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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kultur Reisen

Nachlese Buchmesse: Sprachkultur in Frankreich und Deutschland: Une nation une langue? Unterschiede, Berührungen, Grenzgänge

2017, Oktober 18.

Tout va bien? Über die Basis von Missverständnissen

Unterschiede, Berührungen und Grenzgänge

Eindrücke von Petra Kammann

↑ v.l.n.r.: Prof. Roland Kaehlbrandt, Polytechnische Stiftung, Prof. Hélène Carrière d’Encausse, Académie française und Prof. Heinrich Detering, Akademie für Sprache und Dichtung, Walther von Wietzlow†, Präsident der Polytechnischen Gesellschaft

Wer Deutschland und Frankreich kennt, ist immer wieder erstaunt, sind doch die Unterschiede so befremdend wie faszinierend und anregend. Frankreichs Sprachkultur ist eine ganz besondere, jahrhundertelang geprägt von Hof und Staat und von den Regeln der Académie Française. Ganz anders als bei uns. Die deutsche Sprache wurde als Volkssprache gegen Klerus und Adel „von unten“ auf den Weg gebracht, indem man dem Volk und nicht den Regeln „aufs Maul schaute“. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung sieht heute anders als ihre „vornehme Schwester in Paris“ ihre Aufgabe darin, die deutsche Sprache und Dichtung durch das, was maßgeblich zu sein scheint, zu fördern mit Hilfe von Konferenzen, Veröffentlichungen und Auszeichnungen. Unter dem Titel „Unser Bezug zur Sprache – Sprachkultur in Frankreich und Deutschland: Unterschiede, Berührungen, Grenzgänge“ wurde auf einem bemerkenswerten Kolloquium der Versuch unternommen, die unterschiedlichen Sprachkulturen in Deutschland und Frankreich mit Hilfe von „Grenzgängern“ beider Kulturen einander näher zu bringen. Nur so können auch gemeinsame Zukunftsperspektiven sinnvoll herausgearbeitet werden. Zu dieser Veranstaltung der Polytechnischen Stiftung hatte das Organisationskommittee „Frankfurt auf Französisch“, das Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales (IFRA/SHS) in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels eine besonders kompetente und hochrangige Sprachexpertenrunde zusammengestellt, die sich im Vorfeld der Buchmesse im „Haus des Buches“ in Frankfurt nachhaltig austauschen konnte.

 

↑ Professor Pierre Monnet, Leiter des Institut Franco-Allemand (IFRA), moderierte die Veranstaltung und nahm auch an einer Diskussionsrunde „So verschieden und doch so nah: Berührungen und Grenzgänge – Sprachkontakte zwischen Französisch und Deutsch in Literatur, Geschichte, Philosophie“ teil

Liebeserklärung an das Französische?

„Ich erinnere mich noch genau an den ersten französischen Satz, den ich las. Kurz vor den Sommerferien. Mit fünfzehn. Ich war mit meinen Frankfurter Freundinnen in den Stadtwald geradelt. Wir hatten an einer Lichtung gehalten und uns ins Gras gelegt. Und während sie den Proviant auspackten und eine karierte Wolldecke ausbreiteten, die irgendwie nach Hund roch, schlug ich das Buch voller Ungeduld auf.“ …Es klingt verführerisch, wenn die heute in Paris lebende Autorin Gila Lustiger im nüchternen Buchhändlerhaus ihre ersten französischen Worte, denen ein Zauber innewohnte, mit ihrer sonoren Stimme spricht: „Eh bien, prince, que vous disais-je ?“

→ Gila Lustiger

Dieser Ausspruch ist jedoch nicht etwa einer Szene aus einem französischen Roman entnommen, sondern aus Tolstois „Krieg und Frieden“, wo die Hofdame Anna Pawlowna Scherer die Gäste in ihrem Salon in der Umgangssprache des Adels begrüßt, als nämlich der dekorierte Fürst Wassil in den Salon tritt und sie ihm diese Frage stellt und er „sein kahles, parfümiertes Haupt der hingereichten Hand entgegenneigt, um sie zu küssen.“ Die Liebe zur französischen Sprache hat für Gila Lustiger hier einen Umweg über ein drittes Medium genommen, den russischen Roman, den die Jugendliche auf Deutsch las und in den Tolstoi etliche französische Sätze eingestreut hat, um die damaligen Umgangsformen so getreu wie möglich wiederzuspiegeln.

Eine ähnliche Erfahrung machte die in Israel geborene, in Frankfurt aufgewachsene und heute in Paris lebende Autorin, deren Essay „Erschütterung – Über den Terror“ kürzlich im Berlin Verlag erschienen ist, als sie vor vielen Jahren  Thomas Manns „Zauberberg“ las. Darin fragt Joachim seinen Vetter Hans Castorp: „Meinst du, dass er Mut genug hätte, de se perdre ou même de se laisser dépérir?“, woraufhin der gerade in den Schweizer Bergen Angekommene empört erwidert: „Was fängst du an, französisch zu sprechen?“

Gila Lustiger findet etliche weitere Beispiele aus der Literaturgeschichte, in der mehrsprachige Dialoge auch ein Mittel der Ästhetik und Welterfahrung sind. Denn der mehrsprachige Dialog sei nicht nur für Thomas Mann ein Kunstmittel, wenngleich „Vielsprachigkeit mit all den Problemen, die damit auch verbunden sein können“, zu Manns Lebenserfahrung und Ästhetik gehörte.

Die spätere Studentin der Komparatistik entdeckt natürlich auch die französische Literatur und ganz besonders den Großmeister der Erzählung Gustave Flaubert, den sie vor allem liebte. Auf dessen Genauigkeit in der Beschreibungskunst macht sie  besonders aufmerksam und stellte sich dabei die Frage:„Ist das, was er schreibt, typisch französisch? Vielleicht. Doch nur einer, der schaut, bis es schmerzt, der sich nicht ablenken lässt, der alles registriert, nur einer, der das, was er sieht, auch aufzuzeichnen weiß, der es notiert, skizziert, diagnostiziert, datiert, katalogisiert. Wie schaut dieser Schriftsteller denn, fragte ich mich. Wie konnte man überhaupt so schauen? Mit solch einem feinen Blick. Und wie konnte man das alles so akribisch festhalten? Bis ins allerkleinste, unerheblichste Detail. Und wie schaffte man es, die Einzelheiten durch eine einfache Aneinanderreihung emotional so aufzuladen? Ja, wie ging das denn, dass dadurch ein Sittenbild entstand?“„Nur einer, der das was er sieht, so bedachtsam, so lakonisch beschreibt wie er, der das zuvor Notierte verwirft und es neu formuliert, neu beleuchtet, nur einer, der ganze Seiten füllt, bis die Augen schmerzen und der Rücken schmerzt, nur so einer bannt die Wirklichkeit mit Sprache.“ Nicht die Reinheit der Sprache ist es also, welche die Autorin fasziniert, sondern das Aufnehmen der Realität durch die angemessene Sprache.

Allmähliche Annäherung an das Deutsche

Ganz anders sieht die erste Begegnung mit der deutschen Sprache für Alain Lance, den renommierten Übersetzer ins Französische, aus. Sie ähnelte eher einem Schockerlebnis. Das war nämlich in den 40er Jahren, als in Frankreich das Wort Achtung ! (wohlgemerkt mit Ausrufungszeichen) kursierte, das ihm wohl durch die Besatzungssoldaten in Paris und durch die intuitive Wiederholung aus dem Mund der Mutter vertraut war. So schilderte Lance mehr die Ursprünge der wachsenden Zuneigung zur deutschen Sprache und vermied das Wort „Liebeserklärung“, weil das Wort „Erklärung“ (déclaration“) für ihn belegt war, spricht man  doch auch von „Kriegserklärung“. Lance hat sehr viel später nicht nur Christa Wolf, Volker Braun oder Ingo Schulze ins Französische übertragen. Als Leiter des Institut français hat er 1989 gemeinsam mit seinem damaligen „Praktikanten“ Pierre Monnet (s.o.) das Schwerpunktthema Frankreich für die Frankfurter Buchmesse vorbereitet und ist daher bestens mit dem Thema der wechselseitigen Beziehung vertraut.

 → Alain Lance

Sein Vater wiederum, der in der Nähe von Trier Kriegsgefangener gewesen war, hatte eine herzliche Beziehung zu einem wackeren schwäbischen Bauernnamens Hermann entwickelt, der ihm ein rudimentäres Deutsch beigebracht hatte, weswegen der Vater seinem Sohn riet, im Gymnasium doch Deutsch zu lernen, auch wenn der Vater immer noch von den „chleus“ (etwa: die Barbaren, die schleuh sprechen) sprach. Aber er unterschied zwischen den Greueltaten der Nazis und individuellen Deutschen.

So geriet Alain Lance dann auch mit 16 nach Tübingen. Da kannte er bereits deutsche Gedichte wie „Das Heidenröslein“ oder „Die Loreley“ auswendig. Um sich aber auch dem Alltagsdeutsch anzunähern, verbrachte er nach und nach die Sommer in Deutschland, studierte Germanistik und bekam nach dem Algerienkrieg auch Lust, die DDR, als das „andere Deutschland“ für sich zu erkunden, studierte zwei Semester lang bei Hans Mayer in Leipzig, kurz bevor dieser wiederum nach Tübingen ausreiste, lernte den sächsischen Akzent, die musikalische Tradition des Gewandhauses und der Thomaskirche kennen, bekam ein musikalisches Ohr.

Durch Günter Mieth kam er mit dem Hyperion von Hölderlin in Berührung und lernte später an der Ost-Berliner Akademie 1964 den ostdeutschen Schriftsteller Stephan Hermlin kennen und mit ihm die literarische Zeitschrift „Sinn und Form“, in der er wiederum den Lyriker Volker Braun entdeckte, den er seither übersetzte und dessen Texte 1970, nachdem Lance zwei Jahre zusätzlich im Iran verbracht hatte, unter dem Titel Provocations pour moi et d’autres endlich auch in Frankreich erschienen.

Zurück in Paris, unterrichtete Lance Deutsch als erste Fremdsprache am Gymnasium. Da hatte er bereits auch den Reiz des gesungenen Deutsch entdeckt, etwa durch die Brecht-Vertonungen und durch den rauhen Charme der Chansonniere Gisela May: Nimms von den Pflaumen im Herbste/ Wo reif zum Pflücken sind/ Und haben Furcht vorm mächt’gen Sturm/ und Lust auf’n kleinen Wind … Beeindruckt war er ebenfalls von dem elsässischen Schriftsteller und Renaudot-Preisträger Alfred Kern. In Paris dann begegnete Lance seiner späteren Frau Renate, einer Marburger Studentin, die zum Studium an das Centre national de la recherche scientifique gekommen war, um über Heinrich Heine und Louis Aragons Briefwechsel zu arbeiten, der damals folgende Zeilen schrieb: „J’aimais déjà les étrangères quand j’étais un petit enfant…/ Schon als kleines Kind liebte ich die Ausländer“. Es wurde eine folgenreiche Begegnung.

Die Autoren Volker Braun und Alfred Kern wurden Renate und Alains Trauzeugen. Beruflich wurden die beiden ebenfalls ein Paar. Als Alain Lance „Kein Ort. Nirgends“ von Christa Wolf ins Französische übersetzte, wurde der Austausch der beiden über Sprachnuancen so intensiv, dass er von einer Übersetzerarbeit zu vier Händen sprach. Trotz dieser intensiven Erfahrung bekannte Lance auf dem Frankfurter Kolloqium, dass das Deutsche für ihn bis heute sowohl etwas Vertrautes und zugleich auch etwas Fremdes geblieben sei, was nicht bedeutet, dass er deshalb etwa den Rückgang des Deutschen in Frankreich sehr bedauere und sich daran störe, wenn er im Radio auf dem Sender „France-Culture“ den Schriftsteller auf „Englisch“ als „Piter Handke“ oder „Qualter Benjamin“ präsentiert bekommt.

Denglisches Navigieren

Dass es zwischen den verschiedenen Kulturen, die einerseits nach wie vor von den Folgen der einschneidenden Kriege, andrerseits von dem Verlust der Sprach- und Kulturkenntnisse insgesamt geprägt sind, immer noch oder schon wieder knirscht, konnte man in den verschiedensten Ausprägungen der Beiträge erleben, die ich selbst leider nicht alle habe wahrnehmen können. Das fremde Wort oder das Fremdwort, von dem der Frankfurter Philosoph Theodor W. Adorno als vom „Wort aus der Fremde“ sprach, scheint sich heute eher aus dem globalen und bisweilen missverstandenen Englisch zu speisen. So steuerte der zum Kolloquium geladene Prof. Heinrich Detering, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, mit einem so köstlichen wie bezeichnenden Beispiel aus der Navgiationssprache bei und schilderte seine Kulturreise in einem Mietwagen mit Navigationsgerät von Vence über Saint Paul ins südfranzösische Nizza.

→ Prof. Heinrich Detering

„Man bewundert die Architektur der alten Dörfer und Städte, die herrlichen Ausblicke von den Bergen aufs Meer, man ist entzückt über die Fresken Chagalls und die Kirchenfenster von Matisse. Einer der vier, der Mieter des Wagens, hat klugerweise daran gedacht, aus Deutschland sein eigenes Navigationsgerät mitzubringen, damit man sich auf den verschlungenen Landstraßen nicht verfährt. So ertönt während der Fahrt aus dem kleinen Lautsprecher immer wieder die freundliche Frauenstimme, die ihre gewohnten Anweisungen gibt. Nur – was sagt sie da eigentlich? „An der nächsten Kreuzung abbiegen in die Avenu-e dess Alpess“, sagt sie. „Nach einem Kilometer nach rechts in die Ru-e Henry Matis-se, Richtung Saint [wie ‚weint‘] Paul [wie in ‚Peter und Paul‘]“. Kein Zweifel, unsere deutsche Navigationsdame, die freundliche Stimme aus dem Weltall, kann kein Französisch. Sie weiß offenkundig noch nicht einmal, weil kein Mensch es ihr einprogrammiert hat, dass diese Sprache überhaupt existiert. Sie weiß davon so wenig wie von, mit ihren Worten, Mar-sei-le und Seint Tropp-etz. Für diese Stimme gibt es kein Frankreich.

Also, das ließe sich folgern, gibt es in ihrem für deutsche Autobahnen gemachten Programm einfach keine Fremdsprache? Weit gefehlt. Als wir uns der Hauptstadt nähern, sagt die Stimme tatsächlich (ich habe es nicht erfunden): „Nach acht Kilometern erreichen sie Nais.“ Das ist der Tiefpunkt unter dem Tiefpunkt: dass sie dieses eine Mal wirklich den französischen Ortsnamen statt des deutschen sagen will und dass sie ihn für einen englischen hält. „Nizza“, das heißt auf Fremd nicht „Nice“, sondern nice.“

Der Akademiepräsident, der anlässlich der Tagung sein durchaus elaboriertes Schulfranzösisch in seinem Grußwort herausgeholt hatte, hatte ebenfalls geschworen, dass er sich aufgrund dieser Erfahrung wieder dem Gebrauch der Vervollkommnung seiner Französischkenntnisse widmen würde. Damit wäre er in beiden Ländern ein leuchtendes Vorbild.

Dass Sprache und Kultur unmittelbar miteinander verbunden sind, und das Verstehen der anderen auch immer mit Hintergrundwissen verbunden ist, machte diese herausragende Tagung der Polytechnischen Stiftung deutlich. Hätte diese Erkenntnis sich in dem kaleidoskopartigen Europa durchgesetzt, wäre vermutlich manch heftige Auseinandersetzung anders ausgegangen. Und wie lautete das abschließende Thema, mit dem Barbara Cassin sich beschäftigte: „Eine Sprache kann man nicht besitzen“. Das wiederum hat uns der französische Philosoph Derrida gelehrt. Und man möchte ergänzen: aber man kann sie sich erarbeiten.

Eben erfuhren wir vom plötzlichen Tod des Präsidenten der Polytechnischen Gesellschaft Walther von Wietzlow, der noch am Kolloquium teilgenommen hat (s. Foto) und sind bestürzt. Die von ihm gestaltete Feier zum 200-jährigen Jubiläum der Polytechnischen Gesellschaft 2016 wird vielen in bester Erinnerung bleiben. Unter dem Motto ‚Zukunft entdecken‘ konzipierte er zahlreiche Vortragsveranstaltungen von hohem Niveau.

Alle Fotos: Petra Kammann

Frankfurt ist eine Messe wert – Die Jury des Prix Goncourt auf der Buchmesse

2017, Oktober 12.

Messeimpressionen mit französischen Autoren am Tag 1 nach der Eröffnung

von Petra Kammann

↑“Monsieur Apostrophe“ Bernard Pivot, Vorsitzender der Jury des renommierten Prix Goncourt. Seine beliebte Büchersendung „Apostrophe“ im Französischen Fernsehen wurde auch Namensgeber der
↓ französischen Brasserie auf der Messe. In Paris wird beim traditionellen Mittagessen im Restaurant Drouant getagt. Cela change. In Frankfurt war die Ästhetik des Pavillon français stilbildend. 

Das war wohl einmalig und eine echte Premiere! Die Jury der Académie Goncourt, die seit 1903 für den legendären französischen Buchpreis stimmt, die sich in Paris regelmäßig zum Mittagessen im Restaurant „Drouant“ trifft, tagte in Frankfurt im Ehrengast-Pavillon: Wer in die engere Auswahl des prestigeträchtigen mit symbolischen 10 Euro dotierten französischen Literaturpreises „Prix Goncourt” kommt, wurde in diesem Jahr von der gesamten Jury und ihres Vorsitzenden Bernard Pivot auf der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben.

Die Jurymitglieder diskutierten auch darüber, welche Auswirkungen der Preis im Ausland hat und welche Folgen für den Autor, dessen Romane häufig verfilmt werden. Der französische Roman „La Disparition de Josef Mengele“ („Das Verschwinden von Josef Mengele“) von Olivier Guez sei als einer von acht Titeln in die engere Wahl genommen worden. Zuletzt hatte die französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani, die mit diskutierte, den Prix Goncourt für ihren provokativen Roman „Chanson douce“–  ein Drama von existenzieller Wucht – bekommen, der gerade auch auf Deutsch unter dem Titel „Dann schlaf auch du“ erschienen ist. Ihr Roman wird nicht nur in verschiedene Sprachen übersetzt, er wird wohl auch verfilmt werden.

Die prominent besetzte Jury mit Pierre Assouline, Françoise Chandernagor, Philippe Claudel, Paule Constant, Didier Decoin, Virginie Despentes, Tahar Ben Jelloun, Patrick Rambaud und Éric-Emmanuel Schmitt und ihrem Präsidenten Bernard Pivot, stellte dem Publikum Erfahrungen der Autoren vor

„Escales littéraires“ – Lesen und Schreiben im Hotel

„Literarische Reise nach Frankreich“  –  „Escales littéraires“ war ein anderes Format, das außerhalb der Buchmesse stattfand und in Frankreich schon seit 10 Jahren Schule gemacht hat. In Zusammenarbeit mit Atout France lasen im Sofitel Frankfurt Opera zwei Schriftstellerinnen, deren Geschichten in Regionen Frankreichs verankert sind.

Carole Martinez’, welche 2011 den Prix Goncourt des lycéens, für „Du domaine  des Murmures“ erhalten hatte, erzählte in ihrem bildreichen  und mit verschiedenen Preisen bedachten Roman „Le coeur cousu“(Das genähte Herz) die Geschichte der Frasquita Carasco, die sich in der Enge ihres abgelegenen andalusischen Dorfes gefangen fühlt – bis ein unscheinbares Nähkästchen ihr eine völlig neue Welt eröffnet und sie erkennt, dass sie aus der Enge ihres Dorfes entfliehen musste. Kongenial las der deutsch-französische  Regisseur und Schauspieler Stéphane Bittoun längere Passagen auf deutsch. Köstlich die Beschreibung eines Hühnerhofs mit der ihm eigenen Hackordnung…

Die literarischen Gäste: Carole Martinez las ein Kapitel des Romans auf Französisch 

Christine Cazon im Gespräch mit der Feuilleton-Redakteurin der FAZ, Lena Bopp

Ganz anders war die Lektüre aus „Stürmische Côte d’azur“ und ein Gespräch, das FAZ-Kritikerin Lena Bopp führte mit Christine Canon, Erfinderin des Commissaire Léon Duval, der reif für die Insel ist, und sie sprachen über die Erfahrungen der in Cannes lebenden Autorin. Der dritte Fall der Côte-d’Azur-Krimireihe um den Kommissar Léon Duval führt den Ermittler auf die Insel Sainte Marguerite. Unmittelbar vor Cannes gelegen, ist sie ein beliebtes Naherholungsgebiet und völlig anders als das glamouröse Cannes. Im Sommer pendeln die Fähren unablässig zwischen der Stadt und dem kleinen Inselhafen hin und her. Doch inzwischen ist es Herbst geworden, ein Sturmtief liegt über der Bucht, als auf einer Yacht im Hafen von Sainte Marguerite…

Kultur-Brücken in und nach Frankfurt – „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“

2017, Oktober 7.

Buch-Welten, die verbinden

Die Verleihung des Deutschen Buchpreises, des Friedenspreises,  Openbooks. Das alles rückt näher: Bücher und Autoren in Frankfurt sind überall präsent, nicht nur im Literaturhaus und auf der Messe, im Römer, im Haus des Buches, in der Evangelischen Akademie, im Haus am Dom, im Mousonturm undundund. Das große internationale Fest des Buches wird eine Woche lang in der ganzen Stadt zu spüren sein, denn die Frankfurter Buchmesse öffnet in diesen Tagen ihre Tore mit dem Ehrengast Frankreich, wozu der Präsident französische Emanmuel Macron sogar die Schirmherrschaft übernommen hat und das deutsch-französische Tandempaar Merkel-Macron die Buchmesse eröffnen wird, was die politische Dimension dieses Auftritts zeigt …

v.l.n.r.: Dr. Thorsten Ratzel, Direktor der Evangelischen Stadtakademie, Dr. Sonja Vandenrath, Leiterin Fachbereich Literatur  im Kulturamt der Stadt, Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin, Elisabeth Simonet, Leiterin des Verbindungsbüros „Francfort en français“

 

Paul de Sinety, Vorsitzender des Gastlandschwerpunkts Foto: © vinciane verguethen/institut français

Um die 180 französischsprachige SchriftstellerInnen und Kunstschaffenden werden unter dem Motto „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“ vom 8. bis zum 15. Oktober in Frankfurt zusammenkommen. Sie werden u.a. in einem  2500 m2 großen Gastland-Pavillon, der an der Hochschule für Kunst und Design Saint-Étienne in Zusammenarbeit mit dem Frankreich-Kommittee entstand, diskutieren und  zu erleben sein. All diese AutorInnen aus den verschiedensten Bereichen – gleich ob Fiction, Non-Fiction, Kinder- und Jugendbuch oder Comic – kommen aus der ganzen Welt und sind aktuell übersetzt. …“Sie alle träumen, schreiben und zeichnen auf Französisch. (… ) Das Treffen in Frankfurt gibt die Möglichkeit, das zu feiern, was uns – die Bürger Europas – eint und verbindet: die gemeinsame Buchkultur. “ So lautete die Vision des  Generalkommissars Paul de Sinety.

← Das Projekt Passerelles d’Europe ist eines der Highlights des Programms von „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“. Der zur Frankfurter Buchmesse geladene französische Autor Olivier Rolin navigiert nach wochenlanger, literarischer Reise entlang des Rheins und des Mains seit dem 25. August das Hausboot Ange Gabriel  von Namur nach Frankfurt. „Die Schiffsreise, die das Boot von Belgien über Frankreich nach Deutschland führte, ist ein Symbol für die Brücken die die Kultur in Europa zu bauen vermag“, sagte Paul de Sintey, Vorsitzender von „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“.

Während der Frankfurter Buchmesse entsteht am Main nun außerdem ein spannender neuer Veranstaltungsort mit einem besonderen Programm. Während der Dauer der Frankfurter Buchmesse lädt „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“ jeden Abend zu literarischen Aperitifs auf Ange Gabriel ein. Dort wird man u. a. folgende auf die Frankfurter Buchmesse geladene französischsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller treffen können: Philippe Claudel, Virginie Despentes, Négar Djavadi, Philippe Djian, Gaël Faye, Pascale Kramer, Dany Lafferrière und Kettly Mars. Unter dem Motto Passerelles d’Europe werden hier jeden Abend Autorinnen und Autoren miteinander ins Gespräch kommen – u.a. Nora Bossong, Kamel Daoud, Virginie Despentes, Mathias Énard, Gaël Faye, Alain Mabanckou und Steinunn Sigurdardóttir.

und zur Erinnerung… 

Mit dem Schriftsteller André Malraux und dem Theaterintendanten Jack Lang hatte Frankreich zwei bedeutende Kulturminister. Malraux, der 1959 als erster Minister in diesem Amt in der Fünften Republik ernannt wurde,  förderte umstrittene Autoren wie Jean Genet und die moderne Kunst. Aus seiner Zeit stammen die Deckenmalereien in der Pariser Oper Garnier und im Théâtre de l’Odéon, die er jeweils bei Marc Chagall und André Masson in Auftrag gegeben hatte. Auf seine Initiative geht auch die berühmte Fondation Maeght, das Kunstparadies über den Dächern, Hügeln und Tälern der Côte d’ Azur mit Blick auf das Mittelmeer in Saint Paul de Vence, zurück.

Und Jack Lang? Der leitet heute das Institut du monde arabe in Paris und rief unter anderem 1982 die Fête de la Musique ins Leben und begleitete die Ära François Mitterrand mit einer so umfassenden kulturellen Tätigkeit, dass er auch Anteil an der architektonischen Umgestaltung von Paris hatte. So geht auf ihn die gläserne Pyramide am Louvre und der neue Triumphbogen „La Grande Arche“ in La Défense zurück. Im Rahmen der Dezentralisierung Frankreichs stieß er auch die Gründung zahlreicher Kulturhäuser in der Provinz an. Aber – einige Leser werden sich sicher noch erinnern –, er war es auch, der im schicksalsträchtigen Jahr 1989 die erfolgreiche Frankfurter Buchmesse eröffnete, ebenfalls mit dem Schwerpunkt Frankreich …

Françoise Nyssen über die Buchkultur heute

Und nun hat der neue französische Staatspräsident Emanuel Macron die in Brüssel geborene Françoise Nyssen zur Kulturministerin berufen. Die studierte Molekularbiologin hat ein besonderes Verhältnis zu Büchern. Nachdem sie den renommierten Verlag Actes Sud  nach dem Tod ihres Vaters in Arles übernommen hat, hat sie dort selbst auch selbst einige bedeutende Literaten gefördert und veröffentlicht: Autoren wie Paul Auster oder Goncourtpreisträger Mathias Enard, Philosophen wie Edgar Morin oder die Nobelpreisträger Imre Kertész und Swetlana Alexijewitsch, um nur einige zu nennen. Wir möchten Sie daher mit ihrem Statement vertraut machen, wie sie die Buchwelt als Teil der Kultur eingebettet sieht.                                                                                                     pk

Françoise Nyssen, die französische Kulturministerin, Foto: Didier Plowy  

„Kultur ist vollkommen sinnlos, wenn sie nicht dem bedingungslosen Willen entspricht, das Leben der Menschen zu verändern.“ Mit diesen Worten erinnert Romain Gary an die emanzipatorische Kraft der Kultur und ich greife sie gerne auf, um auf die besondere Stellung zu verweisen, die der Kultur in unserem Land zukommen soll. Getragen von politischen Impulsen muss Kultur alle Menschen erreichen, um den immensen Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden.

Unsere Kultur ist über Jahrhunderte gewachsen. Wie könnten wir das Erbe unserer Denker, AutorInnen und KünstlerInnen vergessen, die der Stimme Frankreichs und unseren Talenten über unsere Grenzen hinaus immer wieder Gehör verliehen haben? Es ist unsere Pflicht, diesen Reichtum weiter zu geben, damit die jüngeren Generationen aus ihm schöpfen können, um diese gemeinsame Geschichte fortzuschreiben.

Kultur ist nicht das ewige Memorieren einer glorreichen Vergangenheit, sondern sie schreibt unsere Gegenwart und sie ist die Wegbereiterin unserer Zukunft. In den kreativen Neuschöpfungen unserer Künstler entsteht jeden Tag die Zukunft unseres Landes. Sie sollen in ihrer ganzen Vielfalt von allen geteilt werden können. Daher freue ich mich, dass die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr den französischen Sprachraum und einige Schwerpunkte seines Facettenreichtums würdigt.

Diese Sprache, die unser gemeinsames Erbe darstellt und die uns allen eigen ist, steht ihrem Wesen nach für Offenheit, Geselligkeit und schöpferische Kraft. „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“ ist ein Fest des Buchs, der Büchermenschen und der AutorInnen – aber auch eine gute Gelegenheit, um über die Rolle der Kultur bei der Stärkung der deutsch-französischen, ja der europäischen Beziehungen nachzudenken.

Kultur ist das beste Gegenmittel gegen Intoleranz und Fanatismus. Sie ist ein grundlegender Raum der Begegnung, des Austauschs und der Diskussion. Räumen wir ihr also die ihr zustehende Bedeutung in einem Europa ein, wie wir es uns wünschen: stark, großzügig und bereit für die Herausforderungen der Zukunft.

Dieses kulturelle Europa kann nur durch eine gemeinsame Vision entstehen. Die Kraft der deutsch-französischen Beziehungen bleibt der Grundstein dieses Bestrebens. Mein Wunsch ist es, dass wir die Zusammenarbeit und den kulturellen Austausch zwischen unseren beiden Ländern verstärken. Ich denke dabei nicht zuletzt an unsere übereinstimmenden Standpunkte im Bereich der Buchpolitik, die wir heute in Zeiten, in denen in Europa grundlegende Debatten im Gange sind, bekräftigen müssen.

Diese Zusammenarbeit müssen wir stärken. Mehr denn je ist es unsere Pflicht, gemeinsam Meinungs- und Schaffensfreiheit, die Stärkung der Urheberrechte und der kulturellen Vielfalt in einer offenen Welt zu verteidigen.

Für Frankreich und das französische Kulturministerium ist es eine große Ehre und zugleich eine einzigartige Herausforderung, gemeinsam mit unseren deutschen Partnern diese gemeinsame Vision mit Nachdruck zu verfolgen: Mit ihr können wir ein Europa der Kulturen schaffen, in dem das Buch die ihm gebührende Rolle einnimmt.

Je vous écris d’Europe  – Ich schreibe Euch aus Europa 

Am Sonntag, den 8. Oktober geht es bereits los um 11 Uhr los mit Podiumsdiskussionen auf französisch und deutsch, mit Übersetzung, zum Thema Je vous écris d’Europe im Haus am Dom. Persönlichkeiten aus den Bereichen Literatur, Illustration, Geschichte und Philosophie erzählen, was man in Europa erlebt, schreibt, denkt, woran man sich erinnert und was man vergisst.

11h00 ERÖFFNUNG

11h30 -13h00 PODIUMSDISKUSSIONEN

Die europäische Freundschaft

Der deutsche Regisseur Thomas Ostermeier empfängt denSchriftsteller, Dichter, Übersetzer und Dramaturgen Olivier Cadiot, mit dem er bereits mehrfach zusammengearbeitet hat, zu einem Austausch über die europäische Freundschaft. Oder muss man sie immer noch und immer wieder erfinden ? Mit: Thomas Ostermeier, Olivier Cadiot

12h00 -13h00 

D’autres vies que les nôtres –  Vom Leben und von verschiedenen Leben erzählen, in Büchern und durch Bücher. Wenn der Roman und die Erzählung die Gesellschaft herausfordern. Mit: Christophe Boltanski, Marie Darrieussecq, Maylis de Kérangal, Anna Kim

14h30 -15h30 

Literatur wozu? Die Welt hat sich verändert, die Literatur ist am Ende. Stimmt das? Und was wäre, wenn wir die Lage nutzten, um Konzepte des Schreibens, der Belletristik, der Literatur zu überdenken ? Mit: Olivier Cadiot, Bruno Latour, Moderation: Frédéric Boyer

15h30-17h00 

Die Gespenster Europas: Begegnungen, Freundschaften, Austausch, Übersetzungen, aber auch Kriege, Massaker, Lager… Europa ist ein heimgesuchter Kontinent. Haben seine Gespenster uns noch etwas zu sagen ? Mit: Mickaël Foessel, Jérôme Ferrari, Cécile Wajsbrot, Markus Messling

15h30-17h00 

Reiseliteratur Literatur entsteht oft aus Reisen und Ortswechseln, und sie kann unseren Blick auf die anderen, die Welt und unsere Umgebung verändern. Mit: Laurent Gaudé, Jean-Christophe Bailly, Céline Minard

16h00-17h00 AUTORENDUO

Jugendbuch: Französisch-deutscher Dialog zwischen den Jugendbuchautoren Jean-Claude Mourlevat und Jörg Mühle nach ihrer gemeinsamen Teilnahme an einem Austauschprogramm. Mit: Jean-Claude Mourlevat, Jörg Mühle

17h00-18h30

Wo sind die „großen Ideen” und die Intellektuellen geblieben? Müssen wir um die großen Ideen trauern und uns resigniert vom Universalgelehrten verabschieden, einem Konzept, das Europa erfunden und gefeiert hat ? Wir wetten, dass diese Frauen und Männer noch nicht vollkommen verschwunden sind. Mit: Laurent Jeanpierre, Peter Engelmann, Martin Saar, Bénédicte Savoy (angefragt) Moderation: Markus Messling

17h00 -18h30 

Die Nacht der Ignoranz Welchen Platz haben Religionen im heutigen Europa und wie werden sie wahrgenommen ? Lässt sich die „Nacht der Ignoranz“, die sich über uns legt, mittels Literatur und Sprache abwenden? Mit: Rachid Benzine, Thomas Römer, Bruno Latour

19h00

Held(inn)en. VERNISSAGE Seit mehr als 180 Jahren spielen überwiegend männliche Helden die Hauptrolle im Comic. Deswegen haben sich auf Initiative von Lyon BD und von Jean Christophe Deveney sich etwa zwanzig Comic-Autoren ein Konzept ausgedacht, das dieses Thema aufgreift und zum Nachdenken anregt. Anlässlich dieser Ausstellung präsentiert die deutsche Autorin Birgit Weyhe ein neues, unveröffentlichtes Werk. Ausstellung 9.10 -12.11.17 im HAUS AM DOM, Domplatz 3, 60311 Frankfurt a. M. www.hausamdom@bistumlimburg.de

 

Weitere Infos über „Francfort en français“
in Feuilletonfrankfurt:

→  Paul de Sinety, dem französischen Commissaire Général der Buchmesse

→ Pierre Monnet – Leiter des Institut franςais Franco-Allemand de sciences historiques et sociales (IFRA-SHS)

Tanguy Viel und „Le silence de la mer“ – Eine Buchhandlung

→ Struwwelpeter recoiffé“ im Frankfurter Struwwelpeter-Museum

→  Der französische Wort-Schrift-Künstler

→ Joachim Gaucks Ehrung in Paris

→ http://www.feuilletonfrankfurt.de/2017/04/26/franzoesischer-abend-des-international-womens-club-of-frankfurt/

→ http://www.feuilletonfrankfurt.de/2017/04/07/francfort-en-francais-frankfurt-auf-franzoesisch-/

→ Märchenerzähler – Von Charles Perrault zu den Brüdern Grimm

→ http://www.feuilletonfrankfurt.de/2017/08/09/francfort-en-francais-frankfurt-auf-franzoesisch/

Spatenstich für das Casals Forum in Kronberg

2017, Oktober 2.

Auch Großes fängt mal klein an…

25 Jahre nach ihrer Gründung wird in Kronberg für die Kronberg Academy in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs ein besonderes Haus gebaut: das nach dem katalanischen Cellisten benannten Casals Forum – ein Konzertsaal mit erstklassiger Akustik und Ausstattung sowie ein angegliedertes Studien- und Verwaltungszentrum. Der Spatenstich fand am 1. Oktober 2017 in heiterster Stimmung statt.

Impressionen von Uwe Kammann

↑ Nun kann es losgehen: im künftigen Casals Forum werden die internationalen Nachwuchs-Topp-Musiker bald ein eigenes Dach über dem Kopf bekommen

↓ Mit vereinten Kräften legen Musiker, Lehrende der Kronberg Academy, Politiker und Sponsoren den Grund für das Casals Forum 

← Marta Casals-Istomin und Sir András Schiff, Künstlerischer Beirat der Kronberg Academy, sind voller Optimismus

Da war keine Steigerung mehr möglich: „Weltspitze“, „Weltklasse“ – diese Eigenschaften attestierte der hessische Kunst- und Wissenschaftsminister Boris Rhein der Kronberg Academy. Und fast im selben Atemzug auch dem Architektenbüro Staab aus Berlin. Das, wie es ja in einem hochklassigen Wettbewerb entschieden wurde, das Casals Forum in Kronberg bauen wird, als Ort des Musik-Machens und des Musik-Lernens, wie es Rhein auf eine kurze Formel brachte. Wobei natürlich auch dazugehört: des Musik-Hörens, in einem schon der Papierform nach beschwingten Saal.

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Richtfest: Das Deutsche Romantik-Museum hat Boden unter den Füßen und ein Dach überm Kopf

2017, September 11.

Mit Literatur den öffentlichen Raum erobern. Rund um die Baustelle prangt der Appell des romantischen Dichter Novalis 

Zum Richtfest des Deutschen Romantikmuseums versammelte sich am 11. September 2017 im Großen Hirschgraben ein Teil der engagierten Frankfurter Stadtgesellschaft, bestehend aus Politikern, Sponsoren und Kulturschaffenden. Man könnte meinen, alle Anwesenden hätten schon immer an einem Strang gezogen. Die anfänglichen Querelen jedenfalls schienen beim Richtfest vergessen. Zu groß war die Freude. Denn ab sofort – darin waren sich die Festredner einig – schaut man vertrauensvoll in die Zukunft. Was 2010 schon von Anne Bohnenkamp-Renken, der Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts geplant war und mit einigen Hindernissen auf den Weg gebracht wurde, geht nun zügig voran, weswegen die Hausherrin auch strahlte. Die Basisfinanzierung steht erst einmal. Und sowohl die Planung als auch die Kosten wurden bislang eingehalten, in anderen Städten durchaus keine Selbstverständlichkeit!

Einigkeit macht stark: Architekt, Museumsdirektorin, Politiker, Ehrenbürger und Sponsoren „Ohne die gemeinsame Anstrengung wäre der Traum nicht wahr geworden“ 

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