kunst und Traxlers neueste Bilder
2024, Juni 3.
Italia – unter dem Motto: „Verwurzelt in der Zukunft“
„Scheitern kann Anregung für tiefgreifenden Wandel sein“
von Christian Weise
Aus dem provinziellen Westen Frankfurts mit dem „Junkie-Express“ (der Straßenbahn 11) in die Innenstadt fahrend, treffe ich, nachdem ich das Drückercafé am Anfang der Mainzer Landstraße passiert habe, auf die ersten Drogenhändler, um dann beim Hinabsteigen zu den U-Bahnen auf eine Kohorte abgehärmter Drogensüchtiger zu stoßen. Bis kurz vor 8 Uhr morgens schlafen sie auch hier auf blankem Betonboden. Dann werden sie zumindest geweckt, kurzzeitig vertrieben, um dann aber immer wieder zurückzukommen. Einen der Süchtigen kannte ich flüchtig. Schwer an Taubstummheit leidend, half Benny Bücher-Paul in Bockenheim. Nur einmal, nach einem Krankenhausaufenthalt, verschätzte er sich bei der Dosis… Ein paar Stationen weiter sollte am vergangenen Dienstagvormittag im Literaturhaus das Konzept vorgestellt werden, mit dem das diesjährige Gastland Italien sich und seine Literatur präsentieren wird. Das Motto des Gastlandes: „Radici nel futuro“ – „Verwurzelt in der Zukunft“.

Das Ehrengast-Plakat: „Verwurzelt in der Zukunft“
Weiterlesen
Autoren, Autorinnen und Autoren, Buch und Literatur, Buchmessen | Kommentare deaktiviert für Italien, Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2024