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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für Oktober, 2022

Die Ausstellung des Fotografen Carlos PÉREZ SIQUIER zum Ehrengastprogramm Spaniens der diesjährigen Frankfurter Buchmesse

2022, Oktober 16.

Almería als Quelle der Inspiration

Von Petra Kammann

Kein Velázquez, kein Goya, kein Miró oder Tàpies diesmal zur Spanien-Buchmesse, sondern „PÉREZ SIQUIER“. Der spanische Fotograf Carlos Pérez Siquier (1930-2021), ein spannender Repräsentant der fotografischen Moderne, hat ein beeindruckendes künstlerisches Werk hinterlassen. In der spanischen Fotografie nahm er zunächst wegen seiner neorealistischen Arbeiten und später als Pionier der Farbfotografie eine herausragende Stellung ein. Die teils realistischen, teils surrealen Fotografien des spanischen Fotografen aus Almería, der lichtdurchfluteten Stadt im Südosten Andalusiens, hat Carlos Pérez Siquier Zeit seines Lebens nie verlassen. Die dort entstandenen Bilder sind Teil der Geschichte. Rund 130 seiner Fotografien sind im Fotografie Forum Frankfurt (FFF) zu entdecken, allesamt voller Anteilnahme, Humor, Poesie und Kritik aus den verschiedenen Entwicklungsphasen seines rund 60-jährigen fotografischen Schaffens. Ein Jahr nach seinem Tod kamen nun seine Töchter Sonia und Gloria Pérez Siquier wie auch der Kurator Carlos Martín zur Vernissage. Eine Retrospektive, die man sich nicht entgehen lassen sollte!

Gloria Pérez Siquier, eine der beiden Töchter des Fotografen, die zur Vernissage kamen, Foto: Petra Kammann 

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Wie geht es jetzt weiter? Zwölf Erzählungen aktueller Kunst aus Spanien im Kunstverein

2022, Oktober 13.

Die Ausstellung „Wie geht es weiter? im Frankfurter Kunstverein (14. Oktober 2022 — 29. Januar 2023)  umfasst zwölf Werke, zwölf visuelle Erzählungen spanischer Künstler:innen, die sich mit der(n) überlieferten Geschichte(n) befassen, die uns aus vergangenen Zeiten bis in die heutige ungewisse Gegenwart begleiten und bestimmen. Im Rahmen des Ehrengastlands Spanien der Frankfurter Buchmesse unter dem Motto: Sprühende Kreativität nehmen folgende Künstler:innen an der Ausstellung teil: María Alcaide, Noa und Lara Castro, Fito Conesa, Regina de Miguel, El Palomar, Antoni Hervàs, Momu & No Es, Andrea Muniáin, Paloma Polo, Juan Pérez Agirregoikoa, Putochinomaricón, Petrit Halilaj und Álvaro Urbano, kuratiert von Rosa Ferré und Ana Ara.

Vorhang zu und alle Fragen offen? Dahinter „Carne de mi carne“  (Das Fleisch meines Fleisches) von María Alcaide (*1992, Aracena, ES) , die als weiblicher und feministischer Körper in ihrem besonderen familiären und kulturellen Umfeld aufwuchs: Ihre Eltern sind Metzger in einem kleinen Dorf wenige Kilometer von Jabugo (Huelva) entfernt, bekannt als Wiege des iberischen Schweins und des besten Schinkens, Foto: Petra Kammann

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Deutscher Buchpreis: Finalisten-Lesung und Diskussion im Schauspiel Frankfurt

2022, Oktober 12.

Bewegte und bewegende Lebensgeschichten

Von Petra Kammann

Alle sechs nominierten Autori:nnen der Shortlist lasen im Schauspiel Frankfurt im lichtdurchfluteten Haus bei strahlendster Oktober-Sonne. Eine gelungene Matinee und ein starker und erhellender Auftritt im dunklen Zuschauerraum. Wer von ihnen wird wohl gewinnen? Für die Jury keine ganz leichte Entscheidung. Sie alle waren starke Persönlichkeiten, die sich bestens darstellen konnten. Und keines der präsentierten Bücher, so unterschiedlich sie auch waren, konnte einen kalt lassen. Spannend moderiert wurden sie außerdem auch von: Alf Mentzner (hr), Sandra Kegel (FAZ) und dem freien Literaturkritiker Christoph Schröder.

Die Finalisten, v.l.n.r.: Daniela Dröscher, Kim de l’Horizon, Fatma Aydemir, Kristine Bilkau, Eckart Nickel, Jan Faktor; Foto: Petra Kammann

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Dorian – Ein magischer Abend von Bob Wilson

2022, Oktober 12.

Makellose Schönheit und tiefe Verzweiflung

von Simone Hamm

Robert Wilson inszeniert „Dorian“ mit Christian Friedel. Im November und Dezember ist diese grandiose Aufführung wieder zu sehen: Ein Mann bleibt ewig jung, stattdessen altert sein gemaltes Porträt: „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde. Äußerlich bleibt der Porträtierte makellos schön, innerlich verrottet er, wird grausam, wird brutal. Darryl Pinckney hat Wilde’s Roman für Bob Wilsons Theater adaptiert, hat den Ausschnitten aus „Dorian Gray“, den Briefwechsel zwischen Oscar Wilde und seinem Geliebten Alfred Douglas Momente aus der Biografie des Malers Francis Bacon hinzugefügt. Letzterer verliebte sich in einen Mann, der bei ihm einbrechen wollte. Pinckney erzählt keine lineare Geschichte, er arbeitet assoziativ. Eine Produktion des Düsseldorfer Schauspielhauses in Koproduktion mit dem National Kaunas Drama Theater und dem Staatsschauspiel Dresden

Christian Friedel in „Dorian“ von Darryl Pinckney nach Motiven von Oscar Wilde und der Regie von Robert Wilson, Foto: Lucie Jansch

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„Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart an der Oper Frankfurt

2022, Oktober 10.

Ein Psychodrama – nichts Märchenhaftes

von Renate Feyerbacher
Fotos: Barbara Aumüller /Oper Frankfurt

Die aktuelle Spielzeit in der Oper Frankfurt wurde am 2. Oktober mit Die Zauberflöte eröffnet. Der Amerikaner Ted Huffman, der 2017 mit einer großartigen Aufführung von Händels Oper „Rinaldo“ begeisterte, sie , musste am Premierenabend etliche Buhrufe verkraften. Nach 24 Jahren gibt es nun diese neue Inszenierung. Die Zauberflöte, die 1998 Regisseur Alfred Kirchner zu verantworten hatte, wurde fünfzehn Mal wieder aufgenommen.

v.l.n.r. Kelsey Lauritano (Zweite Dame), Michael Porter (Tamino), Cláudia Ribas (Dritte Dame) und Monika Buczkowska (Erste Dame)

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Mit dem „Romantik-Quiz“ auf der Suche nach der sagenumwobenen „Blauen Blume“

2022, Oktober 8.

Das Romantik-Quiz“ von Petra Kammann erläutert in 100 Fragen und Antworten auf unterhaltsame und informative Weise eine historisch bedeutsame Bewegung, deren Spuren noch heute nachwirken.

Eine Besprechung von Hans-Bernd Heier

Was ist Romantik? Seit ihren Anfängen ist diese Sehnsuchtsbewegung heftiger Kritik ausgesetzt und wurde wegen ihrer schillernden Klischees immer wieder äußerst kontrovers diskutiert. Auf jeden Fall umfasst die Romantik eine kulturgeschichtliche Epoche, die vom Ende des 18. Jahrhunderts bis weit in das 19. Jahrhundert hineinreicht. Sie entfaltete sich insbesondere auf den Gebieten der bildenden Kunst, der Literatur und der Musik, aber ebenso auf Gebieten wie Geschichte, Theologie und Philosophie, Naturwissenschaften und Medizin. Etliche Erkenntnisse bestimmen noch heute unser Denken.

So sieht die Box des Romantik-Ratespiels aus dem Grupello Verlag aus

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Philipp und Georg Schupelius im Gästehaus der Frankfurter Goethe-Universität

2022, Oktober 7.

Konzertmatinee mit zwei Nachwuchscellisten

von Petra Kammann

Eigentlich hätte es am 18. September eine Matinee im Park werden sollen. Dann kam alles anders. Das Sommerwetter hatte sich verzogen. Und die geladenen Gäste versammelten sich im Inneren des Gästehauses der Universität im Hartwig-Kelm-Saal, was der Akustik sicher eher zuträglich war. In seiner Intensität bleibt das Cello-Konzert des knapp 20-jährigen Philipp Schupelius mit seinem 11-jährigen Bruder Georg Schupelius absolut erinnerlich. Hyperbegabt und einnehmend sind sie beide und – durchaus keine Selbstverständlichkeit – sie können auch aufeinander eingehen, menschlich und musikalisch. Mit ihrem Können, ihrer Frische, ihrer Spiel- und Lebensfreude riefen sie nach der zurückliegenden, etwas tonlosen Zeit schlagartig alle Lebensgeister wieder auf den Plan.

Die Brüder Schupelius, beide Cellisten: Philipp Schupelius und Georg Schupelius, Foto: Petra Kammann

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Das Kloster Johannisberg im Rheingau erstrahlt in neuem Glanz

2022, Oktober 5.

Besuch bei Claus Wisser in der Klosteranlage

Von Petra Kammann

Gebäude kennt der erfolgreiche Selfmade-Unternehmer Claus Wisser im wahrsten Wortsinn in – und auswendig, hat er doch aus einem Gebäudereinigungsunternehmen und Bodendienstleister an Flughäfen quasi aus dem Nichts ein Imperium gegründet und weiterentwickelt. 50.000 Mitarbeiter zählt das Unternehmen heute und wurde zu einem Multidienstleister für Büro-, Gewerbe- und Wohnimmobilien. Wisser, im Aufsichtsrat der WISAG-Gruppe, fördert derzeit vor allem kulturelle und soziale Projekte und renoviert etwa 2 km vom Rhein entfernt in der klimatisch begünstigten Rheingau-Region inmitten von Weinbergen das Kloster Johannisberg.

Claus Wisser, Mitbegründer des Rheingau Musik Festivals und Vorsitzender des Fördervereins, hat aber noch ein ganz spezielles ‚Hobby‘ – die Architektur, Foto: Petra Kammann

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Berliner Inszenierungen: Beeindruckend, zynisch und komisch

2022, Oktober 5.

Uraufführungen an der Komischen Oper, am Deutschen Theater und an der Volksbühne

von Simone Hamm 

Ein Meer aus kaltem, gleißend weißen Eis

„Intolleranza 1960“ von Luigi Nono an der komischen Oper Berlin

Bühnenbild von In#toller#an#za 1960 von Luigi Nono, Foto: Barbara Braun

Was für ein beeindruckender Abend! Die Zuschauer werden zu ihren Plätzen geführt. Sie gehen durch schwarze Tore, die aussehen, als habe dort ein Brand gewütet. Dahinter: Eine Wüste aus Eis. Gefrorene Zeit. Blendendweiße Eisschollen treiben dort, wo sonst die plüschigen roten Parkettsitze stehen. Es sieht aus, als seien schon Schollen aus dem brüchigen Eis gebrochen.

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Für Hanne Kulessa – Rede zur Gedenkfeier im Holzhausenschlösschen im September 2022 von Verena Auffermann

2022, Oktober 2.

Gedenkveranstaltung für Hanne Kulessa

„Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen.“

Hausherr Clemens Greve rief und alle kamen ins Holzhausenschlösschen, der „zweiten Heimat von Hanne“: Freunde und Wegbegleiter der kürzlich verstorbenen Moderatorin, Autorin und Organisatorin Hanne Kulessa, um sie nochmal lebendig werden zu lassen und Abschied von ihr zu nehmen. Patentochter Marie sprach sehr persönlich gefärbte bewegende Abschiedsworte, der Pianist Dmitry Ablogin spielte ihre Lieblingsstücke: Bach-Präludien und eine Fuge aus dem Wolhltemperierten Klavier und vor allem die legendären Goldberg Variationen sowie Schuberts Ges-Dur Impromptu. Die Schauspielerin und Sprecherin Birgitta Assheuer las eindrucksvolle Texte: von Hanne Kulessa selbst und eine Erzählung von Ilse Aichinger. Einen Nachruf, der uns die besonderen literarischen und menschlichen Facetten Hanne Kulessas nahebrachte, verfasste die mit ihr befreundete Literaturkritikerin Verena Auffermann, den wir hier im Wortlaut wiedergeben.

 Abschied mit Freunden und Weggefährten von Hanne Kulessa mit dem Pianisten Dmitry Ablogin, einer wunderbaren Lesung von Birgitta Assheuer und…, Das so lebendige projizierte Foto stammt von Isolde Ohlbaum, Gesamtfoto: Petra Kammann

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