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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Juni, 2024

Mario Adorf, ein Weltstar, im Deutschen Filminstitut und Filmmuseum (DFF)

2024, Juni 12.

In Hollywood habe er sich nicht wohlgefühlt

von Renate Feyerbacher

Karten für das Gespräch mit Mario Adorf, das wegen Corona nun Ende Mai nachgeholt werden konnte, waren lange ausverkauft. Das Publikum im voll besetzten Foyer des DFF begrüßte den 93jährigen Filmschauspieler, Autor, Hörspielsprecher frenetisch. Seine Ehefrau Monique und Tochter Stella saßen in der ersten Reihe. Mit Urs Spörri (DFF) sprach er über seine Karriere, seine Filme, über sein Leben.

Mit diesem Plakat wurde Mario Adorf im DFF empfangen, Foto: Renate Feyerbacher

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Alljährliches Freundschaftsfest des International Women’s Club (IWC) mit einem ungewöhnlichen Spendenprojekt

2024, Juni 11.

Das Cookingbike, eine fahrbare Kochstation, die Gehörlose sichtbar macht 

Von Petra Kammann

Wenn die Sprache versagt, muss eine neue Sprache her. Wie aber können Kontakte und Berührungspunkte zwischen Hörenden und Gehörlosen, die in zwei Parallelwelten leben, geschaffen werden? Diese Frage stellte sich der International Women’s Club, der alljährlich ein soziales Projekt unterstützt. „Grenzen, Barrieren, Horizonte“ lautete das Motto, das die diesjährige IWC- Präsidentin Laura Melara-Dürbeck ausgerufen hatte, und sie war dabei auf ein ganz besonderes Projekt gestoßen: das Resto-Café Sinn&Wandel im Nordend. Gehörlose und hörende Mitarbeiter empfangen hier alle Gäste bei einem Cappuccino, bei köstlichem hausgemachten Kuchen, einem Apérol Spritz oder kleinen Apéro-Snacks. Dabei werden Berührungsängste mit Gehörlosen abgebaut und das Verständnis füreinander wächst. Sascha Nuhn hat gemeinsam mit dem Hessischen Verband für Gehörlose und hörbehinderte Menschen diesen ganz besonders einladenden Ort geschaffen, um Barrieren der Kommunikation einzureißen. Denn Essen verbindet. Das wurde auch in vielfachen Variationen Thema des Internationalen Freundschaftsfest des IWC zum Abschluss des Clubjahres erlebbar.

Laura Melara-Dürbeck (Mitte) überzeugt sich, wie der Ablauf der Bestellungen im Resto-Café funktioniert, Foto: Petra Kammann

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Pilar Colinos Kunst der Zerbrechlichkeit im Nebbienschen Gartenhaus

2024, Juni 10.

„Nichts ist selbstverständlich“

Von Petra Kammann

Nichts bleibt, wie es war. Klingt wie eine Binse: Genau aber das empfinden wir gerade häufig als schmerzlich. Unser friedliches Zusammenleben ist nicht unantastbar, das Leben in der Natur schon lange nicht. Stromleitungen und Windräder zerschneiden die Bilder einer unberührten – wie wir meinen- romantischen Natur. Vögel suchen nicht mehr ihre Nester in Bäumen, sondern auf  Stromleitungen. Und ist ein Haus wirklich  eine feste Burg? Auch Häuser verfallen. Pilar Colino, die Künstlerin aus Valencia, deckt in ihren groß angelegten Bildern verschiedene Schichten der angegriffenen Natur auf. Sie fotografiert die Idyllen, legt sie als Siebdruck in den Hintergrund Ihrer Leinwände und übermalt sie. Bis zum 16. Juni sind ihre eindrucksvollen Werke noch im Nebbienschen Gartenhaus in den Wallanlagen zu sehen. Am kommenden Wochenende ist sie für den Weißenburger Kunstpreis nominiert.

Die Künstlerin Pilar Colino vor „Der Fuchs und sein Revier“(2023), Foto: Petra Kammann

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Daniel Kehlmann mit dem Börne-Preis 2024 ausgezeichnet

2024, Juni 9.

Der Schriftsteller und Essayist Daniel Kehlmannwurde heute am Tag der Europawahl in der Paulskirche mit dem Börne-Preis ausgezeichnet worden. Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff begrüßte die Gäste im Namen der Stadt Frankfurt am Main. Der Preis wurde überreicht von Michael A. Gotthelf, Vorsitzender des Vorstandes der Ludwig-Börne-Stiftung, der auch die anschließende Podiumsdiskussion mit Felicitas von Lovenberg, Daniel Kehlmann und dem Schauspieler und Autor Christian Berkel moderierte.

Dankesrede des Börne-Preisträgers Daniel Kehlmann in der Paulskirche, Foto: Andreas Varnhorn

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Abschiedsveranstaltung von Stefan Bachmann mit dem „Sommernachtstraum“

2024, Juni 8.

Das Beste kommt zum Schluß: Verdammt, ich lieb Dich!

Jan Bosse zeigt als letzte Inszenierung unter der Intendanz von Stefan Bachmann einen phantastischen Sommernachtstraum in Köln. Besser kann man sich nicht verabschieden.

Von Simone Hamm

Ein alter Hippibus samt live Band rollt auf den Platz vorm Theater.  Buntgekleidete Menschen in Schlaghosen und Plateauschuhen purzeln heraus. Hermina (Rebecca Lindauer), ganz in zartviolett und Lysander (Justus Meier) in zitronengelbem Frottee (Kostüme: Kathrin Plath), kapern den Bus, fliehen, wollen in den Wald, um ihre Liebe zu leben. Das Publikum trabt hinterher, ins Dunkle durch die Kulissen zu den Sitzplätzen. Taschenlampen werden ausgegeben, Handylichter gezückt.

William Shakespeare, „Ein Sommernachtstraum“, Regie: Jan Bosse, Foto: Birgit Hupfeld

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Wolfgang Bunzel: Ein Brückenbauer der Romantik, der unbekannte Schätze hebt und interessante Ort reanimiert

2024, Juni 6.

Mittler konkreter Kulturgeschichte in einem Kosmos voller Bezüge

Ein Besuch bei Prof. Wolfgang Bunzel

Von Petra Kammann

Unmöglich, sein reichhaltiges Forscher- und Vermittlertum auf eine Kurzformel zu bringen. Wolfgang Bunzels Feld ist so weit gefächert wie fokussiert. Der Leiter der Dauerausstellung im Deutschen Romantik-Museum Prof. Dr. Wolfgang Bunzel koordiniert seit 2007 verantwortlich die umfangreiche historisch-kritische Ausgabe sämtlicher Werke und Briefe von Clemens Brentano, und er ist Mitherausgeber des Internationalen Jahrbuchs der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft. Zudem lehrt er an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. als Professor für Neuere deutsche Literatur. Natürlich ist Bunzel auch beteiligt an der aktuellen Ausstellung „Wälder“, die derzeit in drei Museen läuft, im Deutschen Romantik-Museum, im Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg und im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt. 2014 wurde der Autor zahlreicher Publikationen zum Thema Romantik zudem einer der beiden Geschäftsführer der Trägergesellschaft Brentano-Haus Oestrich-Winkel gGmbH. Und an der Brentano-Akademie in Aschaffenburg ist er im Kuratorium für den literarischen Bereich zuständig. Wie bringt man das alles unter einen Hut, wie sich ihm nähern?

Prof. Dr. Wolfgang Bunzel in seinem Büro im Freien Deutschen Hochstift, Foto: Petra Kammann

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„Gemeinsam statt einsam“ – Depressions-Kongress in der Alten Oper

2024, Juni 5.

Vielfältig wie nie, mutmachend wie nie: Große Bühne für eine Krankheit

Von Uwe Kammann

Immer noch eine große Tabuzone um eine Krankheit, die viele Menschen betrifft, die gleichsam von einem Moment auf den anderen eintreten kann? Das ist schwer zu sagen, denn inzwischen gibt es zunehmend Aufmerksamkeit, wenn es um Depressionen geht. Und auch Öffentlichkeit wird mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit, trägt dazu bei, eine frühere Stigmatisierung zu überwinden. Das bewies jetzt Anfang Juni der nunmehr 7. Deutsche Patientenkongress Depression, zu dem die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention und die Deutsche DepressionsLiga gemeinsam eingeladen hatten.

Und gemeinsam ziehen sie an einem Strang und sind stärker, Foto: Barbara Walzer

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Caricatura Museumzeigt zeigt POLOs komische Kunst und Traxlers neuste Bilder

2024, Juni 4.

Faszinierende Lust am „Rumprobieren“

Von Hans-Bernd Heier

Das Caricatura Museum Frankfurt lockt gleich mit drei hochkarätigen Ausstellungen: Unter dem Titel „POLO − Die Komische Kunst des André Poloczek“ würdigt das Museum den Cartoonisten posthum und bietet einen Einblick in dessen äußerst vielseitiges Werk. In der sogenannten Sammlungsetage im ersten Stockwerk sind die Ausstellungen „Die Dünen der Dänen – Das Neueste von Hans Traxler“ und „F.W. Bernstein – Postkarten vom ICH“ zu genießen.

„Banana Republican“, 2015; © bei POLOs Rechtsnachfolger Martin Poloczek

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Italien, Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2024

2024, Juni 3.

Italia – unter dem Motto: „Verwurzelt in der Zukunft“

„Scheitern kann Anregung für tiefgreifenden Wandel sein“

von Christian Weise

Aus dem provinziellen Westen Frankfurts mit dem „Junkie-Express“ (der Straßenbahn 11) in die Innenstadt fahrend, treffe ich, nachdem ich das Drückercafé am Anfang der Mainzer Landstraße passiert habe, auf die ersten Drogenhändler, um dann beim Hinabsteigen zu den U-Bahnen auf eine Kohorte abgehärmter Drogensüchtiger zu stoßen. Bis kurz vor 8 Uhr morgens schlafen sie auch hier auf blankem Betonboden. Dann werden sie zumindest geweckt, kurzzeitig vertrieben, um dann aber immer wieder zurückzukommen. Einen der Süchtigen kannte ich flüchtig. Schwer an Taubstummheit leidend, half Benny Bücher-Paul in Bockenheim. Nur einmal, nach einem Krankenhausaufenthalt, verschätzte er sich bei der Dosis… Ein paar Stationen weiter sollte am vergangenen Dienstagvormittag im Literaturhaus das Konzept vorgestellt werden, mit dem das diesjährige Gastland Italien sich und seine Literatur präsentieren wird. Das Motto des Gastlandes: „Radici nel futuro“ – „Verwurzelt in der Zukunft“.

Das Ehrengast-Plakat: „Verwurzelt in der Zukunft“ 

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„Stadt der Fotografinnen. Frankfurt 1874 – 2024“: Genre- und generationsübergreifende Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt

2024, Juni 1.

Selbstbewusste Chronistinnen, Lichtbilderinnen und Künstlerinnen (Teil 1)

Von Petra Kammann

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Beruf der Fotografin attraktiv für Frauen, gab er ihnen doch die Möglichkeit, in die Berufstätigkeit zu starten. Dennoch kamen Fotografinnen lange Zeit in der Fotografiegeschichte kaum vor. Einer der Gründe für eine umfassende Rück- und Vorschau im Historischen Museum Frankfurt (HMF), die auf 1000 Quadratmetern 180 Jahre einer Fotogeschichte mit 40 Fotografinnen der Medienmetropole Frankfurt präsentiert. Seit der Erfindung der Fotografie bildete sich vor allem wegen der vielfältigen Wirkmöglichkeiten in der Mainmetropole ein Zentrum für Fotografinnen, die regional, national und international wirken konnten. Die Schau stellt nur eine kleine Auswahl aus den im HMF-Archiv schlummernden rund 300 000 ungehobenen fotografischen Schätze dar, vom Porträtbild über die Stadtansicht bis zum Fotoalbum. Den urbanen Ort leuchten die ausgewählten Fotografinnen quer durch alle Genres und Generationen als sozialen, politischen und kulturellen Ort aus – mal reportageartig, mal objektbezogen, mal experimentell: vom Bildjournalismus über die Architektur-, Mode-, Porträt- und Theaterfotografie bis hin zu künstlerischen Fotokonzeptionen.

Die Ausstellungskuratorin Dr. Dorothee Linnemann, Foto: Petra Kammann

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