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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Alle Artikel zu Oper

„La Calisto“ von Francesco Cavalli in der Oper Frankfurt

Montag, 2. Januar 2012

Amor, der Taugenichts – Amor, der Glücksbringer
Irdische Liebe – himmlische Liebe

Von Renate Feyerbacher

Feuerrot ist sein Kostüm. Grazil, knabenhaft, beflügelt, beobachtend, lauernd, mit Flöte bewaffnet, hockt Amore (Amor) alias Eros, um seine Intrigen zu beginnen.

Anna Fusek (Amore), Foto: © Barbara Aumüller

Ein schön anzusehender Liebesgott in Gestalt der Musikerin und Schauspielerin Anna Fusek. Mal listig, mal traurig, mal rabiat, pantomimisch nuanciert, lenkt sie betörend die Verwirrspiele mal vom schmalen Bühnensteg aus, mal aus dem Publikum. Sinneslust pur.

„Alle sind verrucht, die an Amor glauben“

Calisto (Kallisto), die Schöne, ein Mensch, eine Nymphe im Gefolge der Jagdgöttin Diana, wird als Erste Amors Opfer sein. Giove (Jupiter) kommt zunächst als fürsorglicher Obergott. Er bedauert den Zustand der Welt, den der Krieg zwischen Göttern und Menschen angerichtet hat, und will helfen. Die Erde ist verbrannt und kahl. Er erspäht Calisto. Sie klagt über die ausgetrockneten Quellen und gibt Giove die Schuld. Der weibertolle Gott will ihr imponieren und lässt ad hoc die Quellen sprudeln. Natürlich will er nicht nur beeindrucken, sondern naschen. Weiterlesen

Das lyrische Märchen „Rusalka“ von Antonín Dvořák eröffnet die Spielzeit 2013/2014 der Oper Frankfurt

Mittwoch, 11. September 2013

Sehnsucht, ein Mensch zu sein, Sehnsucht, mit der Natur zu verschmelzen

Von Renate Feyerbacher

Amanda Majeski (Rusalka) und Zoltán Nyári (Prinz; liegend); Foto © Barbara Aumüller/Oper Frankfurt

Die Nixe Rusalka ist die Schwester von Friedrich de la Motte Fouqués Undine und von Hans Christian Andersens kleiner Meerjungfrau. Mit Rautendelein, eine Elfe, die auch Sehnsucht nach den Menschen hat, aus Gerhart Hauptmanns „Die versunkene Glocke“ ist sie wahlverwandt. Aus diesen Vorlagen hat Jaroslav Kvapil ein nachdenkliches Libretto geschrieben, das der Komponist Antonín Dvořák (1841-1904) in kurzer Zeit begeistert vertonte. 1901 fand im Prager Nationaltheater die Uraufführung statt. Sie ist die einzige Dvořák-Oper, die wirklich überdauerte Weiterlesen

„A Village Romeo and Juliet“ von Frederick Delius in der Oper Frankfurt

Donnerstag, 26. Juni 2014

Kein idyllisches Dorf – Schönheit der Natur, aber tiefe Abgründe, kalte Umwelt

Von Renate Feyerbacher
Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt und Renate Feyerbacher

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Amanda Majeski (Vreli) und Jussi Myllys (Sali); Foto © Barbara Aumüller

Am 22. Juni 2014 fand im Opernhaus Frankfurt die Premiere – zugleich als Frankfurter Erstaufführung – von Frederick (Fritz) Delius lyrischem Drama „A Village Romeo and Juliet“ („Romeo und Julia auf dem Dorfe“) statt. Ein sofort einsetzendes lautes „Buh“, das wahrscheinlich der Inszenierung galt, wurde von einem starken Bravo-Ruf abgelöst. Darauf frenetischer Beifall.
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„Adriana Lecouvreur“ von Francesco Cilea in der Oper Frankfurt

Donnerstag, 8. März 2012

Oberflächliche Liebesschwüre – furioses Duell der Rivalinnen

Von Renate Feyerbacher
Fotos: © Wolfgang Runkel / Oper Frankfurt

Theater, Bühnenwirklichkeit konfrontiert mit der Realität, so lässt sich das Melodrama, die neue Opernkreation in Frankfurt, auf den Punkt bringen.

Micaela Carosi (Adriana Lecouvreur)

Staunen, als der rote Theatervorhang langsam nach oben schwebt und das Bühnenbild sichtbar wird. Ein Bühnenbild im Bühnenbild. Der Ort: die Comédie-Française, beziehungsweise die Bühnenkulissen mit Einblick in die dahinter liegenden Garderoben der Schauspielerinnen und Schauspieler. Hinten das Portrait von Jean-Baptiste Poquelin, alias Molière (1622 bis 1673), der eng mit diesem Theater verbunden war. Es wird auch „Maison de Molière“ genannt. Per Dekret hatte König Ludwig XIV. im Jahr 1680 die beiden Pariser Schauspieltruppen in diesem Theater vereinigt. Weiterlesen

„An unserem Fluss“ von Lior Navok an der Oper Frankfurt

Freitag, 5. Juni 2015

Ein Konflikt, der überall stattfindet, nicht nur in Palästina und Israel

Von Renate Feyerbacher
Fotos: Monika Rittershaus/Oper Frankfurt und Renate Feyerbacher

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Michael Porter (Sipho) und Kateryna Kasper (Lucia); Foto © Monika Rittershaus

Lior Navok, 1971 in Tel Aviv geboren, ist ein junger israelischer Komponist und Dirigent. Er studierte in Jerusalem und in Boston. Die Oper Frankfurt, die bereits seine Kompositionen „Die kleine Meerjungfrau“ und „Pinocchios Abenteuer“ uraufgeführt hatte, gab ihm den Auftrag zu einem neuen Werk, das zum ersten Mal am 31. Mai 2015 im Bockenheimer Depot aufgeführt wurde. Die Kammeroper „An unserem Fluss“ hat den Untertitel „A Study in Conflict“ Weiterlesen