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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Darmstädter Sezession zu Gast im Museum Giersch (2)

Von Erhard Metz

Mit zwölf künstlerischen Positionen ist die Darmstädter Sezession in diesem Sommer in einer Gastausstellung im Frankfurter Museum Giersch zu sehen. FeuilletonFrankfurt stellt, in zwei Folgen, jeweils in einem zusammenfassenden Überblick die entsprechenden Kunstschaffenden in alphabetischer Reihenfolge vor.

Museumsleiter Manfred Großkinski mit den Mitgliedern und Künstlern der Darmstädter Sezession Helmut Werres, Horst Dieter Bürkle und Nikolaus Heyduck in der Pressekonferenz

Werner Neuwirth, 1950 im österreichischen Gurk geboren, studierte Freie Malerei an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste – Städelschule. Er lebt und arbeitet in Rüsselsheim und Gurk. Der Künstler bestückt sein Ausstellungskabinett mit Konvoluten feinst ausgeführter und sorgfältig arrangierter Zeichnungen, deren Studium dem Betrachter einiges an Konzentration und Zeit abverlangt. Man verfolgt die bewusst gesetzten Linien, wie sie sich zu illusionären perspektivischen Räumen figurieren, wie sie in einen Dialog mit den farbig-flächigen Gebilden treten, die einen weiten Assoziationsraum eröffnen.

Scribble 8, 2012, Mixed Media auf Papier, Ausschnittsansichten

Frank Schylla wurde 1966 in Groß-Gerau geboren. Nach einem Studium der Humanmedizin wechselte er an die Hochschule für Gestaltung Offenbach HfG, wo er Malerei und Fotografie mit dem Abschluss Diplom studierte. Der Künstler lebt und arbeitet in Darmstadt.

Nova, 2011, Acryl auf Leinwand, Bildnachweis: Museum Giersch

0hne Titel, 2010, Acryl / Leinwand

Ob in Schyllas Arbeiten manches Mal noch die ursprüngliche Ausbildung des Künstlers zum Mediziner erkennbar sein könnte – wir denken an die mikroskopischen Strukturen und Vernetzungen von Zellen – mag unbeantwortet bleiben. „Die Schönheit als Turbolader auf dem Weg zur Wahrheit“ – diesen Satz lesen wir im Katalog zu seinen Gemälden, in denen wir, je länger wir sie betrachten, immer neue Welten und Kosmen entdecken können.

Hans Sieverding, 1937 in Westrup / Oldenburg geboren, bezog seine künstlerische Ausbildung bei dem Duisburger Maler Wilhelm Wiacker. Sieverding lebt und arbeitet im odenwäldischen Michelstadt und in Berlin. Er bestritt eine Vielzahl an Ausstellungen und hatte eine Gastprofessur an der Sommerakademie Pentiment in Hamburg inne.

o. T. 2.3., 2012, Acryl / Leinwand, Bildnachweis: Museum Giersch

Sieverding schichtet mehrere selbständige Malebenen übereinander, wobei die unteren Bildebenen sichtbar bleiben. Im fortlaufenden Malprozess entsteht eine Verdichtung und thematische Konzentration in einer gegenständlichen wie abstrakten Farben- und Formensprache, wobei es der Künstler, wie er formuliert, dem Betrachter überlässt, die jeweiligen Zusammenhänge und Inhalte zu interpretieren.

Klaus Staudt wurde 1932 in Ottendorf / Niederelbe geboren; er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Im Anschluss an ein Medizinstudium in Marburg studierte er Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Staudt war über zwei Jahrzehnte Professor an der Hochschule für Gestaltung HfG in Offenbach. In der Gastausstellung zeigt der Künstler in verschiedenen Techniken ausgeführte, zumeist abstrakt-geometrische Zeichnungen und reliefartig erscheinende Arbeiten, die oft eine Licht- und Schattenwirkung erzeugen.

Helmut Werres, 1953 in Nettetal am Niederrhein geboren, studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Staatlichen Hochschule für bildende Kunst Braunschweig als Meisterschüler von Professor Malte Sartorius. 1991 erhielt er den Preis der Darmstädter Sezession für Zeichnung. Werres kombiniert verschiedene „Reisezeichnungen“ zu Wandinstallationen. Dazu entwickelt er unter anderem Reihen von „Wochenbildern“: geheimnisvolle Porträts, oft in militärisch-uniformiert anmutender Kleidung.

↑  Wochenbilder Nr. 78 und 66, 2010 – 2012, Öl / Malplatte, © VG Bild-Kunst, Bonn
↓  Wochenbilder Nr. 61 und 63, 2010 – 2012, Öl / Malplatte, © VG Bild-Kunst, Bonn

Gerd Winter, 1951 in Groß-Gerau geboren, studierte an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste – Städelschule – Malerei, unter anderem bei den Professoren Hermann Nitsch und Bernhard Jäger (Meisterschüler der Malerklasse). In Frankfurt am Main zeigt er jetzt Arbeiten aus der Reihe „Der kluge Geheimrat, Gespräch über Farben“. Die sehr schönen Arbeiten sprechen für sich: Spiele mit und um verschiedene Stufungen und Abweichungen von Komplementärfarben und der Maserung des Malgrundes Holz, es entstehen vegetativ-bewegte Bilderwelten.

↑↓  jeweils Farbstück, 2012, Mischtechnik auf Holz

Alles in allem eine gelungene Präsentation von Arbeiten, ausgewählt aus dem breiten künstlerischen Spektrum der Darmstädter Sezession, ergänzt um eine Sonderausstellung mit Werken von Laura Baginski, auf die demnächst zurückzukommen sein wird.

12 Positionen – die Darmstädter Sezession zu Gast im Museum Giersch, nur noch bis 26. August 2012

Fotos, soweit nicht anders angegeben: Erhard Metz

⇒ ⇒ ⇒ Darmstädter Sezession zu Gast im Museum Giersch (1)
⇒ ⇒ ⇒ Laura Baginski – von Baubo zu Vulviva

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