home

FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Alle Artikel zu Schirn Kunsthalle

„BRASILIANA. Installationen von 1960 bis heute“ in der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt

Sonntag, 22. Dezember 2013

Ein Parcours intensiv erlebbarer Räume

Zeitlich in etwa parallel zur Retrospektive “Hélio Oiticica. Das grosse Labyrinth” im Museum für Moderne Kunst präsentiert die SCHIRN Kunsthalle Frankfurt eine Gruppenausstellung mit Installationen brasilianischer Künstlerinnen und Künstler; gezeigt werden acht raumgreifende Arbeiten von Lygia Clark, Dias & Riedweg, Cildo Meireles, Maria Nepomuceno, Ernesto Neto, Hélio Oiticica/Neville D’Almeida, Henrique Oliveira sowie Tunga.

L1180396-430

Noch Minuten vor der SCHIRN-Pressekonferenz wird Hand angelegt an den Aufbau der Installationen in der Ausstellungshalle

„Unterwegs zu einer neuen tropischen Kultur hat Brasilien seine eigene Form der Moderne entwickelt“, sagt Martina Weinhart, Kuratorin der Ausstellung, „die sich aus mannigfaltigen Einflüssen speist. Es entstand eine dynamische Kunst, die eng mit dem Leben verbunden ist und das internationale Vokabular der Moderne in typisch brasilianischer Sprache ausdrückt. Jenseits der gängigen Brasilien-Klischees haben brasilianische Künstler seit den 1960er Jahren höchst spannende und multisensorische Strategien entwickelt, bei denen die Beteiligung des Betrachters, das Taktile, die Berührung des ganzen Körpers eine zentrale Rolle spielen Weiterlesen

„En Passant“ der Künstlergruppe „et al.*“

Sonntag, 15. Mai 2011

Sie ging wohl in der grosses Aufsehen erregenden, spektakulären Jubiläumsausstellung der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt „Surreale Dinge. Skulpturen und Objekte von Dalí bis Man Ray“ leider etwas unter, zumindest, soweit wir sehen können, in der öffentlichen Resonanz: die fantasievolle Rauminstallation „En Passant“ der Künstlergruppe et al.* Obwohl jeder Besucher der Surreal-Schau die im abgedunkelten Treppenaufgang der SCHIRN errichtete Installation passieren muss.

Weiterlesen

„ESPRIT MONTMARTRE“ in der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt

Montag, 26. Mai 2014

DIE BOHÈME IN PARIS UM 1900

Was haben Frankfurts Opern-Intendant Bernd Loebe und Triple-Museumsdirektor Max Hollein gemeinsam? Alles, was sie anpacken, gerät ihnen zu Gold!

Bereits vor Ostern konnte die Kunsthalle für die Ausstellung „Esprit Montmartre. Die Bohème in Paris um 1900“ den 100.000-sten Besucher vermelden. „Dass die Ausstellung der Schirn in nur wenigen Wochen einen solchen Besucherzuspruch erhalten hat, erfüllt uns mit grosser Freude und zeigt die hohe Anziehungskraft hochkarätiger und aussergewöhnlicher Kunstwerke der Pariser Moderne um 1900. Es ist aber auch ein vehementes Zeichen dafür, dass das Interesse an grossen Themenausstellungen, die dem Besucher einen neuen, noch unbekannten Blick eröffnen und wie sie die Schirn immer wieder präsentiert, ungebrochen ist“ freute sich denn auch SCHIRN-Direktor Max Hollein. Am 1. Juni 2014 nun geht die Schau zu Ende. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, noch nicht dabei gewesen sein sollten, wird es hohe Zeit – denn diese Ausstellung zu versäumen wäre ein nahezu unverzeihlicher Fehler!

L1190471-430

Louis Anquetin, Femme à la voilette, 1891, Öl auf Leinwand, 81 x 55 cm. © Privatsammlung, courtesy of D. Nisinson

Sie zählt derzeit wohl zu den bekanntesten Damen in Frankfurt, schaut sie doch seit vielen Wochen die Bürgerinnen und Bürger der Stadt von Plakatwänden und Litfaßsäulen an: Louis Anquetins „Femme à la voilette“. Ihr Gesichtsschleier weist sie als Dame der seinerzeitigen „Halbwelt“ aus. Wir zitieren aus einem SCHIRN-Wandtext: Weiterlesen

„Pioniere des Comic. Eine andere Avantgarde“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt

Freitag, 2. September 2016

Von Winfred Kaminski

Unter der Überschrift „Pioniere des Comic. Eine andere Avantgarde“ präsentiert die Schirn Kunsthalle noch bis zum 18. September 2016 Werke sechs großer amerikanischer Comic-Künstler. Kuratiert hat die Ausstellung Alexander Braun, der auch für den opulenten Katalog einen Großteil der Beiträge geliefert hat. Der ehemalige Chef der Schirn Kunsthalle, Max Hollein, und Kurator Alexander Braun leisten mit dieser Ausstellung nicht weniger als den Nachweis, dass Comics seiner Zeit revolutionär waren – und zwar nicht nur hinsichtlich der Zusammensetzung ihres Publikums, weil sie gleichermaßen Bürgertum, Arbeiterklasse und das Heer der Einwanderer faszinierten. Alle waren angezogen von der neuartigen Seh- und Leseerfahrung, die ihnen die US-amerikanischen Tageszeitungen seit 1897 anboten. Comics waren das erste Bildmedium, das millionenfach reproduziert wurde, lange vor Fernsehen und Internet.

Alexander Braun bietet in seinen monografischen Studien zu Winsor McCay (1871-1934), Lyonel Feininger (1871-1956), Charles Forbell (1884-1946), George Herriman (1880-1944), Cliff Sterrett (1883-1964) und Frank King (1883-1969) etwas Neues. Im Unterschied zu den schon vorliegenden historischen, soziologischen und pädagogischen Studien zu Comics zielt er auf eine strikt kunstwissenschaftliche und kunstgeschichtliche Sichtweise. Zwar erfahren wir auch in der Ausstellung einiges über die Kämpfe der damaligen Tageszeitungen um die besten und begabtesten Köpfe, aber noch mehr informiert uns Ausstellung und Katalog über die häufig unterschätzte Beziehung der Comic-Künstler zur damals zeitgenössischen Ästhetik.

Schir_Presse_McCay_Little_Nemo_1905_12_03_Mond

Winsor McCay
↑ Little Nemo in Slumberland, Sonntagsseite, The New York Herald, 3. Dezember 1905, Privatsammlung
↓ Little Nemo in Slumberland, Sonntagsseite The New York Herald, 23. September 1906, Privatsammlung

Schirn_Presse_Comic_McCay_Littel_Nemo_1906_09_23_Elefant

Weiterlesen

„SPARTACUS“

Samstag, 1. Dezember 2007

Eva Grubinger mit drei Installationen in der Schirn Kunsthalle Frankfurt

Schwarzer Lack, makellos aufgebracht – zunächst denkt man an etwas Schickes, vielleicht an Porsche-Design, aber es handelt sich um schwarz lackierten Maschendraht, genauer gesagt einen übermannshohen Maschendrahtzaun, kreisrund um einen Aussichtsturm gezogen – oder ist das nicht eher ein Wachtturm? Wir befinden uns in der Rotunde der Schirn Kunsthalle, es ist kalt, der Maschendraht-Käfig füllt bis auf einen schmalen umlaufenden Gang das Rund aus, es ist eine ungemütliche Situation. Zwei kleine drahtverspannte Türen führen in den umzäunten Raum, man tritt ein und näher an den ebenfalls schwarz lackierten Turm heran, der Weg nach oben aber ist versperrt, ein leiterartiger Aufstieg beginnt erst in unerreichbarer Höhe. Oben die schwarze Plattform, ja, es scheint ein Wachtturm zu sein, unzugänglich und abweisend. Rund herum der Maschendrahtzaun, aber die kleinen Drahttüren sind offen, also schnell wieder hinaus ins Freie – in die Freiheit!

1196093604_eva_grubinger_spartacus_7_mail-skal.jpg Weiterlesen