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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Oper

„Rodelinda, Regina De Longobardi“ von Georg Friedrich Händel im Opernhaus Frankfurt

2019, Mai 16.

Hass, Schmerz, Liebe – Ein Auf und Ab der Gefühle

von Renate Feyerbacher

Fotos: Monika Rittershaus / Oper Frankfurt

„Rodelinda“, Das Dramma per musica  ist die Nummer 19 von 42 Opern, die Georg Friedrich Händel komponierte. Zum ersten Mal ist sie, die am 13. Februar 1725 in London uraufgeführt wurde, in der Oper Frankfurter zu sehen. Für diese Produktion, die am 12.Mai Premiere hatte, haben sich vier Opernhäuser zusammen getan: im Teatro Real war „Rodelinda“, realisiert durch das Inszenierungs-Team, das auch in Frankfurt aktiv ist, bereits 2017 zu erleben. Über die Opéra de Lyon und das GranTeatre del Licieu, Barcelona, ist die Produktion nun hier angekommen. Begeisterter Beifall für alle Künstler.

Andreas Scholl (Bertarido) und Fabián Augusto Gómez Bohórquez (Flavio)

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Elektra an der Oper Bonn in der Inszenierung von Enrico Lübbe

2019, April 15.

Von Simone Hamm

In dieser Spielzeit zeigte die Deutsche Oper Berlin die letzte Inszenierung von Patrice Chéreau, Richard Strauss „Elektra“. 2013 in Aix uraufgeführt, dann an der Metropolitan Opera in New York gezeigt, gilt sie als Meilenstein. Mit Spannung schaute die Opernwelt deshalb nach Bonn, wo Enrico Lübbe, Intendant am Schauspiel Leipzig, „Elektra“ inszeniert. Um es gleich vorweg zunehmen, seine psychologische Interpretation des Dramas um Rache, Liebe und Gier ist hochspannend sowie musikalisch von der ersten bis zur letzten Minute packend  und braucht keinen Vergleich zu scheuen.

ELEKTRA, v.l.n.r.: Klytemnästra: Nicole Piccolomini und Elektra: Aile Asszonyi, Foto: Thilo Beu/ Theater Bonn 

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„Der ferne Klang“ von Franz Schreker im Opernhaus Frankfurt

2019, April 7.

Traumdeutung à la Freud

Eine poetisch bildstarke Inszenierung und ein sängerisch-musikalisches Erlebnis

von Renate Feyerbacher

Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt

Jennifer Holloway (Grete Graumann) und Ian Koziara (Fritz) sowie hinter dem Vorhang Martin Georgi (Alter Fritz) und Statisterie der Oper Frankfurt

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Wiederentdeckt: Der Künstler Erich Franke im Kunstraum Bernusstraße

2019, März 17.

Erich Franke (1911-2008) – Zeitwende

Theater und Malerei im Strudel geschichtlicher Wenden

Von Petra Kammann

Erich Franke entwickelte unter dem Einfluss der Kunstströmungen der 1920er und 30er Jahre schon früh abstrakte Arbeiten unterschiedlichster Techniken. Das vielfältige Werk des über sieben Jahrzehnte schaffenden Künstlers entfaltete sich vor dem Hintergrund der historischen Phasen und ihrer Wenden. Dem Einfluss modern denkender Lehrer sowie der weltoffenen und künstlerischen Prägung durch seine Familie und Wegbegleiter ist es wohl zu verdanken, dass Erich Franke die abgeschnittenen künstlerischen Fäden wieder aufnehmen konnte. Der mit dem verstorbenen Künstler befreundete Wegbegleiter Thilo Herrmann, der seinen Nachlass verwaltet, präsentiert eine Auswahl der Arbeiten im Kunstraum Bernusstraße.

Experimentelles Bild von Erich Franke: Siegellack mit Draht auf Farbe. Dieses Werk wurde wohl parallel zu Henzes Uraufführung 1949 in Heidelberg gezeigt; © Thilo Herrmann

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 „Dalibor“ von Bedřich Smetana in der Oper Frankfurt

2019, März 2.

Aussichtsloser Widerstand gegen das totalitäre System, der gescheiterte Traum von Freiheit und die Vision von einer gewaltfreien Welt

von Renate Feyerbacher
Fotos: Monika Rittershaus / Oper Frankfurt

Gordon Bintner (Vladislav; links auf dem Stuhl sitzend), Aleš Briscein (Dalibor; rechts auf dem Stuhl sitzend) und Ensemble

Die  Oper „Dalibor“ wird selten aufgeführt. Dabei hielt Bedřich Smetana sie für seine beste Bühnenkomposition…

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„La forza del destino“ von Giuseppe Verdi an der Oper Frankfurt Opferszenarien noch und noch Verdis politisches Statement

2019, Januar 31.

von Renate Feyerbacher

Fotos: Monika Rittershaus / Oper Frankfurt

Unfreiwillig fällt ein Schuss aus der Pistole Don Alvaros, Sohn eines Spaniers und einer Inkaprinzessin, der den Marchese von Calatrava, den Vater von Leonora, tötet. So beginnt die Oper „La forza del destino“ („Die Macht des Schicksals“), die 2005 zuletzt zwei konzertante Aufführungen in der Alten Oper und nun, nach 35 Jahren, eine Neuinszenierung an der Oper Frankfurt erlebte. Damals wurde allerdings die umgearbeitete Fassung von 1869 gespielt. Diesmal hatte sich das Produktions-Team für die Urfassung von 1862 entschieden. Bejubelt wurden Sängerin und Sänger, lautstark ausgebuht von einigen die Inszenierung. Zu Recht?

v.l.n.r. Franz-Josef Selig (Marchese von Calatrava), Michelle Bradley (Donna Leonora) und Hovhannes Ayvazyan (Don Alvaro) sowie im Film Thesele Kemane (Don Alvaro)

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Der Tänzer Akram Khan, „Xenos“ und die Geschichte des britischen Soldaten

2019, Januar 11.

„Erst wenn die Löwen ihre Geschichte selber erzählen, werden die Jäger nicht mehr Helden sein“, lautet ein afrikanisches Sprichwort. Geschichte ist immer die Geschichte der Sieger. Die Geschichtsschreibung, die man in Europa und Amerika kennt, ist westliche Geschichtsschreibung. Vieles bleibt ungesagt. Etwa, dass über eine Million Soldaten aus britischen Kolonien im ersten Weltkrieg auf Seiten der Briten kämpften. Viele starben. Heute weiß kaum jemand davon.

Ein Beitrag von Simone Hamm

Albträume des Gefangenen in: „Xenos“ von Akram Khan, Foto: Jean Louis Fernandez, Oper Köln
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Opern-Uraufführung von „Marx in London“ von Jonathan Dove

2018, Dezember 17.

Eine Koproduktion mit der Scottish Opera und ein adäquater Schluss zum Ende des Marx-Jahres im Bonner Opernhaus

 Von Simone Hamm

Uraufführung MARX IN LONDON – Oper von Jonathan DoveMusikalische Leitung: David Parry / Inszenierung: Jürgen R. Weber / Bühne und Kostüme: Hank Irwin Kittel / Licht: Friedel Grass / Dramaturgie E: Andreas K. W. MeyerPremiere am 9. Dezember 2018, Opernhaus

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 „I Puritani“ von Vincenzo Bellini in der Oper Frankfurt

2018, Dezember 8.

Keine intimen Duette des Brautpaares – Eine extreme Liebesgeschichte

von Renate Feyerbacher

Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt

Zum ersten Mal wird „I Puritani“, Oper seria in drei Teilen von Vincenzo Bellini, 1835 in Paris uraufgeführt, in Frankfurt gezeigt. Es ist eine Koproduktion – Inszenierung, Bühnenbild, Kostüme, Video und Licht – mit der Opéra Royal de Wallonie, Liège (Lüttich).

Bei der Frankfurter Premiere am 2. Dezember 2018 gab es wieder Beifallstürme für das sängerische Team, aber auch einige kräftige Buh-Rufe für das Produktionsteam.

 v.l.n.r.: Brenda Rae (Elvira), Thomas Faulkner (Lord Gualtiero Valton), Michael Porter (Sir Bruno Roberton; mit dem Rücken zum Betrachter) und John Osborn (Lord Arturo Talbo) sowie oben Chor der Oper Frankfurt

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„Oedipus Rex“ von Igor Strawinsky und „Iolanta“ von Peter I.Tschaikowski in der Oper Frankfurt

2018, November 3.

Blindheit als Metapher

Es war ein Wagnis, die zwei Einakter von russischen Komponisten, deren Uraufführung nur 35 Jahre auseinanderliegen, aber musikalisch und inhaltlich grundlegend verschieden sind, zu paaren. Diese Bereitschaft zu wagen, ist eine Stärke der Oper Frankfurt, die erneut „Opernhaus des Jahres“ wurde. Sie ließ Lydia Steier am 28.Oktober Igor Strawinskys Opernoratorium „Oedipus Rex“ und Peter I.Tschaikowskis lyrische, romantische Oper „Iolanta“ unter dem Aspekt der Blindheit erfolgreich realisieren.

Von Renate Feyerbacher 

Alle Fotos: Barbara Aumüller/Oper Frankfurt

Asmik Grigorian (Iolanta; oben, links vom Baumstamm) und Ensemble 

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