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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Archiv für September, 2018

Theodor-W.-Adorno Preis-2018 an die Filmemacherin Margarethe von Trotta in der Paulskirche (2) Die Laudatio von Günter Rohrbach

2018, September 15.

„Margarethe von Trotta, eine deutsche Filmregisseurin, in Europa sozialisiert und in der Welt zuhause“

Der Film-und Fernsehproduzent Günter Rohrbach, ein Urgestein des Deutschen Films – einen Stern auf dem Boulevard der Sterne erhielt er 2010 für sein Lebenswerk –, hatte schon früh mit einigen Protagonisten des Neuen Deutschen Films zusammen gearbeitet: so mit Helmuth Costard, Rainer Werner Fassbinder, Hans W. Geißendörfer, Reinhard Hauff, Klaus Lemke, Edgar Reiz, Helma Sanders-Brahms, Volker Schlöndorff,  Rudolf Thome, Wim Wenders und eben auch mit Margarethe von Trotta. Nach einer Karriere als Fernsehspielchef im WDR und als Geschäftsführer der Bavaria wurde er freier Produzent. Von 2003 bis 2010 leitete er gemeinsam mit Senta Berger als erster Präsident die Deutsche Filmakademie. Er hat außerdem als Honorarprofessor an der Hochschule für Fernsehen und Film München gelehrt. 2011 initiierte seine Geburtsstadt Neunkirchen mit ihm den Günter-Rohrbach-Filmpreis. 2017 wurde er von der Landeshauptstadt München mit dem Kulturellen Ehrenpreis ausgezeichnet. In der Frankfurter Paulskirche hielt er eine mit viel Beifall aufgenommene Laudatio auf die Filmemacherin und Theodor-W.Adorno-Preis-Trägerin Margarethe von Trotta (1). Den Text stellte er freundlicherweise FeuilletonFrankfurt zur Verfügung.

Laudator Prof. Dr. Günter Rohrbach; Alle Fotos: Petra Kammann

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„Tri Sestry“ von Peter Eötvös in der Oper Frankfurt

2018, September 14.

Leere, Bedeutungslosigkeit, Einsamkeit, Verlustgefühl und Sehnsucht nach Moskau

von Renate Feyerbacher

Fotos:  Monika Rittershaus

Der ungarische Komponist Peter Eötvös und das künstlerische Team wurden bei der Premiere am 9. September in der Oper Frankfurt begeistert gefeiert. Schon seine Oper „Der Goldene Drache“ fand in Frankfurt 2014 große Zustimmung, weniger dagegen „Angels in  America“ 2009 im Bockenheimer Depot.

Peter Eötvös vor der Premiere, Foto: Renate Feyerbacher

Der Text  des Werkes „Tri Sestry“ – „Drei Schwestern“, verfasst von Claus H.Henneberg und dem Komponisten, beruht auf dem gleichnamigen Drama von Anton Tschechow von 1901. Die Handlung wurde nicht chronologisch übernommen, Tschechows Schlussgedanken stecken im Prolog, aber seine Gefühlsregungen, seine Grundstimmung prägen geradezu vertieft das Geschehen der Oper.

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Impressionen vom Saisonstart 2018 der Frankfurter Galerien (2)

2018, September 13.

Galerie Maurer: Birgitta Weimer
Galerie Parkhaus-wk-16: Laura Nickel
Kunstraum KA:OST: Sascha Boldt, Hans Petri, Jörg Simon

Von Erhard Metz

55 Galerien und Ausstellungsorte am vergangenen Wochenende aufzusuchen schafft auch bei allerbesten Vorsätzen vernünftiger Weise niemand. Unser Weg der Rückbetrachtung führt uns nach unseren „ersten Impressionen“ heute in die Fahrgasse, die Walter-Kolb-Straße und die Hanauer Landstraße. Wir treffen dort sowohl auf eine geschätzte bekannte Künstlerin und auf drei in Frankfurt und Rhein-Main bekannte Künstler wie auch auf eine hoch interessante neue fotografische Position.

Birgitta Weimer – „Spukhafte Fernwirkung“

Weder Physikunterricht erwartet uns bei Brigitte Maurer noch eine Lehrstunde über Albert Einsteins berühmte Aussage zur „spooky action at a distance“. Aber der heute in Köln arbeitenden Künstlerin, die uns bereits im Herbst 2013 in ihrer Ausstellung „Reflecting Space“ von allerlei Zellteilungen, Medusen und Kugelsternhaufen kündete, gelingt es doch, uns die Phänomene der Quantenmechanik und der Verschränkung auf künstlerisch-fantasievolle Weise näher zu bringen.

Hyperobject Studies (3), 2018, Kunststoff beschichtet, Spiegel, 120 x 120 x 40 cm Weiterlesen

Theodor-W.-Adorno Preis 2018 an die Fimemacherin Margarethe von Trotta in der Paulskirche (1)

2018, September 11.

Eine überwältigende Lehrstunde über das Fremdsein und das Ankommen

Glücklich über die Verleihung des Theodor-W.-Adorno-Preises: Margarethe von Trotta. Alle Fotos: Petra Kammann

In einem bewegenden Festakt in der Paulskirche wurde am 11. September 2018 der alle drei Jahre vergebene Theodor-W.-Adorno-Preis an die Filmemacherin und Regisseurin Margarethe von Trotta verliehen. Erst zum zweiten Mal wurde damit eine Frau mit diesem renommierten Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. Anwesend waren Menschen, denen jemand wie Margarete von Trotta viel bedeutet. So die Kulturdezernentin Ina Hartwig, die eine außerordentlich einfühlsame  Rede zur Begrüßung hielt. So der Film- und Fernsehproduzent Dr. Günter Rohrbach, der in seiner Laudatio sowohl ihre persönliche als auch professionelle Vita höchst differenziert darstellte.

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Die venezolanische Künstlerin Sol Calero im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen

2018, September 11.

Pica Pica. Ein mystischer Wunschbaum

von Angelika Campbell

Beim Pica-Pica-Baum bedankt man sich, wenn ein Wunsch in Erfüllung gegangen ist – so der traditionsreiche Glaube im ländlichen Venezuela. Die Samen dieses tropischen Gewächses rufen höllischen Juckreiz hervor, auf spanisch eben Pica Pica. „Pica Pica“ ist auch der Titel einer neuen Ausstellung im Düsseldorfer Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen. Sol Calero, in Venezuela geboren, mit 17 nach Spanien gekommen und heute in Berlin lebend, hat mit ihrer Installation den nüchternen Museumsraum im Gebäude am Grabbeplatz in eine farbsprühende Reminiszenz an ihre lateinamerikanische Heimat verwandelt. Entstanden ist ein lebendiger Ort des Austauschs mit einer anderen, exotischen Kultur, die gleichzeitig den Blick auf eigene Befindlichkeiten ermöglicht und zu sozialer Interaktion aufruft, zu sehen bis zum 28. Oktober.

Sol Calero, Pica Pica, 2018, Installationsansicht “Sol Calero – Pica Pica”, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf (1. September bis 28. Oktober 2018), Foto: Katja Illner

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Impressionen vom Saisonstart 2018 der Frankfurter Galerien (1)

2018, September 10.

Frankfurter Westend Galerie: Paolo Iacchetti
Galerie Söffing: Julia Roppel
Galerie Greulich: Sebastian Meschenmoser

Von Erhard Metz

55 Galerien einschließlich einiger nichtinstitutioneller Ausstellungsräume nahmen am diesjährigen Saisonstart der Frankfurter Galerien teil, es war der 24. seiner Art, organisiert von der 1984 gegründeten „Interessengemeinschaft der Frankfurter Galerien“ (der jedoch nur 32 Galerien als Mitglieder angehören). Etwas verwundert hat uns, wie die Gemeinschaft „Off-Spaces“ definiert, zu denen sie den (vom gleichnamigen Kunstverein geführten) Ausstellungsraum Eulengasse, die Heussenstamm-Galerie, das Fotografie Forum Frankfurt oder den Frankfurter Künstlerclub im Nebbienschen Gartenhaus rechnet. Gefühlt „halb Frankfurt“ war unterwegs, und der Veranstalterin gebührt das Lob, neben dem üblichen Galeriepublikum auch eine Armada von Eventsuchenden bis hin zu eher kunstfernen, primär an Sekt und Häppchen interessierten Zeitgenossen mobilisiert zu haben. Aus dem kaum mehr überschaubaren breiten Spektrum an bildender Kunst können wir im vorhandenen Rahmen nur einige, dafür höchst unterschiedliche Positionen – pars pro toto – aufgreifen:

Paolo Iacchetti – „La forma della pittura (Die Form der Malerei)“

Movimenti notte, 2015, Öl auf Leinwand, 100 x 95 cm Weiterlesen

»Preis der Stiftung Buchkunst« vergeben

2018, September 8.

»Schwimmt Brot in Milch?« erhält die mit 10.000 € dotierte Auszeichnung

Joachim Unseld, Verleger und Vorsitzender der Stiftung Buchkunst, gratuliert der Preisträgerin Katrin Stangl und dem Hersteller des Aladin Verlags Steffen Meier, Foto: Petra Kammann

Der »Preis der Stiftung Buchkunst« 2018 ging in diesem Jahr an das von Katrin Stangl gestaltete und illustrierte Kinderbuch »Schwimmt Brot in Milch?«

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Klassiker und Raritäten: Filme von Will Tremper im September

2018, September 6.

Hannelore Elsner zu Gast
am Samstag, 8 September

Am 19. September wäre Will Tremper 90 Jahre alt geworden – ein Regisseur mit einem bewegten Leben: Vom Kriegsreporter und Skandal-Journalisten (so sorgte seine Zeit-Artikelserie „Erfahrungen einer verrotteten Industrie“ mit Enthüllungen über die Filmbranche für Aufruhr) bis zum Drehbuchautor von DIE HALBSTARKEN (BRD 1956) gilt Tremper, der für seine wenigen Regiearbeiten mehrere Bundesfilmpreise erhielt, heute als einer der ersten Vertreter des deutschen Autorenfilms. Das Kino des Deutschen Filmmuseums ehrt ihn im September mit einer Filmauswahl, und begrüßt Hannelore Elsner, die mit Trempers DIE ENDLOSE NACHT (BRD 1963) den Durchbruch erlangte.

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Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht im Historischen Museum Frankfurt

2018, September 2.

Eine Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt verfolgt die Geschichte der ersten Frauenbewegung in ihrem Einsatz für Gleichberechtigung. Damit würdigt sie u.a. die ersten Politikerinnen der Weimarer Republik. Mit der Novemberrrevolution 1918 wurde in Deutschland nicht nur der Weg frei für die Demokratie, sondern auch für die politische Gleichstellung von Männern und Frauen. Am 19. Januar 1919 konnten Frauen in Deutschland zum ersten Mal wählen und sich wählen lassen. Die in Deutschland einzigartige Schau, die als das Frauenwahlrecht und die ersten Politikerinnen in den Mittelpunkt stellt, zeigt mit einem Blick in die Gegenwart, dass das Thema nichts an Aktualität verloren hat. Sie läuft bis zum 20. Januar 2019.

Von Petra Kammann

Plakat Opel Fahrräder, Die Siegerin, Rüsselsheim, 1898, Farblithographie Weiterlesen