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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Trends und Tendenzen

Binding-Kulturpreis für den Tigerpalast „Wir sind da angekommen, wo wir wollten – in Frankfurt“

2018, Oktober 19.

Liberté, Égalité, Varieté

von Renate Feyerbacher

Was für eine stimmungsvolle, fröhliche und doch nachdenkliche Binding-Kulturpreisverleihung, die zum 23. Mal im Frankfurter Römer stattfand ! Ausgezeichnet wurde der Tigerpalast, das Internationale Varieté Theater, das am 30. September 1988 seine Eröffnung feierte und nun sein 30jähriges Jubiläum. Stolz wird erwähnt, dass es einzige nicht subventionierte Theater in der Mainmetropole ist. „Sie haben 23 Jahre gebraucht bis sie zu dieser Entscheidung kamen“, frotzelt Johnny Klinke in seiner Dankesrede.

Johnny Klinke und Margareta Dillinger, Alle Fotos: Renate Feyerbacher

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Appetitliches zur Frankfurter Buchmesse: Tischsitten und Gebräuche aus aller Welt

2018, Oktober 7.

Ein kleiner Appetizer

Von Petra Kammann

Bevor die Internationale Frankfurter Buchmesse mit dem Ehrengast Georgien ihre Tore öffnet, wollen wir uns kulinarisch und geistig schon eimal rüsten. Das Land zwischen Kaukasus  und Schwarzem Meer – so werden wir in den kommenden Tagen verstärkt hören, sehen und lesen – hat eine durchaus alte Geschichte. Das etwa zeigt im Rahmen des Ehrengast-Programms das Archäologische Museum in Frankfurt in einer Ausstellung „Gold & Wein – Georgiens älteste Schätze“ und zeichnet ein umfassendes Bild der frühen kulturellen Entwicklungen des Landes vom Beginn der Landwirtschaft im Kaukasus ab 6000 v. Chr. bis hin zur Trialeti-Kultur der Mittelbronzezeit um 2100 – 1700 v. Chr. Da gehen „Gold und Wein“ durchaus Hand in Hand und befruchten einander, und die Menschen lassen sich inspirieren und erfinden schon früh Rad und Wagen…

Blick in die Ausstellung „Gold & Wein – Georgiens älteste Schätze“ im Archäologischen Museum. Eine regelrechte Weinkultur wird hier seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. anhand von in den Boden gestellten Tonamphoren und kunstvollen Trinkgefäßen anschaulich; Foto: Petra Kammann

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O Sentimental Machine. William Kentridges Installationen im Liebieghaus

2018, Juli 20.

Die Wunderkammer des Multimediakünstlers William Kentridge

Das Medium des Malers, Bildhauers, Regisseurs und einstigen Schauspielers ist die Bewegung, es ist der Film, das Theater, die Oper, die Kunst. Er zeichnet, dichtet, sinniert, konstruiert, entwirft Bühnenbilder, schreibt Stücke, inszeniert und installiert, lässt nichts einfach so im Raume stehen. 80 Installationen, Zeichnungen und kinetische Werke des südafrikanischen Künstlers William Kentridge sind bis zum 26. August  in der Ausstellung „O Sentimental Machine“ im Frankfurter Liebieghaus zu sehen.

Von Petra Kammann

William Kentridge vor der Statue der Athena, (um 180/290 n. Chr. ), Foto: Liebieghaus Skulpturensammlung, Frankfurt am Main

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Before, With und After Rubens: „Antwerpen Barock 2018“

2018, Juli 14.

Von Rubens inspiriert  – Barocke Fülle und Vanitas

Ein Besuch in Antwerpen, der Stadt an der Schelde, lohnt die Reise gleich mehrfach…
Für Afficionados zeitgenössischer Kunst und Liebhaber des Barock ein paar ausgewählte Tipps und Ansichten

von Petra Kammann

↑ „Baroque Murals“ – Graffiti des jungen Streetartkünstlers  Yvon Trottoir auf  Antwerpener Hauswänden wie hier am Meir

↓ Im AMUZ, in der Sankt Augustinkirche, wird barock getafelt und geschlemmt (alle Fotos: Petra Kammann)

Barock geht es nicht nur am Main zu, wie zuletzt komisch mit Michael Quast als „Horribilis von Huckevoll“ in Höchst. Das barocke Lebensgefühl scheint im blutleeren Zeitalter virtueller Erfahrungen wegen der Betonung auf der starken Sinnlichkeit besonders ausgeprägt zu sein. Und Peter Paul Rubens ist nun mal die Verkörperung des Barocks schlechthin.

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Zwei Sommer-Installationen in Schirn und Städel – mal anders gesehen

2018, Juni 29.

WORTKÜNSTE

Eine verbale Intervention

Das Städel Museum mit Städel Garten, Foto: Städel Museum

von Uwe Kammann

In der Gesellschaftssatire „The Square“ – ein mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichneter Film – spielt ein schlichtes Quadrat eine Hauptrolle: als Kunstwerk, das es in einem fiktiven modernen Museum zu „verkaufen“ gilt. Sprich: Es soll als Attraktion auch mit den Instrumenten des Marketings dem Publikum als großartige Ikone eines interaktiven Fortschritts ans Herz gelegt werden. Leicht lässt sich ahnen, was der Regisseur da im Schilde führt – klar, die Entzauberung eines Kunstbetriebs, der in seinen vorbereitenden Meetings ein völlig leeres, aber jargontypisches begleitendes Geschwurbel zur Grundlage seiner Aktivitäten macht.

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Die Frankfurter Luminale 2018 – eine kleine Auswahl (2)

2018, März 17.

KUNSTVEREIN EBENE  B1 E.V.

Kunst, die sich mit dem Alltag auseinandersetzt. Eine erste Erkundung

Brain flash – Flash your brain. Und große Oper.

Frankfurt. S-Bahnstation Taunusanlage, zentral gelegen an der Mainzer Landstraße im Bereich des Opernplatzes zwischen den Türmen der Deutschen Bank und der grünen Taunusanlage. Seit den 70er Jahren ein wichtiger Knotenpunkt für Berufspendler, da viele Unternehmen, vor allem aus der Finanzbranche, in unmittelbarer Nähe ihren Sitz haben. Außerdem ist sie ein zentraler Haltepunkt des sogenannten City-Tunnels, einer S-Bahnstrecke, welche den Frankfurter Hauptbahnhof mit dem Frankfurter Südbahnhof sowie mit Frankfurt-Oberrad verbindet. Tausende von Menschen  – rund 30 000 Personen passieren tagtäglich diesen Ort–, vor allem aber in den Stoßzeiten am Morgen und am Abend, so dass dieser Ort schon in den Neunziger Jahren zu einem schwierigen sozialen Brennpunkt wurde.

Von Petra Kammann

„Brain flash- flash your brain“ von Raumlabor (Christian Uitz), Fotos: Petra Kammann

Aufgewertet wurde die Station seit 2015 durch eine edlere Ausstattung sowie durch eine verbesserte Orientierung mit Hilfe gezielter Beleuchtung.

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Einer erster Gang über den Krönungsweg der rekonstruierten Frankfurter Altstadt

2018, Februar 19.

Gelungenes Modell – zum Nachdenken

 

Noch war er in diesen Tagen mit Holzplatten belegt, jener Weg zwischen Römer und Dom, den zwischen 1356 und 1792 deutsche Könige und Kaiser beschritten hatten, um unter steinernem Kirchenhimmel gekrönt zu werden. Jetzt, an einem nasskalten Februartag anno domini 2018, waren schlichte Frankfurter Bürger in genau dieser herrschaftlichen Linie unterwegs, um sich ein erstes laufendes Bild zu machen von jenem Viertel, das im Herbst des Jahres eröffnet werden soll: als neue Altstadt. „Die Stadt lebt“, hieß es nun schon seit der Bauzeit auf Plakaten und Broschüren. Verbunden mit dem Zusatz: „Willkommen in der neuen Mitte Frankfurts“.

Von Uwe Kammann

Haus „Zur Flechte“ am Hühnermarkt 

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Verleihung des German Design Award auf der „Ambiente“ in Frankfurt

2018, Februar 11.

ALLES GOLD?

Die große Spanne der vergebenen Preise

Von Petra Kammann

Der German Design Award zeichnet alljährlich einzigartige Gestaltungstrends aus dem Produkt- und Kommunikationsdesign aus, die in der internationalen Designlandschaft auf ihre Art wegweisend sind. Die Preisverleihung fand auch in diesem Jahr wieder auf der international größten Konsumgütermesse „Ambiente“ in Frankfurt statt. Jil Sander erhielt den Preis für ihr Lebenswerk. „Wer JIL SANDER trägt, ist nicht modisch, sondern modern“, lautete deren Credo. Was sie auf den verschiedensten Gebieten geschaffen hat, ist so markant, dass es im Gedächtnis haften bleibt.

Matthias Wagner K, Direktor des Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main, hielt die Laudatio auf Jil Sander

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Verleihung der Schülerpreise 2018 der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt

2018, Januar 24.

CHARLEMAGNE und die gelebte deutsch-französische Freundschaft im Frankfurter Römer 

Von Petra Kammann

 

Im festlichen Rahmen des Kaisersaals verleiht seit 2011 alljährlich die Deutsch-Französische Gesellschaft Frankfurt (DFG) unter Mitwirkung des staatlichen Schulamts den besten Französischschülern den DFG-Preis. Anlass dafür ist der am 22. Januar 1963 beschlossene Élysée-Vertrag, in dem Konrad Adenauer und Charles de Gaulle den Grundstein für die anhaltende deutsch-französische Freundschaft besiegelten. 55 Jahre später war in diesem Jahr die Atmosphäre zur Verleihung des Schülerpreises im Frankfurter Römer eine ganz besondere. Es war der Ton, der die Musik machte. Dafür waren nicht allein die Finalisten des Wettbewerbes aus den Grund- und Leistungskursen Französisch aus 20 Schulen Frankfurts und der Umgebung verantwortlich, welche durch ihre lebendigen Beiträge anschaulich machten, dass diese besondere Freundschaft weiter Bestand hat und stetig vertieft wird, sondern auch das gesamte Arrangement der Veranstaltung.

Das Blechbläserquintett der Frankfurter Bläserschule variierte den Kanon „Frère Jacques“ mal laut, mal leise, mal schnell, mal langsam 

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Der Élysée-Vertrag und die 55-jährige deutsch-französische Freundschaft

2018, Januar 22.

Die Freundschaft beglaubigen und auf neue Beine stellen

von Petra Kammann

← Das französische Generalkonsulat in Frankfurt mit den beiden Landesfahnen

 

Am 22. Januar 2018 sind an der Zeppelinallee im französischen Generalkonsulat die französische und die deutsche Landesfahne gehisst worden. Eine Reminiszenz: Denn vor genau 55 Jahren, am 22. Januar 1963, wurde vom damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle der folgenreiche Élysée-Vertrag unterzeichnet, welcher die Freundschaft der einstigen „Erbfeinde“ besiegelte.

Der Enthusiasmus über die neue freundschaftliche Beziehung, die zunächst zahlreiche Städtepartnerschaften und Austausche hervorgerufen hatte und an die sich im Lauf der Jahre beide Länder gewöhnt hatten, schienen so selbstverständlich zu sein, dass aus der  Normalität fast Gleichgültigkeit geworden war. Erst die Anteilnahme an den Attentaten dies- und jenseits des Rheins rüttelte die Bürger wieder auf und rief zunächst einmal starke Solidaritätsbekundungen auf beiden Seiten hervor. Die Wachsamkeit wuchs, zumal  das europäische Gebilde sich als etwas überaus Fragiles herausstellte. Der Freundschaftgedanke nahm vor allem aber nach der leidenschaftlichen Europa-Rede von Staatspräsident Emmanuel Macron wieder Fahrt auf.

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