home

FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Wiesbaden

Heinrich Kirchhoff brachte die Moderne in die Weltkurstadt

2017, November 9.

Das Museum Wiesbaden lädt in den „Garten der Avantgarde“

Von Hans-Bernd Heier

Wiesbaden – 100 Jahre, nachdem das Museum Wiesbaden erstmals die private Kunstsammlung des Wahl-Wiesbadeners und Gartenliebhabers Heinrich Kirchhoff (1874–1934) zeigte, widmet das Museum dem Sammler und seiner Kollektion wieder eine große Ausstellung. Unter dem etwas sperrigen Titel: „Der Garten der Avantgarde. Heinrich Kirchhoff: Ein Sammler von Jawlensky, Klee, Nolde…“ sind in der vorzüglichen Schau bis zum 25. Februar 2018 rund 200 hochkarätige Werke versammelt. Neben Gemälden, Plastiken, Zeichnungen, Aquarellen und Radierungen sind auch die von Max Slevogt angefertigten, äußerst seltenen Lithografien zur Luxusausgabe von James Fenimore Coopers „Lederstrumpf“ zu bewundern. Als das Museum 1917 die Arbeiten präsentierte, erwarb sich die bis dahin als höchst konservativ wahrgenommene, preußisch geprägte Kur- und Bäderstadt Wiesbaden von hier auf jetzt den landesweiten Ruf als neues Zentrum der Avantgarde – und das neben Berlin.

Alexej von Jawlensky „Turandot II“, 1912, Öl auf Karton, 53,9 x 49,5 cm; Sprengel Museum Hannover; Foto: bpk, Michael Herling, Aline Gwose

Weiterlesen

Richtfest: Das Deutsche Romantik-Museum hat Boden unter den Füßen und ein Dach überm Kopf

2017, September 11.

Mit Literatur den öffentlichen Raum erobern. Rund um die Baustelle prangt der Appell des romantischen Dichter Novalis 

Zum Richtfest des Deutschen Romantikmuseums versammelte sich am 11. September 2017 im Großen Hirschgraben ein Teil der engagierten Frankfurter Stadtgesellschaft, bestehend aus Politikern, Sponsoren und Kulturschaffenden. Man könnte meinen, alle Anwesenden hätten schon immer an einem Strang gezogen. Die anfänglichen Querelen jedenfalls schienen beim Richtfest vergessen. Zu groß war die Freude. Denn ab sofort – darin waren sich die Festredner einig – schaut man vertrauensvoll in die Zukunft. Was 2010 schon von Anne Bohnenkamp-Renken, der Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts geplant war und mit einigen Hindernissen auf den Weg gebracht wurde, geht nun zügig voran, weswegen die Hausherrin auch strahlte. Die Basisfinanzierung steht erst einmal. Und sowohl die Planung als auch die Kosten wurden bislang eingehalten, in anderen Städten durchaus keine Selbstverständlichkeit!

Einigkeit macht stark: Architekt, Museumsdirektorin, Politiker, Ehrenbürger und Sponsoren „Ohne die gemeinsame Anstrengung wäre der Traum nicht wahr geworden“ 

Weiterlesen

Präsentation des neuen Ritschl-Werkverzeichnisses in Wiesbaden

2017, Mai 16.

Ritschls faszinierendes Spätwerk – ein Fest der Farbe

Von Hans-Bernd Heier

Otto Ritschl, geboren 1885 in Erfurt, gestorben 1976 in Wiesbaden, gehört zu dem Kreis abstrakter Maler, die nach dem Zweiten Weltkrieg die westdeutsche Kunstszene prägten. Er hat ein immenses Werk von rund 1.900 Arbeiten hinterlassen, darunter etwa 1.600 Ölgemälde. Trotz hoch qualitativer Kompositionen ist dem vielseitigen Künstler der internationale Durchbruch versagt geblieben. „Da bin ich doch so alt geworden wie ein Methusalem, hab‘ geschafft wie ein Pferd, den großen Erfolg, nein, den hab‘ ich nicht gehabt“. Dieses lapidare Bekenntnis legte der bedeutende Einzelgänger als Neunzigjähriger nach nahezu 60 Jahren künstlerischen Schaffens ab.

Otto Ritschl „Komposition 76/9“, Öl auf Leinwand, 155 x 130 cm; Foto: Museum Wiesbaden Foto: @ Bernd Fickert

Mit dazu beigetragen hat sicherlich die Diffamierung Ritschls als „entarteter Künstler“ durch die Nationalsozialisten. Er verzichtete deshalb während der Nazi-Diktatur auf weitere Ausstellungen und malte nur noch heimlich. Auch nach dem Krieg mied der Maler, der häufig gegen den Strom schwamm, den von ihm abgelehnten „Kunstrummel“ und zog sich als Einsiedler in sein Wiesbadener Atelierhaus zurück. Beim Verkauf seiner Werke hielt er sich ebenfalls zurück. Wenn ein Kunstfreund ein Gemälde erwerben wollte, das er nicht verkaufen wollte, musste sein Adlatus Wolff Mirus dieses im Schlafzimmer sicherstellen. „Dem Sammler wurde gesagt, das Bild befände sich irgendwo auf Ausstellungstournee und wäre zur Zeit nicht greifbar. Mit der Zeit mussten immer mehr Bilder ins Schlafzimmer gebracht werden“, so Mirus. Ritschl selbst sprach schmunzelnd von „Schlafzimmerbildern“. Weiterlesen

Emil Nolde. Die Grotesken

2017, Mai 5.

Die Internationalen Tage Ingelheim zu Gast im Museum Wiesbaden

Das Phantastische und Skurrile im Werk des Farbenmagiers

Die Internationalen Tage Ingelheim sind ein Kulturengagement des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim seit 1959, die jährlich zwischen Mai und Juli in Ingelheim stattfinden. Da das alte Rathaus in Nieder-Ingelheim aber zurzeit saniert wird und Ausstellungen dort nicht gezeigt werden können, sind die Internationalen Tage in diesem Jahr zu Gast im Museum Wiesbaden. Die beeindruckende Schau „Emil Nolde. Die Grotesken“, welche eine weniger bekannte Facette in Noldes umfangreichen Werk beleuchtet, ist bis zum 9. Juli 2017 im Hessischen Landesmuseum in Wiesbaden zu sehen.

Von Hans-Bernd Heier

Emil Nolde „Frühmorgenflug“, 1940, Öl auf Leinwand, 70 x 56 cm; © Nolde Stiftung Seebüll

Weiterlesen