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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Goethe-Museum Frankfurt

„Nie standen die Frauen an ihrem gehörigen Platze…‘ – Charlotte von Stein. Schriftstellerin, Freundin und Mentorin“ im Frankfurter Goethe-Haus

2018, August 28.

Nicht nur Goethes Muse – die schönsten Liebeszeugnisse der Weltliteratur auf „Zettelgen“

Charlotte von Stein zählt zu den zentralen Personen im Weimar des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. Viele kennen zwar ihren Namen, aber nur wenige wissen Genaueres über das Werk und Wirken dieser faszinierenden Frau. Wahrgenommen wird sie zumeist nur in Verbindung zu Goethes Leben und Poesie. Dabei ist es diese vielseitige Persönlichkeit wert, mit einer eigenen Ausstellung zu würdigen, so Dr. Joachim Seng, Leiter der Goethe-Haus-Bibliothek. Das Frankfurter Goethe-Haus widmet ihr nun unter dem Titel „Nie standen die Frauen an ihrem gehörigen Platze…‘ – Charlotte von Stein. Schriftstellerin, Freundin und Mentorin“ eine kleine, aber feine Präsentation.

Von Hans-Bernd Heier

Johann Ehrenfried Schumann (nach Georg Melchior Kraus): „Goethe mit Silhouette“, Gemälde von 1778

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Frankfurt 2017 – Eine Rückblende

2017, Dezember 30.

Ein Jahresreigen und Frankfurts beständiger Auf- und Umbau

Ein kleiner Rückblick auf das Jahr 2017 zeigt, wie vielfältig die kulturelle Szene in Frankfurt / RheinMain einst war und wie sehr sie heute immer noch in Bewegung ist. Typisch für die freie Bürgerstadt, in der die deutschen Kaiser gewählt wurden und viel später dann die erste deutsche Demokratie in der Paulskirche grundgelegt wurde. Die traditionelle Messe- und Geldstadt, die sich als Drehscheibe für Königsbesuche und den Fernhandel empfahl, zeichnete sich daher immer schon durch ihre Internationalität aus und das schon ganz ohne Flughafen.

Text und Fotos: Petra Kammann

                     

Fenster auf die Geschichte im frisch eröffneten Historischen Museum und diskret-pfiffiger Hinweis auf die Magritte-Ausstellung 2017 in der Schirn

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August Wilhelm Schlegel – der europäischste aller Romantiker Das Frankfurter Goethe-Museum zeigt „Aufbruch ins romantische Universum“

2017, September 9.

Die kulturellen Räume literarisch neu vermessen

Von Hans-Bernd Heier

Am 5. September 2017 jährte sich der Geburtstag von August Wilhelm Schlegel (1767–1845), einer der Hauptvertreter der deutschen und europäischen Romantik, zum 250. Mal. Der Schriftsteller, Übersetzer, Philologe und Begründer der Indologie in Deutschland war nicht nur äußerst vielseitig und sein Leben lang außerordentlich produktiv, er war auch der europäischste von allen Romantikern sowie National- und Universalpoet in einem. Als Übersetzer – seine Shakespeare-Übersetzungen gelten bis heute als mustergültig – genoss er höchste Anerkennung. Darüber hinaus war er ein ebenso begnadeter wie gefürchteter Kritiker, Satiriker und Essayist.

August Wilhelm Schlegel um 1800 / 1802, unbekannter Maler; © Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum, Foto: Ursula Edelmann

Nicht zuletzt war er es, der die Gedanken der Romantik einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte und den interkulturellen Dialog weit über die deutschen Grenzen hinaus immer wieder aufs Neue suchte. Seinem Wirken ist es zu verdanken, dass sich das romantische Gedankengut in ganz Europa verbreitete und auch in Frankreich, Italien, England, Russland und Skandinavien entfaltete.

„August Wilhelm Schlegels Weg als Romantiker richtete sich – anders als bei seinem Bruder Friedrich oder bei Novalis – weniger nach innen als vielmehr nach außen, sah er doch seine Aufgabe darin, die kulturellen Räume Europas im Zeichen des „Romantischen“ literarisch neu zu vermessen und bis nach Indien auszuweiten“, sagen die Kurtorinnen Dr. Claudia Bamberg, Philipps-Universität Marburg, und Dr. Cornelia Ilbrig vom Freien Deutschen Hochstift, Frankfurt am Main. Weiterlesen

Frankfurter Küchen: Auf den Spuren der Grünen Soße

2017, April 15.

Anregungen für einen Osterspaziergang:

Raus aus der Küche, rein in die Küche.
Zwischen Dichtern und Architekten liegen vor dem Tor die Felder und dazwischen der Wochenmarkt

Von Petra Kammann

„Frankfurt stickt voller Merkwürdigkeiten“ konstatierte der große Sohn der Stadt Frankfurt, Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), den es nicht allzu lange im Haus der Familie am Großen Hirschgraben hielt. In den Xenien schrieb er über seine Eltern: „Vom Vater hab ich die Statur, / Des Lebens ernstes Führen, / Vom Mütterchen die Frohnatur / Und Lust zu fabulieren.“ Ab 1775 lebte er in Weimar, setzte aber seiner Heimatstadt Frankfurt in der autobiographischen Schrift „Dichtung und Wahrheit“ ein wunderbares Denkmal. Seine Mutter, Catharina Elisabeth Textor, später Frau Rath Goethe, konnte nicht nur bravourös Geschichten erzählen, sie war auch eine begnadete Briefeschreiberin …

Frau Ajas Küche im Frankfurter Goethe-Haus© Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum /  Foto: www.einfallsreich.net

Wie auch immer – alljährlich in der Osterzeit wird auch heute noch Goethes gedacht, nicht zuletzt der Verse wegen, die er im Ersten Teil seiner Faust-Tragödie den Helden auf seinem „Osterspaziergang“ sprechen lässt, was durchaus auch immer wieder parodiert wurde: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …“ In der Szene „Vor dem Tor“, die Nacht ist vorbei! sehen wir dabei Faust nicht mehr in seinem Studierzimmer als einsamen Gelehrten, sondern als respektierten Bürger der Reichsstadt.

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Liebe Leserinnen und Leser,

2017, April 11.

Dinge bleiben nicht wie sie sind. Sie haben es gestern im Beitrag von Erhard Metz gelesen. Auch FeuilletonFrankfurt ist davon nicht ausgenommen. 

 Alte und neue Facetten im Spiegel – die neue Altstadtbebauung 

Nun, geht es denn um die Wurst? Nein, keine Sorge, nicht um das global bekannte legendäre Frankfurter Würstchen, sondern es geht ums Ganze, das in Frankfurt nicht so leicht zu haben ist und um das man sich immer wieder bemühen muss… Schließlich hat das Ganze hier viele Facetten. Man muss nicht bei Google Maps nachschauen, um sagen zu können, wo man sich gerade befindet. Denn wir haben es in Frankfurt nicht mit einer eindimensionalen Stadt zu tun, deren Einkaufsstraßen mit denen anderer Innenstädte zum Verwechseln ähnlich wären. Neben den zahlreichen Hochhäusern, den römischen und mittelalterlichen Relikten gibt es in Frankfurt außerdem auch noch viel lebenswerte Natur und Grün in den Parkanlagen und an den Ringen.

Weil Frankfurt in der Mitte des Landes liegt und am Fluss sich hier immer schon die Handelswege kreuzten, haben hier nicht allein die verschiedensten Völker, sondern auch die kriegerischen Auseinandersetzungen ihre unverwechselbaren Spuren hinterlassen, nicht zuletzt auch die unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten oder Weltanschauungen. Das strahlt bis in die Gegenwart aus. Eine weitere Grunderfahrung: In der Mainmetropole blieb nie ein Stein auf dem anderen, was den Vorteil hat, dass die Menschen voller Energie sind, um Neues anzupacken und daher immer alles in Bewegung ist. Die urbane Silhouette bringt es an den Tag. Die Stadt lebt. Und auch das sollte in FeuilletonFrankfurt kommentiert werden.

Eine Geschichte der Transformation: William Forsythe. Der Ruhm seiner Tanztruppe reichte weit über Frankfurt hinaus. Der Choreograph stellte zuletzt als Künstler „The fact of matter“ im MMK aus 

Mit dem Wandel verbunden war auch immer eine stetige Herausforderung für die Stadtgesellschaft wie für die Kultur, nicht nur für die legendäre alte oder die Neue „Frankfurter Schule“. Der das alltägliche Leben prägende Kultureinfluss hat im gesamten Rhein-Main-Gebiet die Lebensart bestimmt, die sich kontinuierlich weiterentwickelt hat.

Transformation spiegelt sich auch in den Bauten verschiedenster Epochen, die man in Frankfurt allüberall vorfindet, wie etwa in der Struktur des gerippten Glases fürs „Stöffche“, dem anderswo wenig geschätzten Ebbelwoi: So ist der zeitgenössische Turm am Mainufer durch die charakteristische Rippenstruktur des Apfelweinglases gekennzeichnet. Gewissermaßen unterirdisch hingegen befinden sich die römischen Fundamente in unmittelbarer Nähe zum alten und neuen Römer aus den Fünfzigern. Im durch den Krieg ebenso zerstörten wie wiederaufgebauten Dom wurden einst die Kaiser gekrönt, während in der protestantisch-schlichten Paulskirche die erste Demokratie ausgerufen wurde und heute alljährlich der renommierte Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und alle drei Jahre der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt verliehen wird. Welche deutsche Stadt kann das schon von sich behaupten? Aber hier scheint auch die Grundregel zu herrschen: aus Alt mach Neu, und aus Neu mach Alt. Tradition muss sein, Innovation unbedingt aber auch. Davon lebt die Stadt, in der heute Menschen aus 180 Nationen friedlich miteinander leben.

Naxos-Halle: Willy Pramls Inszenierung vom Kleist-Drama „Das Erdbeben in Chili“ 

Brücken wie der Eiserne Steg schlagen Verbindungen zum traditionsbewussten Frankfurt

Das gilt sowohl für die in Deutschland unvergleichliche Hochhausszene wie auch für die Neu-/Altbebauung der ehemaligen Altstadt. Am Main drängen sich hibbdebach die Hochhaustürme und dribbdebach reihen sich die einstigen Patrizierhäuser des endenden 19. Jahrhunderts, umgestaltet als zeitgenössische Museen, wie Perlen an einer Kette. Kurzum: Vor dieser Kulisse der Gegensätze konnte sich hier auch die Kultur in den verschiedensten Ausprägungen hervorragend entwickeln. Die Museen sind bestens aufgestellt, auch wenn inzwischen einige profilierte Museumsleiter wie Max Hollein und Susanne Gaensheimer leider die Stadt verlassen (haben), Oliver Reese für seine Theaterarbeit die Hauptstadt vorzieht und die erfahrene Cineastin und Direktorin Claudia Dillmann sich aus dem Filmmuseum demnächst zurückzieht. Da bedarf es schon ein paar kluger Köpfe, die Karten sinnvoll neu zu mischen, damit das Renommee, das diese Persönlichkeiten für die Stadt erarbeitet haben, gehalten wird.

Das EZB-Gebäude über der alten Großmarkthalle

Mit dem im wahrsten Wortsinn herausragenden Bau der EZB von Coop Himmelb(l)au, verbunden durch einen Keil, der in die frühere Großmarkthalle von Martin Elsässer getrieben wurde, verwandelte sich das Ostend. Und hinter der Messe entstand das neue Europaviertel. Das ungeliebte Offenbach, in das sich viele Kreative zurückgezogen haben, weil ihnen die Mieten in Frankfurt zu teuer geworden sind, ist auch dabei, „Neuland“ oder „Arrival City“ zu werden. Ernst May, der Begründer des Neuen Frankfurt in den 20er/30er Jahren, hätte seine helle Freude gehabt, daran mitzuwirken. Bei allen Investitionen in Immobilien aber möge Justitia vor dem Römer stets die Waage halten, damit die gewachsene Stadtgesellschaft nicht auseinanderdriftet. Die aktuellen Herausforderungen sind groß und die globale Welt ist bestens vernetzt. Das soziale Gleichgewicht – so haben wir vor allem an verschiedenen europäischen Orten in den letzten beiden Jahren erlebt – ist nicht so leicht zu halten.

Städel-Direktor Philipp Demandt und Kulturdezernentin Ina Hartwig

Vielleicht ist Frankfurt aber auch eine der Städte in Deutschland, die fremde Menschen immer wieder neu willkommen heißen. Schon der prächtige Bahnhof vom Ende des 19. Jahrhunderts, gekrönt von der Figur des Atlas, zeugt davon. Dass diese Weltoffenheit heute auch im Theater inszeniert wird, ist nur einer der Aspekte. Ob wir es „schaffen“, all diese Erfahrungen zu integrieren, das hängt nicht allein von uns selbst ab. Wir sind angewiesen auf die Kooperation im Team und darauf, dass jemand mit uns an einem Strang zieht.

Das trifft auf mich als neue Herausgeberin ebenso zu wie auf die Leser und Leserinnen, Autorinnen und Autoren wie auch auf die Kultur-Institutionen, Stiftungen und die kreative Off-Szene, die vieles antizipiert, was uns künftig beschäftigen wird. Ihnen allen möchte ich für das Wohlwollen FeuilletonFrankfurt gegenüber herzlich danken, allen voran aber dem bisherigen Herausgeber und Autor Erhard Metz, der über 10 Jahre mit großem Engagement und Geschick dieses wichtige Online-Magazin für Frankfurt aufgebaut und geführt hat. Es war eine großartige Leistung. Das Ihnen vertraute Layout haben wir leicht modifiziert. Glücklicherweise wird er uns auch weiterhin noch als Autor erhalten bleiben ebenso wie die bisherigen Mitarbeiter und Autoren. Ich danke ihm für das Vertrauen, das er in mich gesetzt hat, und wünsche mir, dass wir es mit vereinten Kräften auf weitere zehn Jahre bringen, wenn wir das vielfältige kulturelle Geschehen in der internationalen Stadt Frankfurt, dem Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus kommentieren. Schenken Sie uns weiterhin Ihre Aufmerksamkeit und bleiben Sie FeuilletonFrankfurt weiterhin gewogen.

Herzlichst, Ihre

Petra Kammann

Fotos: P. Kammann