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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Musik

Berauscht in der Elbphilharmonie

2019, Mai 21.

Doug Fitch inszeniert György Ligetis phantastische Avantgardoper in Hamburg.

von Simone Hamm

Es beginnt mit einem großen Hupkonzert. Fanfare des Weltuntergangs. Zum Orchester gehörten nicht nur Blechbläser und Geigen und eine Harfe, sondern auch Trillerpfeiffen, Eieruhren, Mundharmonikas. Auf zwei großen Leinwänden laufen lustig, zuweilen grotesk gezeichnete Videos. Eine Kamera filmt live ab, was Figürchen auf einer winzigen Puppenbühne spielen.

Werner Van Mechelen, Anthony Roth Costanzo, Mark Schowalter , Foto: Peter Hundert

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Musikalische Matinee in der Goethe Universität mit der rumänischen Pianistin Maria Sintamarian

2019, Mai 16.

Am 5. Mai 2019 fand eine musikalische Matinee mit der jungen hervorragenden rumänischen Pianistin und mehrfachen Preisträgerin internationaler Klavierwettbewerbe, Maria Sintamarian, im Gästehaus der Frankfurter Goethe-Universität in der Frauenlobstraße mit Werken von Johann Sebastian Bach, Alexander Skrjabin, Josef Haydn, Giörgy Kurtág und Maurice Ravel vor vollem Saal statt. Organisiert wurde das Konzert von der Stiftung zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen der Goethe-Universität Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit Viviane Goergen, Pianistin, Musikcoach, Konzertorganisatorin und Begleiterin junger außergewöhnlich begabter Pianistinnen und Pianisten.

Maria Sintamarian, Professor Jürgen Bereiter-Hahn und Viviane Goergen

Viviane Goergen, die das Konzert moderierte, blickt zurück auf das besondere Spiel der Pianistin:

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Clara Schumann: Eine moderne Frau im Frankfurt des 19. Jahrhunderts: Eine Ausstellung im Institut für Stadtgeschichte

2019, April 18.

Anlässlich des  200. Geburtstags von Clara Schumann (1819–1896) würdigt eine von Dr. Ulrike Kienzle kuratierte Ausstellung im Karmeliterkloster das Leben und Wirken dieser starken Frau in der sich im 19. Jahrhundert rasch wandelnden Stadt Frankfurt. Die berühmte Pianistin, Komponistin, Pädagogin und Ehefrau Robert Schumanns verlieh zwischen 1878 und 1891 durch ihre außergewöhnliche Persönlichkeit mit internationaler Strahlkraft dem Frankfurter Musikleben Glanz. Als sie dort 1896 starb, folgte nach der Trauerfeier in ihrem Hause eine riesige Trauergemeinde ihrem Sarg bis zum Hauptbahnhof, von wo aus er nach Bonn überführt wurde, wo sie auf dem dortigen Hauptfriedhof im Ehrengrab neben Robert Schumann liegt. Beschämend, dass trotz ihrer 18 produktiven in Frankfurt verbrachten Jahre bis heute nicht einmal eine Schule oder Musikschule nach ihr benannt wurde…

Von Petra Kammann

Clara Schumann, geb. Wieck, um 1860 © UB Frankfurt/M. S36/F01814

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Marina Abramovics Musik-Projekt „Anders Hören“ für die Alte Oper Frankfurt

2019, März 28.

Drei Termine – eine Einheit?

Von Petra Kammann 

Marina Abramovic © Dusan Reljin/ Alte Oper

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Elisabeth-Norgall-Preis des Frankfurter International Women‘s Club für Chungja Agnes Kim

2019, März 27.

Bildung für Kinder und Jugendliche: Die koreanische Opernsängerin und Professorin Chungja Agnes Kim hat ihre ‚Lebensaufgabe‘ in Malawi gefunden.

von Renate Feyerbacher

Der Pianist Joong Bae Jee, Preisträgerin Chungja Agnes Kim und die Violinistin Heri Kang; Foto: Renate Feyerbacher

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Ein Highlight: Bachs Hohe h-Moll-Messe mit Raphaël Pichon und seinem Ensemble Pygmalion in der Alten Oper Frankfurt

2019, März 13.

Hoch sind die Anforderungen, die Bach an die Ausführenden mit seiner weit ausgreifenden „Hohen Messe in h-Moll BWV 232“ stellt. In der Alten Oper konnte der französische Dirigent und Sänger Raphaël Pichon mit seinem 2006 gegründeten und auf historische Aufführungspraxis spezialisierten Vokal- und Instrumentalensemble Pygmalion sein ganzes Können unter Beweis stellen. Bereits zum zweiten Mal gastierte der Franzose bei den Frankfurter Bachkonzerten in der Alten Oper, wo er mit jugendlicher Frische dirigierte.

Von Petra Kammann 

Lässig und souverän: der Dirigent Raphaël Pichon, Foto: Francois Sechet

Die Hohe h-Moll-Messe, das komplexe Bachsche Werk, an dem Bach selbst ein viertel Jahrhundert lang gearbeitet und neben der kontrapunktischen Kunst sämtliche Stiltypen seiner Zeit eingebaut hat, wie zum Beispiel die ausdrucksstarken Chöre, die verzweigten Fugati und emotionalen Arien, dieses Opus Summum war nach Bachs Tod zunächst einmal in Vergessenheit geraten und wurde erst im 19. Jahrhundert wieder wahrgenommen. In Frankfurt am Main aber fand schon 1856 mit dem Cäcilienchor die erste vollständige Aufführung statt. Insofern war Frankfurt der geeignete und fast symbolische Ausgangsort für die Deutschland-Tournee des renommierten Pygmalion-Ensembles unter der Leitung von Raphaël Pichon, bevor es ihn weiter in die Philharmonie nach Köln und Essen und zuletzt in die Neue Philharmonie nach Paris zog.

Denn obwohl das Werk, ein Füllhorn technischer Möglichkeiten und Finessen, heutzutage bei uns häufig gespielt wird, kann man die Aufführung in der Alten Oper als eine ganz besondere werten: Sie war geprägt von sowohl subjektiver Innerlichkeit, als auch von großer sich entfaltender Pracht und diszipliniert strenger Moderne. Zurecht schwärmte Reinhard J. Brembeck in der Süddeutschen Zeitung vor kurzem von dem jungen dynamischen Dirigenten: „Raphaël Pichon ist der derzeit spannendste und visionärste unter den Bach-Dirigenten“, und er nannte ihn einen Musiker, „der die absolute Notwendigkeit der Kunst fürs Leben begriffen hat.“ Genau das wurde an dem Abend hör- und spürbar, weswegen nach dem „Dona nobis pacem “ im vollbesetzten großen Saal erst einmal Stille einkehrte, dem dann ein brausender Beifall mit begeisterten Bravorufen folgte.

Mit seinen gerade mal 35 Jahren kann Raphaël Pichon bereits auf eine erstaunliche musikalische Karriere zurückblicken, die ihn zu einem der bemerkenswerten Nachwuchsdirigenten in der Alten Musik macht. Nach einem erstem Violinunterricht wurde der 1984 geborene Pichon mit 10 Jahren Mitglied in der „Maîtrise des Petits Chanteurs de Versailles“ ‒ einem Knabenchor, in dem das stilbewusste Musizieren übliche Praxis war. Dort hatte er neben Violine auch Klavier studiert, bevor er sein Studium in den Fächern Alte Musik, Musiktheorie, Chor- und Orchesterleitung am Pariser Konservatorium fortsetzte, wo der vielseitig Begabte zusätzlich die Fächer Dirigieren und Orchesterdirigat bei Pierre Cao, Michel Marc Gervais und Boris Tewlin belegte.

Ihm ist die Orchesterarbeit ebenso vertraut wie das Ausschöpfen des Gesangpotenzials, seines eigenen als auch das der anderen. Zu den Opernpartien, die er interpretierte, zählen The Spirit of Sorceress (Dido and Aeneas), Ombra di Bussiride (Ercole amante) und Nutrice (Giuditta). Als Countertenor trat er selbst schon unter so renommierten Dirigenten wie Jordi Savall, Gustav Leonhardt, Ton Koopman, Gabriel Garrido, Vincent Dumestre und Laurence Equilbey auf, was ihn, den begeisterten Barockmusik-Interpreten, nicht daran hinderte, als Mitglied von „Les Cris de Paris“ auch sein Interesse am zeitgenössischen Repertoire zu entwickeln. Dennoch nimmt Bach eine zentrale Rolle in Pichons Kosmos ein.

Das Ensemble Pygmalion, Foto:©PIERGAB

So können seine verschiedenen musikalischen Erfahrungen zwischen Barock, Romantik und Moderne in sein Verständnis der Hohen h-Moll Messe einfließen, die als die „urkatholische“ Messe Bachs gilt, wenn man den Begriff des Katholischen als allumfassend interpretiert. Als fundierter Bachkenner kann Pichon aus dem Füllhorn seines musikalischen Ausdrucks schöpfen, vertritt er doch sowohl einen historisch orientierten, als auch einen modernen, aber undogmatisch wirkenden Ansatz. Für einen Franzosen, dessen Landsleute meist einem anderen Repertoire folgen – Bach wird in Frankreich häufig als spröde protestantisch empfunden – , ist für Pichon Bachs Musik schon seit seiner Kindesheit vertraut. Dessen Johannespassion wurde für den Zehnjährigen zum musikalischen Schlüsselerlebnis. Vielleicht hatte er schon früh die sinnlich-barocke Atmosphäre, die sich in der Versailler Anlage samt Schloss mit strenger Disziplin und Rationalität verbindet, verinnerlicht…

Insofern bezieht sich Raphaël Pichon in seiner Interpretation der Hohen Messe einerseits auf die Urfassung der Missa von 1733 und folgt darin seinem verehrten Originalklang-Pionier Nikolaus Harnoncourt, indem er die Vortragszeichen, Crescendi und Tempovorschriften ernst nimmt. Da klingt zum Beispiel das anfängliche „Adagio“ extrem langsam, während später dann völlig selbstverständlich die rhythmischen Verschiebungen im anschließenden Duett mit dem dem klaren Sopran von Joanne Luna und der eher zurückgenommenen Altstimme von Lea Desandre schnell durchgezogen wurde. Stimmungswechsel durchziehen Pichons gesamte Interpretation, so wenn er in einem virtuosen Solopart während der Bass-Arie „Quoniam tu solus sanctus“ das brillante Solo eines ventillosen Jagdhorns (Annette Scott) ertönen lässt, dem er kurz darauf ein dynamisch gesungenes „Cum Sancto Spiritu“ folgen lässt und dies fast Schubertschen romantischen Elementen gegenüberstellt wie in den zurückgenommenen Pianissimi des Chors in „Et incarnatus est“, die fast tonlos im Raum standen. Grundiert von den Bässen, zielt er dann völlig unpathetisch im „Credo“ auf eine romantisch-existenzielle Empfindungstiefe.

Wie befreit wirkte der Chor mit den präzisen und transparenten Stimmen seiner 28 Sängerinnen und Sänger nach der verschränkten Umstellung, der sich durch die stärkere Durchmischung der Stimmen noch stärker im Raum entfalten konnte. Das „Sanctus“ wirkte geradezu tänzerisch heiter, wenn es darum geht, stärker noch die Pracht und Ehre Gottes hervorzuheben. Und die anschwellende Herrlichkeit wurde dann auch noch bestens durch die Blechbläser unterstützt und kulminierte schließlich  im jubilierenden „Osanna“, einem der Höhepunkte der Aufführung.

Voller Begeisterung, aber ebenso souverän und selbstverständlich forderte der eher schlaksig wirkende Dirigent mit seinen schmalen Händen, dessen Finger ständig in lebhafter Bewegung sind, sowohl die Sänger als auch die einzelnen Orchestermusiker immer wieder zu intensiven, großen Klanggesten heraus. So funktionierte denn auch in den Solopartien das Wechselspiel zwischen den Arien und den Solo-Instrumentalparts bestens. In den Gesangspartien überzeugten vor allem in den Arien die Sopranistin Joanne Luna und der chilenische Tenor Emiliano Gonzalo Toro im „Benedictus“, während die Altistin Lucile Richardot in ihrem abschließenden „Agnus Dei“ eher etwas metallisch streng klang. Dass der ansonsten durchaus renommierte Bass-Bariton Manuel Walser an dem Abend möglicherweise weniger disponiert war, gehört eben auch zu einem Live-Konzert wie diesem, in der das Publikum auch mitbekommt, dass historische Instrumente immer wieder neu gestimmt werden müssen und dass der Atem der Blasinstrumente unmittelbar spürbar ist. Auch das unterscheidet ein lebendiges Konzert vom Hören einer akustisch „bereinigten“ CD. Außerdem war die Erfahrung positiv, dass ein inzwischen noch so bekanntes „klassisches“ Werk völlig entstaubt werden und auch bei jungen Menschen große Begeisterung auslösen kann.

Bemerkenswert war es dann auch, den Menschen Raphaël Pichon nach dem Konzert beim Signieren der CDs zu erleben, der keinerlei Dirigentenallüren herauskehrte und sich mit den Anstehenden zum Teil auf Deutsch ebenso selbstverständlich unterhielt wie er dirigiert hatte. Selbst nach der Anstrengung wirkte er völlig natürlich, entspannt und unverbraucht.

Raphaël Pichon beim Signieren der CDs, Foto: Petra Kammann

Biographie

Der 1984 geborene Raphaël Pichon studierte Violine und Klavier in Versailles, außerdem Alte Musik, Musiktheorie, Chor- und Orchesterleitung in Paris. Zudem trat er als Countertenor unter Dirigenten wie Jordi Savall, Gustav Leonhardt und Ton Koopman sowie Geoffroy Jourdain und Laurence Equilbeys auf.

2006 gründete Raphaël Pichon das Ensemble Pygmalion, das auf historische Aufführungspraxis spezialisiert ist und zu dem ein Orchester und ein Chor gehören. Mit dem Ensemble Pygmalion spielte er Bachs Missae Breves BWV 234 und 235 ein – eine Aufnahme, die 2008 den Diapason d’Or und den Orphée d’Or erhielt und zur Editor’s Choice der Zeitschrift Gramophone gewählt wurde.

Das Ensemble Pygmalion hat sich besonders mit den Chorwerken von Johann Sebastian Bach sowie mit Opern von Jean-Philippe Rameau einen Namen gemacht und tritt regelmäßig bei renommierten französischen Musikfestivals auf, etwa beim Festival de La Chaise-Dieu, in Beaune, Ambronay und dem Folle Journée de Nantes. Darüber hinaus gastierte Raphaël Pichon mit seinem Ensemble im Palais des Beaux-Arts in Brüssel, an der Opéra National de Bordeaux, Opéra Comique in Paris, Palau de la Música Catalana in Barcelona, an den Opern in Versailles und Rouen, beim Musikfest Bremen und bei den Hamburger Philharmonikern.

Um sich stärker auch dem Repertoire der Klassik bis in die Moderne zu widmen, gründete Raphaël Pichon den Kammerchor OTrente und später ein Orchester, das auf historisch authentisch Instrumenten Musik der Klassik und Romantik spielt.

Auch für Gastauftritte ist Raphaël Pichon zusehends gefragt und wurde ans Pult des Stavanger Symphony Orchestra, des Orchestre National de Montpellier,Orchestre symphonique et lyrique de Nancy, Orchestre de chambre de Lausanne sowie zu den Violons du Roy nach Québec, in die Philharmonie in Köln in Essen und in Paris, ins Amsterdamer Muziekgebouw, nach Rio de Janeiro and Sao Paulo eingeladen. 2014 feierte der Dirigent sein Debüt beim Opern-Festival in Aix-en-Provence mit einem Programm aus Kantaten von Johann Sebastian Bach.

 

Museumskonzert mit dem Artemis Quartett in der Alten Oper Frankfurt

2019, März 5.

Abschied und Neubeginn

Von Petra Kammann

Leidenschaftliche Stammgäste bei den Museumskonzerten: Das heutige Artemis Quartett – die vier in Berlin und Brüssel lehrenden Musiker – spielten am 28. Februar neben dem bekannten Adagio von Samuel Barber und einem zentralen Werk von Benjamin Britten eine herausragende Interpretation des Quartetts „Der Tod und das Mädchen“ von Franz Schubert …

Finale und Ausblick auf die Zukunft: Geigenbögen, die ein Quartett bilden
v.r.v.l.: Vineta Sareika, Violine, Eckart Runge, Violoncello, Gregor Sigl, Anthea Kresto, Foto:© Nikolaj Lund

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Die Pianistin Maria Sintamarian im Hauskonzert von Viviane Goergen

2019, Februar 13.

Von Erhard Metz

Ein stilvolles Ambiente gibt der adretten Wohnung ihr Gepräge, die Wände zeigen Gemälde des bedeutenden luxemburgischen Malers und Zeichners, Widerstandskämpfers und großen Europäers Edmond Goergen, dem im Sommer vergangenen Jahres in Bitburg eine große Retrospektive gewidmet war, des Vaters von Viviane Goergen, die ein musikaffines wie kennerschaftliches Publikum zu einem Hauskonzert eingeladen hatte. Das Polstermobiliar war vor den bestens gepflegten und gestimmten großen Steinway-Flügel gerückt, Wohn- und Esszimmer – mit mehr als 20 Stühlen bestückt – waren in ein angemessenes Auditorium verwandelt. Mit der Vorstellung von Maria Sintamarian verband Viviane Goergen mit einem vielversprechenden Augenaufschlag die Ankündigung, die Künstlerin werde ihr ungewöhnlich anspruchsvolles, ja überaus ambitioniertes Programm höchstpersönlich moderierend begleiten.

Viviane Goergen und Maria Sintamarian

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Jeden ersten Mittwoch im Monat: Christof Lauer in der Alten Nikolaukirche

2019, Februar 12.

Der erste Mittwoch-Auftritt des Jazzsaxofonisten Christof Lauer in der Nikolaikirche

Ein Beitrag von Uwe Kammann

Eine fast atemlose Stille in der Nikolaikirche. Dabei ist das mittelalterliche Kleinod am südlichen Rand des Römerbergs nicht nur bis auf den letzten Sitzplatz voll, nein, es ist auch kein Stehplatz mehr zu ergattern. Und das mitten in der Woche, am Mittwoch, am späteren Nachmittag um 17 Uhr. Ein besonderer Gottesdienst, eine spezielle Andacht? Nein und ja. Denn was nach wenigen einführenden Worten der Pfarrerin folgt, ist eine Meditation der speziellen Art. Keineswegs ruhig und schwebend, keineswegs in ein andächtig wahrzunehmendes Nichts führend. Sondern in Teilen wild, vorwärtsdrängend, dynamisch. Es ist eine Meditation in Tönen, gespielt auf dem Saxophon. Von Christof Lauer, einem Jazzmusiker, der in Frankfurt verwurzelt ist, obwohl er lange Zeit bei einem Ensemble in Hamburg engagiert war, bei der Bigband des Norddeutschen Rundfunks. Was natürlich viele Gastkonzerte nicht ausschloss, auch nicht das Spiel im Jazzensemble des Hessischen Rundfunks.

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FRANKFURTER ERKLÄRUNG DER „VIELEN“

2019, Februar 2.

Ein deutliches Signal für Weltoffenheit  –  Politisch sehr korrekt

„Die Vielen“ vor dem Historischen Museum stehen für die kulturelle Vielfalt in der Stadt. Foto: Petra Kammann

Als Gastgeber begrüßt Jan Gerchow, Direktor des Historischen Museums, die „Vielen“, 56 Vertreter*innen der Frankfurter Kulturszene, im Sonnemann-Saal des Historischen Museums und bezieht sich dabei auf Leopold Sonnemann, der Radikaldemokrat gewesen sei.

Die Frankfurter Erklärung, in der u.a. auf die demokratischen Traditionen der Stadt eingegangen wird, ist Teil einer deutschlandweiten Kampagne „Die Vielen“. Zeitgleich folgen danach Kulturschaffende und Forscher in 14 anderen Städten dem Beispiel, das Berlin, Hamburg, Dresden und Nordrhein-Westfalen bereits im November gegeben haben. In Frankfurt haben sämtliche großen Frankfurter Museen, Theater, Konzert- und Literaturveranstalter, dazu etliche freie Theatergruppen, kunstwissenschaftliche Einrichtungen, Bildungsstätten und kleinere Initiativen die Erklärung solidarisch unterzeichnet und damit auch ihre Zusammenarbeit für die Zukunft bekundet.

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