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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Musik

Viviane Goergen spielt Werke von Lyonel Feininger und Kurt Dietmar Richter

2017, April 23.

Von Erhard Metz

Es ist schon etwas ganz Besonderes: im Kreise eines kleineren Auditoriums in gediegenem Ambiente einen Klavierabend zu erleben, gleichsam „in Augenhöhe“ mit einer Weltklassepianistin, die sich nach ihrer aktiven Zeit zur Ruhe gesetzt hat, aber auch jetzt noch das virtuose Klavierspiel pflegt und ihre reiche pianistische Erfahrung einem auserlesenen Zirkel von fortgeschrittenen Schülern vermittelt. Vor etwa einem halben Jahr überraschte sie – es ist keine andere als Viviane Goergen – ein Publikum mit einem Konzert, in welchem sie Werke sechs früher Komponistinnen vorstellte (sie spielt sie in diesen Wochen auf CD ein) – ein musikalisches Ereignis! Und nun eine weitere, wenn nicht noch größere Überraschung: Werke des in die Rezeptionsgeschichte überwiegend als Maler und Druckgrafiker eingegangenen Lyonel Feininger und des Komponisten Kurt Dietmar Richter, der sich mit seinem Klavierzyklus „Feininger Impulse“ auf Erstgenannten bezieht. Eingeleitet wurde der Klavierabend, den Goergen wenige Tage später vor größerem Publikum in der Städtischen Galerie Stihl Waiblingen (zur dortigen Ausstellung „Lyonel Feininger. Zwischen den Welten“) wiederholte, von zwei Präludien und Fugen Johann Sebastian Bachs.

Kurt Dietmar Richter zu Besuch bei Viviane Goergen Ende März 2017 (Foto: Erhard Metz)
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8. Internationaler Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti in der Alten Oper Frankfurt

2017, März 28.

Spannendes Halbfinale, spannendes Finale

Von Renate Feyerbacher

Drei der zehn Halbfinal-Teilnehmer, darunter eine Frau, konnten sich für das Finale in der Alten Oper Frankfurt im Februar 2017 qualifizieren. Bereits hoch war das Niveau dieser Vorrunde in der Oberurseler Stadthalle, aber die Favoriten liessen sich bereits vermuten. Der Gewinner des Finales und des Publikumspreises ist der russische Dirigent Valentin Uryupin. Bereits beim Halbfinale geht der geschätzt Zwei-Meter-Mann gelassen an seine Aufgabe heran, schiebt das Dirigentenpult beiseite und begrüsst alle freundlich. Der 16jährigen Solistin Anna Luisa Kramb, die an der hiesigen Musikhochschule und der Kronberg Akademie studiert und in diesem Jahr das Abitur ablegt, ist er immer wieder zugewandt: Fünf Mal muss sie Ausschnitte aus dem Violinkonzert von Jean Sibelius spielen. Uryupin gibt dem Orchester die kürzesten Anweisungen und schliesst vor der Zeit, die ihm gegeben wurde. Souverän. Fast das gleiche Ritual folgt dann beim Finale in der Alten Oper.

Valentin Uryupin, Gewinner des 8. Dirigentenwettbewerbs Sir Georg Solti; Foto: Tibor Pluto, Solti Wettbewerb Weiterlesen

Discovery-Project 2017 des Hessischen Rundfunks in der Jahrhunderthalle

2017, Januar 28.

UrSprung“ – Elektronik, Klassik, Klassik recomposed

Einmal im Jahr gibt es das aussergewöhnliche Konzert des hr-Sinfonieorchesters „Discovery Project“ für Jugendliche und Junggebliebene. Ein Muss für Musikliebhaber des Experiments am 27. und 28. Januar 2017 jeweils um 20 Uhr in der Höchster Jahrhunderthalle.

Impressionen beim Probenbesuch von Renate Feyerbacher

Lange dauerte diesmal die Probe in der Oberurseler Stadthalle. Es musste an Computern geschaltet werden, nicht sofort klappte alles. „Bolero recomposed“ steht auf dem Probenzettel. Es braucht einen Moment, bis Motive aus Maurice Ravels „Bolero“, der Neukomposition von Moritz von Oswald erkannt wurden. Er studierte an der Hamburger Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Orchesterschlagwerk, das er zunächst auch mit grossen Dirigenten und Orchestern ausübte. Dann wurde er Mitglied der „Formation Palais Schaumburg“ der Neuen Deutschen Welle.

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Moritz von Oswald in der Probe
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„Ernani“ von Giuseppe Verdi konzertant an der Oper Frankfurt

2017, Januar 22.

Rettung und Katastrophe – Ein Sängerfest

Von Renate Feyerbacher
Fotos: Wolfgang Runkel / Oper Frankfurt

Nur noch einmal, am heutigen Sonntag, 22. Januar 2017, wird Verdis Oper, die in Frankfurt vor zwei Tagen ihre konzertante Erstaufführung hatte, dargeboten: ein umjubelter Opernabend dank der ausgezeichneten Sängerriege, einem hervorragenden Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter Leitung von Simone Young und einem stimmgewaltigen Chor (Einstudierung Tilman Michael).

Eine konzertante Aufführung ist nicht jedermanns Sache, hat aber den Vorteil, dass man sich ganz auf das Musikalische und das Interpretatorische konzentrieren kann. Durch eine szenische Umsetzung hätte der komplexe Inhalt natürlich besser verstanden werden können, zumal die deutschen Übertitel der italienisch gesungenen Partien nicht von allen Plätzen aus lesbar sind – so die Klage einer Dame in der Pause.

Ernani (Oper Frankfurt, 2017)

vorne v.l.n.r.: Tilman Michael (Chordirektor), Ingyu Hwang (Don Riccardo), Kihwan Sim (Don Ruy Gomez de Silva), Franco Vassallo (Don Carlos), Simone Young (Musikalische Leiterin), Alfred Kim (Ernani), Elza van den Heever (Elvira), Maria Pantiukhova (Giovanna) und Thomas Faulkner (Jago) sowie im Hintergrund das Frankfurter Opern- und Museumsorchester und den Chor der Oper Frankfurt; Foto © Wolfgang Runkel
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Paris, mon amour – Ein poetisches Sinnenerlebnis

2017, Januar 14.

hr2-Kulturlunch mit einer musikalisch-literarischen Liebeserklärung an Paris, die faszinierende Metropole an der Seine

Impressionen von Petra Kammann

Paris – die Stadt der Liebe? Das Paris-Bild hat sich seit den Anschlägen vom 13. November 2015 gewandelt, so scheint es. Denn der Terrorismus machte Paris zu einer verwundeten Stadt. Die Unbeschwertheit, die berühmte französische „Joie de vivre“, hat die Stadt seit dem Terror verloren. Auf den Straßen, in den öffentlichen Verkehrsmitteln sah man seither statt eng umschlungener Liebespaare und Touristen eher patroullierende Soldaten und Zivilpolizisten. Und noch immer gilt im Land der Ausnahmezustand. Aber das Leben geht weiter. Allen Unkenrufen zum Trotz haben die Franzosen ihr altes Leben wieder aufgenommen, sitzen in den Cafés, trinken Rotwein, gehen in Ausstellungen, besuchen ihre Cabarets und fahren natürlich auch Métro.

Und umso schöner, dass nun der Hessische Rundfunk mit seinem begehrten hr2-Kulturlunch Anfang Januar 2017 an ein poetisches Paris erinnerte, das Sehnsüchte an eine quicklebendige Metropole, die man einfach lieben muss, wieder wachsen ließ: „Paris, mon amour!“

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Als Paris-Kenner las der Schauspieler Wolfram Koch die sehr verschiedenartigen literarischen Texte passgenau und Angelika Bierbaum fand die richtigen überleitenden Worte Weiterlesen