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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Darstellende Künste

Ruhrfestspiele Recklinghausen 2019

2019, Juni 26.

Poesie und Politik Shakespeare und Brecht, Lyrik und Techno

von Simone Hamm

„The Great Tamer“ von Dimitri Papaioannous, Foto: Julian-Mommert

„Kunst für Kohle“ hieß und heißt das Motto. Und das hat eine lange Geschichte. Im eisigen Nachkriegswinter 1946/47 standen die Hamburger Theater vor der Schließung, denn es gab keine Kohle zum Heizen. Sie baten die Zechen im Ruhrgebiet um Hilfe. Die Bergarbeiter halfen gern, luden Kohle auf LKWs und umgingen schlau die Kontrollen durch die Besatzungsmächte. In Hamburg wurde Theater gespielt. Im Sommer 1947 dankten es 150 Schauspieler Hamburger Bühnen den Recklinghausenern. Sie gaben kostenlose Gastspiel, eben Kunst für Kohle. Um Mitternacht legte Lars Eidinger auf. Mit Techno und deutschen Mitsinghits endeten die diesjährigen Ruhrfestspiele Recklinghausen. In den vergangenen Wochen war Recklinghausen zur internationalen Spielstätte geworden. Zum erstmal war Olaf Kroch der Intendant. 850 Künstler und Künstlerinnen aus 16 Ländern waren zu Gast. und 64.000 Gäste waren gekommen, um das mitzuerleben.

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Ein grandioser Hamlet in Bochum

2019, Juni 24.

Sandra Hüller in der Bochumer Inszenierung von Johann Simons ist der Sohn und der Geist des toten Vaters zugleich.

von Simone Hamm

Dieser Hamlet ist nicht wahnsinnig. Meist nimmt er sich zurück, spricht leise, flüstert oder singt. Selten wird er laut. Dieser Hamlet verlangt nach der Wahrheit. Sein Onkel, seine Mutter, seine Geliebte sollen der Wahrheit ins Gesicht blicken und sie aussprechen. Diesem Hamlet erscheint der Geist des Vaters nicht: er spricht aus ihm. Dieser Hamlet will keine Rache, will niemanden niedermetzeln. Dieser Hamlet geht nicht ab, wenn er von der Bühne geht, sondern setzt sich, wie alle anderen Schauspieler auch, in die erste Reihe und schaut zu. Den Kollegen zuzusehen, sagt Sandra Hüller, sei vielleicht das Schönste an dem Abend.

Sandra Müller als Hamlet, © JU Bochum

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„The Medium“ von Gian Carlo Menotti und “Satyricon” von Bruno Maderna

2019, Juni 22.

Spiritismus  und Dekadenz

von Renate Feyerbacher

Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt

Kontrastreicher konnte es nicht sein. Einzige Gemeinsamkeit der beiden Kurz-Opern, die am 15. Juni ihre Erstaufführungen in Frankfurt hatten: ihre Komponisten sind Italiener. Gian Carlo Menotti (1911-2007) studierte und lehrte bereits mit 22 Jahren in Philadelphia. Schon bald wurde seine erste Oper Amelia al ballo an der Metropiltan Opera gespielt. „The Medium“,  Menottis dritte Oper, 1946 in New York uraufgeführt, wurde später ein Renner.

Meredith Arwady (Madame Flora; am Lampenschalter ziehend) und Ensemble in „The Medium“

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Andreas Dresen im Deutschen Filminstitut / Filmmuseum (DFF)

2019, Juni 17.

„Ich finde das was Schönes, das Familiäre, Sehnsucht nach Ensemble“

Text und Fotos: Renate Feyerbacher

„Gundermann“ (2018) heißt der neue Film von Andreas Dresen. Er war der Favorit von 2000 Mitgliedern der Deutschen Filmakademie, die den Deutschen Filmpreis „Lola“ verleiht. Der neue Präsident der Filmakademie, Ulrich Matthes, überreichte am 3. Mai 2019 in Berlin allein sechs Trophäen an das Film-Team: Bester Spielfilm (Lola in Gold), Beste Regie (Andreas Dresen), Bestes Drehbuch (Laila Stieler), Bestes Szenenbild (Susanne Hopf), Bestes Kostümbild (Sabine Greunig). Last not least wurde Alexander Scheer, der Gundermann spielt, als Bester Schauspieler ausgezeichnet.

Filmprospekt mit Autogramm von Andreas Dresen

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Lulu in den Zeiten von‚ #metoo. Plakatives Theater an der Volksbühne

2019, Juni 10.

von Simone Hamm

„Lulu“ von Frank WedekindRegie: Stefan Pucher,mit: Sandra Gerling, Lilith Stangenberg (Projektion), Foto: Julian Röder, 2019

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Starke Stücke im Schauspiel Frankfurt (18)

2019, Juni 5.

Ein Überblick von Renate Feyerbacher

“Peer Gynt” von Henrik Ibsen

Peer Gynt, Regie: Andreas Kriegenburg, Sarah Grunert, Paula Hans, Nils Kreutinger, Max Simonischek, Melanie Straub, Friederike Ott, Foto: Birgit Hupfeld / Schauspiel Frankfurt

Peer Gynt sucht das eigene Ich und quält sich dabei unendlich, flieht ständig vor sich und den andern. Fünf Akte braucht er dafür, in denen er seinen Körper geradezu schindet.

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Museum Angewandte Kunst lockt mit drei sehenswerten Sonderausstellungen

2019, Mai 29.

… im Fokus:  Schönheit

Von Hans-Bernd Heier

Das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt lockt derzeit mit drei sehenswerten Sonderausstellungen: „Sieben Schätze. Eine ‚Wunderkammer des japanischen Cloisonnés“, „Contemporary Muslim Fashions“ und „Sagmeister & Walsh: Beauty“. In den thematisch sehr unterschiedlichen Präsentationen spielen Aspekte der Schönheit eine zentrale Rolle.

Monumentaler Zierteller, Meiji-Zeit, ca. 1880–1890; Cloisonné, 90 cm; Foto: Uwe Dettmar; © Museum Angewandte Kunst

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Leander Haußmanns „Amphitryon“-Inszenierung am Thalia Theater

2019, Mai 28.

Ganz in Schwarz. Jens Harzer und Sebastian Zimmer spielen Doppelrollen.

Von Simone Hamm

Marina Galic (Alkmene), Antonia Bill (Charis), Iffland-Preisträger Jens Harzer (Jupiter / Amphitryon) und Sebastian Zimmler (Merkur / Sosias), Foto: Armin Smailovic

Zum ersten Mal, seit bekannt wurde, dass Jens Harzer den Iffland-Ring tragen darf, ist er auf der Bühne in einer Premiere zu sehen. Am Hamburger Thalia Theater als Amphytrion in Kleist gleichnamigen Stück.

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Eröffnet mit den bairischen „Wellbappn“: die Ausstellung „Hans Traxler: zum Neunzigsten“ im Caricatura Museum

2019, Mai 27.

Aufgespielt: Rotzfreche Well-Ness für Hans Traxler 

Die Ausstellung „Hans Traxler“ im Caricatura Museum Frankfurt wurde offiziell am Sonntag, 26. Mai, mit einer Matinee eröffnet, wie es sich für Satiriker aller Art gehört, mit einem kritischen Blick auf die nicht immer nur spaßige Gegenwart mit den bairischen „Wellbappn“ und einer Laudatio von Thomas Gsella, Titanic-Ex-Chefredakteur. Stimmung in das prallvolle Leinwandhaus brachte vor allem die Musik der außergewöhnlichen Multi-Instrumentalisten: „Wellbappn“, „Das hat nix mit Pappe zu tun – gemeint ist die Bappn, also das Mundwerk“. Da kriegten alle ihr Fett weg: die Korrekten und die Unkorrekten, nicht zuletzt die Frankfurter und die Europäer… Alles schön volksmusikalisch verpackt und in bairischen Reimen von Hans Well, dem intellektuellen Kopf der „Biermösl Blosn“.

Die „Wellbappn“: Jonas Well, Hans Well und Sarah Well sangen, dichteten und spielten mit wechselnden Instrumenten auf für Hans Traxler

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70 Jahre DFF und Eröffnung des Fassbinder Center

2019, Mai 24.

„Wir sehen ziemlich gut aus!“

Seit etwa 124 Jahren gibt es den Film und seit 70 Jahren das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum, (DFF) in Frankfurt. 1949 in Wiesbaden als Deutsches Institut für Filmkunde gegründet, begleitet es seitdem die Entwicklung des Films, forschend und sammelnd…

Frauenpower: Monika Grütters, Juliane Maria Lorenz-Wehling, Ellen Harrington, Angela Dorn, Ina Hartwig

Text und Fotos: Renate Feyerbacher

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