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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Frankfurter Kunstverein

„Rückbindung an die Welt“ im Frankfurter Kunstverein

2018, November 14.

Poetische Räume aus Teilen unseres Lebens…

von Petra Kammann

„Ein rein verstandesmäßiges Weltbild ganz ohne Mystik ist ein Unding“, sagte der österreichische Nobelpreisträger Erwin Schrödinger, der als einer der Begründer der Quantenmechanik gilt, der wohl wusste, wovon er sprach. Unter dem Titel „Rückbindung an die Welt“ verbirgt sich eine sowohl wissenschaftsbasierte als auch sinnlich erfahrbare Ausstellung im Frankfurter Kunstverein von drei jungen international renommierten Künstlern*innen: Hicham Berrada, Lucy Dodd und Sam Falls. Da gibt es nicht nur etwas zu verstehen und zu sehen – sondern sogar etwas zu riechen. Die Künstler aus verschiedenen Ländern eint die Erkenntnis, dass wir ein tieferes Verständnis von den Zusammenhängen der Natur und des Lebens verloren haben. Sie reagieren –  jeder für sich und auf individuelle Weise – darauf mit kreativen Lösungen. So sind im Kunstverein Werke zu entdecken, welche sich mit Elementen und Materialien beschäftigen, die Teile unseres Lebens ausmachen. Die Künstler zeigen neue Wege der Rückbindung an Natur und Welt auf, indem sie unmittelbar mit organischen Stoffen arbeiten, natürliche Phänomene wie Tag-Nacht-Rhythmen umfunktionieren oder die Zeit – heute ein rares Gut – schlicht entkoppeln und mit poetischen Parallelwelten dagegen an arbeiten….

Foyer des Frankfurter Kunstverein: Hier tritt man ein in eine andere Welt mit der neuen, sich wiederspiegelnden Altstadt, geheimnisvoll und leicht duftend, Foto: Petra Kammann 

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Der Himmel über Frankfurt beim Altstadtfest – Ein Bilderbogen

2018, September 30.

Foto-Impressionen vom 29. September 2018

von Petra Kammann

Frankfurt leuchtet…

Die große Illusion am Frankfurter Kunstverein: Framing Reality zum Altstadtfest

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Impressionen vom Saisonstart 2018 der Frankfurter Galerien (3) – Künstlerduo Winter/Hoerbelt

2018, September 26.

Von Turen und Ionen“ in der Galerie Heike Strelow:
Die Große Illusion“ über dem Frankfurter Kunstverein
Vertieft-Erhaben“ im Zentralen Werkstatt- und Verwaltungsgebäude
Der Blaue Kran“ am Hafen Offenbach

Von Erhard Metz

Es dürfte nicht zu viel versprochen sein: Das Künstlerduo Winter/Hoerbelt – es handelt sich um die Bildhauer Wolfgang Winter (geboren 1960 in Mühlheim am Main) und Berthold Hörbelt (1958 in Coesfeld geboren), beide studierten nach ihrer Ausbildung zum Steinbildhauer an der Kunsthochschule Kassel – ist zweifellos das bedeutendste und renommierteste seiner Art nicht nur in Frankfurt am Main und Hessen. Auch deutschlandweit zählt es zu den erfolgreichsten Künstlergemeinschaften, und es genießt ebenso auf europäischer und internationaler Ebene eine hohe Reputation. Ein Glücksfall für diese Stadt also und die Region Rhein-Main nicht zuletzt auch deshalb, weil die beiden wichtige ortsspezifische Projekte im öffentlichen Raum geschaffen bzw. weiter in Planung haben. Seit 1992 arbeiten sie in ihrem Atelier in Frankfurt zusammen. Ihre Werke waren unter anderem auf der Biennale in Venedig, den Skulpturprojekten Münster, der Yokohama Triennale und der Liverpool Biennale zu sehen; weltweit realisierten sie bislang über 80 Werke im öffentlichen Raum. In Frankfurt am Main ist das Duo durch die Galerie Heike Strelow vertreten.

Pixelkartoffel I, 2018, 3D Edelstahl-Spiegelblech, 113 x 76 x 10 cm Weiterlesen

Frankfurts „neue“ Altstadt für das Publikum eröffnet

2018, Mai 11.

Neuer Eingang des Frankfurter Kunstvereins zur Gasse „Hinter dem Lämmchen“

Von Erhard Metz

Oberbürgermeister Peter Feldmann eröffnet die „neue“ Frankfurter Altstadt

Dem vom 28. bis 30. September 2018 geplanten großen Altstadtfest wollte man nicht allzu weit vorgreifen – und doch fand die Eröffnung der „neuen“ Frankfurter Altstadt für das Publikum, wenn auch ohne einen förmlichen Festakt, bereits jetzt am 9. Mai statt. „Mit der Altstadt geben wir der Stadt ein Stück Herz und Seele zurück“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann am Pult auf dem beginnenden historischen Krönungsweg bei strahlendem Sonnenschein und fast hochsommerlichen Temperaturen. „Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt können sich nun das neue Quartier aneignen, ein Stück Frankfurter Geschichte erleben. Neben Stadtreparatur ist es mit der neuen Altstadt gelungen, wesentliche Momente der Frankfurter Stadtgeschichte in die heutige Zeit zu transportieren. Die Stadt wird so ein lebendiges Viertel gewinnen, das vor allem für die Frankfurterinnen und Frankfurter Anziehungspunkt sein wird.“ Weiterlesen

9. Festival der jungen Talente im Frankfurter Kunstverein

2018, Mai 3.

Von Erhard Metz

Wen gerade einmal wieder ein gewisser Überdruss am etablierten Kunstbetrieb mit mancherlei „more of the same“ zu packen droht, der ist in den nächsten Tagen im Frankfurter Kunstverein auf das Beste aufgehoben: Das diesjährige „Festival der jungen Talente“ wird ihm dort – leider nach der Eröffnung am heutigen Donnerstag Abend nur vom 4. bis zum 6. Mai 2018 – ein künstlerisch experimentierendes Feuerwerk abbrennen, das Freunde jungen und aktuellen Kunstgeschehens sich keinesfalls entgehen lassen sollten.

Das bereits 9. Festival dieser Art – im Jahr 2000 vom Verein für Kunstförderung Rhein-Main e.V. gegründet – gastiert heuer nach 2016 zum zweiten Mal im Frankfurter Kunstverein und damit in einem institutionellen Rahmen. Mitwirkende sind inzwischen die Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK), die Hessische Theaterakademie, das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen, die Hochschule für Bildende Künste Städelschule, die Studiengänge Dramaturgie und Curatorial Studies an der Goethe Universität Frankfurt sowie erstmalig die Kunsthochschule Mainz.

Pressekonferenz am 2. Mai 2018 mit (v.l.) Professor Heiner Blum, HfG Offenbach, Mitglied des Beirats, Julia Cloot, Stellvertretende Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Franziska Nori, Direktorin des Frankfurter Kunstvereins, und Grete Steiner, Vorsitzende des Vereins für Kunstförderung Rhein-Main, Offenbach Weiterlesen

Publikumsmagnet für Nachtschwärmer – Die lange Nacht der Museen 2018 in Frankfurt und Offenbach

2018, April 30.

Atemberaubender Kunstgenuss für alle Sinne

Alle Jahre wieder…

Wenn sich am 5. Mai die Nacht über die Stadt senkt, öffnen sich in über 40 Kulturstätten in Frankfurt und Offenbach die Tore zur NACHT DER MUSEEN 2018. Ein paar Tipps fürs nächste Wochenende

50 Jahre 68er: Happenings, Jazz & Minirock im Museum Giersch der Goethe-Universität – Die Schau „Freiraum der Kunst“ erinnert an die legendäre Studiogalerie auf dem Campus Bockenheim

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Bambusskulptur „Big trees“ von Joko Avianto am Haus des Frankfurter Kunstvereins

2016, August 18.

Bleiben oder gehen – der Name eines Albums der deutschen Punkband „Feine Sahne Fischfilet“. Zugegeben – wir kennen es nicht unmittelbar, dies mag generationsbedingt sein, zählen wir doch beileibe nicht mehr zu den Jüngsten dieser Republik.  Aber bleiben oder gehen – dies gilt, im Allgemeinen wie im Besonderen, auch für die Bambus-Skulptur am Haus des Frankfurter Kunstvereins, die Einheimische wie Touristen aus aller Welt seit Mitte September 2015 immer wieder staunend bewundern. Fast könnte man darüber spekulieren, was derzeit der grössere Publikumsmagnet der globalen Tourismusströme in Frankfurt am Main ist: der Römerberg, die Paulskirche, die sich immer deutlicher abzeichnende „neue Altstadt“ – oder eben jene gegenüber alldem so exotisch erscheinende, nicht so recht passen wollende Skulptur am Steinernen Haus des Kunstvereins?

„Big trees (Pohon besar)“ lautet der Titel der Skulptur, der indonesische Künstler Joko Avianto hatte sie im Herbst 2015 in wochenlanger Arbeit aus 1500 jeweils sechs Meter langen Bambusstäben geflochten. Sie war Teil der Ausstellung „Roots. Indonesian Contemporary Art“, die im Zusammenhang mit der letztjährigen Frankfurter Buchmesse (mit Indonesien als Gastland) eröffnet wurde und bis Anfang Januar dieses Jahres lief. Danach sollte das wuchernde Werk wie all die anderen Arbeiten der indonesischen Künstler abgebaut werden. Aber: Sie blieb! Nun bereits seit über einem halben Jahr!

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Joko Avianto, „Big trees (Pohon besar)“, 2015, Fassadeninstallation am Gebäude des Frankfurter Kunstvereins Weiterlesen

„Mechanismen der Gewalt“: Arcangelo Sassolino und Regina José Galindo im Frankfurter Kunstverein

2016, April 5.

Schüsse und dumpfe Schläge dröhnen im Frankfurter Kunstverein, fast schmerzen die Ohren und man spürt das Gebäude erzittern. Es geht heftig zur Sache in der Doppelausstellung „Mechanismen der Gewalt“, kuratiert von Direktorin Franziska Nori und Co-Kurator Eugenio Viola vom Museo d’Arte Contemporanea Donnaregina in Neapel.

Im Souterrain und im Erdgeschoss sowie den beiden oberen Etagen werden gemeinsam Skulpturen und Installationen des italienischen Künstlers Arcangelo Sassolino sowie Arbeiten der guatemaltekischen Künstlerin Regina José Galindo gezeigt. Es geht Sassolino und Galindo um ein „Ausloten der Grenzen der Kunst und die Beschäftigung mit der Frage nach ihrer Rolle in unserer Gesellschaft. Sie verweigern sich dabei einer Reduktion auf einen rein symbolischen Raum und konfrontieren ihre konzeptionellen Ideen mit sozialen oder materiellen Realitäten. Während die Auswirkungen von physischer Gewalt und Machtverhältnissen auf den Körper, sowohl auf den individuellen als auch auf den sozialen, ein zentrales Thema der kompromisslosen Performancekunst von Galindo sind, werden die von Sassolino durch Kräfte bestimmt, die jederzeit ihr Gewaltpotential entladen können“, so der Kunstverein.

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„Afasia 2“, 2008, Ausstellungsansicht, Stahl, Stickstoff 250 Bar, 53 x 70 x 70 cm, Foto FeuilletonFrankfurt, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy Pietro Fiorentini

Beginnen wir mit Arcangelo Sassolino. Gleich in der Eingangsebene wird der Besucher mit einem gegenüber dem Lärm aus den oberen Etagen verdächtig stillen Gefäss konfrontiert, dem er sich instinktiv mit Skepsis und Vorsicht nähert. Die Lektüre des Wandtextes bestätigt ihn in dieser Haltung, herrscht in der 600 Kilogramm schweren, mit Stickstoff befüllten Stahlkapsel doch ein Druck von 250 bar (zum Vergleich: dem Hundertfachen etwa eines mit Luft aufgepumpten Autoreifens). Unwillkürlich tritt man ein paar Schritte zurück, denn was wäre, wenn … Nun, das Objekt sei, liest man weiter, von der EU durch eine Fachinstitution geprüft und für Ausstellungszwecke zugelassen worden. Hoffen wir ’s. Weiterlesen

Trevor Paglen: „The Octopus“ im Frankfurter Kunstverein

2015, August 26.

Wer zum bevorstehenden Frankfurter Museumsuferfest unterwegs sein will – und das werden nicht wenige sein -, sollte keinesfalls die Doppelausstellung im Frankfurter Kunstverein versäumen, die am kommenden Sonntag, 30. August 2015, auslaufen wird.

Thomas Feuersteins opulentes Werk PSYCHOPROSA“ haben wir bereits vorgestellt. Heute werfen wir einen Blick auf die Parallelaustellung mit dem Werk „The Octopus“ des US-amerikanischen Künstlers Trevor Paglen.

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Trevor Paglen, Bildnachweis: Frankfurter Kunstverein

„Trevor Paglen macht sichtbar, was nach Willen der NSA unsichtbar bleiben soll. Der Frankfurter Kunstverein zeigt sein jüngstes Werk … Die Paglen-Retrospektive … liefert ein sehr gutes Argument dafür, warum eine Stadt neben den grossen Museumstankern einen Kunstverein braucht.“ Julia Voss, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19. Juni 2015

Trevor Paglens Bilder zeigen dokumentarisch geheime Orte der Macht, die nach den Interessen der die Macht Ausübenden verborgen bleiben sollten. Seine Kunst ist eine hoch politische, kann jedoch zugleich in einem gewissen, wohl eher zufällig sich ergebenden Kontext zu zwei anderen derzeit in Frankfurt gezeigten Ausstellungen gesehen werden, bei denen es ebenfalls um ein Verstecken, ein Verbergen, um ein Tarnen und „Unsichtbarmachen“ (wie es dem Tintenfisch, einer Oberart des Octopus, gelingt) geht: „Vom Verbergen“ – so bereits der Titel – im Museum Angewandte Kunst und – in einem weiteren Sinne – auch die Präsentation „Tuchfühlung – Kostas Murkudis und die Sammlung des MMK“ im MMK 2, bei der es unter anderem um ein lustbetontes textiles Verbergen des – weiblichen – Körpers geht. FeuilletonFrankfurt wird auf die Ausstellungen zurückkommen. Weiterlesen

Thomas Feuerstein: „Psychoprosa“ im Frankfurter Kunstverein

2015, Juni 10.

„Psychoprosa“: Von „Psilamin“ aus Dopamin und Psilocin und von Schleim als bildhauerischem Material

Ob der 1829 gegründete Frankfurter Kunstverein – er zählt nicht nur zu den ältesten, sondern inzwischen auch zu den grössten und international renommiertesten Kunstvereinen Deutschlands – jemals ein solches Spektakel in seinen Räumlichkeiten beherbergt hat, wie es sich derzeit im historischen, 1464 begründeten Steinernen Haus samt seinem heute unter Denkmalschutz stehenden Anbau aus den 1960er Jahren ereignet, wissen wir nicht, halten es aber kaum für möglich. Über die drei Ausstellungsebenen hinweg hat der österreichische Künster Thomas Feuerstein eine skulpturale Installation in Gestalt eines riesigen Laboratoriums errichtet, in welchem er aus Algen und Pilzen Dopamin und Psilocin gewinnt, mit denen er das von ihm synthetisierte und als „molekulare Skulptur“ deklarierte „Psilamin“ erzeugt. Und es kommt noch toller: Aus all den biochemischen Prozessen entsteht als Neben-, – wenn nicht gar als Hauptprodukt – Schleim!

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Thomas Feuerstein im Pressegespräch

Nun, Thomas Feuerstein, 1968 in Innsbruck geboren, ist wie gesagt Künstler, studierte in seiner Geburtssstadt Kunstgeschichte und Philosophie, promovierte, übernahm Lehraufträge und Gastprofessuren an verschiedenen Einrichtungen in Österreich und der Schweiz und an der Universität für angewandte Kunst in Wien, wo er heute lebt und arbeitet. Wenn er jetzt also „Psilamin“ erzeugt, so geschieht dies – wie er schmunzelnd einräumt – in „enger Zusammenarbeit“ mit zwei Biochemikern: Thomas Seppi von der Medizinischen Universität Innsbruck und dem Chemiker Ingo Wartusch.

Von einem Spektakel sprachen wir – und erinnern uns heute noch lebhaft an die riesige „Honigpumpe am Arbeitsplatz“ von Joseph Beuys zur documenta 6 im Jahr 1977 im Fridericianum Kassel (unserer Heimatstadt, in der wir zur Liebe zur Kunst sozialisiert wurden), oder etwa auch an Paola Pivis „Cocktail Party“ im Frankfurter Portikus, bei der gewaltig dröhnende Maschinerien unter anderem Rotwein, Olivenöl und Milch in einen überdimensionalen wie nachdenklich stimmenden Kreislauf brachten Weiterlesen