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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Vorbereitung eines fürstlichen Gartenfestes auf Schloss Wolfsgarten 2022

Inspiriert von der „Joie de vivre“ und dem Charme französischer Gärten

Fotografische Impressionen von Petra Kammann, die sich im Vorfeld umgeschaut hat

Vom 16. bis 18. September erwartet die Hessische Hausstiftung zum Fürstlichen Gartenfest auf Schloss Wolfsgarten in Langen um die 20 000 Besucher. FeuilletonFrankfurt hat sich bei den laufenden Vorbereitungen umgeschaut. Das Landesthema der beliebten Veranstaltung im 300 Jahre alten Anwesen hat sich die Schirmherrin Floria Landgräfin von Hessen zu eigen gemacht. Es lautet: „Bonjour la France!“ Das Spektrum der Aussteller reicht von Pflanzenzüchtern über Gartengestalter bis hin zu Handwerksbetrieben und Anbietern von Accessoires und Country-Mode. 160 nationale und internationale Messeteilnehmer zu Gartenthemen sind dabei, ein Gesamtambiente zu schaffen. Dazu zählen auch „Vergessene Gartenschätze – alte Sorten, Techniken und Traditionen. Daneben gibt es ein umfangreiches kulinarisches Angebot und Köstlichkeiten wie Crêpes, Galettes, Macarons, Austern und Zitronentarte, außerdem und Tipps, wie man richtig Boule spielt und interessante Vorträge, musikalische und literarische Einlagen.

Der so verwunschene wie natürliche hauseigene Garten der fürstlichen Familie

Hereinspaziert! Die Tore zum fürstlichen Park in Langen sind geöffnet

Eine Gelegenheit, das fürstliche Schloss Wolfsgarten in Langen anzuschauen

Nach den Plänen von Baumeister Remy de la Fosse (1659 – 1726) wurde Schloss Wolfsgarten von 1722 bis 1724 im Auftrag von Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt erbaut. Zu dieser Zeit entstanden zahlreiche Jagdschlösser rund um Darmstadt ebenso wie im oberhessischen Raum. Die Schlösser folgten einem bestimmten Grundmuster. Um einen rechteckigen Hof gruppierten sich der Herrenbau, dem gegenüber Stallungen und an den Seiten der Prinzenbau, der Kavaliersbau, der Prinzessinnenbau und der Damenbau.

Ab 1879 diente es als Sommerresidenz und ebenso weiterhin als Jagdschloss. Sein heutiges Aussehen verdankt Wolfsgarten Großherzog Ernst Ludwig, der die Baulücken zwischen den Gebäuden schließen und die Freitreppe am Herrenhaus erweitern ließ. Nach Ende des Ersten Weltkriegs, 1918, zog sich die großherzogliche Familie aus dem Stadtschloss in Darmstadt ins verhältnismäßig spartanisch ausgestattete Schloss Wolfsgarten zurück. Von 1997 bis 2013 war der Trakt des Prinzenbaus die Residenz von Landgraf Moritz von Hessen.

Die französische Trikolore weht über den weißen Ausstellerhäuschen und macht auf das Sonderthema aufmerksam

Muss die Sprache ein Hindernis sein?

Messerscharf geschlossen – die Laguiole-Messer aus der Manufaktur in Aubrac sind wahre Unikate

Die Griffschalen dieser Einzelstücke und Koch-Profi-Messer sind aus Mammut-Elfenbeinkruste hergestellt und tragen unterschiedliche Bienen-Zeichen.

Sandrine Chabre von „Les Herbes de la Brugère“ aus Lambesc besinnt sich auf lokale provenzalische Traditionen

Sie gestaltet auch Accessoires mit den aromatischen Kräutern der Provence wie Lavendel, Thymian, Salbei und Rosmarin und erinnert dabei an deren heilend und wohltuende Wirkung 

Tradition aus Marseille, wo Lavendelsträußchen so gebunden und getrocknet wurden, damit sie das volle Aroma erreichen

Christophe Braouet, Präsident der Deutsch-Französischen Vereinigung Frankfurt, freut sich, mit einem Stand dabei zu sein

Die verschiedenen Rosensorten – ein Genuss für Rosenliebhaber

Manufakturen präsentieren traditionelle Gartenhäuschen für den heimischen Garten 

Samstag und Sonntag laden Annick Moerman und Wenzel Heldens mehrfach zu einer musikalisch-poetischen Reise ins Gastland in den im Maubach-Garten ein

Im Teehaus finden Veranstaltungen, Lesungen und kleine Konzerte, statt. Das Vortragsprogramm ist stark vom Sonderthema F geprägt.  So spricht Tilo Hildebrandt über die „Faszination französischer Rosen“ (Freitag, 12 Uhr; Samstag, 15 Uhr; Sonntag, 14 Uhr) und Gartenplanerin Petra Hirsch über französische Anlagen, die im Barock Vorbild für viele Parks wurden (Freitag, 13 Uhr). Andreas Wiedmaier zeigt aktuelle Trends in „Frankreich als Impulsgeber“ auf (Sonntag, 13 Uhr), während Claudia Peselmann Lavendel und andere „Trockenheitskünstler“ vorstellt  (Samstag, 13 Uhr), die Bezug zu Frankreich haben – und zum Klimawandel. Dabei geht es um hitzeresistente Pflanzen, klimagerechte Gartengestaltung und den Erhalt von heimischer Flora und Fauna. Die deutsch-französische Autorin Murielle Rousseau präsentiert französische Gärten und liest Passagen aus ihrem Buch „Die Gärten von Paris“ (Samstag, 16 Uhr), und die Kultur- und Gartenjournalistin Christa Hasselhorst hat sich die historischen Küchengärten entlang der Loire vorgenommen  (Sonntag, 15 Uhr).

Projektleiterin Anja Heil macht auf den Orchideengarten aus Marburg aufmerksam

Noch wird bis zur letzten Minute geschafft und gepflanzt

Noch blüht nichts, aber es wird blühen in drei Tagen auf der Lehrbaustelle der Frankfurter Philipp-Holzmann-Schule.

Dort schaffen nämlich die angehenden Landschaftsarchitekten während der drei Tage den Schaugarten „Bonjour en Provence“.

Im geschützten Schwimmbad mit offenen Himmel kann man die 300-jährige Geschichte des Hauses verfolgen

Carsten Knöß, der die Ausstellung gemeinsam mit Rainer Prinz von Hessen konzipiert hat, führt am Freitag um 10.30 Uhr durch die Schau „Wolfsgarten – 300 Jahre Fürstliche Schloss- und Familiengeschichte (Anmeldung erforderlich).

Das Schwimmbad wurde 1910 eigens für den russischen Zaren gebaut

Da porträtiert eine Fotoausstellung die traditionsreiche Geschichte von Wolfsgarten.

Ein architektonisches Juwel: das Prinzesshäusschen, ganz im Stile der „Darmstädter Mathildenhöhe“

Es wurde eigens vom Architekten Joseph Maria Olbrich als Villa für die Prinzessin Elisabeth von Hessen-Darmstadt (1895–1903) entworfen. Es kann Lider nur von außen betrachtet werden.

Und wie sagte der französische Schriftsteller-Philosoph Voltaire: „Il faut cultiver notre jardin“

 Ja, „Man muss seinen Garten bestellen“, wie Voltaire meint

Den Satz könnte man noch ergänzen durch eine Sentenz von Karl Valentin:“ Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“. Aber vor allem: man muss den Garten auch lieben. Und dann ist die Freude umso größer, wenn es uns gelingt, ihn so zu gestalten, dass andere ihn auch lieben.

„Beaucoup de plaisir“ in Schloss Wolfsgarten wünscht FeuilletonFrankfurt.

Infos und Tickets

sind an der Tageskasse erhältlich, aber Online-Buchung wird empfohlen, um Anstehen zu vermeiden.

Tageskarte  18 Euro (ermäßigt 16 Euro), Dauerkarte 36 Euro (Kinder bis 14 Jahren frei).

Online-Besuch mit Anmelde-Links

unter:

http://www.gartenfest.de

Außerdem Infos zum Hintergrund:

www.prinzvhessen.com

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