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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kunstszene Frankfurt/Offenbach

Max Weinberg †

2018, April 19.

Von Erhard Metz

Zweieinhalb Stunden können im Leben viel bedeuten – wie viel, konnte ich am Mittwoch Nachmittag für mich selbst erfahren, im Frankfurter Hospital zum Heiligen Geist. Max (Moshe) Weinberg wollte ich besuchen, am Wochende wurde mir geschrieben, er freue sich sehr über Besuch an seinem „temporären“ Ort. Temporär, in der Tat: Als ich ins Krankenzimmer eintrat, wurde mir die wahre Bedeutung dieses Wortes bewußt. Max Weinberg war vor zweieinhalb Stunden entschlafen.

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Gerhard Richters Frühwerk in Wiesbaden

2018, April 5.

Irritationen und Scheinobjektivität – Schönheit als optische Täuschung

Von Petra Kammann

Gerhard Richter, Foto: Petra Kammann

In der Sammlung des Museums Wiesbaden befinden sich derzeit nicht nur sechs frühe Arbeiten Gerhard Richters aus den Jahren 1964 bis 1968. Das Museum Wiesbaden war 1966 auch eine der ersten Ausstellungsorte der Schlüsselfigur der Malerei des 20. Jahrhunderts: Gerhard Richter.

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Marielies-Hess-Kunstpreis 2019 an Marko Lehanka

2018, März 28.

Von Erhard Metz

Die 1966 gegründete und ehrenamtlich geführte, nach der Ehefrau des früheren Intendanten des Hessischen Rundfunks Werner Hess benannte Marielies-Hess-Stiftung e.V. fördert und unterstützt bildende Künstlerinnen und Künstler, die eine Verbindung zum Land Hessen aufweisen. Inzwischen zeigte sie auf rund 90 Ausstellungen Arbeiten von mehr als 400 Kunstschaffenden. Seit 2011 vergibt sie alle zwei Jahre den mit 4.000 Euro dotierten und mit einer Ausstellung in Frankfurt am Main verbundenen Marielies-Hess-Kunstpreis. Verliehen wird er an namhafte ältere, in Hessen geborene, ausgebildete oder in Hessen arbeitende Künstlerinnen und Künstler, „die durch die Qualität ihrer Werke überzeugen und einen besonderen Beitrag zu Kunst und Kultur leisten, deren Arbeiten durch Ausstellungen, Präsentationen und Ankäufe in Hessen präsent gewesen oder es noch sind sowie solche Künstlerinnen und Künstler, die in den vergangenen Jahren nicht so häufig gezeigt wurden, sich aber durch ihr Lebenswerk auszeichnen“.

Marko Lehanka, Portrait-Selfie, 2018 Weiterlesen

Lichtkunst im AtelierFrankfurt: Beitrag zur Luminale 2018 (4)

2018, März 23.

Von Erhard Metz

Fünf Tage Luminale im AtelierFrankfurt, Lichtkunst dort fast im gesamten Erdgeschoß – damit setzt das größte Atelier- und Ausstellungshaus in Hessen seinen eigenen Akzent im diesjährigen Luminale-Geschehen. Sieben Positionen greifen wir aus dem Lichtspektakel heraus – „spectaculum“ hier übersetzt mit Begriffen wie „Aufsehenerregendes“, „Augenweide“.

Diese „Augenweide“ beginnt bereits im Hof des stattlichen, Künsten und Kreativität gewidmeten Gebäudes: mit „L’a nuit m’appelle“, einer eben „spektakulären“ Fassaden-Projektion von Matthieu Cretté, begleitet (ab 19 Uhr) von der Performance „Frankfurt Travelling“ von Edwin Schäfer und Matthieu Cretté.

Die sich stets verändernde Projektion – im Bild beispielsweise erkennen wir unschwer ein menschliches Gesicht – bespielt die linke Fassade des Innenhofs mit arabesken Zeichen und Chiffren und bezieht auch das Torhaus mit ein. Wir gehen davon aus, dass die Inszenierung auch die hier und dort zur Akzentuierung erleuchteten Fenster einschließt als Teil der künstlerischen Gesamtkonzeption. Malerisch die kontrastierende, durch geöffnete Fenster sichtbare Einrichtung der Zimmer im Torhaus mit links und rechts jeweils einer Deckenlampe im teils hell, teils spärlich erleuchteten Raum. Ein gelungener Auftakt, der den Appetit auf Lichtkunst auch im Inneren des Künstlerhauses weckt.

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Die Frankfurter Luminale 2018 – eine kleine Auswahl (2)

2018, März 17.

KUNSTVEREIN EBENE  B1 E.V.

Kunst, die sich mit dem Alltag auseinandersetzt. Eine erste Erkundung

Brain flash – Flash your brain. Und große Oper.

Frankfurt. S-Bahnstation Taunusanlage, zentral gelegen an der Mainzer Landstraße im Bereich des Opernplatzes zwischen den Türmen der Deutschen Bank und der grünen Taunusanlage. Seit den 70er Jahren ein wichtiger Knotenpunkt für Berufspendler, da viele Unternehmen, vor allem aus der Finanzbranche, in unmittelbarer Nähe ihren Sitz haben. Außerdem ist sie ein zentraler Haltepunkt des sogenannten City-Tunnels, einer S-Bahnstrecke, welche den Frankfurter Hauptbahnhof mit dem Frankfurter Südbahnhof sowie mit Frankfurt-Oberrad verbindet. Tausende von Menschen  – rund 30 000 Personen passieren tagtäglich diesen Ort–, vor allem aber in den Stoßzeiten am Morgen und am Abend, so dass dieser Ort schon in den Neunziger Jahren zu einem schwierigen sozialen Brennpunkt wurde.

Von Petra Kammann

„Brain flash- flash your brain“ von Raumlabor (Christian Uitz), Fotos: Petra Kammann

Aufgewertet wurde die Station seit 2015 durch eine edlere Ausstattung sowie durch eine verbesserte Orientierung mit Hilfe gezielter Beleuchtung.

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Jutta Heun: „Giantesses Landfall“ in der Frankfurter Galerie Söffing

2018, Februar 25.

Was trägt eine Riesin in ihrer Handtasche?

Von Erhard Metz

Nein, Riesen mag Jutta Heun nicht so sehr, Riesinnen umso mehr. Das ist verständlich, jedenfalls für den einfühlsamen Mann. Ist es doch generell ein Credo der Künstlerin und Gründerin des vom ZONTA Club Frankfurt II Rhein-Main alle zwei Jahre verliehenen Preises ZONTA Art Contemporary, Frauen als bildende Künstlerinnen zu fördern. Aber auch ein einfühlsamer Mann ist nicht frei von Neugierde: Was hat es auf sich mit den Riesinnen? Riesinnen sind natürlich auch Frauen. Und Frauen tragen bekanntlich Handtaschen. Also auch Riesinnen? Jutta Heun meint: ja! Was aber führen Riesinnen darin mit sich? Die fantasivolle Zeichnerin weiß die Antwort: Alles, was Riesinnen eben so benötigen, wenn sie sich das Land erobern, eben für ihren „landfall“.

Largely Bag, crayon on paper, 150 x 150 cm, Totale und Details Weiterlesen

Vivace – Inge Kerstings Arbeiten im Nebbienschen Gartenhaus

2018, Februar 4.

Lob des Lebens und Reminiszenzen auf die „Serenissima“

Von Hanneke Heinemann

Traces III, Aquarell

Blass-grün-blaue Bilder, organische Formen mit Symbolen und Schriftzügen, Kügelchen, die sich zu Ketten und lebhaften Grüppchen formen, Öffnungen, die einen wie Augen anschauen und immer wieder Grün und Orange als vitale Farben – die Bilder der Ausstellung sind gar nicht so winterlich, wie man es vielleicht hätte erwarten können.

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Wahlprüfsteine „Bildende Künstlerinnen und Künstler“ im Ausstellungsraum Eulengasse (2)

2018, Januar 31.

Von Erhard Metz

40 Sitz- und noch einmal gefühlte 40 oder mehr Stehplätze, die räumlichen Kapazitäten so restlos erschöpft wie die Raumluft, denn es wurde wie erwartet „gemütlich warm“ im Ausstellungsraum Eulengasse, und zur allgemeinen Erwärmung trugen auch die engagiert vorgetragenen Diskussionsbeiträge der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler und sonstigen Personen aus dem Kreis der Kulturschaffenden bei. Es ging, um dies in Erinnerung zu rufen, um den Stand sowie den Stellenwert der freien, nicht institutionellen Kunstszene vor allem in der Stadt Frankfurt – im Vorfeld der bekanntlich für Ende Februar bzw. Anfang März (Stichwahl) anstehenden Wahl des Oberbürgermeisters. Dazu sollten „Wahlprüfsteine“ erarbeitet werden, zu denen sich die zur Wahl kandidierenden Persönlichkeiten äußern sollten.

(v.l.) Hanneke Heinemann, Felicia Herrschaft, Oberbürgermeister Peter Feldmann, Nargess Eskandari-Grünberg, Janine Wissler und Harald Etzemüller; Foto: Erhard Metz Weiterlesen

Galerie Perpétuel zeigt: „Städelschule: 200 Jahre – 200 Künstler“ (Folge 4)

2018, Januar 27.

Von Erhard Metz

Mit dieser Folge und damit der Abbildung von insgesamt über 20 Werken beenden wir unsere Schau auf die einzigartige, in ganz hohem Maße sehenswerte Ausstellung in der Frankfurter Galerie Perpétuel. Deren Inhaber Milorad Prentovic konnte die Galerie aus persönlichen Gründen bislang leider nicht in dem gewünschten Umfang öffnen, weshalb die Ausstellung um zwei Wochen verlängert werden soll. Gleichwohl bleibt es bei dem festgelegten Termin einer, nun sozusagen vorgezogenen, Finissage am kommenden Donnerstag, 1. Februar 2018, zu der eine größere Zahl der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler erwartet wird – allesamt ehemalige Studierende bzw. Lehrende der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – eben jener weltbekannten Städelschule.

Wie bereits an früherer Stelle erläutert werden die Werke hier, wie in der Ausstellung selbst, ohne Titel und Angaben zum Format und der Arbeitstechnik gezeigt. Ein großer Teil der Exponate ist käuflich erwerbbar, ferner umfaßt die Schau eine Reihe von Leihgaben, die insoweit nicht für einen Kauf zur Verfügung stehen.

Ein traum- wie zauberhaftes Interieur sehen wir von Piotr Jendrassek. Das Sehnsuchts- und Geheimnisvolle, das sich mit Fenster- und Türenbildern verbindet, setzt der Maler – mit dem luftig-leichten wie dennoch den Blick in die Außenwelt verwehrenden Vorhang und den zarten, wiederum in die Ferne weisenden Blautönen – in einer besonders sinnlichen Weise um.

Piotr Jendrassek Weiterlesen

Wahlprüfsteine „Bildende Künstlerinnen und Künstler“ im Ausstellungsraum Eulengasse

2018, Januar 24.

Von Erhard Metz

Das ist doch keine Kunst, oder? – das könnte sich ein Kunstsuchender in der Tat so manches Mal fragen, aber das ist ein anderes Thema und rechtfertigte eine eigene Artikelserie. Zur in Frankfurt am Main im Februar bzw. März 2018 (Stichwahl) anstehenden Oberbürgermeisterwahl hat sich der agile „EULENGASSE Verein zur Förderung zeitgenössischer Kunst und Kultur e.V.“ etwas besonderes einfallen lassen und sich dabei sehr viel – hoffentlich nicht zu viel – vorgenommen. Am kommenden Sonntag, 28. Januar 2018, 16.00 Uhr, veranstaltet er in seinem „Ausstellungsraum Eulengasse“ ein wahrliches Wahlkampfspektakel: Unter dem Motto „Das ist doch keine Kunst, oder?“ rollen Frankfurter bildende Künstlerinnen und Künstler Wahlprüfsteine vor die Füße einiger OB-Kandidatinnen und -Kandidaten. Es verspricht höchst spannend zu werden!

Bildnachweis: © Eulengasse e.V. Weiterlesen