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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Kultur Frankfurt

45. Römerberggespräche: Was soll das Theater?

2017, Oktober 21.

Über die Zukunft der Städtischen Bühnen – „Die Stadt muss sich bekennen“

Ein Beitrag von Uwe Kammann

Mehr als 50 Jahre waren Frankfurts Städtische Bühnen Schauplatz zahlloser Inszenierungen und erlebten denkwürdige Auseinandersetzungen. Nun ist das Bauwerk, die „Theaterdoppelanlage“, die Schauspiel und Oper umfasst, marode. Wie soll es mit ihnen weitergehen? Neubau oder Sanierung? Von dem Tag an, an dem die möglichen Kosten bekannt wurden, wurden leidenschaftliche und kontroverse Debatten geführt. Da stellte sich auch die Frage nach dem Standort am Willy-Brandt-Platz, sondern auch nach der gesellschaftlichen Position des Theaters. Welche Aufgaben sollen Schauspiel und Oper in Zukunft haben? Die Römerberggespräche wollten in der Diskussion erkunden, welche Gestaltungschancen derzeit bestehen.

Die Doppelanlage: Oper und Schauspiel unter einem Dach 

Zu guter letzt umreißt Schauspielhaus-Intendant Anselm Weber dann doch noch einen auch als seinen Wunsch: Wenn eine Sanierung der Städtischen für rund 200 Millionen Euro möglich wäre, dann, ja dann „bin ich fürs Sanieren und Hierbleiben“. Punktum. Zuvor hatte er sich in der Schlussrunde der Römerberggespräche unter dem doppeldeutigen Titel „Was soll das Theater?“ vorsichtiger geäußert; oder, wie er es mit Blick auf Rahmenbedingungen und politische Realitäten in der Stadt Frankfurt sieht, schlicht praxisnäher: „Ich muss alle Varianten überlegen“. Sprich, im Spektrum von Abriss und Neubau der Theater-Doppelanlage für Schauspiel und Oper am angestammten Willy-Brandt-Platz bis zum alternativen Auszug und Neubau einer der beiden Spielstätten an einem anderen Platz in der Stadt. Varianten und Szenarien, die heftig diskutiert werden, seit eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der Stadt den 1963 eröffneten Bau als marode deklariert und als Folge eine Generalremedur mit Gesamtkosten von rund 900 Millionen Euro angenommen hat.

 

Die Intendanten: Anselm Weber,  Schauspiel und Bernd Loebe (Oper)

Was immer nun in Angriff genommen wird: Äußerst schwierig, da waren sich Weber und sein nachbarschaftlicher Opern-Kollege Bernd Loebe völlig einig, wäre ein zeitweiliger Ausweich-Umzug an andere Orte auf jeden Fall. Denn in dafür zu veranschlagenden fünf Jahren (eine Mindestspanne für eine Interims-Lösung) sei ein harter Negativschnitt bei den Einnahmen (im Jahresbudget mit 15 Millionen Euro angenommen) unausweichlich. Eben, weil beispielsweise das Depot in Bockenheim nur knapp 400 Plätze biete, wesentlich weniger als die Oper (rund 1400 Plätze) oder das Schauspielhaus (knapp unter 700 Plätzen).

Für Opernchef Loebe war die perspektivische Generalformel deshalb ebenso klar wie für Anselm Weber: Natürlich sei das Depot als zusätzliche Spielstätte ein „Segen, auch eine Riesenbereicherung“, doch „materiell und ideell“ bekenne er sich „eindeutig zum Standort hier“.

Diese doppelt bekräftige Aussage traf auch unbedingt den kollektiven Wunsch des Publikums bei diesen 45. Römerberggesprächen, welche die Zukunft der Städtischen Bühnen speziell auch unter dem Aspekt der baulichen Möglichkeiten ausloten sollten. Jedenfalls war diese Publikumsvorliege abzulesen, sofern man Interventionen aus dem Plenum und Spontaneität und Intensität von Beifallsbekundungen nach einzelnen Wortbeiträgen vom Podium als Gradmesser nimmt.

Der mehrheitliche Tenor war danach einfach zu umreißen: Die große Theateranlage für Oper und Schauspiel am Willy-Brandt-Platz, gleich gegenüber dem ersten Turm der Europäischen Zentralbank, sollte als herausragendes Beispiel für eine als demokratisch gedachte, offene Bühne der Gesellschaft in dieser Form erhalten bleiben.

Eine vorgeschaltete Runde mit zwei Baukünstlern hatte zwar in dem Kölner Architekten Peter Böhm einen Advocatus Diaboli, der am jetzt 50jährigen gläsernen Längsquader der Bühnen mitsamt der Anhängsel von Verwaltung, Werkstätten und „Gefängnis-Rückseite“ kein gutes Haar ließ und für einen repräsentativen Neubau im Geist des „Schönen, Lustvollen und Liebevollen“ plädierte, den die Bürger stolz ihren Gästen vorführen könnten. Doch seine Grundannahme, dass eben diese Bürger das Festliche suchten, den gesellschaflichen Hoch-Ort zum Repräsentieren (samt einschlägiger Garderobe und dem Nebeneffekt der Geschäftsanbahnung) fiel beim Publikum durch, trotz seines Plädoyers für einen Neubau im Sinne einer „weiterentwickelten Moderne“.

v.l.n.r.: Architekt Peter Böhm, Moderator Alf Mentzer und Architekt Ernst Ulrich Scheffler

Bei seinem Berufskollegen Ernst Ulrich Scheffler – der bei Kulturbauten wie dem Frankfurter Liebighaus seine sensible Handschrift bewiesen hat – verfingen Böhms vorausgehende Fingerzeige auf die historischen Beispiele der Opern in Paris, Dresden und Wien ebenfalls nicht. Er verwies auf die tief verankerte Programmatik und die Werte des jetzigen Frankfurter Baus: ein Spiel- und Verständigungshaus zu sein für eine „hierarchiefreie Bürgergesellschaft“, im Kontrast zu einer geschlossenen Gesellschaft. Eine solche in der Konzeption und in der Ausführung manifestierte Offenheit sei eine „große Tugend“.

Bei allen Schwächen des hinteren Werkstattteils („chaotisch“) sei der vordere Teil mit seinem großzügigen transparenten Foyer zu erhalten. Auch andere Argumente sprächen für den Bau. So sei er ein bedeutender Ort der Geistesgeschichte mit jetzt ganz eigener Tradition, und funktional sei der Platz mit seinen U-Bahnlinien bestens erschlossen. Der von manchen als willkommene Neubau-Folge beschworene Bilbao-Effekt schwäche sich in der Regel ab, und ohnehin: „Man muss nicht alle 20 Jahre wieder umbauen“. Eine Stimme aus dem Publikum sekundierte später: „Das Gebäude trägt noch heute“, als „gelungene Darstellung des Bürgertums in einer seit jeher bürgerlichen Stadt“ sei es „genial und erhaltenswert“.

Und die heutigen politischen Verantwortlichen dieser stolzen Bürgerstadt? Sie glänzten bei diesen Römerberggesprächen mit vollständiger Abwesenheit – trotz vielfacher Bemühungen der Veranstalter um Repräsentanten auf den Podien. Eine systematische, gewollte Enthaltsamkeit? Kritische Bemerkungen der beiden Intendanten zur Lage im politischen Feld lassen dies als wahrscheinlich annehmen.

Selbstverständlich sei es eine „politische Entscheidung“, so Weber, ob die Stadt auch künftig ein Theater mit überregionaler Bedeutung haben wolle. Diese Diskussion müsse im Römer geführt werden: „Schweigen ist der falsche Weg“. Er warnte davor, diese Diskussion nicht zu führen und „den Kopf in den Sand zu stecken“ – womöglich, so Bernd Loebes Verdacht, „aus Furcht vor dem Verlust von Wählerstimmen“ (Ende Februar kommenden Jahres stehen schließlich die Oberbürgermeister-Wahlen in Frankfurt an).

Natürlich, so Weber, gehe es vor dem Hintergrund des Rahmens der Machbarkeitsstudie auch billiger (auf Kosten der technischen Bühnenausstattung und damit des künstlerischen Potentials). Ausgangspunkt sei bei einem Neubauvolumen von 100.000 Brutto-Quadratmeter für Schauspiel und Oper die „realistische Zahl von 600 Millionen“. Doch sie, die Intendanten, könnten eben über die künftige Bedeutung der Bühnen nicht entscheiden, dies sei Sache der Politik.

Doch dort, so klagte auch Bernd Loebe ganz konkret, sei „ein Vakuum zu spüren“, es herrsche „ein Gefühl von Stillstand“, mit der Folge: „So wissen wir nicht, in welche Richtung wir arbeiten sollen.“ Die Stadt, der Oberbürgermeister müssten sich in Sachen Zukunft der Städtischen Bühnen „bekennen“. „Wir jedenfalls“, das unterstrich Anselm Weber ganz deutlich, „werden uns nicht hinstellen und sagen, wir schaffen uns ab.“

(FeuilletonFrankfurt wird auf weitere Aspekte dieser Römberberg-Gespräche zurückkommen).

Alle Fotos: Uwe Kammann

„Peter Grimes“ von Benjamin Britten an der Oper Frankfurt

2017, Oktober 20.

Treibjagd: „Wer sich abseits stellt und uns verachtet, den vernichten wir.“

Text: Renate Feyerbacher

Fotos: Monika Rittershaus/Oper Frankfurt und Renate Feyerbacher

Die Oper „Peter Grimes“ von Benjamin Britten war zuletzt vor 16 Jahren auf der Frankfurter Opernbühne zu sehen. Nun gab es eine Neuinszenierung des englischen Regisseurs Keith Warner. Das gesamte Team wurde vom Publikum nach der Premiere am 8.Oktober beklatscht. Bei der Premierenfeier gab es allerdings unterschiedliche Meinungen zur Musik und zur Inszenierung. Zu naturalistisch, hieß es einmal, genau richtig, ein andermal, Auch: Musik gefällt mir nicht.

Im Prolog muss sich Peter Grimes vor Gericht verantworten, er ist angeklagt, weil ein Lehrjunge bei der Bootsfahrt ums Leben kam. Trotz Freispruch kursieren die Gerüchte um den Fischer weiterhin. Seine Anklagebank: ein Boot, ein Bild der Isolation. Peter wird wie Woyzeck ‚ausgestellt‘. Von der Ausgrenzung betroffen war auch der Komponist, als Kriesgdienstverweigerer und als Homosexueller. Isolation und Misserfolg bei den Kritikern begleiteten Brittens Leben.

Vincent Wolfsteiner als Peter Grimes; Foto: Monika Rittershaus

Die Einsamkeit des Menschen, die Einsamkeit in der Masse, das ist denn auch das Hauptmotiv, das Benjamin Britten (1913-1976) beschäftigte. Während seines Aufenthaltes in den USA las er 1941 die dramatische Verserzählung „The Borough“ (Die Kleinstadt) vom englischen Poeten Georges Crabbe (1754-1832), der ähnlich wie er in der Grafschaft Suffolk an der östlichen Küste Englands geboren wurde. Speziell die Geschichte des Fischers Peter Grimes weckte seine Sehnsucht nach der Heimat und sein Interesse an einem Opernstoff. Es fand sich ein Auftraggeber und Britten kehrte mitten im Krieg 1942 nach England zurück, zusammen mit seinem Lebensgefährten, dem weltberühmten Lied- und Opernsänger Peter Pears, für den er viele Tenorpartien komponierte. Fast zwei Jahre hat die Arbeit am Libretto von Montagu Slater gedauert.

Crabbes Peter Grimes war stur, rebellisch, als Erwachsener gewalttätig und zudem noch ein Trinker. Aus dem Schurken wurde in der Oper ein Einzelgänger, sympathisch, zurückhaltend, frustriert, aber noch von Wünschen und Hoffnungen beseelt, reich zu werden und Ellen Orford, die Lehrerin, die zu ihm hielt, heiraten zu können. „Not a bad man.“ Als er sich physisch-psychisch eingekesselt sieht, wird er aber auch gewalttätig. Bleibt die Frage, ob Peter Grimes am Ende doch ein Mörder sein könnte. Auch der zweite Lehrjunge kommt um.

Die Uraufführrung fand am 7. Juni 1945 am Sadler’s Wells Theatre, London statt, kurz nach Kriegsende und wenige Wochen vor den Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki.

Vincent Wolfsteiner; Foto: Renate Feyerbacher

„Das Ostinato des Meeres“ ist eine Konstante sowohl im Leben als auch im Werk des Komponisten, schreibt Norbert Abels, Chefdramaturg an der Oper Frankfurt in seiner neuen Britten-Biografie: „Vom Meer trennte er sich niemals.“ Schon als Kind hatte Britten diesen engen Kontakt zum Meer. Vom Haus seiner Eltern in Lowestoft hatte er die wilden Stürme, die oftmals Schiffe an die Küste warfen und ganze Strecken der benachbarten Klippen wegrissen, beobachtet. In „Peter Grimes“ hat man das Gefühl, die tobende See genauso zu erfahren wie in seiner anderen Oper „Billy Budd“.

Die Angst der Dorfbewohner vor den Stürmen ist in den aufwühlenden Chören mitzuerleben. Der Chor hat den größten Part, mit etlichen a capella-Einschüben. Chordirektor Tilman Michael führt die 80 Sängerinnen und Sänger zu einem Gipfel des Chorgesangs. Das ist einmalig. Gänsehaut bildet sich, wenn das ständig wiederholte „Peter Grimes“ gerufen wird. Very british kommen die drunken songs rüber.

 Sara Jakubiak als Ellen Orford, Vincent Wolfsteiner als Peter Grimes und Theodor Landes als Lehrjunge John; Foto: Monika Rittershaus

Sind Bühnenbild und Inszenierung zu naturalistisch? Ich empfand es nicht so. Bis auf wenige Einschränkungen fand dort ein spannendes Geschehen statt. Der große Bühnenraum strahlt Unendlichkeit aus, aber auch Begrenzung durch Wände, durch Kaimauern. Das ist entsprechend der Figur. dialektisch angelegt. Das Bühnenbild des Engländers Ashley Martin-Davis verändert sich immer wieder: Enge und Erfahrung der Weite wechseln sich ab. Licht und Schatten (Olaf Winter) unterstützen gezielt die Momente der Ruhe und der Bewegung, die Keith Warner präzise festlegt.

Keith Warner, einer der bedeutendsten Regisseure der Gegenwart, ist ständiger Gast an der Oper Frankfurt (Falstaff, Hänsel und Gretel). Als 17jähriger beobachtete er mit seinem Freund Fischerboote, als sie Benjamin Britten und Peter Pears mit ihrem Dackel namens Gilda beim Spaziergang sahen, so erzählt er bei Oper extra. Er traute sich nicht, sie anzusprechen, worüber er sich noch heute schämte.

Warner gelingt es eindrücklich, die Dorfbewohner, zunächst Individuen, zur Horde mutieren zu lassen. Es ist spannend zu erleben, wie die Aggressivität aufgebaut wird, die sich fast in Wahnsinn ergeht. Seine Personenführung ist exzellent. Den Hauptprotagonisten Peter Grimes, dargestellt und gesungen von Vincent Wolfsteiner, leitet er in psychologische Tiefen. Ensemblemitglied Wolfsteiner, der zunächst Musik studierte, als Tonmeister und Produzent arbeitete, kam erst spät in den USA zum Gesang. Er ist begeistert von der außergewöhnlichen Zusammenarbeit mit dem Regisseur. Intensiv war sein Rollenstudium. Heute sei er fähig, diese englische Partie zu singen, was ihm auch vorzüglich gelingt.

Seine Wagner geübte Tenorstimme, die mal ausbricht, mal lyrisch ist, schafft eine dynamische Interpretation. Sara Jakubiak (Die Passagierin, Eugen Onegin) als Lehrerin Ellen Orford verleiht ihrem Sopran wunderbare Kontur. James Rutherford als Captain Balstrode, der seine Hand über Peter Grimes hält und mit Ellen zusammenarbeitet, Peter aber am Ende zum Suizid im Meer rät, gefällt durch seinen warmen, wohltönenden Bariton. Sensationell ist der Auftritt der gebürtigen Amerikanerin Jane Henschel von der Düsseldorfer Oper am Rhein ist eine der renommiertesten Mezzosopranistinnen. Erstmals ist sie Gast an der Oper Frankfurt in der Rolle der Pubwirtin Auntie. Diese Rolle scheint sie aus dem Effeff zu kennen. Ihre nervigen, sich prostituierenden Nichten meistern Sydney Mancasola und Angela Vallone mit viel Spielfreude.

v.l.n.r.: Sydney Mancasola als First Niece; mit dem Rücken zum Betrachter, AJ Glueckert als Bob Boles und Jane Henschel als Auntie, rechts; im Hintergrund Ensemble; Foto: Monika Rittershaus

Einmalig kompositorisch und gekonnt interpretiert das Quartett der vier Frauen: Auntie, Nichten und Ellen, in dem sie sich über die Männer auslassen, die sie missbrauchen und dann Mitleid haben. Das Lied „Lächeln oder weinen wir, oder warten wir still, bis sie schlafen“ ist ein Opernjuwel, das von der Solidarität der Frauen handelt, die auch in Isolation leben.

Die Suche nach den verschwundenen Kindern wird von der tratschenden Mrs. Sedley (Hedwig Fassbender) angefeuert. Sie baut Peter Grimes als Feindbild auf, um von sich abzulenken. Denn sie greift zu Rauschgift und ist abhängig, steht also selbst auf der gesellschaftlichen Abschussliste.

Wie zu erwarten, dirigiert Sebastian Weigle ein hochmotiviertes Frankfurter Opern- und Museumsorchester. Viel Beifall für die Musiker und ihren Chef, die auf hohem, überzeugendem Niveau das Wechselspiel zwischen dramatischen und sich beruhigenden Situationen interpretiert. Die sechs Opernzwischenspiele, eine Besonderheit der Oper, die nur indirekt zum Drama beitragen, vertieften diesen Eindruck.

Weitere Aufführungen von „Peter Grimes“ am 22. und 27. Oktober (im Anschluss OPER Lieben), am 5. und 11. November 2017

 

Absolventenausstellung 2017 der Städelschule – Absolventenpreis an Leda Bourgogne

2017, Oktober 19.

Von Erhard Metz

„Home of the Brave“ – so heißt die diesjährige Absolventenausstellung der die Kunst-Alma Mater verlassenden Studierenden der Städelschule (offiziell Staatliche Hochschule für Bildende Künste). „Home of the Brave“ – kennen wir nicht als langjähriges Mitglied der Steuben-Schurz-Gesellschaft diese Zeile? Genau, so endet der Refrain der vier Strophen des „Star-Spangled Banner“, der Nationalhymne der Vereinigten Staaten von Amerika „O’er the land of the free and the home of the brave“. Also: aufstehen und rechte Hand aufs Herz! Das alles im Frankfurter MMK 3 und sogar in Teilen des mittlerweile schon fast altehrwürdigen MMK 1? Das wörtliche Zitat aus dem Refrain der Hymne als Motto der Ausstellung kann sich uns – in Zeiten eines vielfach und weltweit in der Kritik stehenden Präsidenten Donald Trump – im Kontext der Ausstellung politisch erschließen, könnte sich aber auch auf die Situation der Studierenden der Hochschule als sozusagen „Heimstatt der Tapferen“ in einer zunehmend komplexer und unübersichtlicher werdenden Welt beziehen.

Es ist sicherlich dem Zufall geschuldet, dass in diesem Jahr mit 38 Studierenden ein quantitativ besonders starker Jahrgang die weltweit renommierte Hochschule verläßt – unabhängig davon halten wir die Schau für die qualitativ beste Absolventenausstellung, die wir seit dem Jahr 2007 beobachtet haben. In der großzügigen Ausstellungsarchitektur im MMK 3 (Zollamtssaal im Haus am Dom) und – erstmalig in diesem Jahr – in Räumen des Mutterhauses MMK1, dort hauptsächlich im Dreieckssaal der Ebene 1, erhalten die Absolventenarbeiten eine adäquate Präsentationsplattform und die angesichts vieler großformatiger Werke notwendige „Luft zum Atmen“. Apropos „Werke“: Vielen dieser Absolventenarbeiten messen wir, auch eingedenk des Werkbegriffs, tatsächlich bereits eine solche Qualität bei.

Ein besonderes Lob gebührt dem Kurator der Ausstellung Sergey Harutoonian, derzeit Assistent in der Sammlungsleitung des Museums, der die sich neu eröffnenden räumlichen Möglichkeiten exzellent bespielte und beredt wie informativ durch das Pressepreview führte.

↑ Peter Gorschlüter, Kommissarischer Direktor des MMK (li.), und Professor Philippe Pirotte, Rektor der Städelschule, im Pressepreview
↓ Sergey Harutoonian, Assistent in der Sammlungsleitung des MMK und Kurator der diesjährigen Ausstellung, vor der Arbeit „Ventilation Baby 1 und Ventilation Baby 2“ (2017) der Absolventenpreisträgerin Leda Bourgogne
Fotos: Erhard Metz

Die Trägerin des zum 15. Mal verliehenen, wieder mit 2.000 Euro dotierten Absolventenpreises des Vereins Städelschule Portikus e.V. heißt Leda Bourgogne aus der Klasse von Professorin Judith Hopf. Wir schätzen ihre Arbeiten bereits seit den jährlichen Rundgangsveranstaltungen durch die Städelschule. Die Jury – Jule Hillgärtner (Direktorin Kunstverein Braunschweig), Mario Kramer (Sammlungsleiter MMK), Katharina Momberger (Städelschule Portikus e.V.) und Fabian Schöneich (Kurator Portikus) – entschied sich einstimmig für die Künstlerin-Studentin mit ihrer aktuellen mehrteiligen Präsentation „Polie“, „Ventilation Baby 1-2“ und „Spinal Cord“ mit der Begründung: „Die Werkgruppe überzeugte die Jury durch die ungewöhnliche malerische Qualität in der Auseinandersetzung mit performativen Elementen und einem experimentellen Umgang mit den Medien. Zudem überzeugte die Präsentation als Installation im Raum“.

Leda Bourgogne; Bildnachweis MMK, Foto: Thomas Schröder

FeuilletonFrankfurt gratuliert herzlich!

Leda Bourgogne, 1989 in Wien geboren, studierte von 2011 bis 2017 an der Städelschule freie Bildende Kunst und – 2015/2016 – Komparatistik an der Goethe Universität Frankfurt. Zuvor hatte sie an der Universität Zürich (2009 bis 2011) Deutsche Philologie und Filmwissenschaften studiert.

Die weiteren Absolventen des Jahrgangs sind: Amy Ball, Helga Bärnarp, Lars Karl Becker, Felix Bolze, Damien Butler, Il-Jin Atem Choi, Ben Clement, Lennart Constant, Ryan Cullen, Bradley Davies, Eliza Douglas, Zoë Field, Mikael Fransson, Hanna-Maria Hammari, Julian Irlinger, Dan Kwon, Laura Langer, Cheonghye-Sophia, Mickael Marman, Max Eulitz, Tomás Nervi, Richard Nikl, Vera Palme, Riccardo Paratore, Tetsuro Pecoraro, Nicholas Pittman, Natalia Rolón Sotelo, Mahsa Saloor, Sathit Sattarasart, Enzo Shalom, Noriko Takizawa, Alexander Tillegreen, James Tunks, Alexey Vanushkin, Anna Susanna Woof, Reece York, Julia Żabowska aus den Klassen von Monika Baer, Peter Fischli, Douglas Gordon, Judith Hopf, Michael Krebber, Tobias Rehberger, Willem de Rooij, Amy Sillman und Josef Strau.

Zur Ausstellung erschien ein origineller, von den Absolventen gestalteter Katalog.

„Home of the Brave“, Museum für Moderne Kunst MMK1 und MMK3, bis zum 12. November 2017

→ Städelschule: Rundgang 2015 (7)
→ Städelschule: Rundgang 2015 (2)

Die Buchmesse schließt ihre Tore – Ein Résumé

2017, Oktober 15.

↑ Europa-Diskussion mit Staatspräsident Emmanuel Macron in der Frankfurter Goethe-Universität mit Daniel Cohn-Bendit und Gilles Kepel

Was aber bleibet…

Zahlreiche Politiker, darunter die französische Kulturministerin Françoise Nyssen, die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters, die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles, der SPD-Vorsitzende Martin Schulz und der Präsident der Europäischen Linken Gregor Gysi, besuchten die Frankfurter Buchmesse. Mit einem Besucherplus von 6,5 Prozent am Messewochenende und einem leichten Rückgang von 0,2 Prozent an den Fachbesuchertagen ist die Frankfurter Buchmesse 2017 am heutigen Sonntag zu Ende gegangen. 286.425 Besucherinnen und Besucher kamen zur Frankfurter Buchmesse, das entspricht einem Zuwachs von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 7.300 Aussteller aus 102 Ländern nahmen in diesem Jahr teil. Insgesamt fanden in der Messewoche rund 4.000 Veranstaltungen statt. Bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse durch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron wurde ein starkes Zeichen für ein Europa der Kultur gesetzt.

Ein Höhepunkt der Buchmesse:
Der Friedenspreis an Margret Atwood

↑ Heinrich Riethmüller und OB Peter Feldmann gratulieren der Friedenspreisträgerin in der Paulskirche

↓ Auch frühere Friedenpreisträger wie Alfred Grosser (4.v.li) und Carolin Emcke (3.v.li) waren in die Paulskirche gekommen…

Der Vorsteher des Börsenvereins Heinrich Riethmüller rief in seinem Grußwort die Gründungsmotivation des Friedenspreises in Erinnerung. Was über viele Jahre so selbstverständlich zu sein schien. Nach den Vorfällen war es von besonderer Aktualität: „Angesichts der Gräueltaten des Naziregimes und der Tatenlosigkeit, wenn nicht sogar Anbiederung der Buchbranche haben Verleger und Buchhändler 1950 den Friedenspreis ins Leben gerufen.“ Man habe eine besondere Verantwortung für die Bewahrung und Vermittlung von Frieden und Freiheit. Die Laudatio von Eva Menasse war ebenso  fein ziseliert wie die Rede der diesjährigen Friedenspreisträgerin Margret Atwood selbst,  (Hier finden Sie ihre Rede) die anspielungsreich, amüsant und ein literarisches Vergnügen war.

Au revoir Frankreisch…

Ein Höhepunkt der Frankfurter Buchmesse 2017 war der Ehrengastauftritt Frankreichs. „Francfort en Français“ war das wichtigste und größte Kulturprojekt, das Frankreich jemals mit Partnern in Deutschland umgesetzt hat. Es beruhte auf der engen deutsch-französischen Freundschaft und lebte von der Vision, gemeinsam ein Europa des Geistes, der Literatur und der Kultur zu schaffen. 180 französischsprachige Autorinnen und Autoren trafen bei rund 350 Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse und in der Stadt ihre Leser. Tausende Besucherinnen und Besucher haben in den letzten Tagen den französischen Pavillon mit seiner kunstvollen Holzkonstruktion besichtigt und mit Leben gefüllt.

↑ Merci pour ces moments… Verabschiedung des Teams von „Francfort en français“

„Hospitalité où le plaisir d’habiter la langue de l’autre est compensé
par le plaisir de recevoir
chez soi,
dans sa propre demeure
d’accueil, la parole de l’étranger.“

Sprachliche Gastfreundschaft also, bei der das Vergnügen,
die Sprache des anderen zu bewohnen, vergolten wird durch das Vergnügen,bei sich,
in seiner eigenen, gern aufnehmenden Bleibe,
das Wort des Fremden
zu empfangen.“

„Unser diesjähriger Ehrengast Frankreich öffnete uns den Blick für den französischen Sprachraum. Wir haben den Reichtum, die thematische Vielfalt und Widersprüchlichkeit der französischsprachigen Literatur kennengelernt, die weit über die Staatsgrenzen unseres Nachbarlandes hinweg geschrieben und gelesen wird“, sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Paul de Sinety, Vorsitzender von „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“, resümierte: „Mit dem Ehrengastauftritt Frankreichs auf der Frankfurter Buchmesse war gleichwohl auch die französische Sprache eingeladen. Dies war uns eine große Ehre und Freude und die außergewöhnliche Gelegenhei,  zusammen mit unseren deutschen Freunden das Europa der Kultur neu zu denken. Dies ist eine Vision, die wir gerne mit unseren georgischen Freunden teilen möchten. Die Einladung Georgiens als Gastland der Frankfurter Buchmesse 2018 ist in dieser Hinsicht sehr symbolträchtig und wir wünschen unserem europäischen Nachbarn über die Grenzen der Europäischen Union hinweg alles Gute.“

Jedes Jahr am letzten Tag der Frankfurter Buchmesse findet eine ganz besondere Veranstaltung statt. Am Nachmittag des Messesonntags verabschiedet sich der amtierende Ehrengast und übergibt in einer feierlichen Zeremonie an den künftigen. Eigens dafür wurde das Objekt der GastRolle kreiert, welches jährlich um einen literarischen Beitrag des folgenden Ehrengastes erweitert wird. Ehrengast 2017, Frankreich, hatte ein Zitat von Paul Ricœur gewählt: Auf der Bühne begleiteten Pénélope Bagieu, französische Autorin und Illustratorin und der georgische Autor Davit Gabunia die GastRollen-Übergabe.

Juergen Boos, Medea Metreveli (Georgien) und Paul de Sinety bei der Übergabe der Gastrolle an den Ehrengast Georgien

Willkommen, Georgien 2018

„Mit Georgien kündigt sich nun ein Ehrengast an, dessen jahrtausendealte kulturelle Wurzeln vielen von uns noch weitgehend unbekannt sind“, so Juergen Boos.  Wir freuen uns auf die literarischen Entdeckungen und sind sehr gespannt auf die Persönlichkeiten und Geschichten, die uns das georgische Organisationskomitee im Oktober 2018 vorstellen wird.“ Medea Metreveli, Leiterin des Ehrengastkomitees Georgien 2018, versprach für das nächste Jahr weitere spannende und ungewöhnliche Begegnungen. „Unter dem Motto ‚Georgia – Made by Characters‘ wollen wir die große literarische Tradition des Landes, die bis ins 5. Jahrhundert zurückreicht und so reich an Genres ist, und die einzigartige Schrift präsentieren, in der sie niedergeschrieben wurde“, erklärte Medea Metreveli. „Wir wollen zeigen, wie sich die georgische Literatur seit der Unabhängigkeit Georgiens auf eine ganz andere und experimentelle Weise etabliert und wieder ihre eigene Identität entwickelt hat. Und schließlich möchten wir unsere historischen und kulturellen Erfahrungen und unsere Antwort auf die Herausforderungen der modernen Welt mit der ganzen Welt teilen.“

Georgien präsentierte sich auf der GastRolle mit einem Auszug aus dem Nationalepos „Der Recke im Tigerfell“ von Schota Rustaweli aus dem 12. Jahrhundert.

Wie die Sonne gleiche Lichtflut auf Gestrüpp und Rosen gießt,
sieh, dass Arm’ und Reiche du mit gleicher Fürstengnade misst.
Auch den Trotz bezwing durch Güte, die allzeit bezwingend ist
spende – wie die Flut, vom vollen Meere kommend, meerwärts fließt.

Der Beitrag Georgiens auf der GastRolle ist in den kunstvoll geschwungenen Buchstaben des georgischen Alphabets verfasst. Die einzigartige Schrift spielt auch für die britisch-georgische Sängerin Katie Melua, welche die GastRollen-Übergabe musikalisch begleitete, eine große Rolle: „Ihr verdanke ich, dass ich das Bücherlesen liebgewonnen habe und das spielte eine entscheidende Rolle bei der Herausbildung meiner Persönlichkeit“, so die Künstlerin. „Georgien ist stets in meinem Herzen. Mein Schaffen ist ein Teil meines Charakters, der nicht zuletzt aus georgischen Buchstaben geformt wurde.“

Emotionaler Auftritt mit der britisch-georgischen Sängerin Katie Melua

Die Buchmesse setzte sich auch in der Stadt weiter fort in den an fünf Orten rund um den Römer. Die OPENBOOKS, das von der Stadt Frankfurt unterstützte Lesefest, hat in diesem Jahr einen Wahrnehmungssprung gemacht. Zu den 120 kostenfreien Veranstaltungen  waren 16.00 Leser und Zuhörer geströmt. Wenn man das hört, glaubt man doch noch an die Zukunft des Buches.

OPEN BOOKS 2017

Überschattet wurde die Buchmesse selbst durch Konfrontationen zwischen rechten und linken Gruppierungen. „Auf der Frankfurter Buchmesse kommen an fünf Tagen mehr als 280.000 Besucherinnen und Besucher aus über 150 Ländern zusammen. Sie ist ein Ort, der von einer enormen Vielfalt an Meinungen lebt. Wir lehnen die politische Haltung und verlegerischen Aktivitäten der Neuen Rechten entschieden ab. Dennoch sind wir als Veranstalter der größten internationalen Messe für Bücher und Medien dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung verpflichtet. Konflikte bleiben hier nicht aus. In diesem Jahr wurden wir Zeugen von Handgreiflichkeiten, die von der Polizei aufgelöst wurden. Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung verurteilen wir aufs Schärfste“, sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Alle Fotos: Petra Kammann

Weitere Infos in FeuilletonFrankfurt 

→ Frankfurt Buchmesse aktuell Teil 4

→ Buchmessesplitter 3

 Buchmesse Tag 2 – Splitter

  Frankfurt ist eine Messe wert – Die Jury des Prix Goncourt auf der Buchmesse

→ Starker Auftakt: Eröffnung der Frankfurter Buchmesse mit dem Ehrengast Frankreich

 Der Deutsche Buchpreis 2017 ist entschieden

 Der Deutsche Buchpreis 2017

→ Kultur-Brücken in und nach Frankfurt – „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“

→ „Struwwelpeter recoiffé“ im Frankfurter Struwwelpeter-Museum

 

Frankfurt Buchmesse aktuell Teil 4

2017, Oktober 15.

Hereinspaziert!

Der erste Publikumstag: Die Buchmesse am Samstag 

Impressionen von Petra Kammann

↑ ↓ Ein heiterer Herbsttag, wie man ihn sich schöner kaum vorstellen kann

↑ Auf dem blauen Sofa Thorsten Janitschke (r) im Gespräch mit FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube(l), Feuilleton-Verantwortlicher, über dessen interessante Sichtweisen auf die menschliche Zivilisation in dessen Buch „Die Anfänge von allem“ 

↑ Guntram Vesper am Stand von Schöffling & Co,  „Guntram Vespers Roman Frohburg gehört zu den Büchern, bei denen man leicht, ganz schnell, auf die großen Begriffe kommt. Opus magnum. Mammutwerk“. So die Jury

Wagenbach-Lektorin Annette Wassermann im Gespräch mit dem französischen Autor Tanguy Viel, dessen Roman „Selbstjustiz“ gerade erschien

↑ Auf dem legendären blauen Sofa: Oskar Roehler im Gespräch mit Aspekte-Moderatorin
Luzia Braun

↑ Phantasy wörtlich genommen. Viele schlüpfen in die Rolle der fiktiven Figuren
Foto: Uwe Kammann

↑ Es wird voller und voller. Schön, dass die Buchmesse auch für so attraktiv für viele junge Menschen ist. 

Aber es ist nicht alles eitel Sonnenschein…Leider!

Während der letzten Tage gab es auf der Frankfurter Buchmesse gezielte Provokationen, Sachbeschädigungen und tätliche Übergriffe zwischen linken und rechten Gruppierungen. Bei Veranstaltungen von Verlagen der Neuen Rechten kam es zu Handgreiflichkeiten, die von der Polizei aufgelöst wurden.

Statement zu den Vorfällen auf der Frankfurter Buchmesse:

Buchmessedirektor Juergen Boos

„Die Frankfurter Buchmesse lebt von der Vielfalt der Meinungen und ist ein Ort des freien Dialogs. Das ist die unveränderliche Haltung der Frankfurter Buchmesse und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Während der letzten Tage gab es auf der Frankfurter Buchmesse gezielte Provokationen, Sachbeschädigungen und tätliche Übergriffe zwischen linken und rechten Gruppierungen. Bei Veranstaltungen von Verlagen der Neuen Rechten kam es zu Handgreiflichkeiten, die von der Polizei aufgelöst wurden. Wir verurteilen jede Form der Gewalt. Sie verhindert den Austausch von politischen Positionen. Wir werden sie als Mittel der Auseinandersetzung nicht zulassen.“

Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, und Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

↓ Heute, am Sonntag, wird der Friedenspreis an die kanadische Autorin Margret Atwood vergeben … 

Ihre Rede wird mit Spannung erwartet.

Fotos: Petra Kammann