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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kunstszene Frankfurt/Offenbach

Klassiker der Fotografie: „Gold“ und „Genesis“ von Sebastião Salgado

2019, Dezember 11.

Zwei gewichtige Bildbände des Friedenspreisträgers als Fundus des Sehens 

von Uwe Kammann

South Sandwich Islands. Chinstrap penguins (Pygoscelis antarctica) on icebergs located between Zavodovski and Visokoi islands. South Sandwich Islands. 2009, Photo: Sebastião SALGADO in „Genesis“ /Taschen Verlag

Als Sebastião Salgado den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt, hingen links und rechts des Rednerpults in der Paulskirche riesengroß zwei seiner ikonischen Fotos. Das eine zeigte einen silberglänzenden Flußlauf in einem zum Horizont zulaufenden Tal, das andere dichte Menschenketten an halsbrecherisch aufsteigenden Leitern an einem steilen Hang. Bilder aus zwei seiner Hauptwerke: „Genesis“ und „Gold“. Und damit repräsentativ für die zwei Seelen, wie es der Fotograf einmal ausdrückte, in einer und derselben Person.

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Ein Muss: Die Ausstellung „Herbstfeuer“ von Johannes Heisig in „DIE GALERIE“ in Frankfurt

2019, November 18.

Expressive Kraft und hohe Intensität

Von Uwe Kammann

Gehört diese Ausstellung auch zu den Wendepunkten, zu einer Normalisierung, zur neuen Offenheit, zur Abwendung vom Schubladendenken, wenn die Buchstabenkombination DDR mit im Spiel ist? Nun, sicher nicht hier, denn die renommierte Galerie am Frankfurter Grüneburgweg, die in raffinierter Vereinfachung auch noch „DIE GALERIE“ heißt, stellt nicht zum ersten Mal einen Künstler aus, der in der DDR gelebt hat. Diesmal, bei Johannes Heisig, ist es eine Wiederholung. Denn schon vor sechs Jahren, als Heisig gerade mit 60 einen runden Geburtstag feierte, wurde ihm eine reich bestückte Ausstellung gewidmet, die durch viele Institutionen weiterwanderte.

Johannes Heisig bei der Vernissage in „DIE GALERIE“, Foto: Petra Kammann

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Nach Frankfurt der Liebe wegen: van Gogh im Städel

2019, Oktober 23.

Eine außergewöhnliche Ausstellung verdankt sich auch einem Autobahn-Stau

Von Uwe Kammann

Medienrummel vor der Eröffnung am Eingang zur Ausstellung, Foto: Petra Kammann

Wer sich der Mitte der Woche beginnenden Monumentalausstellung „Making van Gogh“ nähern will, der sollte sich nicht von dem mehr als albernen 30-Sekunden-Trailer des Städel beirren lassen. Auch nicht von dem modischen „Making“, das mit dem Werdegang des Jahrhundertmalers so gar nichts so tun hat. Auch auf die zur Augenschau ausgestreuten Schaumzuckerherzen auf Fruchtgummi-Basis sollte er verzichten, denn die schmecken scheußlich. Vielleicht sollten van-Gogh-willige Besucher sich vorher „Loving Vincent“ (trotz des Titels) anschauen – ein aus 65.000 Ölgemälden zusammengesetzter Kinofilm, der – welch verrückte Idee –, durch die schnelle Bildfolge animiert wirkt. Diese erzählerische Methodik im Stile des Malers ließ vor zwei Jahren staunen. Der jetzt gerade in die Kinos gekommene Film „An der Schwelle zur Ewigkeit“, in dem der Künstler Julian Schnabel seine Sicht auf die Lebensgeschichte des holländischen Malers erzählt, ist da wesentlich konventioneller. Aber das Städel geht ja ohnehin einen ganz anderen Weg…

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Ein Gespräch mit den Frankfurter Architekten Bilger Fellmeth

2019, August 26.

Bauen in der Stadt: Was hat Bestand? Was bedeutet es, heute neue hochwertige und nachhaltige Wohn- und Lebensräume in der Stadt zu schaffen? Über diese und ähnliche Fragen sprach für FeuilletonFrankfurt Petra Kammann mit Achim Bilger und Simon Fellmeth.

Besuch beim Frankfurter Architekten-Duo Simon Fellmeth (l) und Achim Bilger (r)

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„Engelsruhe“ auf Rädern – Das neue und das alte „Neue Frankfurt“

2019, August 9.

von Petra Kammann

Typisch für die Bauweise des „Neuen Frankfurt“ – schlichte Blockrandbebauung und viel Grün wie hier in der Römerstadt, Foto: Petra Kammann

„Engelsruhe“ weckt zunächst Assoziationen, hier könnte die Welt noch in Ordnung sein, weil Engel die Hand über sie halten. Tatsächlich handelt es sich bei der „Engelsruhe“ aber um den Namen einer Ernst-May-Siedlung, die als reines Wohngebiet am Rande von Unterliederbach (Engelsruhe 51-97, Alemannenweg 52-70 und 72-86, Markomannenweg 32-38, 31-37, Cheruskerweg 50-54, 57), zwischen 1929 und 1930 unter der Ägide des damaligen Stadtbaurats Ernst May entstanden ist.

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Estine Estenfelder †

2019, Juli 31.

Zum Tod der bedeutenden Frankfurter Fotografin, Fotokünstlerin und Gestalterin

Von Erhard Metz

Wer sie kennenlernen durfte, bei Ausstellungen, Vernissagen und Pressekonferenzen, bei kulturellen Veranstaltungen im Grunde jeglicher Art in ihrer Heimatstadt Frankfurt am Main und darüber hinaus, wird sie als einen besonderen Menschen in Erinnerung behalten. Begabt mit ihrem schier unerschöpflichen Reichtum an Kreativität und Ideen, mit ihrer Fähigheit, nahezu jeden Gegenüber mit ihren neuesten Vorhaben zu überzeugen und zu begeistern, mit ihrem beispielgebenden Optimismus und ihrer angeborenen, ihr Leben prägenden Offenheit, Aufgeschlossenheit und Fröhlichkeit gewann sie die Herzen all derer, die ihr begegneten.

Estine Estenfelder in ihrem Lieblingsfahrzeug, dem von ihr und ihrem Mann 1977 gestalteten Frankfurter „Ebbelwei-Expreß“; Foto: Claudia Neff

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Carl Hagemann – leidenschaftlicher Sammler und großzügiger Mäzen

2019, Juli 15.

Ein erfülltes Leben inmitten von Kunst

Von Hans-Bernd Heier

Bildnis Dr. Carl Hagemann. 1928. Carl Hagemann, dargestellt von Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938): Bildnis Dr. Carl Hagemann, 1928; 121 x 90 cm; Städel Museum, Frankfurt am Main; Foto: Städel Museum – ARTOTHEK

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Absolventenausstellung 2019 der Städelschule (Folge 2)

2019, Juli 12.

Abschied, Aufbruch und andere Befindlichkeiten

Von Erhard Metz

Absolvent der Städelschule zu sein bedeutet in vielen Fällen Abschied nehmen: von der in mancher Weise Schutz und Fürsorge gewährenden Alma Mater, der Akademie und ihren Lehrenden; vom Studentenzimmer, ja von der Stadt Frankfurt selbst. Niwat Manatpiyalert hat aus diesen Umständen seine Absolventenarbeit gezimmert: ein Tisch, auf den er einen Stapel „nachempfundener“ Drucke des „Frankfurter Hauptbahnhofs“ von Max Beckmann gelegt hat, ein jeder Besucher kann ein Exemplar mitnehmen. Abreise (wohin?) scheint angesagt.

Niwat Manatpiyalert, Dietrichstraße 6, 2019, Holz, Poster, Tapete, Lampe, 200 x 200 x 60 cm, Poster 70 x 90 cm

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„Flügelschlag. Insekten in der zeitgenössischen Kunst“ im Sinclair-Haus

2019, Juli 10.

Von bemalten Insekten über „Lästlinge“ bis Mottenloch

Von Hans-Bernd Heier

Die Beziehung von Mensch und Insekt ist seit jeher von Ambivalenzen gekennzeichnet: von Nutzen und Schaden, Fluch und Segen, Faszination und Angst. Die Thematik ist aktueller und drängender denn je. Denn das Insektensterben hat den Blick der Menschen auf die kleinen Kerbtiere verändert: Ihre immense Bedeutung für das fragile ökologische Gleichgewicht der Natur ist nicht nur in den gesellschaftspolitischen Fokus geraten, sondern auch der Kunst. Mit der Ausstellung „Flügelschlag. Insekten in der zeitgenössischen Kunst“ widmet sich das Museum Sinclair-Haus diesem brisanten Thema. Zu sehen sind zeitgenössische Positionen von 20 nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern.

Akihiro Higuchi, HANA, H0118; © Akihiro Higuchi, Courtesy of Mikiko Sato Galerie, Hamburg

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Exquisite Jugendstilsammlung des Mäzens F. W. Neess in Wiesbaden

2019, Juli 4.

Ein Riesen-Glücksfall für die Stadt

Von Hans-Bernd Heier

Im Zuge einer äußerst großzügigen Schenkung erhielt das Landesmuseum Wiesbaden im März 2017 eine der bedeutendsten europäischen Privatsammlungen des Jugendstils und Symbolismus. Es ist die größte Schenkung, die das Haus je erhalten hat…

Ausstellungsansicht; Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

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