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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Schauspiel

Gertrud-Eysoldt-Ring für Sophie Rois

2018, Juni 11.

Reell spielen wie im Leben  – „Ich bin sehr geschmeichelt.“

Umringt von örtlichen Honoratioren, umschwärmt von Besuchern steht Sophie Rois  lächelnd, emphatisch diskutierend am Eingang des Bensheimer Parktheaters, wo sie am 17. März 2018 den Gertrud-Eysoldt-Ring, einen der höchsten deutschen Theaterauszeichnungen erhielt.

von Renate Feyerbacher

Als ich sie bitte, zwecks Berichterstattung ein Foto machen zu dürfen, ist sie sofort bereit. Freundlich, geduldig und unkompliziert, so erlebe ich sie. Sie hat etwas in den Bann-Ziehendes, klar mich fixierend ihr Blick, selbstbewusst, eigenwillig im positiven Sinn.

Sophie Rois, Foto: Renate Feyerbacher

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Kafkas Amerika Fragment „Der Verschollene“ im Theater Willy Praml

2018, Mai 12.

Ein szenischer, pulsierender Parcours durch das Naxos Gelände

von Renate Feyerbacher

Fotos: Seweryn Zelazny / Theater Willy Praml

Theaterplakat, fotografiert von Renate Feyerbacher

Im März 2018 war Premiere des dritten Teils der Trilogie „Nachdenken über Amerika: Franz Kafkas Amerikafragment „Der Verschollene“. Bereits 2014 hatte Willy Praml Edward Albees (1928-2016) Erstlingswerk „Die Zoogeschichte“ inszeniert, die 1959 im Berliner Schillertheater uraufgeführt wurde. „Amerika erklären. Walt Whitman“ hatte im Herbst 2017 Premiere. In der Zoogeschichte streiten sich zwei Männer, Peter kultiviert, aus bürgerlichen Verhältnissen, vielleicht Buchverleger, Jerry, ein Absteiger, vielleicht intellektueller Hartz IV-Empfänger auf einer Parkbank im Central Park. Eine zufällige Begegnung. Makaber, wie Jerry Peter für immer von der Parkbank vertreibt. Der amerikanische Dichter Walt Whitmann (1819-1892) thematisiert in seiner Lyrik die Schönheit der Natur, die Demokratie seines Landes, Gleichberechtigung der Geschlechter und bisexuelle Neigungen. „Leaves of grass“ („Grashalme“) ist sein lyrisches Hauptwerk. Lyrik auf der Bühne? Die Kritiken sind voll des Lobes über Willy Pramls Regieeinfälle, über den unterhaltsamen Bilderreigen, über Michael Webers Bühne und Paula Kerns Kostüme.

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Die Diskussion um Schauspiel und Oper Frankfurt

2018, Mai 9.

Theater, ja. Doch welche Form braucht Frankfurt in der Zukunft?

Ein wolkiger Ausblick aus dem Frankfurter Theater

Von Uwe Kammann

Der Zeitpunkt hätte nicht günstiger sein können: Einen Tag vor der ersten Öffnung der neuen Altstadt – mancherorts bereits sehr positiv aufgenommen – präsentierte die neugegründete „Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus Frankfurt“ ihr großes Projekt mit dem klaren Ziel: dem Wiederaufbau des alten Schauspielhauses aus dem Jahr 1902. Ganz nach dem Vorbild der Aktionsgemeinschaft Opernhaus – die schließlich einen glanzvollen Erfolg feierte – will der neue Verein dafür werben, statt einer Sanierung der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz die darin eingehüllte alte Schauspielhaus-Ruine wieder freizulegen, nach den alten Plänen zu restaurieren und mit einem freien Platz für Außengastronomie zu ergänzen und zu beleben. Ganz wie früher, als das Schauspielhaus nach den Plänen des Architekten Heinrich Seeling in einer Mischung aus Neorenaissance und einigen Jugendstil-Anklängen einen festlichen Platz beherrschte.

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Out of Order – Von und mit Forced Entertainment im Bockenheimer Depot

2018, Mai 2.

Ohne Worte – Choreographie der Leere

Uraufführung von „Out of order“ – Eine Produktion von Forced Entertainment in Koproduktion mit Schauspiel Frankfurt, Künstlerhaus Mousonturm, PACT Zollverein, HAU Hebbel Am Ufer Berlin und Gessnerallee Zürich

Von Petra Kammann

Viel geht es in diesen Tagen in Frankfurt um das Theater, um das real zu sanierende oder um das neu zu bauende Gebäude und um Sinn und Zweck des Theaters heute. Wird es noch gebraucht? Wenn es noch gebraucht wird, braucht es dazu ein entsprechendes Gehäuse? Muss das Theater nicht neu erfunden werden, weil die Einflüsse und Elemente aus Tanz, Performancekunst, Musikkultur und populären Genres wie dem Cabaret und der Standup-Comedy inzwischen ausgelutscht sind und nicht mehr greifen?

Out of Order, von und mit Forced Entertainment, Regie: Tim Etchells, Foto: Hugo Glendinning

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Così fan tutte an der Met und eine weltweite Live-Premiere

2018, März 30.

Von Simone Hamm, New York

Als Così fan tutte in der Spielzeit 2013/4 wieder an der Metropolitan Opera aufgeführt wurde, war das auch die triumphale Rückkehr des Dirigenten James Levine. Er hatte wegen gesundheitlicher Probleme zwei Spielzeiten ausgesetzt. Inzwischen hat sich die MET von Levine getrennt, im Zuge der #metoo-Debatte waren Vorwürfe gegen ihn laut geworden. Er soll jugendliche Musiker missbraucht haben.

Levine setzt sich zur Wehr und verklagt seinerseits die MET wegen Vertragsbruchs und übler Nachrede. Der Zeitpunkt, zu dem diese Gegenklage bekannt wurde, könnte nicht perfekter gesetzt sein. Es war der Abend der Premiere von Così fan tutte…

Premiere in der Met: Szene aus dem 1. Akt der Oper „Così fan tutte“ von Mozart, Photo: Marty Sohl/Metropolitan Opera

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Luminale 3 – Spaziergang durch Frankfurt

2018, März 21.

IMPRESSIONEN

von Petra Kammann

Zur Luminale beeindrucken neue Orte und Lichtprojekte, die in dieser Woche auf abendlichen Spaziergängen durch Frankfurt entdeckt werden wollen.

Erstmalig dabei die ansonsten unbeleuchtete Fassade der zwischen 1908 und 1910 von Franz Roeckle erbauten Westend-Synagoge mit einer derzeit fulminanten Lichtprojektion. Ein Kleinod, das sich auf einem abendlichen Luminale-Spaziergang durch das Westend zu entdecken lohnt.

Überraschend die mit einem dekonstruierten Lichtmuster überzogene Westend-Synagoge;  alle Fotos: Petra Kammann

„Die Synagoge war und ist das religiöse Zentrum unserer Gemeinde und gleichzeitig ein historisch bedeutender sowie architektonisch interessanter Ort. Mit unserer Teilnahme unterstreichen wir, dass die Jüdische Gemeinde ein Bestandteil der Stadtgesellschaft und unserer Stadt ist“, so der Kulturdezernent der Jüdischen Gemeinde Frankfurt Marc Grünbaum.

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Frankfurter Theater!!!

2018, März 20.

ENDLICH: Diskussionen zur Zukunft der Städtischen Bühnen

Ein Kommentar von Uwe Kammann

Es wurde Zeit, höchste Zeit. Viel zu lange hielt sich die Politik bedeckt, wenn es um die Zukunft der Städtischen Bühnen ging. Dies wurde schon bei den letzten Römerberggesprächen im Herbst heftig moniert, Oberbürgermeisterwahl hin oder her. Dabei lag die Machbarschaftstudie schon seit dem Sommer vor, die damals eine Art Schock ausgelöst hatte: rund 900 Millionen Euro in der Endsumme, um das gemeinsame Haus für Theater und Oper baulich und technisch auf Vordermann zu bringen. Knapp eine Milliarde – unglaublich. Auch wenn angeblich alles total marode war, was doch tagtäglich bespielt wurde. Höchste Alarmstufe!

Zum Jahresanfang hörte sich das dann aus dem Mund der Kulturdezernentin Ina Hartwig ganz anders an.

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Starke Stücke im Schauspiel Frankfurt ( 14)

2018, Februar 18.

Romeo und Julia von William Shakespeare

von Renate Feyerbacher

Fotos: Thomas Aurin und Robert Schittko  / Schauspiel Frankfurt 

Sarah Grunert, Fridolin Sandmeyer, Jakob Benkhofer, Torsten Flassig, Nils Kreutinger, Matthias Redlhamme, Foto: Thomas Aurin /Schauspiel Frankfurt

Die Geschichte von „Romeo und Julia“, die William Shakespeare 1595 dramatisiert hat, ist auf der ganzen Welt bekannt. Das Drama, das am 20. Januar am Schauspiel Frankfurt Premiere hatte, basiert auf der Novelle des italienischen Autors Luigi da Porto (1530), der wiederum Anleihe bei einem anderen Autor aus dem Jahrhundert zuvor machte.

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Eribons „Rückkehr nach Reims“ als „Returning to Reims“ in New York

2018, Februar 13.

GEMISCHTE GEFÜHLE

Die Berliner Schaubühne gibt ein dreiwöchiges Gastspiel in New York: „Returning to Reims“ . Das Stück basiert auf dem Text des französischen Schriftstellers Didier Eribon „Rückkehr nach Reims“(edition suhrkamp). Inszeniert von Thomas Ostermeier in englischer Sprache. 

Von Simone Hamm, New York

Die Berliner Schaubühne gibt ein dreiwöchiges Gastspiel in in New York. „Returning to Reims“. Aufgeführt wird es in der wohl derzeit schönsten Speisestätte in New York, einem alten Lagerhaus in Brooklyn, dem St. Ann’s warehouse.

Returning to Reims in St. Ann’s Warehouse in New YorkNina Hoss und Bush Moukarzei  im Tonstudio, Foto: Teddy Wolff (St.Ann’s Warehouse)

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Starke Stücke im Schauspiel Frankfurt ( 13)

2018, Januar 5.

Ein Bericht von Renate Feyerbacher

 

„Rose Bernd“ von Gerhart Hauptmann

Die neue Intendanz hat Hauptmanns Klassiker „Rose Bernd“ in der zweistündigen Neufassung von Regisseur Roger Vontobel und der Dramaturgin Marion Tiedtke, das vor zwei Jahren in Bochum (am 4. Oktober 2015) Premiere hatte, nach Frankfurt gebracht. Es wurde mit Spannung erwartet, da Jana Schulz die Titelrolle spielt. Für ihre Interpretation erhielt sie 2016 den begehrten Gertrud-Eysoldt-Ring, der für herausragende schauspielerische Leistung alljährlich in Bensheim verliehen wird.

Rose Bernd von Gerhart Hauptmann unter der Regie von Roger VontobelFoto: Arno Declair/Schauspiel Frankfurt

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