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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Wiesbaden

Präsentation des neuen Ritschl-Werkverzeichnisses in Wiesbaden

2017, Mai 16.

Ritschls faszinierendes Spätwerk – ein Fest der Farbe

Von Hans-Bernd Heier

Otto Ritschl, geboren 1885 in Erfurt, gestorben 1976 in Wiesbaden, gehört zu dem Kreis abstrakter Maler, die nach dem Zweiten Weltkrieg die westdeutsche Kunstszene prägten. Er hat ein immenses Werk von rund 1.900 Arbeiten hinterlassen, darunter etwa 1.600 Ölgemälde. Trotz hoch qualitativer Kompositionen ist dem vielseitigen Künstler der internationale Durchbruch versagt geblieben. „Da bin ich doch so alt geworden wie ein Methusalem, hab‘ geschafft wie ein Pferd, den großen Erfolg, nein, den hab‘ ich nicht gehabt“. Dieses lapidare Bekenntnis legte der bedeutende Einzelgänger als Neunzigjähriger nach nahezu 60 Jahren künstlerischen Schaffens ab.

Otto Ritschl „Komposition 76/9“, Öl auf Leinwand, 155 x 130 cm; Foto: Museum Wiesbaden Foto: @ Bernd Fickert

Mit dazu beigetragen hat sicherlich die Diffamierung Ritschls als „entarteter Künstler“ durch die Nationalsozialisten. Er verzichtete deshalb während der Nazi-Diktatur auf weitere Ausstellungen und malte nur noch heimlich. Auch nach dem Krieg mied der Maler, der häufig gegen den Strom schwamm, den von ihm abgelehnten „Kunstrummel“ und zog sich als Einsiedler in sein Wiesbadener Atelierhaus zurück. Beim Verkauf seiner Werke hielt er sich ebenfalls zurück. Wenn ein Kunstfreund ein Gemälde erwerben wollte, das er nicht verkaufen wollte, musste sein Adlatus Wolff Mirus dieses im Schlafzimmer sicherstellen. „Dem Sammler wurde gesagt, das Bild befände sich irgendwo auf Ausstellungstournee und wäre zur Zeit nicht greifbar. Mit der Zeit mussten immer mehr Bilder ins Schlafzimmer gebracht werden“, so Mirus. Ritschl selbst sprach schmunzelnd von „Schlafzimmerbildern“. Weiterlesen

Emil Nolde. Die Grotesken

2017, Mai 5.

Die Internationalen Tage Ingelheim zu Gast im Museum Wiesbaden

Das Phantastische und Skurrile im Werk des Farbenmagiers

Die Internationalen Tage Ingelheim sind ein Kulturengagement des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim seit 1959, die jährlich zwischen Mai und Juli in Ingelheim stattfinden. Da das alte Rathaus in Nieder-Ingelheim aber zurzeit saniert wird und Ausstellungen dort nicht gezeigt werden können, sind die Internationalen Tage in diesem Jahr zu Gast im Museum Wiesbaden. Die beeindruckende Schau „Emil Nolde. Die Grotesken“, welche eine weniger bekannte Facette in Noldes umfangreichen Werk beleuchtet, ist bis zum 9. Juli 2017 im Hessischen Landesmuseum in Wiesbaden zu sehen.

Von Hans-Bernd Heier

Emil Nolde „Frühmorgenflug“, 1940, Öl auf Leinwand, 70 x 56 cm; © Nolde Stiftung Seebüll

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