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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Skulptur

Frankfurt 2017 – Eine Rückblende

2017, Dezember 30.

Ein Jahresreigen und Frankfurts beständiger Auf- und Umbau

Ein kleiner Rückblick auf das Jahr 2017 zeigt, wie vielfältig die kulturelle Szene in Frankfurt / RheinMain einst war und wie sehr sie heute immer noch in Bewegung ist. Typisch für die freie Bürgerstadt, in der die deutschen Kaiser gewählt wurden und viel später dann die erste deutsche Demokratie in der Paulskirche grundgelegt wurde. Die traditionelle Messe- und Geldstadt, die sich als Drehscheibe für Königsbesuche und den Fernhandel empfahl, zeichnete sich daher immer schon durch ihre Internationalität aus und das schon ganz ohne Flughafen.

Text und Fotos: Petra Kammann

                     

Fenster auf die Geschichte im frisch eröffneten Historischen Museum und diskret-pfiffiger Hinweis auf die Magritte-Ausstellung 2017 in der Schirn

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Galerie Perpétuel zeigt: „Städelschule: 200 Jahre – 200 Künstler“ (Folge 1)

2017, Dezember 21.

Von Erhard Metz

Es ist ein besonderes Jubiläumsjahr in der Frankfurter Kunstlandschaft, das mit dem Wechsel von 2017 auf 2018 zu Ende geht: die Frankfurter Hochschule für Bildende Künste – die Städelschule – feiert ihre Gründung im Testament des Johann Friedrich Städel vor 200 Jahren. FeuilletonFrankfurt – in 2017 ist das Magazin immerhin 10 Jahre alt geworden – feiert mit: in der siebenteiligen Reihe „200 Jahre Staatliche Hochschule für Bildende Künste – Städelschule – Frankfurt am Main“, insbesondere mit dem dokumentarischen Rückblick „10 Jahre Eindrücke und Streiflichter zu Rundgängen und Absolventenausstellungen der Städelschule“.

Rechtzeitig zu diesem Ereignis entwickelte Milorad Prentovic, Inhaber der im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen angesiedelten, vor 15 Jahren (genauer am 7. September 2002) von ihm eröffneten Galerie Perpétuel, zusammen mit dem Künstler Ekrem Yalcindag im Sommer 2017 die Idee, dem Jubiläum „200 Jahre“ eine Ausstellung zum Thema „200 Künstlerinnen und Künstler der Städelschule“ zu widmen.

Die kleine, feine Galerie Perpétuel in der Oppenheimer Straße

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AtelierFrankfurt: Open Studios 2017 – Rundgang und Nachlese (V)

2017, Dezember 11.

 

Allerlei Interessantes:

installativ
performativ
skulptural
fotografisch

 

 

Von Erhard Metz

 

Mit den insgesamt fünf Folgen von Kurzreportagen geben wir anhand von Beispielen einen Überblick über das künstlerische Schaffen im AtelierFrankfurt, dem größten Künstlerhaus in Hessen und einem der größten in Deutschland. Mit der Existenz eines solchen Hauses unterstreicht die Stadt Frankfurt am Main ihren Ruf nicht nur einer Museumsmetropole, sondern auch als Ort eines lebendigen zeitgenössischen Kunstgeschehens. Wir verbinden dies mit der Hoffnung und Erwartung, dass im kommenden Jahr der über fünf Jahre laufende Vertrag mit dem Eigentümer der Liegenschaft zu vernünftigen Konditionen für eine weitere Nutzungsperiode verlängert werden kann und sehen dabei auch die Stadt in einer besonderen Pflicht.

Zaubermeisterin des Lichts: Diana Ninov

Diana Ninov, Atelier-/ Ausstellungsansicht (bei Tages- bzw. Kunstlicht und Schwarzlicht); Fotos: Erhard Metz Weiterlesen

„In neuem Glanz. Das restaurierte Schächer-Fragment des Meisters von Flémalle im Kontext“ im Frankfurter Liebieghaus

2017, November 17.

Die Schönheit der Malerei mit Laser zum Leuchten bringen

Von Petra Kammann

Ein Schlüsselwerk der europäischen Kunstgeschichte, das sogenannte Schächer-Fragment des „Meisters von Flémalle“, eines der rätselhaftesten Künstler der frühen niederländischen Malerei, steht derzeit im Mittelpunkt der Skulpturensammlung des Liebieghauses. Es ist der einzige erhaltene Teil eines großformatigen Kreuzabnahme-Triptychons, das zu den bedeutendsten und einflussreichsten Werken der niederländischen Malerei des beginnenden 15. Jahrhunderts zählt. Drei Jahre lang wurde das beidseitig bemalte kostbare Fragment im Städel Museum umfassend untersucht und restauriert…


↑ links: Die ehemalige Flügelinnenseite mit der Darstellung des gekreuzigten Schächers und des in Pressbrokattechnik gestalteten Hintergrunds zu Beginn des Projekts, zahlreiche spätere Kittungen und Retuschen sowie zwei Firnisaufträge erschweren die Lesbarkeit des Pressbrokatmotivs;
rechts: Die ehemalige Flügelinnenseite  nach Beendigung der Restaurierung „Meister von Flémalle“ Schächer zur Linken Christi / Johannes der Täufer, um 1430; Mischtechnik auf Eichenholz, 134,2 x 92,5 cm, Frankfurt am Main, Städel Museum, Foto: Städel Museum

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„Glanz und Elend in der Weimarer Republik“ in der Frankfurter Schirn

2017, November 2.

Faszination und Gefährdung einer jungen RepublikVerlorene Illusionen und neue Entdeckungen

„Glanz und Elend in der Weimarer Republik“ heißt eine äußerst packende Ausstellung, die Ingrid Pfeiffer in der Frankfurter Schirn zusammengestellt hat. Da stehen Künstler der Zeit zwischen 1919 und 1933 im Mittelpunkt, welche die extremen sozialen Spannungen, die politischen Kämpfe und heftigen gesellschaftlichen Umbrüche dieser Epoche ins Bild gesetzt haben und das mit äußerst unterschiedlichen Mitteln: als Ölbild, Aquarell oder Zeichnung. Die thematische Schau versammelt komprimiert unter neun Themenkomplexen 190 Gemälde und Grafiken sowie einige Skulpturen von insgesamt 62 Künstlern und vor allem Künstlerinnen wie Jeanne Mammen, Lea Grundig, Hanna Nagel, Elfriede Lohse-Wächtler oder die Bildhauerin Renée Sintenis.

Von Petra Kammann

Dodo, Logenlogik (für die Zeitschrift Ulk), 1929
Dodos künstlerische Interessen galten modernen Großstadt-
orten wie Bars, Tanzcafés, Theater und Revuebühnen

 ↓ Hilde Rakebrand, Selbstporträt mit erhobenen Händen, 1931,
Öl auf Sperrholz, 29 x 26 cm, Albertinum / Galerie Neue Meister,
Staatliche Kunstsammlung Dresden, ©Joachim Menzhausen,
Foto: buk/Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Die Dresdner Künstlerin zog sich 1933 in die „innere
Emigration“ zurück, nachdem sie Malverbot bekommen hatte

Die umfassende Studie der Pariser Unterwelt, Balzacs Roman „Glanz und Elend der Kurtisanen“, mag den Titel wie auch die Vielfalt der Frankfurter Schau „Glanz und Elend in der Weimarer Republik“  inspiriert haben. In dem Roman nämlich präsentiert der sprachgewaltige französische Schriftsteller der Comédie humaine eine Welt der großen und kleinen Gauner, der Prostitution und der Methoden von Justiz und Polizei, der vernichtenden Gewalt menschlicher Leidenschaften, anhand derer er die Angehörigen verschiedenster Gesellschaftsschichten gleichzeitig entwickelt und daran scharf seine Kritik an der zeitgenössischen Gesellschaft formuliert.

Der Querschnitt durch die damalige Gesellschaft ist darin so breit angelegt, und der plötzliche Umschlag von Glück in Verzweiflung wird anhand so vieler Schicksale dargestellt, dass man sich der emotionalen Wucht seiner Beschreibungen nicht entziehen kann. Ein Effekt, den man in ähnlicher Weise auch beim Besuch der Frankfurter Schau erlebt. Doch während Balzacs Roman das Pariser Leben in der Epoche der 30er und 40er Jahre des 19. Jahrhunderts quer durch die verschiedensten Gesellschaftsgruppen, vom Pariser Hochadel bis zur Unterwelt, beschreibt, konzentriert sich die Schau in der Schirn auf die künstlerische Gestaltung der Zustände zwischen 1919 und 1933. Die unter der Weimarer Verfassung stehende Epoche, die sich auf den verschiedensten Ebenen im heftigem Umbruch befand, legt so manche Parallele zur aktuellen Situation nahe…

Plakate aus der Zeit der „Weimarer Republik“
Foto: Petra Kammann 

Schon die expressiven Plakate im Aufgang zur Ausstellung geben einen ersten Eindruck von der politisch aufgeladenen Stimmung der Weimarer Zeit, in der die erste demokratische Verfassung grundgelegt wurde. In der schmalen Etage der Schirn, wo die stilistisch in Stil und Aussage so vielfältigen wie unterschiedlichen Werke dicht beieinander hängen, lässt die Intensität der visuellen Eindrücke, die von den einzelnen Bildern ausgehen, aber keineswegs nach. Fast atem- und sprachlos verfolgt man förmlich die zeitliche Entwicklung der Geschehnisse, die fast unweigerlich ihren Lauf auf ein dramatisches Ende nehmen.

Im Anschluss an die Katastrophe des Ersten Weltkriegs mit ihren 1,5 Millionen Opfern befindet sich in Deutschland alles in radikalem Wandel: Ökonomie und Kultur, Politik und Unterwelt. Da sehen wir in der ersten Abteilung verzweifelte, ausgemergelte Gestalten, versehrt, teils mit Glasaugen, stark vom Ersten Weltkrieg gezeichnet, verarmt und häufig ausgegrenzt auf der Straße neben dem neuen Typus des ungerührten selbstbewussten Unternehmers oder Industriebarons mit dicker Zigarre. Den Kriegsopfern wurden die versprochenen Renten wegen der unüberwindbaren Reparationszahlungen nicht gezahlt. Die saturierten Bürger bleiben davon ungerührt.

Horst Naumann, Weimarer Fasching, um 1928/29 ,
Öl auf Leinwand, 91 x 71 cm, Albertinum, Galerie Neue Meister,
Staatliche Kunstsammlungen Dresden 

Dennoch herrscht in der durch den Krieg ausgelösten Depression in der jungen Weimarer Demokratie zunächst auch eine energiegeladene Aufbruchsstimmung. Die Sehnsucht nach Freiheit und Emanzipation der Geschlechter bricht sich Bahn in neuen Bildern: frech, frivol, sportlich und mondän. Sie prägten nicht zuletzt das Bild der „goldenen Zwanziger Jahre“ des Sündenbabels Berlin mit seinen Amüsierlokalen, den Variététheatern und dem Zirkus, wo verruchte Frauen mit Bubikopf und Zigarette Charleston tanzen, wo sich starke machohafte Männer amüsieren und wo homosexuelle Knaben sich einander hingeben.

Doch bald schon werden in den quirlig, nervösen Bildern der Künstler auch die Schattenseiten sichtbar. Die Gefahren und Bedrohungen lauern all überall. Da rütteln Spekulation und Inflation an den Grundfesten der jungen Weimarer Republik mit ihrem noch nicht gefestigten Demokratieverständnis, das mehr und mehr in Aufruhr übergeht. Da stehen die wachsende Arbeitslosigkeit und Armut in starkem Kontrast zu den Exzessen und dem Luxus des Nachtlebens. Die überbordende kreative Energie der deutschen Großstädte, allen voran Berlin, scheint dem neuen Leben, in dem es vor allem um Gewinnmaximierung und Tempo zu gehen scheint, nicht gewachsen zu sein. Die Schulden wachsen, die Prostitution verdoppelt oder verdreifacht sich gar und die Inflation nimmt von Tag zu Tag immer weiter Fahrt auf, bis sie ihren Höhepunkt am „Schwarzen Freitag“ erreicht.

Georg Scholz, Café (Hakenkreuzritter), 1921, Aquarell, 30 x 49 cm, Sammlung Merrill C. Berman

Fasziniert von der neuzeitlichen Metropole samt ihrer Ambivalenz, entwickelte George Grosz (1893 – 1959) sich zu einem der bekanntesten deutschen Maler und Satiriker der Moderne, der den Menschen in all seinen triebhaften Facetten vorführte, indem er die Geschichte von Aufstieg, Ehrgeiz, Alkohol, Leidenschaft, Exzess, Tragik und Fall, Ängsten und Vergessen in allen Variationen karikierte. Er wurde daher auch zum meistgehassten Künstler der Nationalsozialisten, dem man die deutsche Staatsbürgerschaft entzog, so dass er in die Vereinigten Staaten emigrieren musste, wollte er überleben. Wie seismographisch er seine Umgebung wahrnahm, sieht man an einem der Schirn-Exponate, an der von ihm gestalteten Titelseite der Zeitschrift „Die Pleite“, aus dem Jahre 1923, wo er frech die deutsche Weihnachtstanne mit Hakenkreuz und Stahlhelm dekoriert zeichnete.

Das rasante Tempo der politischen Entwicklung hatte Konsequenzen im Alltag der Menschen und veränderte ihr Verhältnis zur Politik. Die Straße – kaum wurde sie noch als schicke großstädtische Flaniermeile erlebt –,  wird sie auch schon zum Elendsort ähnlich wie das Bordell, wo Morphium und Opium gespritzt und Krankheiten übertragen werden. Oder sie gerät zum neuen Erlebnisraum von Aufruhr und Brutalität. Kurzum: Der vielversprechende kurze Rausch der Freiheit wird als äußerst doppelbödig und schmerzhaft erlebt. So geht die Todessehnsucht mit der totalitären Abenddämmerung der Weimarer Republik Hand in Hand. Das alles entging weder dem Blick der Künstler, noch dem der Künstlerinnen, die inzwischen auf Kunstgewerbeschulen oder Akademien selbstbewusst ihre eigenständigen Ausbildungen gemacht hatten.

Rudolf Schlichter, Margot, Berlin, 1924, Öl auf Leinwand,
110,5 x 75 cm, Stadtmuseum Berlin, © Viola Roehr von
Alvensleben, München, Foto: Michael Setzpfandt, Berlin

So wurde damals auch ein neuer moderner Frauentypus geschaffen, entweder lasziv mit Pelz oder Federboa oder auch mit praktischer Kurzhaarfrisur und androgyner Kleidung mit Anzug und Krawatte, mit der sie sich plötzlich zum Konkurrenten des Mannes stilisierte. Zum Typus Frau gehörten nun auch neue Berufe wie Stenotypistinnen, Sekretärinnen und Telefonistinnen, Ärztinnen, politische Aktivistinnen und nicht zuletzt Künstlerinnen. Da entwirft zum Beispiel Lotte Laserstein (1898 – 1993) im Jahre 1930 mit großer Verve das Plakat „Die gestaltende Frau“, während Hanna Nagel (1907 – 1975) sich für „Frauen in Not“, die unwillentlich schwanger geworden sind, und für den Abtreibungsparagraphen einsetzt, und Christian Schad (1894 – 1982) ganz selbstverständlich, kühl und sachlich zwei in sich versunkene, sich küssende Knaben zeichnet und Jeanne Mammen (1890 – 1976) wiederum 1931 die schummrige Atmosphäre eines Transvestitenlokals wiedergibt.

Die künstlerischen Auf- und Umbrüche sind mit ihrer Lust an Grenzübertretungen und ästhetischen Experimenten aber nicht nur in der Metropole Berlin zu erleben. Auch in Städten wie Dresden, Leipzig, Rostock, Stuttgart, Karlsruhe, München oder Hannover versuchten Künstler der Zeit, das Zeitgeschehen ob der Krise zu kommentieren, zu dokumentieren, zu parodieren oder oft genug auch  seismographisch das vorwegzunehmen, was im Raume stand.

Kurt Günther, Der Radionist (Kleinbürger am Radio), (1927)  Tempera auf Holz  55 x 49 cm, Staatlich Museen zu Berlin , Nationalgalerie

Dass es seit der Berliner Funkturm-Ausstellung auch schon eine mediale Auseinandersetzung mit dem „elektrischen Zeitalter“ gab, zeigt sich besonders an der Darstellung von „Radionisten“ wie bei Max Radler (1904 – 1971) oder Kurt Günther (1893 – 1955). Denn neben dem Theater hatte das neue Medium Radio an Bedeutung gewonnen. Ab 1923 wurde zunächst aus dem Vox-Haus gesendet  und ab 1931 aus dem von Hans Poelzig gebauten Rundfunkhaus in Berlin, wo auch Schriftsteller wie Bertolt Brecht oder Walther Benjamin ins Mikrofon sprachen.

Die Schau lässt auch die düsteren Prophetien eines Franz Radziwill (1895 – 1983) nicht aus, der, nachdem man Paul Klee 1933 von der Düsseldorfer Akademie suspendiert hatte, für kurze Zeit dessen Stelle übernommen hatte, weil er der NSDAP beigetreten war. Aber auch er erhielt ab 1938 Ausstellungsverbot und mehr als 50 seiner frühen Werke wurden in die Ausstellung „entarteter Künstler“ aufgenommen. Auf seinem Bild „Todessturz Karl Buchstätters“ von 1928 zeigt er in einer nächtlich-surreale Szenerie, wie sich der Pilot in den Tod stürzt. Dabei sind das darunterlegende Haus, die Bahnschranke und der Strommast in ein unwirklich rätselhaftes Licht ohne sichtbare Lichtquelle getaucht.

Surreal wirken auch die häufig entleerten Industrie- und Maschinenlandschaften wie die des Bauhauskünstlers Carl Grossberg (1894 – 1940), diejenigen von Karl Völker (1898 – 1962) oder von Oskar Nerlinger (1893 – 1969), bei denen die arbeitenden oder rennenden Menschen, so welche auftauchen, zu vorgestanzten Teilchen der Maschinerie werden.

Carl Grossberg, Weiße Tanks (Harburger Ölwerke), 1930, Öl auf Leinwand, 90 x 70 cm, Sammlung Family Olcese, © Sammlung Family Olcese

Wütende, ironische und prophetische Bilder sind in der Schirn in Frankfurt zu sehen, welche auf das Ende dieser bewegten Zeitspanne aufmerksam machen, in der ob der Experimentierfreude viele Errungenschaften, die uns heute so selbstverständlich erscheinen, auf den Weg gebracht wurden. Manchmal hätte man sich dazu auch dokumentarische Fotos wie die eines Otto Sander oder Filmausschnitte als Ergänzung der Eindrücke gewünscht. Aber vielleicht erreicht einen auch die konzentrierte Unmittelbarkeit des zur damaligen Zeit Empfundenen und künstlerisch-malerisch Umgesetzten noch stärker. Der gelungene Begleitkatalog aus dem Hirmer Verlag regt dazu an, seine Kenntnisse auf jeden Fall immer wieder zu vertiefen und dabei interessante Entdeckungen zu machen, selbst dann noch, wenn die Ausstellung am 25. Februar 2018 endet. Dann kann man sich auch die unbekannteren Künstler und Künstlerinnen aus der Zeit mit ihren vielfach gebrochenen Lebensläufen wieder vor Augen führen und sich von ihrem Mut anstecken lassen.

Aber man kann die Ausstellung mit einer von „Babylon Berlin“-Star Volker Bruch gesprochenen Audiotour erkunden.