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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Buchmessen

„Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“

2017, August 9.

Wir wollen Ihre Sommerpause nicht stören, Sie aber bereits auf einen Teil dessen, was Sie im Herbst im Rahmen von „Frankfurt auf Französisch“ erwartet, aufmerksam machen. Vom 11. bis zum 15. Oktober 2017 ist Frankreich Ehrengast der 69. Frankfurter Buchmesse, dem bedeutendsten Treffpunkt für die internationale Verlags- und Buchbranche.

Das französische vorbereitende Komitee in Anwesenheit der neuen französischen Botschafterin Anne-Marie Descôtes und der Generalkonsulin in Frankfurt auf der Pressekonferenz im Juni 2017. Das Organisationskomitee ist der Verantwortung des Institut français unterstellt und wird von Paul de Sinety geleitet, der das Projekt – in enger Zusammenarbeit mit dem Centre National du Livre, der Französischen Botschaft in Deutschland und allen übrigen beteiligten Akteuren – definieren und verwalten wird.

Der Ehrengast-Auftritt von Frankreich bei der diesjährigen Buchmesse dürfte einige Rekorde brechen. Mehr als 130 französischsprachige Autoren werden in Frankfurt erwartet, zudem gibt es mit aktuell 473 Büchern aus verschiedenen Genres eine beeindruckende Anzahl von Übersetzungen. Im Mittelpunkt des Ehrengastauftritts steht dabei die französische Sprache.

Der Ehrengastauftritt Frankreich bildet aber auch den Höhepunkt eines französischen Kulturjahrs in ganz Deutschland mit einem vielfältigen und spartenübergreifenden Programm, das gemeinsam mit dem Institut français Deutschland umgesetzt wird.

Mehr als 350 Veranstaltungen finden 2017 unter dem Label „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“ bundesweit bereits vorher statt: Theater, aktuelle Musik, Bildende Kunst, Kino, Literaturbegegnungen und vieles mehr mit 250 beteiligten Künstlern und französischsprachigen Autoren.

Vorab daher ein paar französische Highlights für den Monat August

Schleswig-Holstein Musik Festival 2017

Hommage à Maurice Ravel

Jeden Tag gibt es ein Konzert verschiedener Ensembles zu Ehren des französischen Komponisten Maurice Ravel.

AUSSTELLUNGEN

bis zum 13. August 2017

„Meisterwerke der französischen Kunst aus dem Puschkin-Museum Moskau“

Ausstellung im Herzoglichen Museum in Gotha


Die französische Kunst bildet einen bedeutenden Schwerpunkt im berühmten Moskauer Museum für Bildende Künste A. S. Puschkin. Hauptwerke etwa von Claude Lorrain, Nicolas Poussin, François Boucher und Jacques-Louis David zeigen einen repräsentativen Überblick der Malerei Frankreichs vom frühen 17. bis in das späte 18. Jahrhundert.

Die Gothaer Ausstellung präsentiert nun eine bedeutende Auswahl dieser Meisterwerke, die zum großen Teil noch nie in Deutschland zu sehen waren. Die Werke bieten dem Besucher die einmalige Gelegenheit, ein Herzstück der prachtvollen Kollektion des Puschkin-Museums zu besichtigen.

bis zum 16. August 2017

„This is my body, This is my software“


in La Plaque tournante, Berlin

Die französische Künstlerin Orlan bekommt in diesem Sommer erstmals eine Einzelausstellung in Berlin im multimedialen, multidisziplinären Projektraum La Plaque Tournante. Die Ausstellung wird unter anderem Arbeiten aus den Serien „Self-Hybridisation“ (ab 1998) und „Exogene“ (1997) enthalten wie auch das originale „Birth of War“ (1989).

bis zum 31. August 2017

„Eclats DDRDA – Splitter“ – Verlängerung


Ausstellung in der Galerie des Institut français Berlin

Das Ende der DDR kam so plötzlich wie unumkehrbar. Der Staat hatte alles geplant – mit Ausnahme seines Zusammenbruchs. Bedingt durch die damit verbundenen beschleunigten Prozesse, zerfielen mit dem politischen System auch mehr oder weniger schnell die Dinge des Alltags sowie die Orte, die damit verknüpft waren. Pierre-Jérôme Adjedj bringt durch seine Fotografien diese unbedeutend erscheinenden Orte zum Sprechen.

bis zum 2. September 2017

„Tête-à-tête – Kopf an Kopf“


im Institut français Hamburg

Im tête-à-tête zeigt die Ausstellung fünfzig spielerische bis gesellschaftskritische Zeichnungen deutscher und französischer Politiker und Literaten. Portraitiert werden die deutsch-französischen Liaisonen von renommierten deutschen (Rainer Ehrt, Walter Hanel, Frank Hoppmann) und französischen Karikaturisten und Pressezeichnern (Daniel Maja, Pancho, Honoré, Nicolas Vial). Kurator: Walther Fekl.

bis zum 7. September 2017

„Paris sera toujours Paris“)

im Institut français Bonn


Der Bonner Fotograf Jörg Balthasar ist der Promenade Plantée in Paris gefolgt, einem gut 4 Kilometer langen Eisennbahndamm mit Viadukten, dekorativen Rosenbögen, plätscherndem Wasser und Skulpturen. Der wohl schmalste und längste Park der Welt nimmt nahe der Place de la Bastille seinen Anfang und bietet besondere Ausblicke auch auf die Dächer und Häuserfassaden der Stadt.

bis zum 15. Oktober 2017

„Kartografie der Träume. Die Kunst des Marc-Antoine Mathieu“

im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt

Der Franzose Marc-Antoine Mathieu gilt als einer der innovativsten Comic-Schöpfer der Gegenwart. Mit konkurrenzloser zeichnerischer Brillanz und furioser Kreativität definiert er die Grenzen des Mediums Comic immer wieder neu und fordert seine Leserinnen und Leser auf hohem Niveau heraus. Mit genialen spielerischen Grenzüberschreitungen zerlegt er die gewohnten Verhältnisse unserer Wirklichkeit radikal zu surrealistischen Visionen, in denen Traum und Realität ebenso verschwimmen wie Innen und Außen, Allmacht und Ohnmacht. Absolute Vernetztheit, absolutes Wissen oder die Frage nach Gott? Mathieu antwortet mit einer freien Verknüpfung der Dinge, Darstellungsweisen und Sprachen. Die Ausstellung Kartografie der Träume knüpft intermedial an seine Textkunst an und lässt die Besucherinnen und Besucher Teil einer Inszenierung werden.

→ Interview mit Paul de Sinety, dem französischen Commissaire Général der Buchmesse

Interview mit Paul de Sinety, dem französischen Commissaire Général der Buchmesse

2017, Juni 18.

En marche: Die französische Sprache, die Gastfreundschaft und die Geselligkeit

Vom 11. bis zum 15. Oktober 2017 wird Frankreich Ehrengast der 69. Frankfurter Buchmesse sein. Dieser Auftritt Frankreichs auf der Frankfurter Buchmesse bildet den Höhepunkt eines französischen Kulturjahrs in ganz Deutschland mit einem vielfältigen und spartenübergreifenden Programm. Ein FeuilletonFrankfurt-Gespräch mit Paul de Sinety, dem Verantwortlichen für das Gastland Frankreich auf der kommenden Frankfurter Buchmesse und eine Vorschau auf das, was uns im Herbst erwartet.

Von Petra Kammann

Petra Kammann: Sie sind Generalkommissar für das Ehrengastland Frankreich der kommenden Frankfurter Buchmesse. In Deutschland ist Paul de Sinety noch nicht ganz so bekannt wie der neue Präsident Emmanuel Macron. Daher meine erste Frage: Wer eigentlich ist Paul de Sinety und was hat ihn motiviert, dieses Amt zu übernehmen in einer Zeit, die politisch nicht ganz unkompliziert war, zumal doch Europa und die deutsch-französische Freundschaft fast schon auf der Kippe zu stehen schienen? 

Paul de Sinety: In den letzten zehn Jahren habe ich die Förderung des französischen Buches auf internationaler Ebene betrieben. Zuletzt war ich als Berater für Kultur in Marokko verantwortlich. Zu dem Zeitpunkt, als die Entscheidung fiel, dass Frankreich das Gastland der Frankfurter Buchmesse sein würde, ist der damalige Premierminister auf mich zugekommen und hat mich gebeten, mich um das Programm zu kümmern.

Was heißt: Sie waren Berater? Was genau haben Sie gemacht? Und welche Auswirkung hat das auf Ihre jetzige Tätigkeit als Kurator des Frankreichthemas auf der Buchmesse? 

Ich habe die verschiedensten Veranstaltungen mit Autoren und anderen Intellektuellen organisiert. Und das eben auch international. So bin ich beispielsweise mit rund 40 französischen Schriftstellern quer durch Russland gereist, in einem Zug von Moskau nach Wladiwostok, wo ich dann jeweils intellektuelle Debatten organisiert habe. Etwas Ähnliches habe ich eben auch in New York oder in Los Angeles oder auch in Peking betrieben. Bei dieser internationalen Arbeit, die mit der Vermittlung französischer Literatur und Sprache zusammenhing, ist mir bewusst geworden, was es mit der Frankophonie auf sich hat, vor allem zuletzt in Marokko. Daneben habe ich die französischen Autoren und literarischen Strömungen ebenso kennengelernt wie die Verlegerszene oder auch die Kultur der Diplomatie. Wenn also bei der Buchmesse in Frankfurt die französische Sprache im Mittelpunkt stehen soll, sind die verschiedenen Facetten der Sprache und ihre vielfältigen Dimensionen zu beachten.

Auf einer Messe geht es natürlich auch um den wirtschaftlichen Aspekt. Erst dann um die Förderung der Literatur… Weiterlesen

Französischer Abend des International Women’s Club of Frankfurt

2017, April 26.

L’Europe aime la France!
Und es lebe die deutsch-französische Freundschaft!

Französischer Abend des IWC in der Villa Bonn: die französische Generalkonsulin Sophie Laszlo (li.) und die IWC-Präsidentin Susanne Held

Von Petra Kammann

Kurz vor der französischen Präsidentschaftswahl hatte der International Women’s Club of Frankfurt IWC zu einem französischen Abend in die Villa Bonn geladen mit Live-Musik des Chanson-Duos Winterer & Fox und einem Vortrag der französischen Generalkonsulin Sophie Laszlo, die seit 2013 für das Land Hessen und Rheinland-Pfalz zuständig ist. Am Wochenende darauf kamen für sie weitere Aufgaben hinzu, weil sie auch für die Stimmenauszählung der in Deutschland lebenden Franzosen in Hessen, im Saarland und in Nordrhein-Westfalen zuständig ist.

Atmosphärisch bestens eingestimmt wurde der Abend mit französischen und deutschen Chansonklassikern von Edith Piaf über Kurt Weill und Chansonniers des 21. Jahrhunderts des jungen Chanson-Duos Winterer & Fox, bestehend aus Theresa Winterer (Gesang) und Benedikt Fox (Klavier). Das Duo, gefördert vom Yehudi Menuhin Live Music Now Frankfurt e.V., trat auch bereits im Internationalen Theater in Frankfurt auf mit dem Programm „Eine Katastrophe“ – einige werden sich daran erinnern.

Theresa Winterer vom Chanson-Duo Winterer & Fox beim französischen IWC-Abend in der Frankfurter Villa Bonn

Bemerkenswert war die Überzeugungskraft im Dinnerspeech und der Charme der französischen Sophie Laszlo, die als gestandene Diplomatin politisch nicht zu den anstehenden Wahlen in Frankreich Stellung beziehen konnte. Aber dafür ließ sie keinen Zweifel an ihren Wertevorstellungen. Sie trat für eine offene Gesellschaft, für ein liberales Miteinander und eine innovative Grundhaltung ein und sie beschwor eine demokratische Zukunft Europas. Frankfurt empfand sie als die europäischste Stadt.

Die studierte Politikwissenschaftlerin und ENA-Absolventin (École Nationale d’Administration) war zuvor Kulturrätin und Direktorin des Institut français in Portugal, arbeitete dort auch an der Botschaft  und war stellvertretende Direktorin für Internationale Beziehungen an der ENA in Straßburg, dann Büroleiterin des Botschafters in Bonn und Botschaftsrätin an der Botschaft in Berlin, wo sie sich bei der Direktion der Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen für Menschenrechte, Frauenrechte, Kinderrechte einsetzte. Auch war sie an der Direktion für afrikanische und madagassische Angelegenheiten im französischen Außenministerium in Paris tätig, bevor sie 2013 als Generalkonsulin nach Frankfurt berufen wurde. Wir veröffentlichen ihre auf Deutsch gehaltene Rede im Wortlaut:

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Tom Schoper. Ein Haus. Werk – Ding – Zeug?

2017, April 25.

Vom bloßen Bauen zum architektonischen Werk

Auf der Leipziger Buchmesse traf Petra Kammann den Autor und Architekten Tom Schoper zu einem Gespräch über die Wechselwirkung von Architektur und Philosophie. Was ist ein Werk in der Architektur und wie unterscheidet es sich vom alltäglichen Bauen? In persönlichen Gesprächen mit fünf international erfolgreichen und einflussreichen Architekten wie Gion A. Caminada, Hermann Czech, Tom Emerson, Hans Kollhoff und Valerio Olgiati wollte Tom Schoper herausfinden, welchen Stellenwert das architektonische Werk heute hat und weshalb die Architekten mit jeder neuen Aufgabe nach dem Werk streben. 

Der Architekt und Autor Tom Schoper bei einer Diskussion mit dem Verleger des Passagen Verlags Peter Engelmann

Petra Kammann: Sie haben mit sehr verschiedenen Architekten Gespräche geführt und ihnen dabei jeweils denselben philosophischen Fragenkatalog mit Begriffen des Philosophen Martin Heidegger vorgelegt. Fanden Sie das angemessen, um Aufschluss über ihren architektonischen Ansatz zu bekommen? Was hatten Sie dabei im Sinn? Weiterlesen

„Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“ I

2017, April 7.

 

Der Ehrengastauftritt Frankreichs auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse (11. bis 15. Oktober 2017) bildet den Höhepunkt eines französischen Kulturjahrs in ganz Deutschland mit einem vielfältigen und spartenübergreifenden Programm, das gemeinsam mit dem Institut français Deutschland umgesetzt wird. Bundesweit werden 2017  mehr als 350 Veranstaltungen unter dem Label „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“ stattfinden: Theater, aktuelle Musik, Bildende Kunst, Kino, Literaturbegegnungen und vieles mehr mit 250 beteiligten KünstlerInnen und 75 französischsprachigen Autoren und Autorinnen. Folge 1

Von Petra Kammann

Leipzig: Zur feierlichen Eröffnung der Leipziger Buchmesse wurde bereits am 22. März der französische Schriftsteller Mathias Enard für seinen großartigen Orient-Roman „Kompass“ mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet, für den er 2015 in Frankreich den Prix Goncourt erhielt. Aber auch so bekannte französischsprachige Autoren wie der Friedenspreisträger Alfred Grosser, Guy Delisle, Marie Darrieussecq und Karim Miské hatten dieses Jahr ebenfalls Termine auf der Leipziger Buchmesse.

 

Festakt anlässlich der Eröffnung der Leipziger Buchmesse, Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung an Mathias Enard, Gewandhaus Leipzig. „Le Mensch“ – Das neue lesenswerte Buch des diskussionsfreudigen Politologen Alfred Grosser ist von ungebrochener Aktualität Weiterlesen