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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Interview

Ein Gespräch mit dem Sänger Johannes Martin Kränzle

2018, April 27.

„Wichtig für mich, auf dem gleichen Niveau zu singen wie vorher“

Johannes Martin Kränzle steht nach zwei Jahren Abwesenheit in der Neuproduktion der Oper „Aus einem Totenhaus“ wieder auf der Frankfurter Opernbühne. Zuletzt sang er hier im Frühjahr 2015 den kranken Amfortas im „Parsifal“. Seine Darstellung, die für ihn immer wichtig ist, war beeindruckend. Ein kranker Mensch prägte sich ein. Wenige Monate zuvor, Ende 2014, hatte Kränzle sein Debüt an der Metropolitan Opera (MET) als Sixtus Beckmesser in „Die Meistersinger von Nürnberg“ gegeben. Inzwischen seine Paraderolle. Die Kritiken waren voll des Lobes. Die New York Times schrieb: „With his robust voice and crisp diction, Mr. Kränzle played him as a fidgety, nervous, neurotic type, not a bad guy at his core” und er wurde mit dem Publikumspreis geehrt. Alle Vorstellungen, so erzählt er, habe er mit guter Laune und „blendender Gesundheit“ gesungen. Renate Feyerbacher traf Johannes Martin Kränzle zum Gespräch.

Der Sänger Johannes Martin Kränzle, fotografiert von Christian Palm

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SCHÖN UND GUT? FRANKFURT – EINE STADT FÜR ALLE?

2018, März 1.

Ein Interview mit Mike Josef, dem Planungsdezernenten der Stadt Frankfurt

Interview: Uwe Kammann
Fotos: Petra und Uwe Kammann

Seit Mitte 2016 im Amt: Mike Josef

Uwe Kammann: Hat sich Ihr Blick auf Frankfurt geändert, seit Sie dieses Amt angetreten haben? Wenn ja: In welcher Hinsicht, in welcher Form?

Mike Josef: Es ist hier unheimlich viel in Bewegung. Ich bekomme noch viel intensiver mit, welche Dynamik in der Stadt steckt; auch, wieviel Geld hier im Umlauf ist.

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„Ausgezeichnet: Kartografie des Weiblichen“ Die LitProm-Literaturtage und 30 Jahre LiBeraturpreis

2018, Februar 1.

Nachdenken über den großen „kleinen Unterschied“.
Wie wirkt er sich auf die Romankunst aus?

Ein Interview mit Lucien Leitess, Verleger des Unionsverlags

Von Petra Kammann

← Der Verleger Lucien Leitess

 

Am vergangenen Wochenende (26,/27.1.2018) wurde im Rahmen der diesjährigen Litprom-Literaturtage im Frankfurter Literaturhaus der 30. LiBeraturpreis gefeiert, der ausschließlich Autorinnen aus Asien, Afrika, Lateinamerika und der arabischen Welt auszeichnet. Der Preis wurde 1986 zunächst von einer kirchlich-entwicklungspolitisch engagierten Gruppe gestartet und an Autorinnen aus Afrika, Lateinamerika, Asien und dem arabischen Raum vergeben. Inzwischen hat die Auszeichnung längst internationale Strahlkraft erlangt. Unter dem Motto „Ausgezeichnet: Kartografie des Weiblichen“ kamen Autorinnen aus aller Welt ins Literaturhaus und sprachen über Themen, die sie um- und antreiben und was für sie über alle Grenzen hinweg weibliches Schreiben bedeutet. Die Autorinnen diskutierten in Werkstattgesprächen mit dem Publikum. Präsent bei der Veranstaltung waren neben vielen „Bücherfrauen“, LiBeraturpreisträgerinnen, Autorinnen, Moderator*innen und Leser*innen u.a. der Verleger des Unionsverlags Zürich, Lucien Leitess, der über vier Jahrzehnte die spannende außereuropäische Literatur veröffentlicht hat, deren Autoren bei uns zunächst völlig unbekannt waren. Nicht immer eine leichte Angelegenheit. „Gerettet“ haben ihn Autoren wie die Nobel- und Friedenspreisträger Nagib Machfus, Yasar Kemal, Assia Djebar oder  Mo Yan… Grund für FeuilletonFrankfurt, ihm ein paar Fragen zu stellen.

 

 

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„Wir brauchen eine zweite Aufklärung.“ – Ein Gespräch mit der Frankfurter Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig

2018, Januar 29.

Für das FeuilletonFrankfurt traf Petra Kammann die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt Dr. Ina Hartwig zu einem Gespräch.

Petra Kammann: Sie waren in kurzer Zeit mit dem Fortgang starker Kulturpersönlichkeiten konfrontiert: Der erfolgreiche Städeldirektor Hollein ging nach Kalifornien, die renommierte Susanne Gaensheimer vom MMK verließ Frankfurt in Richtung Düsseldorf, Claudia Dillmann vom Deutschen Filmmuseum trat früher als erwartet in den Ruhestand, und Prof. Dr. Niekisch schied nach fast zehn Jahren an der Zoospitze aus seinem Amt aus – lauter Abgänge von Schwergewichten.

Ina Hartwig: Holleins Weggang fiel noch in die Amtszeit meines Vorgängers. Aber Sie haben recht, er war ein sehr starker Städel-Direktor. Über die Berufung seines Nachfolgers, des von mir sehr geschätzten Philipp Demandt, habe nicht ich befunden, sondern die Städel-Administration, denn das Städelsche Kunstinstitut ist nicht städtisch. Generell gesagt, ist es mir glücklicherweise gelungen, exzellente Neubesetzungen durchzuführen und Persönlichkeiten mit großer Expertise, Kraft und Ausstrahlung, die zudem weltweit vernetzt sind, nach Frankfurt zu holen. Ich habe mit Susanne Pfeffer für das MMK, Dr. Wolfgang David für das Archäologische Museum, Ellen M. Harrington aus Los Angeles für das Deutsche Filmmuseum und den Spanier Dr. Miguel Casares als neuen Leiter für den Zoo Frankfurt großartige Direktorinnen und Direktoren gewonnen. Damit haben wir einen Generationenwechsel eingeleitet, und ich bin nun sehr gespannt auf neue Ideen und Impulse.

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Elke Büdenbender, die Gattin des Bundespräsidenten, zu Gast beim Diesterweg-Stipendium

2018, Januar 15.

Jubiläum: Fünf Generationen in zehn Jahren

Elke Büdenbender, Gattin des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, besuchte das Diesterweg-Stipendium der Stiftung Polytechnische Gesellschaft im Haus der Volksarbeit in Frankfurt am Main. Das erste Familienbildungsstipendium feierte dort nämlich sein 10-jähriges Bestehen. Die First Lady informierte sich über das Konzept und seine Wirkungen und sie suchte das Gespräch mit Kindern, Jugendlichen und deren Eltern und Geschwistern auf sympathisch offene Weise.

Von Petra Kammann

First Lady Elke Büdenbender mit Prof. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft

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Pierre Monnet – Leiter des Institut franςais Franco-Allemand de sciences historiques et sociales (IFRA-SHS)

2017, August 28.

↑ Heute liegt das Institut Franco-Allemand de sciences historiques et sociales (IFRA-SHS) auf dem Campus und kooperiert mit der Goethe-Universität

Wanderer zwischen den Welten

Für den heutigen Leiter des Institut Franco-Allemand de sciences historiques et sociales (IFRA-SHS) in Frankfurt, Prof. Pierre Monnet, ist es nach 28 Jahren die zweite Frankfurter Buchmesse, die Frankreich zum Schwerpunktthema hat. Seinerzeit konnte der Franzose noch seinen zweijährigen Zivildienst im damaligen Institut franςais absolvieren und dort als Referent für Buch- und Verlagswesen mit dem ehemaligen Institutsleiter Alain Lance das Schwerpunktthema der Buchmesse vorbereiten. Lance wiederum, auch als Übersetzer und Schriftsteller bekannt, leitete später u. a. , von 1985 bis 1991, das Pariser „Maison des écrivains et de la littérature“ (Literaturhaus). FeuilletonFrankfurt wollte wissen, was heute anders ist und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es zwischen den europäischen Nachbarn gibt. Das Ergebnis des Gesprächs fasst Petra Kammann zusammen.

Prof. Dr. Pierre Monnet, Leiter des Institut Franco-Allemand de sciences historiques et sociales (IFRA-SHS) pendelt zwischen Paris und Frankfurt

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Günter Grass (†) reloaded

2015, April 14.

Der Tod von Günter Grass löste Erinnerungen an ein Gespräch im Jahre 1999 aus, das

Petra Kammann

damalige Chefredakteurin des BuchJournal, mit dem streitbaren Schriftsteller und Bildhauer, Citoyen und Geschmähten in Lübeck führte. Anlass war ursprünglich das gerade im Steidl Verlag publizierte Buch »Mein Jahrhundert«. Dann aber hatte gerade kurz darauf Günter Grass auch noch den Nobelpreis zuerkannt bekommen.

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Petra Kammann: Günter Grass auf allen Kanälen. Keine Tageszeitung hat die Berichterstattung ausgelassen. Und Sie sind der am besten dokumentierte deutsche Nachkriegsschriftsteller. Wie ist es, wenn man nach zwanzig Jahren den Nobelpreis endlich bekommt? Fühlen Sie sich mehr von ausländischen Kollegen verstanden und akzeptiert? Oder sehen Sie, dass die deutsche Literaturkritik, die Sie vor allem nach Ihrem letzten Roman so schlecht behandelt hat, nun eingelenkt hat?

Günter Grass: Das ist eine komplexe Frage. Ich habe ein unermessliches, noch gar nicht überschaubares Echo bekommen. Und es hört auch noch gar nicht auf. Gerade habe ich ein Telegramm von Gabriel García Marquez bekommen, das in etwa sinngemäß so lautet: Er umarme mich. Er aber habe mir etwas voraus, dass er nämlich wisse, was auf mich zukommt. Und er bedaure das. Damit hat er auf die mit dem Nobelpreis zusammenhängende Last angespielt. Ich glaube nicht, dass das so übermäßig sein wird. Wenn man mir das vor etwa 20 Jahren gesagt hätte, ich wäre in der engeren Wahl, wäre das sicher eine Last für mich gewesen. Damals noch mitten im Werk, da war noch vieles angedacht und unausgeführt. Da hätte man mich als den Nobelpreisträger abgestempelt und hätte von Buch zu Buch hohe Erwartungen gehabt. Die habe ich selbst seit Erscheinen der »Blechtrommel« ohnehin gehabt. Das hätte sich wieder verstärkt. In meinem Alter, jenseits der siebzig, kann ich mich ganz ungeteilt darüber freuen. Was den zweiten Teil Ihrer Frage betrifft, da gibt es natürlich einige Stimmen, die führen sich ziemlich auf. Und diese Stimmen kommen vorzugsweise aus der Springer-Presse. Sie verschweigen dem Publikum ihrer Zeitung den ganzen Inhalt der Begründung. Die ist nämlich sehr weitläufig ausgefallen. Weiterlesen