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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu KultTouren

Wolf Böwigs Fotos, Collagen und Leporello in der Galerie-Peter-Sillem

2018, November 16.

„Nah ist das Land, das sie Leben nennen“

Palimpseste des Grauens und der Anteilnahme  – Doppelbelichtungen und Bild-Text-Überlagerungen aus Krisengebieten

von Petra Kammann

Galerist Peter Sillem erläutert in der neuen Ausstellung die Verschiedenartigkeit der Exponate und die Route der Grand Trunk Road, die Böwig bereist und auf eine Holzplatte übertragen hat, Foto: Petra Kammann 

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Adriaen Brouwer: Meister der Emotionen zwischen Bruegel und Rubens in Oudenaarde

2018, November 8.

Maler der menschlichen Natur

Von Petra Kammann

Zu den Highlights der Sammlung „Alte Meister“ im Frankfurter Städel zählen unter anderem die Werke der Flämischen Meister wie die von Jan van Eyck, Jan und Pieter Bruegel, Peter Paul Rubens, aber eben auch die von Adriaen Brouwer (1605-1638). Brouwer steht malerisch gleich hinter den Topstars der flämischen Malerei. Sein Werk liegt jedoch in den verschiedensten großen Museen verstreut. Noch ist uns die Frühjahrsausstellung „Rubens. Kraft der Verwandlung“, die über 110.000 Besucher angezogen hat, im Bewusstsein, die ob des Erfolgs sogar um zwei Wochen verlängert wurde. Die flämischen Meister haben zuletzt große Aufmerksamkeit bekommen. Zeitgenossen wie Rubens und Rembrandt schätzten Adriaen Brouwer als den Maler des Alltäglichen. Beide besaßen einige seiner Werke. Im kommenden Jahr wird dann „Bruegel“ im Fokus stehen… Vorher noch kann man aber fast den „ganzen“ Brouwer in Oudenaarde erleben. Eine einmalige Werkschau an einem ganz besonderen Ort: im gotischen Rathaus seiner Geburtsstadt in Ost-Flandern.

Adriaen Brouwer, „ Der bittere Trank“ (um 1636-38), Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main, © Städel Museum – U. Edelmann – ARTOTHEK

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„Oedipus Rex“ von Igor Strawinsky und „Iolanta“ von Peter I.Tschaikowski in der Oper Frankfurt

2018, November 3.

Blindheit als Metapher

Es war ein Wagnis, die zwei Einakter von russischen Komponisten, deren Uraufführung nur 35 Jahre auseinanderliegen, aber musikalisch und inhaltlich grundlegend verschieden sind, zu paaren. Diese Bereitschaft zu wagen, ist eine Stärke der Oper Frankfurt, die erneut „Opernhaus des Jahres“ wurde. Sie ließ Lydia Steier am 28.Oktober Igor Strawinskys Opernoratorium „Oedipus Rex“ und Peter I.Tschaikowskis lyrische, romantische Oper „Iolanta“ unter dem Aspekt der Blindheit erfolgreich realisieren.

Von Renate Feyerbacher 

Alle Fotos: Barbara Aumüller/Oper Frankfurt

Asmik Grigorian (Iolanta; oben, links vom Baumstamm) und Ensemble 

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Museum Wiesbaden zeigt „Hanna Bekker als Malerin“- Das Landesmuseum lockt mit vier Sonderausstellungen

2018, Oktober 18.

 

Hochkarätige Zeugnisse eines Lebens für und mit Kunst

Von Hans-Bernd Heier

Hanna Bekker vom Rath war eine international anerkannte Kunsthändlerin, eine kenntnisreiche Kunstsammlerin sowie eine großzügige und unerschrockene Mäzenin. Johanna Emy Adele vom Rath, kurz Hanna genannt, gilt als eine Wegbereiterin der Moderne. Das ist allseits bekannt. Weniger bekannt ist, dass Hanna Bekker auch eine talentierte Malerin war und Zeit ihres Lebens künstlerisch tätig war. Am 7. September hätte sie ihren 125. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Grunde widmet das Museum Wiesbaden der in Frankfurt geborenen selbstbewussten Frau, die ihr ganzes Leben der Kunst verschrieben hat, die Kabinettausstellung „Hanna Bekker als Malerin“ und präsentiert eine beindruckende Gemälde-Auswahl. Die kleine, aber feine Schau zeigt eine wieder zu entdeckende Facette dieser vielseitig begabten Persönlichkeit.

Hanna Bekker „Blick vom Blauen Haus“, um 1950; Nachlass Archiv Hanna Bekker vom Rath, Ölgemälde

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Frankfurter Buchmesse 2018 – Friedenspreis für Jan und Almeida Assmann

2018, Oktober 16.

Zweistimmige Vermittler zwischen alten und neuen Sprachen in der „Republik des Geistes“

Preisverleihung in der Paulskirche: OB Peter Feldmann, die Friedenspreisträger Jan und Aleida Assmann sowie Börsenvereinsvorsteher Heinrich Riethmüller

Von Petra Kammann

Eine ungewöhnliche Entscheidung: Die deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann und der deutsche Alt-Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann wurden am 14. Oktober in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet, der mit 25.000 Euro dotiert ist. Die Laudatio hielt der deutsch-amerikanische Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht. Mit dem Ehepaar Jan und Aleida Assmann wird zum zweiten Mal seit 1950 ein Paar – 1970 war es das schwedische Ehepaar Alva und Gunnar Myrdal – mit dem renommierten Kulturpreis ausgezeichnet. Die Preisträger riefen in ihrer Dankesrede zu grenzüberschreitender Solidarität auf.

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Frankfurter Buchmesse 2019 – Ehrengast Georgien überreichte die GastRolle an Norwegen

2018, Oktober 15.

Georgien geht. Norwegen kommt. Feierliche Übergabe der GastRolle

Es waren emotionale Momente am Buchmessesonntag…

Ein letzter Blick in den georgischen Pavillon mit dem stilisierten 33 Charakteren des georgischen Alphabet

Übergabe der Gastrolle an Norwegen, v.l.n.r: Halldór Guðmundsson, Projektmanager des Ehrengastprojekts 2019, Margit Walsø, Direktorin von Norwegian Literature Abroad; Medea Metreveli, Direktorin des Georgian National Book Center und Buchmessedirektor Juergen Boos; Alle Fotos: Petra Kammann 

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„Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“ im Liebieghaus

2018, Oktober 12.

Wenn innige Zuneigung in mörderische Rache umschlägt

Von Hans-Bernd Heier

Einer der wichtigsten und erschütterndsten Mythen der griechischen Sagenwelt ist die gefährliche Argonauten-Fahrt zum antiken Kolchis, der Raub des „Goldenen Vlieses“ und Medeas und Jasons große Liebe. Es ist die Geschichte eines märchenhaften Abenteuers und einer innigen Zuneigung, die mit einem fürchterlichen Verhängnis endet. Die Liebieghaus Skulpturensammlung greift in der umfangreichen Sonderausstellung „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“ diesen verästelten Mythos auf. Originale griechische und römische Skulpturen, Vasen, Bilder sowie Wandmalereien aus den Vesuv-Städten Pompeji und Stabiae (eine römische Siedlung am Golf von Neapel) illustrieren diese antike Tragödie, die Literaten, Komponisten, Ballettmeister, bildende Künstler und Filmemacher bis in die Gegenwart inspiriert.

Pelias erkennt Jason, Wandgemälde aus Pompeji, 1. Jahrhundert n. Chr., Höhe 190 cm, Breite 142 cm; Museo Archeologico Nazionale di Napoli; © National Archaeological Museum of Naples

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25 Jahre – Kronberg Academy. Ein Interview mit dem Gründer Raimund Trenkler

2018, Oktober 11.

Musik – ein sich ständig erneuerndes Erfrischungsbad

Petra Kammann traf Raimund Trenkler, den Vorstandsvorsitzenden der Kronberg Academy, während der diesjährigen Cellomeisterkurse für FeuilletonFrankfurt zum Gespräch in Kronberg.

Raimund Trenkler, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Kronberg Academy; Alle Fotos: Petra Kammann

Petra Kammann: Gerade (23. bis 30. September 2018) laufen die Cello Meisterkurse & Konzerte. Aus allen Räumen tönt Cellomusik. Cellisten aus allen Teilen der Welt sind eigens nach Kronberg angereist, um auf höchstem Niveau miteinander zu musizieren. Ist das nicht ein wunderbares Erlebnis im 25. Jahr? Oder bedeutet das für Sie gerade vor allem Stress?

Stadthalle Kronberg, der zentrale Veranstaltungsort der Cello Meisterkurse & Konzerte 2018

Raimund Trenkler: Ich fühle mich hier in der Welt-Cello-Familie einfach zu Hause. Da ich selbst Cellist bin, ist das ein schönes Gefühl, die Generationskette wachsen zu sehen und selbst Teil dieser Generationskette zu sein.

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Appetitliches zur Frankfurter Buchmesse: Tischsitten und Gebräuche aus aller Welt

2018, Oktober 7.

Ein kleiner Appetizer

Von Petra Kammann

Bevor die Internationale Frankfurter Buchmesse mit dem Ehrengast Georgien ihre Tore öffnet, wollen wir uns kulinarisch und geistig schon eimal rüsten. Das Land zwischen Kaukasus  und Schwarzem Meer – so werden wir in den kommenden Tagen verstärkt hören, sehen und lesen – hat eine durchaus alte Geschichte. Das etwa zeigt im Rahmen des Ehrengast-Programms das Archäologische Museum in Frankfurt in einer Ausstellung „Gold & Wein – Georgiens älteste Schätze“ und zeichnet ein umfassendes Bild der frühen kulturellen Entwicklungen des Landes vom Beginn der Landwirtschaft im Kaukasus ab 6000 v. Chr. bis hin zur Trialeti-Kultur der Mittelbronzezeit um 2100 – 1700 v. Chr. Da gehen „Gold und Wein“ durchaus Hand in Hand und befruchten einander, und die Menschen lassen sich inspirieren und erfinden schon früh Rad und Wagen…

Blick in die Ausstellung „Gold & Wein – Georgiens älteste Schätze“ im Archäologischen Museum. Eine regelrechte Weinkultur wird hier seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. anhand von in den Boden gestellten Tonamphoren und kunstvollen Trinkgefäßen anschaulich; Foto: Petra Kammann

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Atmosphères – Catalogue d’Oiseaux von Messiaen mit Pierre-Laurent Aimard am Klavier

2018, September 27.

Hörabenteuer zwischen Kultur und Natur

Das Konzert „Catalogue d’Oiseaux“ von Olivier Messiaen (1908–1992) mit dem Pianisten Pierre-Laurent Aimard fand am Sonntag, den 23.09.2018 als Teil des Musikfestes Atmosphères der Alten Oper Frankfurt an drei Spielstätten statt: im 38. Stock des Opernturms, im Gesellschaftshaus des Palmengartens und in den Faust Vogelhallen des Frankfurter Zoos.

Von Petra Kammann (Teil 1 und 2)

und Angela Federspiel (Teil 3)

SONNENAUFGANG AUS DER VOGELPERSPEKTIVE (Teil 1)

Der Bogen des Tages begann um 6.30 Uhr mit Messiaens Musik über Mittelmeersteinschmätzer, Steinrohrsänger, Pirol und Blaumerle eher gedämpft, verdeckt vom milchigen Nebel vor den Scheiben im 38. Stock des Opernturms…

Das erwachende Frankfurt aus der Vogelperspektive

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