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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kunstszene Rhein-Main

Ray 2018 – Fotografieprojekte Frankfurt/Rhein/Main – Extreme. Nomads im MMK1 (2)

2018, Juni 21.

Nomadentum heute 

Das Plakat zeigt Richard Mosse, Incoming, Filmstill, 2017 © Richard Mosse, mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und der Galerie carlier|gebauer

Bilder bestimmen unseren Alltag und unsere Wirklichkeit. Die Institutionen und Fotografie-Sammlungen in Frankfurt und der Region Rhein-Main mit ihrer bemerkenswerten Dichte und Kompetenz in Sachen Fotografie haben sich in ihrer 3. Auflage des RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain 2018  dem Thema EXTREME gewidmet, das uns derzeit auf den verschiedensten Ebenen begegnet. Darin kommt auf jeden Fall die Bildmächtigkeit des Mediums Fotografie besonders deutlich zum Vorschein. Und das anhand einer Vielfalt internationaler künstlerischer Strategien. Über 40 Künstlerinnen und Künstler, 15 Partnerinstitutionen, 10 Ausstellungsorte und 6 Städte im Rhein-Main-Gebiet haben sich insgesamt zusammengeschlossen, um die Heftigkeit dieses Fokus sichtbar zu machen. Mit Ausstellungen, zahlreichen Events und erstmals auch mit einem viertägigen Festival zum Triennale-Thema EXTREME wird die facettenreiche Auseinandersetzung mit der Fotografie bis zum 9. September 2018 im Rhein-Main-Gebiet beleuchtet, werden in insgesamt fünf Ausstellungen in verschiedenen Häusern in Frankfurt/RheinMain ausgewählte künstlerische Positionen und unterschiedliche Aspekte des Extremen, so im Museum für Moderne Kunst (MMK1) die EXTREME NOMADS präsentiert.

Von Petra Kammann

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Besuch bei Hilmar Hoffmann – Erinnerung an ein Gespräch in Oberrad

2018, Juni 4.

Kurz bevor ich Frankfurt verließ und für einige Jahre im Rheinland lebte und arbeitete, besuchte ich den gerade verstorbenen früheren Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann in seinem „Forsthaus“ in Oberrad für die zweisprachige Zeitschrift FRANKFURT INTERNATIONAL. Seine Persönlichkeit, der Inhalt des damaligen Gesprächs und seine Unerschrockenheit begleiteten auch mich in meinem Engagement für Kultur…

Hier die Reproduktion des Interviews zum Nachlesen: Hilmar Hoffmann

Das Gespräch führte Petra Kammann im Frühjahr 2005.

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MB: Buchkünstler-Rätsel demnächst im Klingspor Museum in Offenbach zu lösen

2018, Juni 3.

Rätselhafter Künstler der Delphine 

Bekannt wurde er mit seinen 1903 erschienenen Illustrationen zu Oscar Wildes Salome und gehört zu den bedeutendsten Buchillustratoren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Daneben war er auch als Buchgestalter und Schriftkünstler tätig. Das Klingspor Museum besitzt eine der umfangreichsten Sammlungen seiner Werke… Wer ist’s?

Ein Quiz von A bis Z

Von Peter C. Hall

 

 

Am besten kommen Sie nach Offenbach, um im Klingspor Museum sein Werk kennenzulernen!

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„Frank Auerbach und Lucian Freud. Gesichter“ im Städel

2018, Mai 28.

Auf der Suche nach Wahrheit und Erkenntnis

Erstmals Hauptwerke der beiden figurativen Künstler in gemeinsamer Schau

Von Hans-Bernd Heier

Frank Auerbach und Lucian Freud zählen zu den bedeutendsten figurativen Künstlern der englischen Nachkriegskunst. Dank mäzenatischer Unterstützung konnte das  Städel Museum zwei Werke dieser Ausnahmekünstler erwerben. Hinzukommen einige als Schenkungen zugesagte hochkarätige Arbeiten, die den Sammlungsbestand ausgezeichnet ergänzen. Dies nimmt die Graphische Sammlung des Städel Museums zum Anlass, erstmals Hauptwerke der beiden Künstler in einer gemeinsamen Ausstellung zu präsentieren.

Lucian Freud „Head of Bruce Bernard“, 1985, Radierung, 295 × 300 mm,  Köln; Foto: Städel Museum; © The Lucian Freud Archive / Bridgeman Images

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Luminale 3 – Spaziergang durch Frankfurt

2018, März 21.

IMPRESSIONEN

von Petra Kammann

Zur Luminale beeindrucken neue Orte und Lichtprojekte, die in dieser Woche auf abendlichen Spaziergängen durch Frankfurt entdeckt werden wollen.

Erstmalig dabei die ansonsten unbeleuchtete Fassade der zwischen 1908 und 1910 von Franz Roeckle erbauten Westend-Synagoge mit einer derzeit fulminanten Lichtprojektion. Ein Kleinod, das sich auf einem abendlichen Luminale-Spaziergang durch das Westend zu entdecken lohnt.

Überraschend die mit einem dekonstruierten Lichtmuster überzogene Westend-Synagoge;  alle Fotos: Petra Kammann

„Die Synagoge war und ist das religiöse Zentrum unserer Gemeinde und gleichzeitig ein historisch bedeutender sowie architektonisch interessanter Ort. Mit unserer Teilnahme unterstreichen wir, dass die Jüdische Gemeinde ein Bestandteil der Stadtgesellschaft und unserer Stadt ist“, so der Kulturdezernent der Jüdischen Gemeinde Frankfurt Marc Grünbaum.

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Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis … Fotografien von Paulina Heiligenthal

2018, März 18.

Von Erhard Metz

Wir betrachten eine Serie von farbigen Photographien (wir verwenden eingangs bewußt diese ältere Schreibweise) der Fotokünstlerin Paulina Heiligenthal. Warum? Serien von Farbfotografien sehen wir überall. Warum also gerade diese? Weil diese „Lichtmalerei“ – phos, Licht; graphein, malen, zeichnen – der „Lichtmalerin“ uns sehen, uns auf die Abbilder einer irdische Welt blicken und uns dabei erahnen lässt, was wir durch unser Sehen nicht zu ergründen vermögen. Denn:

„Alles Vergängliche
ist nur ein Gleichnis …“

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Brigitte Binzer-Zitouni: „Ägyptische Triptychen“

2018, März 9.

Trichotomie und Geometrie, Form und Farbe

Von Erhard Metz

1981 die erste Gruppenausstellung, ein Jahr darauf die erste Einzelausstellung – die anschließende Reihe der Werkschauen der Malerin, Kunstpädagogin und Städel-Meisterschülerin Brigitte Binzer-Zitouni in Galerien, öffentlichen wie privaten Ausstellungsstätten und Kunstvereinen füllen bald zwei gedruckte Katalogseiten. Vielfältige Werkgruppen sind entstanden, Papierarbeiten in Aquarellfarben, Pastell- und Ölkreiden, Arbeiten in Acryl auf Papyros, darunter ihre Kalendarien „Nilreise“ und „Kairo“, ihr 24-teiliger Stundenkalender auf Japanpapier, das Polyptychon „Euro“ (5 bis 500 Euro) in Acryl, Arbeiten auf Postkarten, expressive Schwarz/Weiß-Malereien in Acryl auf Papier und natürlich Tafelbilder, letztere im mittleren Format, früher teils in Eitempera, später in Acryl auf Nessel auf Holz. Mit diesen Tafelbildern hat es seine besondere, uns faszinierende Bewandtnis: es sind Triptychen. „Ägyptische Triptychen“ – so der Name dieser außergewöhnlichen Reihe. Auf sie wollen wir uns konzentrieren.

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Ägyptisches Triptychon Nr. 47_4, 1997, 2007, 100 x 120 cm Weiterlesen

Frankfurt 2017 – Eine Rückblende

2017, Dezember 30.

Ein Jahresreigen und Frankfurts beständiger Auf- und Umbau

Ein kleiner Rückblick auf das Jahr 2017 zeigt, wie vielfältig die kulturelle Szene in Frankfurt / RheinMain einst war und wie sehr sie heute immer noch in Bewegung ist. Typisch für die freie Bürgerstadt, in der die deutschen Kaiser gewählt wurden und viel später dann die erste deutsche Demokratie in der Paulskirche grundgelegt wurde. Die traditionelle Messe- und Geldstadt, die sich als Drehscheibe für Königsbesuche und den Fernhandel empfahl, zeichnete sich daher immer schon durch ihre Internationalität aus und das schon ganz ohne Flughafen.

Text und Fotos: Petra Kammann

                     

Fenster auf die Geschichte im frisch eröffneten Historischen Museum und diskret-pfiffiger Hinweis auf die Magritte-Ausstellung 2017 in der Schirn

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Erlesene Selbstporträts aus der Sammlung Frerich in den Opelvillen in Rüsselsheim

2017, Dezember 17.

Selbstinszenierung oder Selbstbefragung? Künstler des 20. Jahrhunderts blicken in den Spiegel

Der Kölner Zahnarzt Dr. Günter Frerich (1929‒2013) hat über Jahrzehnte gezielt und konsequent Künstler-Selbstbildnisse gesammelt. Im Laufe der Jahre hat er mehr als 400 Handzeichnungen, Druckgrafiken und Fotografien von 158 Künstlerinnen und Künstlern zusammentragen. Dabei gelang es dem leidenschaftlichen Sammler, der vom menschlichen Gesicht fasziniert war, eindrucksvolle, qualitativ hochwertige Selbstporträts auf Papier ausfindig zu machen. Eine erlesene Auswahl der Frerichs-Kollektion ist noch bis zum 8. April 2018 der Ausstellung „Das Selbstporträt“ in den Opelvillen in Rüsselsheim zu bewundern.

Von Hans-Bernd Heier

Max Liebermann, Selbstporträt, zeichnend, Kohle, 1921; Foto: Peter Hinschläger

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Stadtmuseum Hofheim zeigt „Ida Kerkovius – im Herzen der Farbe“

2017, Dezember 12.

Zauberin der Farbe mit unverkennbarem Kolorit

Von Hans-Bernd Heier

„Die Farbe ist mir angeboren, hat mir niemals eine Schwierigkeit gemacht“. Mit dieser selbstbewussten Äußerung unterstrich Ida Kerkovius ihre besondere Begabung, die Farbe intuitiv in all ihren facettenreichen Wirkmöglichkeiten einzusetzen und diese neben der Form zum wesentlichen Ausdrucksträger ihrer Bilder zu machen. Für ihr gesamtes malerisches Werk – sowohl das gegenständliche als auch das abstrakte – ist ein außergewöhnliches, intensives Kolorit charakteristisch. Unter dem Titel „Ida Kerkovius – im Herzen der Farbe“ widmet das Stadtmuseum Hofheim der großen Künstlerin der Klassischen Moderne eine umfassende Ausstellung.

„Verkündigung (Selbstbildnis)“, Öl auf Leinwand, 1932; Kunstmuseum Stuttgart

Bereits als junges Mädchen war Ida von Farbe fasziniert. Als sie in Riga, wo sie 1879 als viertes von 12 Kindern in einem wohlhabenden Elternhaus geboren wurde, eine Ausstellung einer Schülerin von Adolf Hölzel sah, war sie sogleich von seinem Farben-Kanon begeistert. Sie beschloss, bei diesem bedeutenden Lehrer, der auf Goethes Farbenlehre aufbauend eine eigene Farbtheorie entwickelt hat, ihre Studien fortzusetzen – zunächst in der Künstlerkolonie Dachau. Diese Zeit war für sie prägend, da sie dort das von Hölzel gelehrte flächige Sehen erlernte, mit dem sie die dreidimensionale Natur auf die zweidimensionale Leinwand übertragen konnte. Später wurde sie in Stuttgart seine Meisterschülerin und Assistentin mit eigenem Atelier an der Akademie. Auch Oskar Schlemmer, Johannes Itten, Willi Baumeister und kurze Zeit auch Emil Nolde zählten zu Hölzels berühmten Schülern.

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