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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kunstszene Frankfurt/Offenbach

Der Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2018 und die vier Finalisten im MMK3

2018, Juni 24.

Ikonisierungen und investigative Recherchen bildhafter Darstellungen

Als einer der renommiertesten Fotografie-Preise, der jährlich an einen zeitgenössischen Künstler vergeben wird, zeigt der Deutsche Börse Photography Foundation Prize wegweisende Tendenzen der Fotografie mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern auf, welche die aktuelle internationale Fotografieszene prägen. Und das Frankfurter MMK (Museum für Moderne Kunst) präsentiert nun schon zum dritten Mal im MMK3, dem Gebäude des alten Hauptzollamtes, die Ausstellung der vier Finalisten.

Von Petra Kammann

Luke Willis Thompsons ‚autoportrait‘ 2017, Installationsansicht MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Commissioned by Chisenhale Gallery and produced in partnership with Create, Courtesy of the Artist, Foto: Axel Schneider

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Ray 2018 – Fotografieprojekte Frankfurt/Rhein/Main – Extreme. Nomads im MMK1 (2)

2018, Juni 21.

Nomadentum heute 

Das Plakat zeigt Richard Mosse, Incoming, Filmstill, 2017 © Richard Mosse, mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und der Galerie carlier|gebauer

Bilder bestimmen unseren Alltag und unsere Wirklichkeit. Die Institutionen und Fotografie-Sammlungen in Frankfurt und der Region Rhein-Main mit ihrer bemerkenswerten Dichte und Kompetenz in Sachen Fotografie haben sich in ihrer 3. Auflage des RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain 2018  dem Thema EXTREME gewidmet, das uns derzeit auf den verschiedensten Ebenen begegnet. Darin kommt auf jeden Fall die Bildmächtigkeit des Mediums Fotografie besonders deutlich zum Vorschein. Und das anhand einer Vielfalt internationaler künstlerischer Strategien. Über 40 Künstlerinnen und Künstler, 15 Partnerinstitutionen, 10 Ausstellungsorte und 6 Städte im Rhein-Main-Gebiet haben sich insgesamt zusammengeschlossen, um die Heftigkeit dieses Fokus sichtbar zu machen. Mit Ausstellungen, zahlreichen Events und erstmals auch mit einem viertägigen Festival zum Triennale-Thema EXTREME wird die facettenreiche Auseinandersetzung mit der Fotografie bis zum 9. September 2018 im Rhein-Main-Gebiet beleuchtet, werden in insgesamt fünf Ausstellungen in verschiedenen Häusern in Frankfurt/RheinMain ausgewählte künstlerische Positionen und unterschiedliche Aspekte des Extremen, so im Museum für Moderne Kunst (MMK1) die EXTREME NOMADS präsentiert.

Von Petra Kammann

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LIU XIAODONG im NRW-Forum und in der Kunsthalle Düsseldorf

2018, Juni 20.

 

„Langsame Heimkehr“: Malen für Menschlichkeit

Als Liu Xiaodong zum ersten Mal aus seiner Heimat China ins Ausland reisen durfte, erlitt er gleich zwei Kulturschocks auf einmal. Zum einen musste er mit der unfassbaren Stadt New York fertig werden. Zum zweiten – man schrieb das Jahr 1993 – wollte dort niemand mehr etwas von Malerei wissen. Concept Art und Minimal Art bewegten die Kunst-Gemüter. Doch Herr Liu blieb beim Malen, denn das war und ist die Ausdrucksform, mit der er sein Gefühl für Menschlichkeit am besten darstellen kann. Zum Glück für Düsseldorf, wo in diesen Monaten zwei Hotspots der Kunstszene seine meist großformatigen und tief beeindruckenden Ölgemälde ausstellen. Daneben sind Bildskizzen, Fotografien übermalte Fotografien und Tagebuchnotizen des chinesischen Ausnahmekünstlers zu sehen.

Liu Xiaodong, Out of Beichuan, 2010©Liu Xiaodong

Von Angelika Campbell

Liu Xiaodong ist in Asien längst ein Superstar und gehört zu der legendären Künstlergeneration, die friedlich auf dem Platz des Himmlischen Friedens demonstrierte, mit dem System aneckte und Jahre später weltweit Furore machte. „Langsame Heimkehr“, eine gemeinsame Ausstellung von Kunsthalle Düsseldorf und NRW-Forum Düsseldorf, widmet ihm nun seit dem 9. Juni bis zum 19. August 2018 die weltweit erste umfassende Retrospektive.

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Katrin Trost: „That’s me“

2018, Juni 9.

Von Erhard Metz

Seit langem schon bestätigt uns nicht nur der Blick auf die samstägliche „Kunstmarkt“-Seite der FAZ in der Unlust, uns mit den Auswüchsen eines kanonisierten „Kunstmarktes“ zu befassen – obschon Hundertschaften von Künstlerinnen und Künstlern allein in Frankfurt am Main froh wären, zumindest zeitweise einmal auf der finanziellen Sonnenseite eines seine jeweiligen Lieblinge hypenden Kunstbetriebs zu stehen, niemand könnte es ihnen verdenken. Nein, statt dessen suchen wir Trost (nomen est omen?) bei oft genug geglücktem, wenn auch durchaus noch experimentierendem, umso lebendigerem – und leider oft genug prekär-brotlosem – Kunstgeschehen ganz woanders: in den hiesigen Atelierhäusern zum Beispiel. Etwa im nun einer gesicherten weiteren Dekade entgegensehenden Künstlerhaus Atelierfrankfurt. In 130 Studios arbeiten dort Kunstschaffende, Absolventen von Städelschule und HfG oder anderen Universitäten und Akademien, auch Abbrecher oder Autodidakten (warum in aller Welt denn nicht?), sie suchen und ringen in ihren oft stillen Atelierkämmerchens nach ihnen adäquaten Ausdrucksformen. Wir schauen uns dort öfter mal um, man kennt und begegnet sich und wird hier und da in den schier endlosen Fluren, auch jenseits von „open doors“ und Publikumstagen, gerne mal zu einem Blick in eine geheimnisvolle künstlerische Welt eingeladen.

„That´s me“ (1), Kugelschreiberzeichnung, 2016, 10 x 10 cm ungerahmt / 12,3 x 12,3 cm gerahmt

So oder ähnlich begegneten wir auch Katrin Trost, diplomierte Absolventin in den Fächern Visuelle Kommunikation im Bereich Freie Gestaltung und Malerei bei Professor Adam Jankowski und Bildhauerei bei Professor Wolfgang Luy an der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach. Weiterlesen

Aufatmen im Künstlerhaus Atelierfrankfurt über Vertragsverlängerung

2018, Mai 20.

Wenn in Frankfurt am Main die Dezernentin für Kultur und Wissenschaft und der Dezernent für Bau und Immobilien kurzfristig „über Nacht“ zu einer gemeinsamen Pressekonferenz in den Magistratssaal einladen, steht Bedeutsames zu verkünden an: Der Standort und damit die Zukunft des größten Künstlerhauses Hessens namens Atelierfrankfurt ist für weitere zehn Jahre gesichert!

Von Erhard Metz

Atelierfrankfurt in wechselndem Licht: der beleuchtete Turm des Gebäudes in der Schwedlerstraße während der Luminale

„Veränderungen gehören zum Leben“ leitete Stadträtin Ina Hartwig ihr Statement ein. Bereits vor längerem wurde bekannt, dass der Eigentümer der Liegenschaft, der Immobilienunternehmer, Kunstsammler und langjährige Vorsitzende des Frankfurter Kunstvereins Michael Loulakis, das Gebäude in der Schwedlerstraße veräußern werde. Der Fünf-Jahres-Vertrag zwischen Loulakis und der Stadt Frankfurt über die Nutzung des Gebäudes läuft zum 30. Juni 2018 aus.

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Lumières D’Afriques – Afrika leuchtet. In Darmstadt

2018, Mai 1.

Ausstellung im Haus von EUMETSAT, der Europäischen Organisation für meteorologische Satelliten, in Darmstadt

Lumières d’Afriques – eine sowohl künstlerische als auch sozial-politisch wichtige Schau mit 54 afrikanischen Künstlern

Text und Fotos Renate Feyerbacher

von links: Nyaba Leon Ouedraogo „Generation C, /Burkina Faso // Helen Nabukenya Uganda, Gastineau Massamba  République du Kongo „673 A“

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Max Weinberg †

2018, April 19.

Von Erhard Metz

Zweieinhalb Stunden können im Leben viel bedeuten – wie viel, konnte ich am Mittwoch Nachmittag für mich selbst erfahren, im Frankfurter Hospital zum Heiligen Geist. Max (Moshe) Weinberg wollte ich besuchen, am Wochende wurde mir geschrieben, er freue sich sehr über Besuch an seinem „temporären“ Ort. Temporär, in der Tat: Als ich ins Krankenzimmer eintrat, wurde mir die wahre Bedeutung dieses Wortes bewußt. Max Weinberg war vor zweieinhalb Stunden entschlafen.

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Gerhard Richters Frühwerk in Wiesbaden

2018, April 5.

Irritationen und Scheinobjektivität – Schönheit als optische Täuschung

Von Petra Kammann

Gerhard Richter, Foto: Petra Kammann

In der Sammlung des Museums Wiesbaden befinden sich derzeit nicht nur sechs frühe Arbeiten Gerhard Richters aus den Jahren 1964 bis 1968. Das Museum Wiesbaden war 1966 auch eine der ersten Ausstellungsorte der Schlüsselfigur der Malerei des 20. Jahrhunderts: Gerhard Richter.

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Marielies-Hess-Kunstpreis 2019 an Marko Lehanka

2018, März 28.

Von Erhard Metz

Die 1966 gegründete und ehrenamtlich geführte, nach der Ehefrau des früheren Intendanten des Hessischen Rundfunks Werner Hess benannte Marielies-Hess-Stiftung e.V. fördert und unterstützt bildende Künstlerinnen und Künstler, die eine Verbindung zum Land Hessen aufweisen. Inzwischen zeigte sie auf rund 90 Ausstellungen Arbeiten von mehr als 400 Kunstschaffenden. Seit 2011 vergibt sie alle zwei Jahre den mit 4.000 Euro dotierten und mit einer Ausstellung in Frankfurt am Main verbundenen Marielies-Hess-Kunstpreis. Verliehen wird er an namhafte ältere, in Hessen geborene, ausgebildete oder in Hessen arbeitende Künstlerinnen und Künstler, „die durch die Qualität ihrer Werke überzeugen und einen besonderen Beitrag zu Kunst und Kultur leisten, deren Arbeiten durch Ausstellungen, Präsentationen und Ankäufe in Hessen präsent gewesen oder es noch sind sowie solche Künstlerinnen und Künstler, die in den vergangenen Jahren nicht so häufig gezeigt wurden, sich aber durch ihr Lebenswerk auszeichnen“.

Marko Lehanka, Portrait-Selfie, 2018 Weiterlesen

Lichtkunst im AtelierFrankfurt: Beitrag zur Luminale 2018 (4)

2018, März 23.

Von Erhard Metz

Fünf Tage Luminale im AtelierFrankfurt, Lichtkunst dort fast im gesamten Erdgeschoß – damit setzt das größte Atelier- und Ausstellungshaus in Hessen seinen eigenen Akzent im diesjährigen Luminale-Geschehen. Sieben Positionen greifen wir aus dem Lichtspektakel heraus – „spectaculum“ hier übersetzt mit Begriffen wie „Aufsehenerregendes“, „Augenweide“.

Diese „Augenweide“ beginnt bereits im Hof des stattlichen, Künsten und Kreativität gewidmeten Gebäudes: mit „L’a nuit m’appelle“, einer eben „spektakulären“ Fassaden-Projektion von Matthieu Cretté, begleitet (ab 19 Uhr) von der Performance „Frankfurt Travelling“ von Edwin Schäfer und Matthieu Cretté.

Die sich stets verändernde Projektion – im Bild beispielsweise erkennen wir unschwer ein menschliches Gesicht – bespielt die linke Fassade des Innenhofs mit arabesken Zeichen und Chiffren und bezieht auch das Torhaus mit ein. Wir gehen davon aus, dass die Inszenierung auch die hier und dort zur Akzentuierung erleuchteten Fenster einschließt als Teil der künstlerischen Gesamtkonzeption. Malerisch die kontrastierende, durch geöffnete Fenster sichtbare Einrichtung der Zimmer im Torhaus mit links und rechts jeweils einer Deckenlampe im teils hell, teils spärlich erleuchteten Raum. Ein gelungener Auftakt, der den Appetit auf Lichtkunst auch im Inneren des Künstlerhauses weckt.

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