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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kunstorte

Die venezolanische Künstlerin Sol Calero im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen

2018, September 11.

Pica Pica. Ein mystischer Wunschbaum

von Angelika Campbell

Beim Pica-Pica-Baum bedankt man sich, wenn ein Wunsch in Erfüllung gegangen ist – so der traditionsreiche Glaube im ländlichen Venezuela. Die Samen dieses tropischen Gewächses rufen höllischen Juckreiz hervor, auf spanisch eben Pica Pica. „Pica Pica“ ist auch der Titel einer neuen Ausstellung im Düsseldorfer Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen. Sol Calero, in Venezuela geboren, mit 17 nach Spanien gekommen und heute in Berlin lebend, hat mit ihrer Installation den nüchternen Museumsraum im Gebäude am Grabbeplatz in eine farbsprühende Reminiszenz an ihre lateinamerikanische Heimat verwandelt. Entstanden ist ein lebendiger Ort des Austauschs mit einer anderen, exotischen Kultur, die gleichzeitig den Blick auf eigene Befindlichkeiten ermöglicht und zu sozialer Interaktion aufruft, zu sehen bis zum 28. Oktober.

Sol Calero, Pica Pica, 2018, Installationsansicht “Sol Calero – Pica Pica”, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf (1. September bis 28. Oktober 2018), Foto: Katja Illner

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„Mensch! Skulptur“ Wiedereröffnung des Kunstforums Ingelheim Altes Rathaus

2018, August 26.

Gelungene Symbiose von Architektur und Skulptur

Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Körper steht im Mittelpunkt der Ingelheimer Ausstellung „Mensch! Skulptur“. Anhand von 12 Motivgruppen werden im renovierten Alten Rathaus dort während der Internationalen Tage Ingelheim und noch bis zum 21. Oktober 2018 rund 60 besondere Skulpturen aus Stein, Bronze und Terrakotta gezeigt u.a. von so herausragenden Künstlern wie Auguste Rodin, Edgar Degas, Wilhelm Lehmbruck, Alberto Giacometti und Henry Moore. Sie alle dokumentieren die Entwicklung der Skulpturen von der dreidimensionalen Körperlichkeit hin zur Abstraktion, die von Museen und Privatsammlern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz nach Ingelheim ausgeliehen wurden.

von Petra Kammann
Das frisch renovierte alte Ingelheimer Rathaus als Ausstellungsort, alle Fotos: Petra Kammann

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The Land in between. Ursula Schulz-Dornburgs Fotografien von 1980 bis 2012 im Städel

2018, August 21.

Sichtbare und unsichtbare Kontinente, verlorene Menschen, Utopien und eine unerhörte Stille 

Das Dazwischen ist Thema der 1938 in Berlin geborenen und in Düsseldorf lebenden Fotografin Ursula Schulz-Dornburg. Sie dokumentiert und bannt die Schrecken der Transitorte, Grenzlandschaften, Wüsten und Relikte vergangener Kulturen auf ihren Fotos, aber auch deren Schönheit. Mehr als 200 dieser eindrucksvollen Arbeiten sind noch bis zum 9. September 2018 in der Retrospektive „Ursula Schulz-Dornburg. The Land In-Between“ im Frankfurter Städel zu sehen: Fotografien, die zwischen 1980 bis 2012 auf ihren Reisen an Kult- und Kulturstätten in Europa, im Nahen Osten und in Asien entstanden. Die fast durchgängig analogen Schwarz-Weiß-Fotos hat die Künstlerin in 13 umfangreichen Werkgruppen selbst zusammengestellt. Sie stammen aus der Städelschen Sammlung selbst, aus dem Archiv der Künstlerin sowie von privaten Leihgebern.

Von Petra Kammann

↑ Ausstellungsansicht: Ursula Schulz-Dornbergs Fotos, die längs der georgischen Grenze entstanden, Foto: Petra Kammann

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Debout! – François Pinault-Sammlung im Jakobinerkloster in Rennes

2018, August 15.

Sehet, so ist der Mensch!  – Filetstücke aus der Collection Pinault 

Spektakulär und weithin sichtbar in der Altstadt von Rennes: das durch den Architekten Jean Guervilly sanierte und erweiterte Jakobinerkloster aus dem 14. Jahrhundert mit einem metallisch stabilisierenden Kern, Fotos: Petra Kammann

Rennes, die Hauptstadt der Bretagne, hat sich in ihrem Zentrum unweit der Place des Lices und in Nähe der herausragenden Markthallen und alten Fachwerkbauten, aufgehübscht, indem sie das Jakobinerkloster, dessen ältester Teil auf das 14. Jahrhundert zurückgeht, auf Stelzen gestellt, ausgeweidet und mithilfe eines stabilen Metallkerns in ein spannendes Kongresszentrum des 21. Jahrhunderts verwandelt hat. Durch das Projekt  kommt nun das ehemalige Kloster als bedeutendes architektonisches Erbe der Stadt Rennes zu neuen Ehren. Zusätzlich zur Renovierung der alten Bausubstanz und dank der eleganten zeitgenössischen Erweiterung durch den Architekten Jean Guervilly umfasst der Bau mehrere Ausstellungs- und Mehrzweckräume und ein modulares Auditorium, in dem bis zu 1000 Personen Platz finden. Unter dem alten Kreuzgang sind Konferenzsäle entstanden und in den lichtdurchfluteten Räumen um den früheren Klosterhof findet nun bis zum 9. September 2018 die Ausstellung „Debout!“ („Aufrecht!“) statt: Eine Auswahl aus rund 60 zeitgenössischen Werken – gewissermaßen Filetstücken – aus der Sammlung des französischen Milliardärs François Pinault. Einen Einblick gewährt

Petra Kammann

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Kunst am Meer: Die Kunsttriennale Beaufort – eine Freiluft-Galerie an der belgischen Küste

2018, August 9.

Lust auf Meer

Vor allem bei den heißen Temperaturen zieht es uns stärker ans Meer als ins Museum. An der belgischen Küste kann man sich jedenfalls ganz zwanglos mit zeitgenössischer Kunst beschäftigen. Das war wohl auch einer der Gründe, die Kunsttriennale Beaufort an der belgischen Küste zu installieren. Sie erfährt in diesem Jahr ihre sechste Auflage und ist auf einer Strecke von 65 Kilometern noch bis zum 30. September 2018 zu erleben – nicht zuletzt per Tram.

Ein paar fotografische Eindrücke

von Petra Kammann

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Ray 2018 – Fotografieprojekte Frankfurt/Rhein/Main – Extreme. Nomads im MMK1 (2)

2018, Juni 21.

Nomadentum heute 

Das Plakat zeigt Richard Mosse, Incoming, Filmstill, 2017 © Richard Mosse, mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und der Galerie carlier|gebauer

Bilder bestimmen unseren Alltag und unsere Wirklichkeit. Die Institutionen und Fotografie-Sammlungen in Frankfurt und der Region Rhein-Main mit ihrer bemerkenswerten Dichte und Kompetenz in Sachen Fotografie haben sich in ihrer 3. Auflage des RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain 2018  dem Thema EXTREME gewidmet, das uns derzeit auf den verschiedensten Ebenen begegnet. Darin kommt auf jeden Fall die Bildmächtigkeit des Mediums Fotografie besonders deutlich zum Vorschein. Und das anhand einer Vielfalt internationaler künstlerischer Strategien. Über 40 Künstlerinnen und Künstler, 15 Partnerinstitutionen, 10 Ausstellungsorte und 6 Städte im Rhein-Main-Gebiet haben sich insgesamt zusammengeschlossen, um die Heftigkeit dieses Fokus sichtbar zu machen. Mit Ausstellungen, zahlreichen Events und erstmals auch mit einem viertägigen Festival zum Triennale-Thema EXTREME wird die facettenreiche Auseinandersetzung mit der Fotografie bis zum 9. September 2018 im Rhein-Main-Gebiet beleuchtet, werden in insgesamt fünf Ausstellungen in verschiedenen Häusern in Frankfurt/RheinMain ausgewählte künstlerische Positionen und unterschiedliche Aspekte des Extremen, so im Museum für Moderne Kunst (MMK1) die EXTREME NOMADS präsentiert.

Von Petra Kammann

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LIU XIAODONG im NRW-Forum und in der Kunsthalle Düsseldorf

2018, Juni 20.

 

„Langsame Heimkehr“: Malen für Menschlichkeit

Als Liu Xiaodong zum ersten Mal aus seiner Heimat China ins Ausland reisen durfte, erlitt er gleich zwei Kulturschocks auf einmal. Zum einen musste er mit der unfassbaren Stadt New York fertig werden. Zum zweiten – man schrieb das Jahr 1993 – wollte dort niemand mehr etwas von Malerei wissen. Concept Art und Minimal Art bewegten die Kunst-Gemüter. Doch Herr Liu blieb beim Malen, denn das war und ist die Ausdrucksform, mit der er sein Gefühl für Menschlichkeit am besten darstellen kann. Zum Glück für Düsseldorf, wo in diesen Monaten zwei Hotspots der Kunstszene seine meist großformatigen und tief beeindruckenden Ölgemälde ausstellen. Daneben sind Bildskizzen, Fotografien übermalte Fotografien und Tagebuchnotizen des chinesischen Ausnahmekünstlers zu sehen.

Liu Xiaodong, Out of Beichuan, 2010©Liu Xiaodong

Von Angelika Campbell

Liu Xiaodong ist in Asien längst ein Superstar und gehört zu der legendären Künstlergeneration, die friedlich auf dem Platz des Himmlischen Friedens demonstrierte, mit dem System aneckte und Jahre später weltweit Furore machte. „Langsame Heimkehr“, eine gemeinsame Ausstellung von Kunsthalle Düsseldorf und NRW-Forum Düsseldorf, widmet ihm nun seit dem 9. Juni bis zum 19. August 2018 die weltweit erste umfassende Retrospektive.

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Kultur – nur noch Ausdruck museal empfundener Identität?

2018, Juni 6.

Eine Überlegung

von Gunnar Schanno

Wir beschrieben Kultur in Unterscheidung zur Zivilisation als eine Lebenswelt, in der die weichen Faktoren das Prägende sind. Wir erkennen Kultur als das Phänomenale, in der harte Wirklichkeit, Realität, Fakten, Konkreta überwölbt, imprägniert, durchdrungen sind von der Emotio, von Gefühl und Erleben, vom Individuellen und Subjektiven, von Ritualisierung in Sitten und Gebräuchen, vom Ausschmückenden, von künstlerischer Kreativität, vom Gestalten über das zivilisatorisch Notwendig-Funktionale hinaus. In der Summe all dessen erkennen wir in den sichtbaren und identitätsstiftenden Traditionen auch ein jeweiliges kulturelles Gesamtempfinden in einer geographisch, regional, ethnisch oder religiös verorteten Gemeinschaft. Wir sind aus gutem Grund, bezogen auf die deutsche Vergangenheit, höchst alarmiert, wenn solcherlei Kultur als Gesamtphänomen in Assoziation mit dem Begriff des Völkischen gerät.

Nacht der Museen in Frankfurt, Foto: Petra Kammann

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Besuch bei Hilmar Hoffmann – Erinnerung an ein Gespräch in Oberrad

2018, Juni 4.

Kurz bevor ich Frankfurt verließ und für einige Jahre im Rheinland lebte und arbeitete, besuchte ich den gerade verstorbenen früheren Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann in seinem „Forsthaus“ in Oberrad für die zweisprachige Zeitschrift FRANKFURT INTERNATIONAL. Seine Persönlichkeit, der Inhalt des damaligen Gesprächs und seine Unerschrockenheit begleiteten auch mich in meinem Engagement für Kultur…

Hier die Reproduktion des Interviews zum Nachlesen: Hilmar Hoffmann

Das Gespräch führte Petra Kammann im Frühjahr 2005.

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Julius Bissier und Ostasien in Freiburg

2018, Mai 22.

Der Echoraum der Imagination – Spannung zwischen Raum und Leere 

Tuschemalerei, Farbholzschnitte, Teekeramik, Holzdrucke, Lackarbeiten, Elfenbeinarbeiten, Arbeitsutensilien und Schriften des Zen-Buddhismus und des Daoismus: Die Kunst und Kultur Ostasiens haben den in Freiburg geborenen und in Ascona gestorbenen Künstlers Julius Bissier (1893–1965) nachhaltig inspiriert. Eine Ausstellung des Museums für Neue Kunst im Freiburger Augustinermuseum „Julius Bissier und Ostasien. Im Raum meiner Imagination“ zeigt die asiatischen Einflüsse auf sein Werk mit um die 100 Exponaten und stellt ihm kostbare Originale aus Ostasien an die Seite.
Von Petra Kammann

Die Freiburger Ausstellung greift auch architektonisch Aspekte japanischer Ästhetik auf

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