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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kunstszene Frankfurt/Offenbach

Angela Richarda Härets Poetisierung des Genius loci

2017, Mai 10.

von Brigitta Amalia Gonser

Angela-Richarda Häret poetisiert in ihren malerischen Abstraktionen den genius loci, die Spiritualität, das eigene Ambiente öffentlicher urbaner Räume und Landschaftsgärten. Dabei legt sie sich keineswegs auf eine Stilrichtung fest, weil sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen möchte. So entstehen formal unterschiedliche Zyklen wie „Central Park“, „Poems to the Landscape“ oder „Ode to the Colour“ vorerst als Serien authentischer skizzenhafter Miniaturen in Farbe, die dann in großflächige Bildformate umgesetzt werden. Doch sie entwickelt kein einheitliches Formenrepertoire, sondern eine große zyklische formale Diversität. Ihre Zyklen sind jeweils in sich geschlossene Universen. Ihr Kunstwollen ist kunsttheoretisch konzeptuell: sie spricht von ihrem „urban spirit“, während ihre realisierte formale Umsetzung empirisch intuitiv erfolgt.

Als Malerin ist die Künstlerin erfahren im Umgang mit der Materie und setzt in ihren kreativen Gestaltungen Experimentierfreude und Talent ein. Sie konzentriert sich ganz auf die Kraft der Farbe, die sie verwendet und welche die sinnliche Wahrnehmung anstößt. Ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit ist die sorgfältige Vermischung ihrer eigenen Pigmente in Acryl- Vinyl- und Ölfarben.

 o.T., Nr. 9, Ode to the Colour, 2014, Mischtechnik auf Papier, 14,5 x 10 cm Weiterlesen

Line Krom: „Cutting Back to Look Better“ – Installation im Frankfurter Ausstellungsraum Becker

2017, April 28.

Von Erhard Metz

Sparen ist angesagt – koste es, was es wolle. Auch wenn aktuell manche Kommunal- oder Länderhaushalte und auch der Bundeshaushalt nach der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung relevante Überschüsse erwirtschaften, wie es derzeit der Fall ist.

Sparen ist angesagt – in einem so „reichen Land“ wie Deutschland, nicht dort, wo es um Agglomeration und Vermehrung privater Vermögen geht (wie sie der jüngst erschienene „Fünfte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (5. ARB) ‚Lebenslagen in Deutschland‘ “ dokumentiert), sondern um öffentliche Haushalte. Und was geschieht, wenn dort – vermeintlich oder tatsächlich – gespart werden muß? Der Rotstift wird angesetzt. Und wo? Zu allererst bei der Kultur, wie seit jeher schon Beobachtungen und Analysen belegen. Und was ist Kultur? Bildende, darstellende Künste allemal.

Ein heikles Thema, (polit)parteilich umstritten. Die Frankfurter Künstlerin Line Krom nimmt sich ihm an. Nicht mit Verbalattacken, sondern auf leise und sanfte Weise, auf bildend-künstlerischen Pfaden, sublim eben und doch beredt und erkennbar jedem, der sich auf ihre Arbeiten einlässt, die derzeit in einer installativen Ausstellung in der Frankfurter (Zimmer-)Galerie Ralf Becker zu sehen sind.

Hier überzeugt uns wieder einmal konzeptuelle Kunst, wo – und weil! – sie sich nicht auf verschrobene und ins künstlerische „Wolkenkuckucksheim“ verschobene Ideen kapriziert, sondern mit sehr viel Wahrnehmbarkeit und großer Sinnlichkeit gepaart ist. Gepaart zumal auch mit einem rechten Maß an Süffisanz wie zugleich humorvoll vorgetragener Kritik am vorherrschenden Kulturbetrieb, was den Kunstgenuß vervollkommnet, wenn nicht gar erst ermöglicht. Line Krom ist mit „Cutting Back to Look Better“ ein veritabel geglücktes Beispiel solcher Kunst gelungen.

Line Krom in Ralf Beckers White cube-Ausstellungsraum – bereits bekannt als „Frankfurts kleinste Galerie“; Fotos: Erhard Metz

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Barbara Feuerbach: „von Geblüth“ in der Galerie ARTE GIANI

2017, April 5.

Von Erhard Metz

Vorsicht vor Barbara Feuerbach: vielleicht ist man ja selbst demnächst an der Reihe, dass man sich in einem Reigen ihrer Porträts wiederfindet: Denn sie knüpft sich in ihrem malerischen Schaffen einen nach dem anderen Typus von homo sapiens vor. Warum sollten nach „Eva und Adam“ (man beachte die Reihenfolge!) und den Märchenfiguren der Gebrüder Grimm, nach den „Bestäubern“ und „Dunkelmännern“, nach „Lipstick“-Mädels, „Flintenweibern“, „Badenixen“ und „Tanzpaaren“ nicht auch einmal Kuratorinnen und Kuratoren, Galeristinnen und Galeristen, gar die über ihre Kunstwerke schreibende journalistische Zunft der „spitzen Federn“ von der Künstlerin malerischem Blitz getroffen werden? Gerade letztere also sollten sich vor Barbara Feuerbachs „spitzem Pinsel“ in acht nehmen. Was also tun? Nur Gutes über sie schreiben? Das aber tun wir ohnehin von Herzen und Verstand und noch dazu sehr gerne, weil Barbara Feuerbach eine grossartige Malerin ist!

Heuer hat sie sich in den 62 in der Galerie ARTE GIANI leider nur noch bis zum kommenden Freitag ausgestellten Arbeiten des titelgebenden „Geblüths“ angenommen, der Kaiserinnen und Kaiser also, der Prinzessinnen und Prinzen, in ihrer unnachahmlichen Art mit listigem Augenaufschlag und mit der ihr eigenen liebevollen, pointierten, doch nie verletzenden Ironie. Wobei die männliche Spezies nicht immer ganz so gut wegkommt wie die weibliche, stets aber ohne feministischen Überbau und ideologiebesessenes Tamtam. Das Ironische in ihren Bildern anzuschauen gerät so nicht nur zur klammheimlichen, sondern zu einer Freude und Lust, zu der man sich offen bekennen kann.

↑↓ Aus der Serie „Die Kaiser aus dem Kaisersaal im Römer“, Tusche, Ölkreiden, Collage, jeweils gerahmt 62 x 44,5 cm; Fotos © Barbara Feuerbach


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„Patina der Zeit“: Fides Becker im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte

2017, April 2.

Von Brigitta Amalia Gonser

Seit 2010 bietet das Institut für Stadtgeschichte Frankfurter Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke in musealem Rahmen öffentlich zu präsentieren. Bis 18. Februar 2018 ist nun Fides Becker mit einer repräsentativen Auswahl ihres Schaffens der Jahre 2009 bis 2015 unter dem Motto „Patina der Zeit“ in den Foyers des Instituts für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster zu sehen.

Büste, 2010, Acryl und Eitempera auf Leinwand, 55 x 40 cm Weiterlesen

Corinna Krebber: „Leerelose Leere“ im KunstRaum Bernusstraße

2017, März 14.

„Ich bin hier, und es gibt nichts zu sagen“

Von Hanneke Heinemann

Mit diesem Satz samt der darin enthaltenen Pausen beginnt John Cage seinen „Vortrag über nichts“ (in: John Cage – Silence, Bibiothek Suhrkamp 1995). In einem in der Ausstellung gezeigten Leporello kann man diese Worte finden und lesen; die dort entnommenen Pausen sind Bestandteile des Werkes PARTITUR/an Cage, eines der beiden Werke, die sich in der zentralen Installation im großen Raum befinden.

… THE EXPERIENCE I HAD WAS IN THE SOUND-PROOF-ROOM, Leporello in Buchhülle, 12 x 18 cm, 2017

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