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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Biennale Arte Venedig

55. Biennale Arte Venedig 2013 (15)

2013, November 15.

„Schöne Tableaus“
Argentinien, Bolivien, Indonesien

Sonia Falcone, „Campo de Color“, 2012, Installation, verschiedene Pigmente und Gewürze

Ja, es riecht, es duftet nach allerlei Fremden in den Arsenale, und zu sehen gibt es dazu auch etwas: zu dem Geruch von Gewürzen aus aller Welt gesellt sich ein farbenprächtiges Spektakel. Die bolivianische Künstlerin Sonia Falcone hat es in der Ausstellungshalle Italo-Lateinamerikas installiert. 300 Schalen aus Ton sind mit kunterbunten Spezereien und Pigmenten gefüllt, zu kleinen spitzen Hügeln aufgeschüttet. Weiterlesen

55. Biennale Arte Venedig 2013 (14)

2013, November 14.

Deutlich: Der Pavillon Spaniens
Drastisch: Der Auftritt Chiles

Den spanischen Pavillon in den Giardini Pubblici bespielt (wie es so schön heisst) Lara Almarcegui mit einer riesigen, das gesamte Gebäude füllenden Installation, besser vielleicht gesagt Intervention. In allen Räumen sehen wir LKW-weise – nein, in Venedig Lastkahn-weise – herangeschafften Bauschutt: Backstein- und Dachziegelbruch, Glastrümmer, Sägemehl, Eisenschlacke, Asche – zu Bergen aufgehäuft, die Menge soll etwa dem Volumen an Material entsprechen, das seinerzeit zur Errichtung des Pavillons Verwendung fand. Eine weitere Arbeit ist auf der Insel Sacca Mattia/Murano zu sehen.

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55. Biennale Arte Venedig 2013 (13)

2013, November 12.

Der ägyptische Pavillon

Auch der Pavillon Ägyptens unter dem Motto „Treasuries of Knowledge“ – Schätze des Wissens – orientiert sich an dem Titel und Leitmotiv der diesjährigen Biennale „Der enzyklopädische Palast“, an dem Wissen der Menschheit also und dem heutigen Umgang damit. Weiterlesen

55. Biennale Arte Venedig 2013 (12)

2013, November 12.

Der venezianische Pavillon

Marialuisa Tadei, Il Castello del Sole (Totale und Details), © Marialuisa Tadei; Fotos: FeuilletonFrankfurt

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55. Biennale Arte Venedig 2013 (11)

2013, November 8.

Der grosse Auftritt Chinas (2)

Von Erhard Metz

War der erste Teil unserer Kurzreportage über den chinesischen Pavillon zur diesjährigen Kunst-Biennale in Venedig bereits von einiger Zurückhaltung gekennzeichnet, so gilt dies auch für den zweiten Abschnitt, der den Künstlern Tong Hongsheng und Wang Qingsong gewidmet ist. Beide treten übrigens, über ihren Beitrag für den offiziellen Pavillon hinaus, auch in einer Gemeinschaftsausstellung „Together“ im Palazzo Bollani im Stadtviertel Dorsoduro auf. Leider hatten wir zeitlich keine Gelegenheit mehr gefunden, sie zu besichtigen.

Tong Hongsheng, 1967 in der Provinz Anhui geboren, studierte Ölmalerei an einer der China Academies of Fine Arts. Der Künstler, ein strenggläubiger Buddhist, lebt und arbeitet in Peking.

Bekannt sind seine sozusagen staatstragenden Historienbilder, seine zum Teil grossformatigen Stillleben sowie kleineren Arbeiten in Öl auf Leinwand in einer adaptierten Tradition westlicher altmeisterlicher Malerei – genannt werden dabei Namen wie etwa Jan Vermeer van Delft. Kennzeichnend sind eine vor allem religiös inspirierte Bilderwelt, sorgfältig-schulmässige bildliche Kompositionen, leuchtende Farben und eine dramatische Lichtführung. Zu den typischen Motiven zählen unter anderem buddhistische Mönche, gekleidet in traditionelle Gewänder. Weiterlesen

55. Biennale Arte Venedig 2013 (10)

2013, November 3.

Der grosse Auftritt Chinas (1)

Von Erhard Metz

Etwa 400 chinesische Künstlerinnen und Künstler traten zur diesjährigen Biennale in Venedig an und zeigen an den verschiedensten Schauplätzen, teils eher im Verborgenen und nur mit einigem Enthusiasmus zu entdecken, ihre Arbeiten. Pompös, bombastisch dabei der „offizielle“ Auftritt Chinas, vertreten durch das Kultusministerium der Volksrepublik, in einer grossen Halle am Rande der historischen Arsenale sowie im angrenzenden Garten mit dem zauberhaften Namen Giardino delle Vergini. Als Biennale-Kommissar treten die China Arts & Entertainment Group CAEG auf, als Kurator Wang Chunchen, im Hauptberuf Chef des kuratorischen Forschungsteams am Museum der Central Academy of Fine Arts in Peking und Co-Kurator am Eli and Edythe Broad Art Museum der Michigan State University.

Doch dominiert über diesem ganzen chinesischen Geschehen in Venedig, gerade im Blick auf die Publikumsresonanz, letztlich nur ein Name, der Name des Chinesen, der nicht persönlich anreisen konnte: Ai Weiwei. Grossartig seine raumgreifende Installation „Bang“ aus 886 antiken chinesischen Hockern, als ein Teil des Beitrags Deutschlands zur Weltkunstschau.

Sieben in China zumeist bekannte Künstler aus den Bereichen Malerei, Installation, Fotografie und Video wählte nun Kurator Wang Chunchen aus. Der Titel des chinesischen Auftritts lautet „Transfiguration – The Presence of Chinese Artistic Methods in Venice“.

Transfiguration – Verwandlung, Offenbarung; in der christlichen Tradition versteht man darunter vor allem die Verklärung Christi. Wang Chunchen wählte den Titel im Blick auf das Motto dieser Biennale „Il Palazzo Enciclopedico“ – der „enzyklopädische Palast“ (in dem, im Sinne der Encyclopédie von Denis Diderot, das gesamte Wissen der [Kunst-]Welt zusammengeführt und aufbereitet wird), als eine Art Brückenschlag zwischen den kulturellen Werten der Vergangenheit und der Gegenwart, denen des Ostens und des Westens, zwischen dem Leben und der Kunst wie auch umgekehrt zwischen der Kunst und dem Leben und vor allem zwischen der analogen und der digitalen (Kunst-)Welt.

Von den sieben Künstlern, die China als offizielle nationale Vertretung ins Rennen nach Venedig schickte, haben wir bereits den vielleicht interessantesten und künstlerisch selbständigsten (dem Vernehmen nach auch mutigsten und systemkritischsten) Aktionisten und Querdenker vorgestellt: He Yunchang.

He Yunchang, The Seawater of Venice, 2013, Performance, Ausstellungsansicht

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55. Biennale Arte Venedig 2013 (9)

2013, Oktober 31.

„TRIPLE POINT“: Sarah Sze bespielt den Pavillon der USA

Von Erhard Metz

Dass im Verhältnis Deutschlands und Europas zu den USA derzeit der Haussegen, wie man so sagt, reichlich schief hängt, wussten wir zur Zeit der Vorschau auf die diesjährige Biennale Ende Mai noch nicht, als wir das „geordnete Chaos“ bewunderten, welches die Installationskünstlerin Sarah Sze am und im US-amerikanischen Pavillon in den venezianischen Giardini angerichtet hat. Nun gut, das eine hat ja mit dem anderen vermutlich auch nichts zu tun. Nehmen wir mal an.

Sarah Sze, Triple Point, presented by The Bronx Museum of the Arts, New York; diverse Installationsansichten

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55. Biennale Arte Venedig 2013 (8)

2013, Oktober 27.

Goldene Löwen für ihr Lebenswerk:
Maria Lassnig und Marisa Merz

Von Erhard Metz

Der diesjährige Biennale Arte-Kurator Massimiliano Gioni hatte die beiden grossen Künstlerinnen zur Auszeichnung mit dem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk vorgeschlagen, und das Board der Biennale unter Vorsitz seines langjährigen Präsidenten Paolo Baratta entschied entsprechend. Zur Eröffnungs- und Verleihungszeremonie am 1. Juni 2013 nahm Marisa Merz ihre Trophäe persönlich in Empfang; die hochbetagte Maria Lassnig musste aus gesundheitlichen Gründen auf die Reise in die Lagunenstadt verzichten.

Wir geben die Begründungen im englischen Originaltext wieder:

„For more than sixty years Maria Lassnig has investigated representation, both of the body and of the individual, in paintings that often depict the artist in a state of restlessness, excitement, or despair. Through her self-portraits, Lassnig has composed a personal encyclopedia of self-representation and, through what she calls ‘body-awareness paintings,’ has used painting as an instrument of self-analysis. Lassnig, at ninety-three years old, represents a unique example of obstinacy and independence that deserves to be celebrated with the Golden Lion for Lifetime Achievement.“

„Since the 1960s, Marisa Merz has been a singular voice in contemporary art. Beginning with her early work, which she carried out alongside the protagonists of Arte Povera, Marisa Merz has distinguished herself by her reflection on the domestic realm and handicraft techniques stereotypically associated with female labor. The artist has developed a personal language in which painting, sculpture, and drawing give shape to apparently archaic and primordial images. These contemporary icons and stylized faces rise to the surface as divine apparitions. Her epiphanic paintings, as if cultivated through years in solitude, invite us to look at the world with closed eyes – as the artist suggested with the title of her 1975 exhibition, With Closed Eyes, The Eyes Are Extraordinarily Open.“

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55. Biennale Arte Venedig 2013 (7)

2013, Juli 24.

Anri Sala: RAVEL RAVEL UNRAVEL
Der französische Pavillon im deutschen Haus

Von Erhard Metz

Dass zur aktuellen Kunst-Biennale in Venedig Deutschland und Frankreich ihre Länderpavillons getauscht haben, wird sich zwischenzeitlich bis, na ja, sagen wir mal, Untergriesbach im südöstlichsten Zipfel des schönen bayerischen Freistaats und somit auch der gesamten Republik herumgesprochen haben.

Dass der unglücklicher Weise im Jahr 1938 nazischwanger verkleidete Bau – es handelt sich um den ursprünglich Bayerischen Pavillon in den venezianischen Gärten – mit der grimmigen Aufschrift GERMANIA bei Künstlern und Kuratoren schon traditionell-habituell ein schlechtes Ansehen geniesst – ebenfalls.

So nimmt es nicht wunder, dass Kuratorin Christine Macel und Künstler Anri Sala als erstes den Haupteingang hinter den ungeliebten Säulen zusperren und verblenden liessen und das geneigte Publikum zum Lieferanteneingang irgendwo links hinten am Gebüsch baten: dies gehört mit zum Gesamtkunstwerk. Zum Glück wies ein mannshoher Hinweis den Weg – selbstverständlich nicht in der Sprache des für den Pavillon gastgebenden Landes – versteht sich. Weiterlesen

55. Biennale Arte Venedig 2013 (6)

2013, Juni 30.

Der deutsche Pavillon – im französischen Haus (3)
Ai Weiwei, Romuald Karmakar, Santu Mofokeng, Dayanita Singh

Von Erhard Metz

Dayanita Singh, Romuald Karmakar und Santu Mofokeng bei der Eröffnung des deutschen Beitrags zur Biennale im französischen Pavillon

Im Anschluss an Ai Weiwei stellen wir die drei weiteren für den Beitrag Deutschlands zur diesjährigen Biennale ausgewählten Künstler Romuald Karmakar, Dayanita Singh und Santu Mofokeng vor. Wiederum greifen wir dabei jeweils auszugsweise auf Texte von Susanne Gaensheimer zurück, wie sie Gegenstand der Pressemappe des deutschen Beitrags zur Biennale sind (Vorwort der Kuratorin, aus: Susanne Gaensheimer [Hg.]: La Biennale di Venezia 2013. Deutscher Pavillon. Ai Weiwei, Romuald Karmakar, Santu Mofokeng, Dayanita Singh. Berlin: Gestalten Verlag, 2013). Weiterlesen