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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Alle Artikel zu Städel Museum

„Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden“ im Städel Museum Frankfurt / 3

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Den Darstellungen zweier Madonnen des „Meisters von Flémalle“ und aus der Werkstatt Rogier van der Weydens in den ersten Abschnitten unserer Betrachtungen schliesst sich heute eine Geburtsszene an, wiederum aus dem Kreis des „Meisters von Flémalle“.

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Meister von Flémalle, Geburt Christi, Eichenholz, 85,7 mal 72 cm,
Musée des Beaux Arts, Dijon
Foto: Musée des Beaux Arts, François Jay

Diese Darstellung der Geburtsszene zählt mit zu den bemerkenswertesten – und faszinierendsten – ihrer Art in der abendländischen Malerei. Ihre Symbolsprache und ihr Detailreichtum vermag sich einem Betrachter im Zeitalter heutiger massenmedialer Reizüberflutung zwar kaum mehr zu erschliessen. Versuchen wir es dennoch: Weiterlesen

„Fantastische Welten“ im Städel: „Albrecht Altdorfer und das Expressive in der Kunst um 1500“ (1)

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Die „jungen Wilden“ um 1500 mit der Lizenz zum Experimentieren

Von Hans-Bernd Heier

Die herannahende Reformation hatte den Künstlern um 1500 insbesondere bei religiösen Darstellungen völlig neue Gestaltungsfreiräume eröffnet, die sich jedoch schon eine Generation später wieder schließen sollten. Die Künstler hatten für drei Jahrzehnte eine „Lizenz zum Experimentieren“, so Ko-Kurator Professor Jochen Sander, stellvertretender Direktor des Städel. Nach der Reformation verzichtete die protestantische Seite auf bestimmte Bilder gänzlich, während die katholische Kirche wieder verstärkt auf ikonografischer Gestaltung bestand.

Die Anbetung der Könige. 1530/35

Albrecht Altdorfer, „Die Anbetung der Könige“, 1530/35, Lindenholz, 110 x 77,5 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main; Foto: Städel Museum – U. Edelmann – ARTOTHEK

Das Städel Museum beleuchtet diese Phase der wesentlichen Neuerungen in der Kunst im Europa des frühen 16. Jahrhunderts in der hervorragenden Schau „Fantastische Welten. Albrecht Altdorfer und das Expressive in der Kunst um 1500“. Bei dieser Präsentation handelt es sich um ein gemeinsames Projekt von Städel, Liebieghaus Skulpturensammlung und des Kunsthistorischen Museums Wien, wo die Werke anschließend zu sehen sind Weiterlesen

„Fantastische Welten“ im Städel: „Albrecht Altdorfer und das Expressive in der Kunst um 1500“ (2)

Montag, 8. Dezember 2014

Die „jungen Wilden“ um 1500 mit der Lizenz zum Experimentieren (Folge 2)

Von Hans-Bernd Heier

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts eröffnen sich den bildenden Künstlern ungeahnte Freiheitsräume. Sie haben für drei Jahrzehnte quasi eine „Lizenz zum Experimentieren“. Anhand von 120 hochkarätigen Exponaten beleuchtet die Präsentation „Fantastische Welten“ diese expressiven Neuerungen. Damit knüpft das Städel an die großartigen Dürer-Ausstellungen und die Cranach-Schau an.

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Ausstellungsansicht, Foto: FeuilletonFrankfurt

Die klar strukturierte Präsentation, die bis zum 8. Februar 2015 gezeigt wird, ist thematisch in sechs Abschnitte gegliedert. Gleich zu Beginn in einem Kabinett widmet sie sich dem Thema „Weltenlast, Naturgewalten: Bilder des hl. Christophorus“. Der „Christusträger“ zählte im Spätmittelalter zu den meistverehrten und am häufigsten dargestellten Heiligen. Bilder des Märtyrers, der den Christusknaben auf den Schultern über einen Fluss trägt, schmückten nicht nur Kirchenwände oder Altarretabel, sondern wurden auch massenhaft als Druckgrafiken für den Hausgebrauch verbreitet. Albrecht Altdorfer, Wolf Huber und Georg Lemberger stellen den Schutzpatron der Schiffer, Fuhrleute und Reisenden in einer bis dahin unbekannten Weise dar Weiterlesen

„Hans Thoma. ‚Lieblingsmaler des deutschen Volkes‘ “ und „Piero Manzoni. Als Körper Kunst wurden“ im Städel

Samstag, 13. Juli 2013

Thomas „heile Welt“ trifft auf Manzonis „Dosen des Anstosses“

Von Hans-Bernd Heier

Das Städel Museum überrascht Besucher mit einem Kontrastprogramm, wie es krasser kaum sein könnte: Zeitgleich präsentiert Frankfurts berühmteste Galerie im Obergeschoss des Ausstellungshauses „Hans Thoma. ‚Lieblingsmaler des deutschen Volkes‘ “ und im Erdgeschoss die grosse Retrospektive „Piero Manzoni. Als Körper Kunst wurden“.

Hans Thoma, Auf der Waldwiese, 1876, Öl auf Leinwand, 47,2 x 37,5 cm; Foto: Städel Museum ARTOTHEK Weiterlesen

„Laster des Lebens“ von William Hogarth im Städel Museum

Montag, 15. Juni 2015

Bilderzählungen voller Drastik, Tragik und Komik

Von Hans-Bernd Heier

Im Jubiläumsjahr „200 Jahre Städel“ rückt die weltweit renommierte Frankfurter Galerie die Sammlungsgeschichte der ältesten bürgerlichen Museumsstiftung Deutschlands in den Fokus. Der Bankier Johann Friedrich Städel hinterließ der nach ihm benannten Stiftung nicht nur knapp 500 Gemälde, sondern auch rund 4.600 Zeichnungen und annähernd 10.000 Druckgrafiken. Er legte damit den Grundstein für die fünftgrößte Grafiksammlung in Deutschland. Aus dem reichen druckgrafischen Gründungsbestand zeigte das Städel zum Auftakt des Jubiläumsreigens bereits herausragende Arbeiten des französischen Künstlers Jean-Jacques de Boissieu.

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„Hogarth Painting the Comic Muse“ (Hogarth malt die komische Muse), Radierung und Kupferstich (7. Zustand von 7), 44 x 35,4 cm, 1764 Weiterlesen