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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Darstellende Künste

„Die Lustige Witwe“ Operette von Franz Lehár in der Oper Frankfurt

2018, Mai 18.

Scheinbare Leichtigkeit der Beziehung, die nicht leicht ist

Die Operette „Die lustige Witwe“ hatte am 13. Mai eine grandiose Premiere in der Oper Frankfurt. Das Publikum feierte frenetisch das gesamte Team.

von Renate Feyerbacher
Fotos: Monika Rittershaus / Oper Frankfurt

Claus Guth nach „Oper extra“ am 29. 4. 2018, Foto: Renate Feyerbacher

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Kafkas Amerika Fragment „Der Verschollene“ im Theater Willy Praml

2018, Mai 12.

Ein szenischer, pulsierender Parcours durch das Naxos Gelände

von Renate Feyerbacher

Fotos: Seweryn Zelazny / Theater Willy Praml

Theaterplakat, fotografiert von Renate Feyerbacher

Im März 2018 war Premiere des dritten Teils der Trilogie „Nachdenken über Amerika: Franz Kafkas Amerikafragment „Der Verschollene“. Bereits 2014 hatte Willy Praml Edward Albees (1928-2016) Erstlingswerk „Die Zoogeschichte“ inszeniert, die 1959 im Berliner Schillertheater uraufgeführt wurde. „Amerika erklären. Walt Whitman“ hatte im Herbst 2017 Premiere. In der Zoogeschichte streiten sich zwei Männer, Peter kultiviert, aus bürgerlichen Verhältnissen, vielleicht Buchverleger, Jerry, ein Absteiger, vielleicht intellektueller Hartz IV-Empfänger auf einer Parkbank im Central Park. Eine zufällige Begegnung. Makaber, wie Jerry Peter für immer von der Parkbank vertreibt. Der amerikanische Dichter Walt Whitmann (1819-1892) thematisiert in seiner Lyrik die Schönheit der Natur, die Demokratie seines Landes, Gleichberechtigung der Geschlechter und bisexuelle Neigungen. „Leaves of grass“ („Grashalme“) ist sein lyrisches Hauptwerk. Lyrik auf der Bühne? Die Kritiken sind voll des Lobes über Willy Pramls Regieeinfälle, über den unterhaltsamen Bilderreigen, über Michael Webers Bühne und Paula Kerns Kostüme.

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Die Diskussion um Schauspiel und Oper Frankfurt

2018, Mai 9.

Theater, ja. Doch welche Form braucht Frankfurt in der Zukunft?

Ein wolkiger Ausblick aus dem Frankfurter Theater

Von Uwe Kammann

Der Zeitpunkt hätte nicht günstiger sein können: Einen Tag vor der ersten Öffnung der neuen Altstadt – mancherorts bereits sehr positiv aufgenommen – präsentierte die neugegründete „Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus Frankfurt“ ihr großes Projekt mit dem klaren Ziel: dem Wiederaufbau des alten Schauspielhauses aus dem Jahr 1902. Ganz nach dem Vorbild der Aktionsgemeinschaft Opernhaus – die schließlich einen glanzvollen Erfolg feierte – will der neue Verein dafür werben, statt einer Sanierung der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz die darin eingehüllte alte Schauspielhaus-Ruine wieder freizulegen, nach den alten Plänen zu restaurieren und mit einem freien Platz für Außengastronomie zu ergänzen und zu beleben. Ganz wie früher, als das Schauspielhaus nach den Plänen des Architekten Heinrich Seeling in einer Mischung aus Neorenaissance und einigen Jugendstil-Anklängen einen festlichen Platz beherrschte.

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Out of Order – Von und mit Forced Entertainment im Bockenheimer Depot

2018, Mai 2.

Ohne Worte – Choreographie der Leere

Uraufführung von „Out of order“ – Eine Produktion von Forced Entertainment in Koproduktion mit Schauspiel Frankfurt, Künstlerhaus Mousonturm, PACT Zollverein, HAU Hebbel Am Ufer Berlin und Gessnerallee Zürich

Von Petra Kammann

Viel geht es in diesen Tagen in Frankfurt um das Theater, um das real zu sanierende oder um das neu zu bauende Gebäude und um Sinn und Zweck des Theaters heute. Wird es noch gebraucht? Wenn es noch gebraucht wird, braucht es dazu ein entsprechendes Gehäuse? Muss das Theater nicht neu erfunden werden, weil die Einflüsse und Elemente aus Tanz, Performancekunst, Musikkultur und populären Genres wie dem Cabaret und der Standup-Comedy inzwischen ausgelutscht sind und nicht mehr greifen?

Out of Order, von und mit Forced Entertainment, Regie: Tim Etchells, Foto: Hugo Glendinning

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Publikumsmagnet für Nachtschwärmer – Die lange Nacht der Museen 2018 in Frankfurt und Offenbach

2018, April 30.

Atemberaubender Kunstgenuss für alle Sinne

Alle Jahre wieder…

Wenn sich am 5. Mai die Nacht über die Stadt senkt, öffnen sich in über 40 Kulturstätten in Frankfurt und Offenbach die Tore zur NACHT DER MUSEEN 2018. Ein paar Tipps fürs nächste Wochenende

50 Jahre 68er: Happenings, Jazz & Minirock im Museum Giersch der Goethe-Universität – Die Schau „Freiraum der Kunst“ erinnert an die legendäre Studiogalerie auf dem Campus Bockenheim

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Ein Gespräch mit dem Sänger Johannes Martin Kränzle

2018, April 27.

„Wichtig für mich, auf dem gleichen Niveau zu singen wie vorher“

Johannes Martin Kränzle steht nach zwei Jahren Abwesenheit in der Neuproduktion der Oper „Aus einem Totenhaus“ wieder auf der Frankfurter Opernbühne. Zuletzt sang er hier im Frühjahr 2015 den kranken Amfortas im „Parsifal“. Seine Darstellung, die für ihn immer wichtig ist, war beeindruckend. Ein kranker Mensch prägte sich ein. Wenige Monate zuvor, Ende 2014, hatte Kränzle sein Debüt an der Metropolitan Opera (MET) als Sixtus Beckmesser in „Die Meistersinger von Nürnberg“ gegeben. Inzwischen seine Paraderolle. Die Kritiken waren voll des Lobes. Die New York Times schrieb: „With his robust voice and crisp diction, Mr. Kränzle played him as a fidgety, nervous, neurotic type, not a bad guy at his core” und er wurde mit dem Publikumspreis geehrt. Alle Vorstellungen, so erzählt er, habe er mit guter Laune und „blendender Gesundheit“ gesungen. Renate Feyerbacher traf Johannes Martin Kränzle zum Gespräch.

Der Sänger Johannes Martin Kränzle, fotografiert von Christian Palm

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11. LICHTER Filmfest in Frankfurt mit dem Thema „CHAOS“

2018, April 22.

Wieder ein Ereignis ganz ohne Chaos

Text und Fotos: Renate Feyerbacher

Chaos – Das Plakat

Auch in diesem Jahr hat das Team um Festivaldirektor Gregor Maria Schubert und die stellvertretende Direktorin Johanna Süß ein ausgefallenes Programm auf die Beine gestellt. Unterstützt wurden sie wie immer von etwa 40 hauptsächlich ehrenamtlich engagierten Filmemachern, Medienexperten und Filmliebhabern.

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Leadership in Opera: Bernd Loebe von der Oper Frankfurt mit dem International Opera Award 2018 ausgezeichnet

2018, April 10.

Die Redaktion von FeuilletonFrankfurt gratuliert!

Soeben fand die feierliche Verleihung der sechsten International Opera Awards  im Londoner Coliseum statt. Bernd Loebe, Intendant der Oper Frankfurt, wurde dort mit dem International Opera Award 2018 in der Kategorie ,Leadership in Opera‘ ausgezeichnet. Das Opernhaus in Frankfurt erhielt zudem in der Kategorie ,Rediscovered Work‘ mit Kreneks Operntrilogie Der Diktator; Schwergewicht, oder Die Ehre der Nation; Das geheime Königreich den renommierten Preis.

Bernd Loebe, Intendant der Frankfurter Oper wurde mit dem International Opera Award ausgezeichnet, Foto: Chris Christodoulou (IOA)

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„Aus einem Totenhaus“ von Leos Janácek an der Oper Frankfurt

2018, April 9.

Gewalt, Erniedrigung, Perspektivlosigkeit – Gulag allgegenwärtig

Text: Renate Feyerbacher
Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt

Ein frohes Osterprogramm war die Oper „Aus dem Totenhaus“ von Leos Janácek, 1930 posthum in Brünn uraufgeführt, die in Frankfurt am 1. April Premiere hatte, nicht, wohl aber ein großartiges.

links: Peter Marsh (Sapkin; mit orangefarbenen T-Shirt) und Ensemble sowie rechts von oben nach unten Samuel Levine (Der ganz alte Sträfling), Gordon Bintner (Alexandr Petrovic Gorjancikov) und Karen Vuong (Aljeja)

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Così fan tutte an der Met und eine weltweite Live-Premiere

2018, März 30.

Von Simone Hamm, New York

Als Così fan tutte in der Spielzeit 2013/4 wieder an der Metropolitan Opera aufgeführt wurde, war das auch die triumphale Rückkehr des Dirigenten James Levine. Er hatte wegen gesundheitlicher Probleme zwei Spielzeiten ausgesetzt. Inzwischen hat sich die MET von Levine getrennt, im Zuge der #metoo-Debatte waren Vorwürfe gegen ihn laut geworden. Er soll jugendliche Musiker missbraucht haben.

Levine setzt sich zur Wehr und verklagt seinerseits die MET wegen Vertragsbruchs und übler Nachrede. Der Zeitpunkt, zu dem diese Gegenklage bekannt wurde, könnte nicht perfekter gesetzt sein. Es war der Abend der Premiere von Così fan tutte…

Premiere in der Met: Szene aus dem 1. Akt der Oper „Così fan tutte“ von Mozart, Photo: Marty Sohl/Metropolitan Opera

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