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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Darstellende Künste

45. Römerberggespräche: Was soll das Theater?

2017, Oktober 21.

Über die Zukunft der Städtischen Bühnen – „Die Stadt muss sich bekennen“

Ein Beitrag von Uwe Kammann

Mehr als 50 Jahre waren Frankfurts Städtische Bühnen Schauplatz zahlloser Inszenierungen und erlebten denkwürdige Auseinandersetzungen. Nun ist das Bauwerk, die „Theaterdoppelanlage“, die Schauspiel und Oper umfasst, marode. Wie soll es mit ihnen weitergehen? Neubau oder Sanierung? Von dem Tag an, an dem die möglichen Kosten bekannt wurden, wurden leidenschaftliche und kontroverse Debatten geführt. Da stellte sich auch die Frage nach dem Standort am Willy-Brandt-Platz, sondern auch nach der gesellschaftlichen Position des Theaters. Welche Aufgaben sollen Schauspiel und Oper in Zukunft haben? Die Römerberggespräche wollten in der Diskussion erkunden, welche Gestaltungschancen derzeit bestehen.

Die Doppelanlage: Oper und Schauspiel unter einem Dach 

Zu guter letzt umreißt Schauspielhaus-Intendant Anselm Weber dann doch noch einen auch als seinen Wunsch: Wenn eine Sanierung der Städtischen für rund 200 Millionen Euro möglich wäre, dann, ja dann „bin ich fürs Sanieren und Hierbleiben“. Punktum. Zuvor hatte er sich in der Schlussrunde der Römerberggespräche unter dem doppeldeutigen Titel „Was soll das Theater?“ vorsichtiger geäußert; oder, wie er es mit Blick auf Rahmenbedingungen und politische Realitäten in der Stadt Frankfurt sieht, schlicht praxisnäher: „Ich muss alle Varianten überlegen“. Sprich, im Spektrum von Abriss und Neubau der Theater-Doppelanlage für Schauspiel und Oper am angestammten Willy-Brandt-Platz bis zum alternativen Auszug und Neubau einer der beiden Spielstätten an einem anderen Platz in der Stadt. Varianten und Szenarien, die heftig diskutiert werden, seit eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der Stadt den 1963 eröffneten Bau als marode deklariert und als Folge eine Generalremedur mit Gesamtkosten von rund 900 Millionen Euro angenommen hat.

 

Die Intendanten: Anselm Weber,  Schauspiel und Bernd Loebe (Oper)

Was immer nun in Angriff genommen wird: Äußerst schwierig, da waren sich Weber und sein nachbarschaftlicher Opern-Kollege Bernd Loebe völlig einig, wäre ein zeitweiliger Ausweich-Umzug an andere Orte auf jeden Fall. Denn in dafür zu veranschlagenden fünf Jahren (eine Mindestspanne für eine Interims-Lösung) sei ein harter Negativschnitt bei den Einnahmen (im Jahresbudget mit 15 Millionen Euro angenommen) unausweichlich. Eben, weil beispielsweise das Depot in Bockenheim nur knapp 400 Plätze biete, wesentlich weniger als die Oper (rund 1400 Plätze) oder das Schauspielhaus (knapp unter 700 Plätzen).

Für Opernchef Loebe war die perspektivische Generalformel deshalb ebenso klar wie für Anselm Weber: Natürlich sei das Depot als zusätzliche Spielstätte ein „Segen, auch eine Riesenbereicherung“, doch „materiell und ideell“ bekenne er sich „eindeutig zum Standort hier“.

Diese doppelt bekräftige Aussage traf auch unbedingt den kollektiven Wunsch des Publikums bei diesen 45. Römerberggesprächen, welche die Zukunft der Städtischen Bühnen speziell auch unter dem Aspekt der baulichen Möglichkeiten ausloten sollten. Jedenfalls war diese Publikumsvorliege abzulesen, sofern man Interventionen aus dem Plenum und Spontaneität und Intensität von Beifallsbekundungen nach einzelnen Wortbeiträgen vom Podium als Gradmesser nimmt.

Der mehrheitliche Tenor war danach einfach zu umreißen: Die große Theateranlage für Oper und Schauspiel am Willy-Brandt-Platz, gleich gegenüber dem ersten Turm der Europäischen Zentralbank, sollte als herausragendes Beispiel für eine als demokratisch gedachte, offene Bühne der Gesellschaft in dieser Form erhalten bleiben.

Eine vorgeschaltete Runde mit zwei Baukünstlern hatte zwar in dem Kölner Architekten Peter Böhm einen Advocatus Diaboli, der am jetzt 50jährigen gläsernen Längsquader der Bühnen mitsamt der Anhängsel von Verwaltung, Werkstätten und „Gefängnis-Rückseite“ kein gutes Haar ließ und für einen repräsentativen Neubau im Geist des „Schönen, Lustvollen und Liebevollen“ plädierte, den die Bürger stolz ihren Gästen vorführen könnten. Doch seine Grundannahme, dass eben diese Bürger das Festliche suchten, den gesellschaflichen Hoch-Ort zum Repräsentieren (samt einschlägiger Garderobe und dem Nebeneffekt der Geschäftsanbahnung) fiel beim Publikum durch, trotz seines Plädoyers für einen Neubau im Sinne einer „weiterentwickelten Moderne“.

v.l.n.r.: Architekt Peter Böhm, Moderator Alf Mentzer und Architekt Ernst Ulrich Scheffler

Bei seinem Berufskollegen Ernst Ulrich Scheffler – der bei Kulturbauten wie dem Frankfurter Liebighaus seine sensible Handschrift bewiesen hat – verfingen Böhms vorausgehende Fingerzeige auf die historischen Beispiele der Opern in Paris, Dresden und Wien ebenfalls nicht. Er verwies auf die tief verankerte Programmatik und die Werte des jetzigen Frankfurter Baus: ein Spiel- und Verständigungshaus zu sein für eine „hierarchiefreie Bürgergesellschaft“, im Kontrast zu einer geschlossenen Gesellschaft. Eine solche in der Konzeption und in der Ausführung manifestierte Offenheit sei eine „große Tugend“.

Bei allen Schwächen des hinteren Werkstattteils („chaotisch“) sei der vordere Teil mit seinem großzügigen transparenten Foyer zu erhalten. Auch andere Argumente sprächen für den Bau. So sei er ein bedeutender Ort der Geistesgeschichte mit jetzt ganz eigener Tradition, und funktional sei der Platz mit seinen U-Bahnlinien bestens erschlossen. Der von manchen als willkommene Neubau-Folge beschworene Bilbao-Effekt schwäche sich in der Regel ab, und ohnehin: „Man muss nicht alle 20 Jahre wieder umbauen“. Eine Stimme aus dem Publikum sekundierte später: „Das Gebäude trägt noch heute“, als „gelungene Darstellung des Bürgertums in einer seit jeher bürgerlichen Stadt“ sei es „genial und erhaltenswert“.

Und die heutigen politischen Verantwortlichen dieser stolzen Bürgerstadt? Sie glänzten bei diesen Römerberggesprächen mit vollständiger Abwesenheit – trotz vielfacher Bemühungen der Veranstalter um Repräsentanten auf den Podien. Eine systematische, gewollte Enthaltsamkeit? Kritische Bemerkungen der beiden Intendanten zur Lage im politischen Feld lassen dies als wahrscheinlich annehmen.

Selbstverständlich sei es eine „politische Entscheidung“, so Weber, ob die Stadt auch künftig ein Theater mit überregionaler Bedeutung haben wolle. Diese Diskussion müsse im Römer geführt werden: „Schweigen ist der falsche Weg“. Er warnte davor, diese Diskussion nicht zu führen und „den Kopf in den Sand zu stecken“ – womöglich, so Bernd Loebes Verdacht, „aus Furcht vor dem Verlust von Wählerstimmen“ (Ende Februar kommenden Jahres stehen schließlich die Oberbürgermeister-Wahlen in Frankfurt an).

Natürlich, so Weber, gehe es vor dem Hintergrund des Rahmens der Machbarkeitsstudie auch billiger (auf Kosten der technischen Bühnenausstattung und damit des künstlerischen Potentials). Ausgangspunkt sei bei einem Neubauvolumen von 100.000 Brutto-Quadratmeter für Schauspiel und Oper die „realistische Zahl von 600 Millionen“. Doch sie, die Intendanten, könnten eben über die künftige Bedeutung der Bühnen nicht entscheiden, dies sei Sache der Politik.

Doch dort, so klagte auch Bernd Loebe ganz konkret, sei „ein Vakuum zu spüren“, es herrsche „ein Gefühl von Stillstand“, mit der Folge: „So wissen wir nicht, in welche Richtung wir arbeiten sollen.“ Die Stadt, der Oberbürgermeister müssten sich in Sachen Zukunft der Städtischen Bühnen „bekennen“. „Wir jedenfalls“, das unterstrich Anselm Weber ganz deutlich, „werden uns nicht hinstellen und sagen, wir schaffen uns ab.“

(FeuilletonFrankfurt wird auf weitere Aspekte dieser Römberberg-Gespräche zurückkommen).

Alle Fotos: Uwe Kammann

„Peter Grimes“ von Benjamin Britten an der Oper Frankfurt

2017, Oktober 20.

Treibjagd: „Wer sich abseits stellt und uns verachtet, den vernichten wir.“

Text: Renate Feyerbacher

Fotos: Monika Rittershaus/Oper Frankfurt und Renate Feyerbacher

Die Oper „Peter Grimes“ von Benjamin Britten war zuletzt vor 16 Jahren auf der Frankfurter Opernbühne zu sehen. Nun gab es eine Neuinszenierung des englischen Regisseurs Keith Warner. Das gesamte Team wurde vom Publikum nach der Premiere am 8.Oktober beklatscht. Bei der Premierenfeier gab es allerdings unterschiedliche Meinungen zur Musik und zur Inszenierung. Zu naturalistisch, hieß es einmal, genau richtig, ein andermal, Auch: Musik gefällt mir nicht.

Im Prolog muss sich Peter Grimes vor Gericht verantworten, er ist angeklagt, weil ein Lehrjunge bei der Bootsfahrt ums Leben kam. Trotz Freispruch kursieren die Gerüchte um den Fischer weiterhin. Seine Anklagebank: ein Boot, ein Bild der Isolation. Peter wird wie Woyzeck ‚ausgestellt‘. Von der Ausgrenzung betroffen war auch der Komponist, als Kriesgdienstverweigerer und als Homosexueller. Isolation und Misserfolg bei den Kritikern begleiteten Brittens Leben.

Vincent Wolfsteiner als Peter Grimes; Foto: Monika Rittershaus

Die Einsamkeit des Menschen, die Einsamkeit in der Masse, das ist denn auch das Hauptmotiv, das Benjamin Britten (1913-1976) beschäftigte. Während seines Aufenthaltes in den USA las er 1941 die dramatische Verserzählung „The Borough“ (Die Kleinstadt) vom englischen Poeten Georges Crabbe (1754-1832), der ähnlich wie er in der Grafschaft Suffolk an der östlichen Küste Englands geboren wurde. Speziell die Geschichte des Fischers Peter Grimes weckte seine Sehnsucht nach der Heimat und sein Interesse an einem Opernstoff. Es fand sich ein Auftraggeber und Britten kehrte mitten im Krieg 1942 nach England zurück, zusammen mit seinem Lebensgefährten, dem weltberühmten Lied- und Opernsänger Peter Pears, für den er viele Tenorpartien komponierte. Fast zwei Jahre hat die Arbeit am Libretto von Montagu Slater gedauert.

Crabbes Peter Grimes war stur, rebellisch, als Erwachsener gewalttätig und zudem noch ein Trinker. Aus dem Schurken wurde in der Oper ein Einzelgänger, sympathisch, zurückhaltend, frustriert, aber noch von Wünschen und Hoffnungen beseelt, reich zu werden und Ellen Orford, die Lehrerin, die zu ihm hielt, heiraten zu können. „Not a bad man.“ Als er sich physisch-psychisch eingekesselt sieht, wird er aber auch gewalttätig. Bleibt die Frage, ob Peter Grimes am Ende doch ein Mörder sein könnte. Auch der zweite Lehrjunge kommt um.

Die Uraufführrung fand am 7. Juni 1945 am Sadler’s Wells Theatre, London statt, kurz nach Kriegsende und wenige Wochen vor den Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki.

Vincent Wolfsteiner; Foto: Renate Feyerbacher

„Das Ostinato des Meeres“ ist eine Konstante sowohl im Leben als auch im Werk des Komponisten, schreibt Norbert Abels, Chefdramaturg an der Oper Frankfurt in seiner neuen Britten-Biografie: „Vom Meer trennte er sich niemals.“ Schon als Kind hatte Britten diesen engen Kontakt zum Meer. Vom Haus seiner Eltern in Lowestoft hatte er die wilden Stürme, die oftmals Schiffe an die Küste warfen und ganze Strecken der benachbarten Klippen wegrissen, beobachtet. In „Peter Grimes“ hat man das Gefühl, die tobende See genauso zu erfahren wie in seiner anderen Oper „Billy Budd“.

Die Angst der Dorfbewohner vor den Stürmen ist in den aufwühlenden Chören mitzuerleben. Der Chor hat den größten Part, mit etlichen a capella-Einschüben. Chordirektor Tilman Michael führt die 80 Sängerinnen und Sänger zu einem Gipfel des Chorgesangs. Das ist einmalig. Gänsehaut bildet sich, wenn das ständig wiederholte „Peter Grimes“ gerufen wird. Very british kommen die drunken songs rüber.

 Sara Jakubiak als Ellen Orford, Vincent Wolfsteiner als Peter Grimes und Theodor Landes als Lehrjunge John; Foto: Monika Rittershaus

Sind Bühnenbild und Inszenierung zu naturalistisch? Ich empfand es nicht so. Bis auf wenige Einschränkungen fand dort ein spannendes Geschehen statt. Der große Bühnenraum strahlt Unendlichkeit aus, aber auch Begrenzung durch Wände, durch Kaimauern. Das ist entsprechend der Figur. dialektisch angelegt. Das Bühnenbild des Engländers Ashley Martin-Davis verändert sich immer wieder: Enge und Erfahrung der Weite wechseln sich ab. Licht und Schatten (Olaf Winter) unterstützen gezielt die Momente der Ruhe und der Bewegung, die Keith Warner präzise festlegt.

Keith Warner, einer der bedeutendsten Regisseure der Gegenwart, ist ständiger Gast an der Oper Frankfurt (Falstaff, Hänsel und Gretel). Als 17jähriger beobachtete er mit seinem Freund Fischerboote, als sie Benjamin Britten und Peter Pears mit ihrem Dackel namens Gilda beim Spaziergang sahen, so erzählt er bei Oper extra. Er traute sich nicht, sie anzusprechen, worüber er sich noch heute schämte.

Warner gelingt es eindrücklich, die Dorfbewohner, zunächst Individuen, zur Horde mutieren zu lassen. Es ist spannend zu erleben, wie die Aggressivität aufgebaut wird, die sich fast in Wahnsinn ergeht. Seine Personenführung ist exzellent. Den Hauptprotagonisten Peter Grimes, dargestellt und gesungen von Vincent Wolfsteiner, leitet er in psychologische Tiefen. Ensemblemitglied Wolfsteiner, der zunächst Musik studierte, als Tonmeister und Produzent arbeitete, kam erst spät in den USA zum Gesang. Er ist begeistert von der außergewöhnlichen Zusammenarbeit mit dem Regisseur. Intensiv war sein Rollenstudium. Heute sei er fähig, diese englische Partie zu singen, was ihm auch vorzüglich gelingt.

Seine Wagner geübte Tenorstimme, die mal ausbricht, mal lyrisch ist, schafft eine dynamische Interpretation. Sara Jakubiak (Die Passagierin, Eugen Onegin) als Lehrerin Ellen Orford verleiht ihrem Sopran wunderbare Kontur. James Rutherford als Captain Balstrode, der seine Hand über Peter Grimes hält und mit Ellen zusammenarbeitet, Peter aber am Ende zum Suizid im Meer rät, gefällt durch seinen warmen, wohltönenden Bariton. Sensationell ist der Auftritt der gebürtigen Amerikanerin Jane Henschel von der Düsseldorfer Oper am Rhein ist eine der renommiertesten Mezzosopranistinnen. Erstmals ist sie Gast an der Oper Frankfurt in der Rolle der Pubwirtin Auntie. Diese Rolle scheint sie aus dem Effeff zu kennen. Ihre nervigen, sich prostituierenden Nichten meistern Sydney Mancasola und Angela Vallone mit viel Spielfreude.

v.l.n.r.: Sydney Mancasola als First Niece; mit dem Rücken zum Betrachter, AJ Glueckert als Bob Boles und Jane Henschel als Auntie, rechts; im Hintergrund Ensemble; Foto: Monika Rittershaus

Einmalig kompositorisch und gekonnt interpretiert das Quartett der vier Frauen: Auntie, Nichten und Ellen, in dem sie sich über die Männer auslassen, die sie missbrauchen und dann Mitleid haben. Das Lied „Lächeln oder weinen wir, oder warten wir still, bis sie schlafen“ ist ein Opernjuwel, das von der Solidarität der Frauen handelt, die auch in Isolation leben.

Die Suche nach den verschwundenen Kindern wird von der tratschenden Mrs. Sedley (Hedwig Fassbender) angefeuert. Sie baut Peter Grimes als Feindbild auf, um von sich abzulenken. Denn sie greift zu Rauschgift und ist abhängig, steht also selbst auf der gesellschaftlichen Abschussliste.

Wie zu erwarten, dirigiert Sebastian Weigle ein hochmotiviertes Frankfurter Opern- und Museumsorchester. Viel Beifall für die Musiker und ihren Chef, die auf hohem, überzeugendem Niveau das Wechselspiel zwischen dramatischen und sich beruhigenden Situationen interpretiert. Die sechs Opernzwischenspiele, eine Besonderheit der Oper, die nur indirekt zum Drama beitragen, vertieften diesen Eindruck.

Weitere Aufführungen von „Peter Grimes“ am 22. und 27. Oktober (im Anschluss OPER Lieben), am 5. und 11. November 2017

 

Die MET Opera in New York eröffnet die Spielzeit mit Bellini „Norma“

2017, Oktober 1.

Die Opernfreunde in New York haben einen scheinbar endlos langen Sommer ohne MET Aufführungen verbracht. Jetzt eröffnete die MET ihre Spielzeit mit Bellinis „Norma“.

von Simone Hamm, New York

Norma, die gallische Priesterin der Druiden, hat sich in einen Feind verliebt, den römischen Feldherrn Pollione. Nicht zuletzt deshalb mahnt sie die aufbegehrenden Gallier zur Ruhe. Noch sei die Zeit für einen Aufstand gegen die römische Besatzungsmacht nicht gekommen. Wofür oder wogegen Norma sich schlußendlich auch entscheiden wird –sie ist die Herrin über Krieg und Frieden  – die MET Opera in New York eröffnet die Spielzeit mit Bellini „Norma“, es wird sie unglücklich machen.

Sondra Radvanovsky in in der Titelrolle von Bellinis Oper „Norma“. Photo von Paola Kudacki/Metropolitan Opera

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Furiose Barockoper um Krieg und Liebe im Bockenheimer Depot

2017, September 21.

Eine Repräsentation des Krieges: „Rinaldo“ Dramma per musica von Georg Friedrich Händel

Eine außergewöhnliche Spannung lag über der fast drei Stunden dauernden Premiere am 16. September 2017. Dann brach der Beifall los – stürmisch mit Bravos, lauten Rufen feierte das Publikum am Ende das gesamte Opernteam und die Musiker.

Text:   Renate Feyerbacher und 2 Fotos

Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt        

v.l.n.r.: Daniel Miroslaw (Eustazio), Julia Dawson (Goffredo; mit Bart und Gehstöcken) und Brandon Cedel (Argante; sitzend, in schwarzem Mantel) sowie Tänzer

Steil steigt die Bühne im Bockenheimer Depot an und endet im Nichts. Kein einziges Requisit, nur die Lampen an den Pfosten spielen hin und wieder eine Rolle. (Annemarie Woods Bühnenbild – Joachim Klein Licht). Die Schatten an den Wänden des Bockenheimer Depots sind eindrucksvolle Ergänzung der Bühnen-Lichtspiele.

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Saisoneröffnung an der Oper Frankfurt: Il Trovatore von Giuseppe Verdi

2017, September 15.

Albtraum der Vergangenheit, brennendes Kind, brennende Liebe, brennender Hass

Text: Renate Feyerbacher und Fotos: Barbara Aumüller / Oper Frankfurt

Verdis Dramma lirico eröffnete am Sonntag, den 10. September, die Saison an der Oper Frankfurt. Die Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden in London, wo die Premiere bereits im Dezember 2016 stattfand, erfreute sich vieler Bravos, aber auch einiger Buh-Rufe.

Kihwan Sim (Ferrando; in der Mitte stehend) sowie Chor und Statisterie der Oper Frankfurt

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