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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kunst Orte

25 Jahre – Kronberg Academy. Ein Interview mit dem Gründer Raimund Trenkler

2018, Oktober 11.

Musik – ein sich ständig erneuerndes Erfrischungsbad

Petra Kammann traf Raimund Trenkler, den Vorstandsvorsitzenden der Kronberg Academy, während der diesjährigen Cellomeisterkurse für FeuilletonFrankfurt zum Gespräch in Kronberg.

Raimund Trenkler, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Kronberg Academy; Alle Fotos: Petra Kammann

Petra Kammann: Gerade (23. bis 30. September 2018) laufen die Cello Meisterkurse & Konzerte. Aus allen Räumen tönt Cellomusik. Cellisten aus allen Teilen der Welt sind eigens nach Kronberg angereist, um auf höchstem Niveau miteinander zu musizieren. Ist das nicht ein wunderbares Erlebnis im 25. Jahr? Oder bedeutet das für Sie gerade vor allem Stress?

Stadthalle Kronberg, der zentrale Veranstaltungsort der Cello Meisterkurse & Konzerte 2018

Raimund Trenkler: Ich fühle mich hier in der Welt-Cello-Familie einfach zu Hause. Da ich selbst Cellist bin, ist das ein schönes Gefühl, die Generationskette wachsen zu sehen und selbst Teil dieser Generationskette zu sein.

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Zwei Frankfurter in Düsseldorf

2018, Oktober 3.

Neuausrichtung zweier Museumskomplexe

von Angelika Campbell

Vom Main gingen sie an den Rhein, sondierten die (Kunst)lage in und um Düsseldorf und starten nach knapp einem Jahr voll durch: Prof. Dr. Susanne Gaensheimer, ehemals Direktorin am MKK Frankfurt und jetzt Direktorin der Kunstsammlung NRW, und Dr. Felix Krämer, nach seiner Tätigkeit als Sammlungsleiter der Kunst der Moderne am Städel Museum, Frankfurt am Main – inzwischen Generaldirektor des Museums Kunstpalast. Sie bringen noch frischeren Wind in die lebhafte rheinische Kulturszene. Die sachliche Art der beiden „Neuen“ wird vielleicht nicht von allen Düsseldorfern geschätzt, denn die sind ja für ihren Hang zu Glanz und  Glamour bekannt. Doch der voraussehbare Erfolg dürfte eventuelle Kritiker zum Schweigen bringen…

Prof. Dr. Susanne Gaensheimer, früher Leiterin des MMK in Frankfurt, heute Kunstsammlung NRW, Foto: Petra Kammann

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Neben der „Neuen Altstadt“ Frankfurt: die „neue“ Schirn Kunsthalle

2018, Oktober 1.

Von Erhard Metz

„Eigentlich“, scherzte Schirn-Direktor Philipp Demandt bei der Vorstellung der renovierten Schirn Kunsthalle Frankfurt, „ist ein Museum ja am schönsten, wenn es leer ist“. Und er fügte hinzu, man habe tatsächlich überlegt, während einiger „Publikumstage“ die Riesenhalle ohne Exponate und Ausstellungsarchitekturen für die interessierte Allgemeinheit zu öffnen, was sich am Ende jedoch nicht als realisierbar erwies. Und letztlich freuen sich Schirn-Chef Philipp Demandt und die Stellvertretende Direktorin Inka Drögemüller natürlich auf den 25. Oktober 2018, wenn nach den umfangreichen, rund fünf Millionen Euro kostenden Sanierungsmaßnahmen die erste Ausstellung mit dem Titel „König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika“ eröffnet werden kann.

Nach der Renovierung strahlende Gesichter im Partnerlook: Schirn-Direktor Philipp Demandt und Stellvertretende Direktorin Inka Drögemüller Weiterlesen

Der Himmel über Frankfurt beim Altstadtfest – Ein Bilderbogen

2018, September 30.

Foto-Impressionen vom 29. September 2018

von Petra Kammann

Frankfurt leuchtet…

Die große Illusion am Frankfurter Kunstverein: Framing Reality zum Altstadtfest

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Atmosphères – Catalogue d’Oiseaux von Messiaen mit Pierre-Laurent Aimard am Klavier

2018, September 27.

Hörabenteuer zwischen Kultur und Natur

Das Konzert „Catalogue d’Oiseaux“ von Olivier Messiaen (1908–1992) mit dem Pianisten Pierre-Laurent Aimard fand am Sonntag, den 23.09.2018 als Teil des Musikfestes Atmosphères der Alten Oper Frankfurt an drei Spielstätten statt: im 38. Stock des Opernturms, im Gesellschaftshaus des Palmengartens und in den Faust Vogelhallen des Frankfurter Zoos.

Von Petra Kammann (Teil 1 und 2)

und Angela Federspiel (Teil 3)

SONNENAUFGANG AUS DER VOGELPERSPEKTIVE (Teil 1)

Der Bogen des Tages begann um 6.30 Uhr mit Messiaens Musik über Mittelmeersteinschmätzer, Steinrohrsänger, Pirol und Blaumerle eher gedämpft, verdeckt vom milchigen Nebel vor den Scheiben im 38. Stock des Opernturms…

Das erwachende Frankfurt aus der Vogelperspektive

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Impressionen vom Saisonstart 2018 der Frankfurter Galerien (3) – Künstlerduo Winter/Hoerbelt

2018, September 26.

Von Turen und Ionen“ in der Galerie Heike Strelow:
Die Große Illusion“ über dem Frankfurter Kunstverein
Vertieft-Erhaben“ im Zentralen Werkstatt- und Verwaltungsgebäude
Der Blaue Kran“ am Hafen Offenbach

Von Erhard Metz

Es dürfte nicht zu viel versprochen sein: Das Künstlerduo Winter/Hoerbelt – es handelt sich um die Bildhauer Wolfgang Winter (geboren 1960 in Mühlheim am Main) und Berthold Hörbelt (1958 in Coesfeld geboren), beide studierten nach ihrer Ausbildung zum Steinbildhauer an der Kunsthochschule Kassel – ist zweifellos das bedeutendste und renommierteste seiner Art nicht nur in Frankfurt am Main und Hessen. Auch deutschlandweit zählt es zu den erfolgreichsten Künstlergemeinschaften, und es genießt ebenso auf europäischer und internationaler Ebene eine hohe Reputation. Ein Glücksfall für diese Stadt also und die Region Rhein-Main nicht zuletzt auch deshalb, weil die beiden wichtige ortsspezifische Projekte im öffentlichen Raum geschaffen bzw. weiter in Planung haben. Seit 1992 arbeiten sie in ihrem Atelier in Frankfurt zusammen. Ihre Werke waren unter anderem auf der Biennale in Venedig, den Skulpturprojekten Münster, der Yokohama Triennale und der Liverpool Biennale zu sehen; weltweit realisierten sie bislang über 80 Werke im öffentlichen Raum. In Frankfurt am Main ist das Duo durch die Galerie Heike Strelow vertreten.

Pixelkartoffel I, 2018, 3D Edelstahl-Spiegelblech, 113 x 76 x 10 cm Weiterlesen

Raffaela Zenoni: Malerei, Skulptur

2018, September 19.

Begegnungen mit Ahnen, Ariel und Alberich. Und: Es schläft sich kreativ im Mosaik

Von Erhard Metz

„Den Zufall bändige zum Glück“ heißt es bei Goethe. Gerade auch Zufälle führen uns zur Kunst, wo die Suche nach ihr oft in der Vergeblichkeit des Strebens endet. Wir zögern nicht, Goethe zu folgen und einen unverhofften Fund in das Licht einer willkommenen, in der Unergründlichkeit des Lebens vielleicht vorbestimmt erscheinenden Betrachtung zu stellen. Der Fund ist das malerische und skulpturale Werk der Schweizer Künstlerin Raffaela Zenoni. Er bringt uns Betrachtenden indes in eine gewisse Verlegenheit: ob der Authentizität, der von uns empfundenen Übereinstimmung von innerer Persönlichkeit der Künstlerin mit ihrem schöpferischen Werk, wie uns in Begegnungen mit ihr erahnbar und erfahrbar wurde. So obliegt uns, zur Künstlerin, wenn wir coram publico einige Gedanken über ihre Werke entfalten, eine geziemende Distanz zu wahren; nicht zuletzt auch um unseren geneigten Leserinnen und Lesern zum eigenen Umgang mit diesen Werken den gebührenden Spielraum zu eröffnen, wiederum ganz im Sinne Goethes: „Ich lasse mir nur alles entgegenkommen und zwinge mich nicht, dies oder jenes in dem Gegenstande zu finden“, wie er einmal an Charlotte von Stein schrieb. Oder wie es Raffaela Zenoni mit ihren eigenen Worten so trefflich zu formulieren weiß: „Wir sehen in einem Werk das, was wir selber zulassen“.

V.l.n.r.: Aus Serie „Die andere Ahnengalerie“, 2014, Acryl auf Leinwand, 60 x 180 cm; „Stabat Mater“ Gute Nachricht, 2015, Acryl auf Leinwand, 130 x 195 cm; aus Serie „Die andere Ahnengalerie“, 2014, Acryl auf Leinwand, 60 x 180 cm
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Impressionen vom Saisonstart 2018 der Frankfurter Galerien (2)

2018, September 13.

Galerie Maurer: Birgitta Weimer
Galerie Parkhaus-wk-16: Laura Nickel
Kunstraum KA:OST: Sascha Boldt, Hans Petri, Jörg Simon

Von Erhard Metz

55 Galerien und Ausstellungsorte am vergangenen Wochenende aufzusuchen schafft auch bei allerbesten Vorsätzen vernünftiger Weise niemand. Unser Weg der Rückbetrachtung führt uns nach unseren „ersten Impressionen“ heute in die Fahrgasse, die Walter-Kolb-Straße und die Hanauer Landstraße. Wir treffen dort sowohl auf eine geschätzte bekannte Künstlerin und auf drei in Frankfurt und Rhein-Main bekannte Künstler wie auch auf eine hoch interessante neue fotografische Position.

Birgitta Weimer – „Spukhafte Fernwirkung“

Weder Physikunterricht erwartet uns bei Brigitte Maurer noch eine Lehrstunde über Albert Einsteins berühmte Aussage zur „spooky action at a distance“. Aber der heute in Köln arbeitenden Künstlerin, die uns bereits im Herbst 2013 in ihrer Ausstellung „Reflecting Space“ von allerlei Zellteilungen, Medusen und Kugelsternhaufen kündete, gelingt es doch, uns die Phänomene der Quantenmechanik und der Verschränkung auf künstlerisch-fantasievolle Weise näher zu bringen.

Hyperobject Studies (3), 2018, Kunststoff beschichtet, Spiegel, 120 x 120 x 40 cm Weiterlesen

Die venezolanische Künstlerin Sol Calero im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen

2018, September 11.

Pica Pica. Ein mystischer Wunschbaum

von Angelika Campbell

Beim Pica-Pica-Baum bedankt man sich, wenn ein Wunsch in Erfüllung gegangen ist – so der traditionsreiche Glaube im ländlichen Venezuela. Die Samen dieses tropischen Gewächses rufen höllischen Juckreiz hervor, auf spanisch eben Pica Pica. „Pica Pica“ ist auch der Titel einer neuen Ausstellung im Düsseldorfer Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen. Sol Calero, in Venezuela geboren, mit 17 nach Spanien gekommen und heute in Berlin lebend, hat mit ihrer Installation den nüchternen Museumsraum im Gebäude am Grabbeplatz in eine farbsprühende Reminiszenz an ihre lateinamerikanische Heimat verwandelt. Entstanden ist ein lebendiger Ort des Austauschs mit einer anderen, exotischen Kultur, die gleichzeitig den Blick auf eigene Befindlichkeiten ermöglicht und zu sozialer Interaktion aufruft, zu sehen bis zum 28. Oktober.

Sol Calero, Pica Pica, 2018, Installationsansicht “Sol Calero – Pica Pica”, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf (1. September bis 28. Oktober 2018), Foto: Katja Illner

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Impressionen vom Saisonstart 2018 der Frankfurter Galerien (1)

2018, September 10.

Frankfurter Westend Galerie: Paolo Iacchetti
Galerie Söffing: Julia Roppel
Galerie Greulich: Sebastian Meschenmoser
Galerie Perpétuel: Thaddäus Hüppi

Von Erhard Metz

55 Galerien einschließlich einiger nichtinstitutioneller Ausstellungsräume nahmen am diesjährigen Saisonstart der Frankfurter Galerien teil, es war der 24. seiner Art, organisiert von der 1984 gegründeten „Interessengemeinschaft der Frankfurter Galerien“ (der jedoch nur 32 Galerien als Mitglieder angehören). Etwas verwundert hat uns, wie die Gemeinschaft „Off-Spaces“ definiert, zu denen sie den (vom gleichnamigen Kunstverein geführten) Ausstellungsraum Eulengasse, die Heussenstamm-Galerie, das Fotografie Forum Frankfurt oder den Frankfurter Künstlerclub im Nebbienschen Gartenhaus rechnet. Gefühlt „halb Frankfurt“ war unterwegs, und der Veranstalterin gebührt das Lob, neben dem üblichen Galeriepublikum auch eine Armada von Eventsuchenden bis hin zu eher kunstfernen, primär an Sekt und Häppchen interessierten Zeitgenossen mobilisiert zu haben. Aus dem kaum mehr überschaubaren breiten Spektrum an bildender Kunst können wir im vorhandenen Rahmen nur einige, dafür höchst unterschiedliche Positionen – pars pro toto – aufgreifen:

Paolo Iacchetti – „La forma della pittura (Die Form der Malerei)“

Movimenti notte, 2015, Öl auf Leinwand, 100 x 95 cm Weiterlesen