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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Film

Rückblende: Mein Berlinale-Tagebuch in der Zeit vom 12.bis 17. Februar 2019

2019, März 15.

Berlinale-Kamera für die Filmemacherin Agnès Varda

Einer der außergewöhnlichen Momente dieser Berlinale war die Preisverleihung der Berlinale-Kamera an Agnès Varda. Die bald 91 jährige – ihr Alter ist ihr, wie sie sagt,“wurscht“ – wurde von Noch-Festival-Leiter Dieter Kosslick im Berlinale Palast empfangen. Von hoch oben sah ich den Empfang, die kleine Person, die durch die keck gefärbte Frisur hervorsticht. Aber oben angekommen, ging die kleine Gestalt, verdeckt vom Kordon der Freundes-Eskorte und dem Sicherheitspersonal, schlicht unter. Ich verlor sie aus den Augen. Dann aber ergatterte ich ganz vorne im Kinosaal einen Platz und Agnès Varda schritt am Arm von Kosslick fast hautnah an mir vorbei zur Bühne. Was für eine energiegeladene Künstlerin, die sich über diese Ehrung sichtlich freute. Ihre unbändige Leidenschaft war auch in ihrer kurzen Dankesrede zu erkennen, fein ist ihr Humor.

von Renate Feyerbacher

Berlin: Roter Teppich für die französische Filmemacherin Agnés Varda, Foto: Renate Feyerbacher

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„Antanas Sutkus. Fotografien“ in den Rüsselsheimer Opelvillen

2019, Februar 12.

Emphatische Abbilder des schlichten Alltags und visionäre Fotografien – so „als ob die Vorahnung einer Flutwelle in der Luft hängt“   

Bekannt wurde er bei uns zunächst mit seinen Aufnahmen von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Heute zählt der 1939 in Kluoniškiai, Kaunas, Litauen, geborene Antanas Sutkus zu den großen humanistischen Fotografen der Welt, denn es sind fast ausschließlich Menschen, die ihn als Motiv interessieren. Geduldig beschäftigt er sich mit denjenigen, denen er begegnet und die er völlig unverstellt in die Kamera blicken lässt. Eine sehenswerte Ausstellung in den Rüsselsheimer Opelvillen zeugt davon.

Von Petra Kammann

Ausstellungsflyer; Foto: Petra Kammann

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Die Ausstellung „Moderne am Main 1919–1933“ im Museum Angewandte Kunst

2019, Februar 4.

Frankfurt zwischen 1925 und 1932: Bauhausparallele, Großstadtutopie und vernetzte Moderne

Anlässlich des 100jährigen Bauhaus-Jubiläums hat inzwischen die erste von drei Ausstellungen zum Neuen Frankfurt begonnen. Das Museum Angewandte Kunst zeigt die „Moderne am Main“ mit Möbeln, Schriften, Mode, Musik, Film und Fotografie. Und sie visualisiert auch das riesige Netzwerk der Menschen, die an der Neugestaltung Frankfurts beteiligt waren.

Von Petra Kammann

Hereinspaziert in die „Moderne am Main“, Foto: Petra Kammann 

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DFF – Neuer Name und neues Design für die führende internationale Filmerbe-Institution

2019, Januar 28.

In Frankfurt und Umgebung ist das Gebäude am Schaumainkai 41 wohl den meisten als Filmmuseum bekannt. Doch haben sich im Laufe der Jahre die verschiedenen zusammengeführten Bereiche geradezu biotopisch entwickelt. 70 Jahre sind es in diesem Jahre her, dass das „Deutsche Institut für Filmkunde“ in Wiesbaden gegründet wurde, aus dem letztlich das Frankfurter Filmmuseum hervorgegangen ist, das wiederum bis 1984 zunächst im Historischen Museum als „Kommunales Kino“ beheimatet war…

DFF-Direktorin Ellen Harrington stellt die neue Corporate Identity vor

Von Petra Kammann

Nachdem dann das neue Haus als Filmmuseum inklusive des Instituts am Museumsufer eingeweiht worden war, wurde 1998 das Deutsche Institut für Filmkunde in Deutsches Filminstitut (DIF) umbenannt. Das Deutsche Filminstitut und das Deutsche Filmmuseum wiederum fusionierten 2006, was nach außen hin kaum mehr verstanden wurde.

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„Hautnah“ – Filmkostüme von Barbara Baum im Deutschen Filmmuseum Frankfurt

2019, Januar 14.

Subtiles Spiel mit historischen Stoffen

Text und Fotos: Renate Feyerbacher

Videoinstallation der Videokünstler Siegfried Barth und Oliver Weiss im Eingangsbereich

Das Kostüm ist die halbe Rolle – davon ist Barbara Baum überzeugt. In ihrer Ansicht wird sie von Filmschauspielerin Hanna Schygulla unterstützt: „Ihre Kostüme machten Rollen.“ Unvergessen Hanna Schygulla als Willie Bunterberg im Film „Lili Marleen“ von Rainer Werner Fassbinder (1980). Die schöpferische Kostümbildnerin, eine der besten Deutschlands, und auch international gefeiert, schuf ein faszinierendes Abend-Ensemble aus Silberlamé, mit dem Willie am Ende des Films als Sängerin die Bühne betritt. Sie sollte darin wirken „wie in einem Panzer eingeschlossen“, so Fassbinder. Verwendet hat Barbara Baum einen Originalstoff aus den zwanziger Jahren, der heute allerdings Spuren des Zerfalls aufweist. Ein Höhepunkt der Ausstellung „Hautnah“ im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt.

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70 Jahre Menschenrechte und Hessischer Film- und Kinopreis in der Alten Oper

2018, November 20.

Zum 29. Mal Preise für großes Kino

Gelassen konnte Matthias Brandt am 12. Oktober über den Roten Teppich in die Alte Oper schreiten, denn er konnte sich eines Preises sicher sein. Regierungschef Volker Bouffier hatte ihm den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten zuerkannt.

von Renate Feyerbacher

Alle Preisträger, Foto: Renate Feyerbacher

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Theodor-W.-Adorno Preis-2018 an die Filmemacherin Margarethe von Trotta in der Paulskirche (2) Die Laudatio von Günter Rohrbach

2018, September 15.

„Margarethe von Trotta, eine deutsche Filmregisseurin, in Europa sozialisiert und in der Welt zuhause“

Der Film-und Fernsehproduzent Günter Rohrbach, ein Urgestein des Deutschen Films – einen Stern auf dem Boulevard der Sterne erhielt er 2010 für sein Lebenswerk –, hatte schon früh mit einigen Protagonisten des Neuen Deutschen Films zusammen gearbeitet: so mit Helmuth Costard, Rainer Werner Fassbinder, Hans W. Geißendörfer, Reinhard Hauff, Klaus Lemke, Edgar Reiz, Helma Sanders-Brahms, Volker Schlöndorff,  Rudolf Thome, Wim Wenders und eben auch mit Margarethe von Trotta. Nach einer Karriere als Fernsehspielchef im WDR und als Geschäftsführer der Bavaria wurde er freier Produzent. Von 2003 bis 2010 leitete er gemeinsam mit Senta Berger als erster Präsident die Deutsche Filmakademie. Er hat außerdem als Honorarprofessor an der Hochschule für Fernsehen und Film München gelehrt. 2011 initiierte seine Geburtsstadt Neunkirchen mit ihm den Günter-Rohrbach-Filmpreis. 2017 wurde er von der Landeshauptstadt München mit dem Kulturellen Ehrenpreis ausgezeichnet. In der Frankfurter Paulskirche hielt er eine mit viel Beifall aufgenommene Laudatio auf die Filmemacherin und Theodor-W.Adorno-Preis-Trägerin Margarethe von Trotta (1). Den Text stellte er freundlicherweise FeuilletonFrankfurt zur Verfügung.

Laudator Prof. Dr. Günter Rohrbach; Alle Fotos: Petra Kammann

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Theodor-W.-Adorno Preis 2018 an die Fimemacherin Margarethe von Trotta in der Paulskirche (1)

2018, September 11.

Eine überwältigende Lehrstunde über das Fremdsein und das Ankommen

Glücklich über die Verleihung des Theodor-W.-Adorno-Preises: Margarethe von Trotta. Alle Fotos: Petra Kammann

In einem bewegenden Festakt in der Paulskirche wurde am 11. September 2018 der alle drei Jahre vergebene Theodor-W.-Adorno-Preis an die Filmemacherin und Regisseurin Margarethe von Trotta verliehen. Erst zum zweiten Mal wurde damit eine Frau mit diesem renommierten Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. Anwesend waren Menschen, denen jemand wie Margarete von Trotta viel bedeutet. So die Kulturdezernentin Ina Hartwig, die eine außerordentlich einfühlsame  Rede zur Begrüßung hielt. So der Film- und Fernsehproduzent Dr. Günter Rohrbach, der in seiner Laudatio sowohl ihre persönliche als auch professionelle Vita höchst differenziert darstellte.

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Klassiker und Raritäten: Filme von Will Tremper im September

2018, September 6.

Hannelore Elsner zu Gast
am Samstag, 8 September

Am 19. September wäre Will Tremper 90 Jahre alt geworden – ein Regisseur mit einem bewegten Leben: Vom Kriegsreporter und Skandal-Journalisten (so sorgte seine Zeit-Artikelserie „Erfahrungen einer verrotteten Industrie“ mit Enthüllungen über die Filmbranche für Aufruhr) bis zum Drehbuchautor von DIE HALBSTARKEN (BRD 1956) gilt Tremper, der für seine wenigen Regiearbeiten mehrere Bundesfilmpreise erhielt, heute als einer der ersten Vertreter des deutschen Autorenfilms. Das Kino des Deutschen Filmmuseums ehrt ihn im September mit einer Filmauswahl, und begrüßt Hannelore Elsner, die mit Trempers DIE ENDLOSE NACHT (BRD 1963) den Durchbruch erlangte.

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50 Jahre „ 2001: A Space Odyssey“ von Stanley Kubrick im Deutschen Filmmuseum

2018, August 6.

2001 – Die philosophische Erzählung – ein filmtechnisches Meisterwerk

Film-Plakat 2001 – David „Dave“ Bowman im Star-Gate Tunnel , Foto: Renate Feyerbacher

Im April 1968 kam „2001: A Space Odyssey“ von Stanley Kubrick in die amerikanischen Kinos. Im September lief er in deutschen Kinos. Das war vor 50 Jahren – Anlass für das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt, mit einer Ausstellung und Begleitveranstaltungen bis zum 23. September an den Film, seine Entstehung und Realisation zu erinnern. Zu sehen sind dort Exponate aus internationalen Sammlungen und dem Stanley Kubrick-Archiv der University of the Arts London.

von Renate Feyerbacher

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