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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kultur Reisen

Yves Kleins „Theatre of the Void“ im BOZAR in Brüssel

2017, April 20.

Botschafter des Blau und der Leere

Yves Klein (1928 – 1962) schuf nicht nur Bilder und Skulpturen, er beeinflusste die Entwicklung der Performancekunst, schrieb Theater- und Musikstücke und er experimentierte radikal mit Architektur. Vor allem aber inszenierte er die „Leere“. Das dokumentiert noch bis zum 8. August 2017 die facettenreiche Ausstellung „Theatre of the Void“ im Brüsseler Palais des Beaux Arts BOZAR, die in Zusammenarbeit mit der Tate Liverpool entstand. Das BOZAR ist bestens erreichbar, denn es liegt in unmittelbarer Nähe des Bahnhof Bruxelles-Midi, an dem die Schnellzüge Thalys und ICE halten. Petra Kammann besuchte die Ausstellung für FeuilletonFrankfurt.

Die Horta-Halle im BOZAR in Brüssel: Von hier aus geht es in die Yves Klein-Ausstellung „Theatre of the Void“. Hier fanden und finden verschiedene Performances im Geiste Yves Kleins statt

Seit Jahrhunderten steht die Farbe Blau für Transzendenz, in der Romantik für die Sehnsucht. Für den traumtänzerischen Künstler Yves Klein repräsentiert sie beides und gleichzeitig auch das einzig Reale. Sein Name ging sogar als Brand in eine normierte Farbe ein: das IKB-Blau, das International Klein Blue. Er ließ sich das strahlende Ultramarinblau patentieren und vom „Institut National de la propriété industrielle“ unter der Nummer 63471 schützen. Die darin enthaltenen Pigmente, hergestellt aus dem seltenen Metall Kobalt, sind fast so teuer wie das kostbare Lapislazuli. In der Industrie werden die Pigmente verwendet, um Glas oder Porzellan blau zu färben – Yves Klein nutzte sie, um daraus Bild-Analogien zum Himmel zu schaffen. Mit seinen großflächigen Monochromen, die so blau sind wie der Himmel über Nizza, irritierte er seine Zeitgenossen und begeisterte Sammler und Kunstkenner.

Blick in die Ausstellung: Überall strahlt das intensive Blau durch

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Feliz Pascua de Resurrección! Fröhliche Auferstehung – Die Semana Santa auf Teneriffa

2017, April 12.

Von Elke Backert

Welche Bedeutung hat Ostern in Deutschland? Ostern hierzulande ist etwa so wie Weihnachten zu einem weltlichen Fest der Geschenke geworden und zu zwei zusätzlichen Feiertagen, Karfreitag und Ostermontag – zumindest für alle Kinder, die es nicht nur auf Osterhasen und Schokoladen-Ostereier abgesehen haben. Äußerst religiöse Christen werden noch zur Kirche gehen, Christi Kreuzigung betrauern, an Karfreitag Fisch und kein Fleisch essen und Ostersonntag Christi Auferstehung begrüßen.

Im katholischen Spanien ist das ganz anders. Man begeht ab Palmsonntag eine ganze Woche die Karwoche, in Spanien Semana Santa genannt, Heilige Woche.

Christus am Kreuz, mit den zwei anderen Gekreuzigten Weiterlesen

„Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“ I

2017, April 7.

 

Der Ehrengastauftritt Frankreichs auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse (11. bis 15. Oktober 2017) bildet den Höhepunkt eines französischen Kulturjahrs in ganz Deutschland mit einem vielfältigen und spartenübergreifenden Programm, das gemeinsam mit dem Institut français Deutschland umgesetzt wird. Bundesweit werden 2017  mehr als 350 Veranstaltungen unter dem Label „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“ stattfinden: Theater, aktuelle Musik, Bildende Kunst, Kino, Literaturbegegnungen und vieles mehr mit 250 beteiligten KünstlerInnen und 75 französischsprachigen Autoren und Autorinnen. Folge 1

Von Petra Kammann

Leipzig: Zur feierlichen Eröffnung der Leipziger Buchmesse wurde bereits am 22. März der französische Schriftsteller Mathias Enard für seinen großartigen Orient-Roman „Kompass“ mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet, für den er 2015 in Frankreich den Prix Goncourt erhielt. Aber auch so bekannte französischsprachige Autoren wie der Friedenspreisträger Alfred Grosser, Guy Delisle, Marie Darrieussecq und Karim Miské hatten dieses Jahr ebenfalls Termine auf der Leipziger Buchmesse.

 

Festakt anlässlich der Eröffnung der Leipziger Buchmesse, Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung an Mathias Enard, Gewandhaus Leipzig. „Le Mensch“ – Das neue lesenswerte Buch des diskussionsfreudigen Politologen Alfred Grosser ist von ungebrochener Aktualität Weiterlesen

Megalopolis Los Angeles

2017, März 27.

Von Elke Backert

Los Angeles, L. A., Metropole der Filmindustrie, der Oscar-Verleihung – die Souvenir-Shops haben Tausende herumstehen in allen Größen -, Hollywood, Beverly Hills, Filmstars und -sternchen, Sunset Strip, Walk of Fame, Stadtmonster. Flächenmäßig ist L. A. eine der größten Städte der Welt, eine Megalopolis. Wer im Mietwagen ohne Navi fährt, ist verloren. Wir nahmen sogar unser in Deutschland gekauftes Navi mit, und es tat gute Dienste. Allein die unterschiedlichen Namen für Straße und ihre Abkürzungen: Road (Rd), Street (St), Drive (Dr), Road Drive, Avenue (Ave), Boulevard (Blvd), Strip, Place (Pl), Highway (Hwy), Freeway (Fwy), Interstate. Sehr verwirrend, wenn es einen Lincoln Blvd gibt, eine Lincoln Road, einen Lincoln Drive und eine Lincoln Ave. Und dann gibt es noch die Historic Route 66, die groß mit Schildern angekündigt ist. Wer wollte nicht schon immer mal auf ihr fahren …

Das Hollywood Sign vom Flugzeug aus Weiterlesen

Tanguy Viel und „Le silence de la mer“ – Eine Buchhandlung

2017, März 24.

Von Petra Kammann

Mitten im Zentrum des bretonischen Städtchens Vannes, in einem alten windschiefen Fachwerkhaus gegenüber der Kathedrale, nennt sich eine kürzlich eröffnete Buchhandlung: „Le silence de la mer“. „Das Schweigen des Meeres“ ist nicht nur die Übersetzung des Namens der Librairie. Der Name ist auch Programm. So steht er für den ersten Titel des literarischen Untergrundverlags Edition de Minuits, der 1942 die Novelle des französischen Autors Jean-Marcel Bruller im von Deutschen besetzten Paris unter dem Pseudonym Vercors veröffentlichte. Sie wurde zum Standardwerk der französischen Résistance und wegen ihres Erfolgs auch gleich zweimal verfilmt, 1949 von Jean-Pierre Melville und 2004 von Pierre Boutron.

Die Buchhandlung „Le silence de la mer“ in der Altstadt von Vannes

Dieser Titel könnte aber auch genauso gut über dem neuen Roman „Code Pénal 353“ des französischen Autors Tanguy Viel stehen. Weiterlesen