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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Malerei

200 Jahre Staatliche Hochschule für bildende Künste – Städelschule – Frankfurt am Main (2)

2017, Mai 22.

10 JAHRE FEUILLETONFRANKFURT
10 JAHRE EINDRÜCKE UND STREIFLICHTER ZU RUNDGÄNGEN UND ABSOLVENTENAUSSTELLUNGEN DER STÄDELSCHULE

Von Erhard Metz

L1008284-600

Aus Anlaß des Jubiläums 200 Jahre Städelschule publizieren wir im folgenden – weniger für das Smartphone geeignet als für Betrachter am heimischen Rechner – einen „Leporello“ aus 10 Jahren subjektiv-auswählender Berichterstattung von Rundgängen und Absolventenausstellungen 2007 bis 2016 in FeuilletonFrankfurt. An die 60 aneinandergefügte Artikel mit insgesamt geschätzt fast 600 Abbildungen können lediglich ein nur kleines und unvollständiges Bild vermitteln von dem Reichtum dessen, was wir in den Rundgängen und Absolventenausstellungen dieses Dezenniums zu sehen bekamen. Der nun auf „Einzug/Weiterlesen“ gestellte Beitrag wendet sich an Leserinnen und Leser, die ein entsprechendes Interesse an der Städelschule und die erforderliche Zeit mitbringen.

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VORSICHT KUNST! in der Volksbank Dreieich: Joachim Raab – Das Meer im Süden

2017, Mai 18.

Joachim Raab, gebürtiger Isenburger, heute in Frankfurt am Main ansässig, hat sich nie als reiner Atelierkünstler gesehen. Er braucht das Draußen, das Reale. Fast täglich fährt er mit dem Fahrrad eine 50km-Strecke. Begibt sich in die Natur. Durch die Naturbeobachtung entstehen Ideen, die er in seinen Werken umsetzt. Im Rahmen der Reihe VORSICHT KUNST! der Volksbank Dreieich präsentiert Joachim Raab 30 Werke seiner Serie Das Meer im Süden.

Von Esther Erfert
Einführung zur Ausstellungseröffnung

Meer 1, Acryl auf Leinwand, 150 x 100 cm

Im Jahr 2012 verbringt Raab einige Wochen im Roussillon in der Provence. Ganz in der Nähe des Meeres und der Pyrenäen. Jeden Morgen erkundete er auch hier die Umgebung mit dem Rad. In dieser Landschaft reizen ihn die noch weiten Bereiche, wo man allein sein kann, wo noch Natur ist, die Canyons und die Flüsse ohne Kanalisation, die ins Meer fließen. Es gibt Zeiten, da verursachen sie große Überschwemmungen. Diese Urwüchsigkeit fasziniert ihn. Es war noch keine Hochsaison und morgens standen die Angler am Meer. Die Farbe der ungenutzten Strandhäuschen war abgeblättert. Der Blick richtete sich auf die glitzernde Weite des Meeres bis zum Horizont, es gab keine Badenden, die ihn störten. Hier und da lagen ein paar Boote und Netze, es gab ein paar Pfähle, horizontale und vertikale Elemente, die rahmend und unterteilend wirkten. Weiterlesen

Präsentation des neuen Ritschl-Werkverzeichnisses in Wiesbaden

2017, Mai 16.

Ritschls faszinierendes Spätwerk – ein Fest der Farbe

Von Hans-Bernd Heier

Otto Ritschl, geboren 1885 in Erfurt, gestorben 1976 in Wiesbaden, gehört zu dem Kreis abstrakter Maler, die nach dem Zweiten Weltkrieg die westdeutsche Kunstszene prägten. Er hat ein immenses Werk von rund 1.900 Arbeiten hinterlassen, darunter etwa 1.600 Ölgemälde. Trotz hoch qualitativer Kompositionen ist dem vielseitigen Künstler der internationale Durchbruch versagt geblieben. „Da bin ich doch so alt geworden wie ein Methusalem, hab‘ geschafft wie ein Pferd, den großen Erfolg, nein, den hab‘ ich nicht gehabt“. Dieses lapidare Bekenntnis legte der bedeutende Einzelgänger als Neunzigjähriger nach nahezu 60 Jahren künstlerischen Schaffens ab.

Otto Ritschl „Komposition 76/9“, Öl auf Leinwand, 155 x 130 cm; Foto: Museum Wiesbaden Foto: @ Bernd Fickert

Mit dazu beigetragen hat sicherlich die Diffamierung Ritschls als „entarteter Künstler“ durch die Nationalsozialisten. Er verzichtete deshalb während der Nazi-Diktatur auf weitere Ausstellungen und malte nur noch heimlich. Auch nach dem Krieg mied der Maler, der häufig gegen den Strom schwamm, den von ihm abgelehnten „Kunstrummel“ und zog sich als Einsiedler in sein Wiesbadener Atelierhaus zurück. Beim Verkauf seiner Werke hielt er sich ebenfalls zurück. Wenn ein Kunstfreund ein Gemälde erwerben wollte, das er nicht verkaufen wollte, musste sein Adlatus Wolff Mirus dieses im Schlafzimmer sicherstellen. „Dem Sammler wurde gesagt, das Bild befände sich irgendwo auf Ausstellungstournee und wäre zur Zeit nicht greifbar. Mit der Zeit mussten immer mehr Bilder ins Schlafzimmer gebracht werden“, so Mirus. Ritschl selbst sprach schmunzelnd von „Schlafzimmerbildern“. Weiterlesen

Rik Wouters in den Königlichen Museen für die Schönen Künste

2017, Mai 15.

Eine Gesamtschau

Mit einer breit angelegten Retrospektive rücken die Königlichen Museen für die Schönen Künste Rik Wouters, Belgiens bekanntesten Fauvisten, in die Nähe Cézannes und der französischen Fauvisten. In seiner kurzen Schaffensphase hinterließ der nur 33 Jahre alt gewordene Künstler rund 170 Gemälde und Zeichnungen sowie mehr als 35 Skulpturen, von denen die meisten bis zum 2. Juli 2017 in den Königlichen Museen für die Schönen Künste in Brüssel zu sehen sind.

Von Petra Kammann

↑ Charakteristisch für Wouters: das Andeuten einer Bewegung, die Verve des Strichs und das Non finito wie hier in dem Bild „Dame in Blau vor dem Spiegel“ von 1914 , Leihgabe von Mme. Delporte-Livrauw und Franz Delport, Brüssel, ans Museum der Schönen Künste in Brüssel

Anders als in Belgien ist bei uns der Bildhauer, Maler und Zeichner Rik Wouters (1882-1916) kaum bekannt. Dabei hätte sein Ruhm schon von der Sonderbund-Ausstellung, die er 1912 in Köln besucht hatte und welche eine Gesamtschau der künstlerischen Moderne in Europa zusammengetragen hatte, in die Welt ausstrahlen können. Ebenbürtig hätten seine Bilder dort neben denen der Kollegen Van Gogh, Matisse und Cézanne hängen können, und seine kraftvollen, expressiven und in manchem an Rodin erinnernden Skulpturen hätten in der Künstlerschau raumgreifende Akzente gesetzt. Aber das Schicksal wollte es anders und Wouters Nachruhm im Ausland ließ erst einmal auf sich warten. Weiterlesen

Beuys – eine Kunst-Montage. Kino-Premiere in Frankfurt

2017, Mai 12.

BEUYS. Ab sofort kommt ein Film in die Kinos, der die Facetten eines Ausnahmekünstlers des 20. Jahrhunderts, der immer noch eine hohe Brisanz hat, versucht hat zu konstruieren. Dem Regisseur von „Black Box“, Andres Veiel, ist das schier Unmögliche gelungen, anhand von dokumentarischem Material einen Teil eines dramatischen Künstlerlebens auf der Leinwand wieder aufleben zu lassen…

Eindrücke von Petra Kammann

BEUYS –  immer in Bewegung. Hier wäŠhrend der ersten USA Reise 1974, Joseph Beuys, 14.1.1974 bei seiner Aktion: Dillinger vor dem Kino Biograph, Chicago, USA, 1974. © zeroonefilm / Klaus Staeck

„Jeder Mensch ist ein Künstler“ ist nur einer der provokanten Aussagen, mit denen der „Mann mit dem Filzhut“ und den „Fettecken“, dieser Ausnahmekünstler Joseph Beuys (1921-1986), der über dreißig Jahre nach seinem Tod immer noch die Gemüter bewegt, häufig assoziiert wird. Was aber steckt hinter dem Künstler, hinter dem Menschen, den viele als Bürgerschreck oder Scharlatan wahrnahmen? Der Filmemacher Andres Veiel schildert wichtige Lebens- und Werkstationen dieser charismatischen Persönlichkeit in einer aufwändigen Porträt-Collage… Dabei kommt Beuys oft und ausführlich selbst zu Wort. Und viele seiner Äußerungen klingen erstaunlich modern. Weiterlesen