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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Alle Artikel zu Installation · Performance · Objektkunst

„ADA“ – Ausstellung von Anke Mila Menck im ATELIERFRANKFURT

Dienstag, 22. März 2016

Von der Leichtigkeit des Schwebens

Mit dem Schweben ist das so eine Sache: Wer schwebt, hat noch längst nicht den Himmel oder ein „Oben“ erreicht, andererseits aber bereits den sicheren Boden verlassen. Nun schwebt gottlob nicht die Künstlerin Anke Mila Menck, sondern sie lässt schweben: silberne, mit Helium gefüllte Ballons unterschiedlicher Form und Grösse. Diesen wohnt inne, versteht sich, mit Hilfe des Auftriebs (bekanntlich ist Helium leichter als Luft) irdischer Schwerkraft zu entfliehen, welche Erfahrung schon manches Kind machte, das weinend seinem auf Nimmerwiedersehen entschwebenden Jahrmarktsluftballon nachsah. Aber so weit lässt es die Künstlerin nicht kommen: Ihre Ballons bleiben an den Boden – konkret den Dachboden der Residenz von AtelierFrankfurt – gebunden, aber auf welche Art und Weise! „Beschwert“ nämlich sind sie mit leichtesten Materialien, mit Wollfäden, mit Tüchern und Stoffen aus Nessel, Tüll oder gar Seide – gerade um jene wenigen Gramm gewichtiger als der mit Helium gefüllte, in die Höhe strebende Ballon. „Das Ganze“, sagt Anke Mila Menck, „ist ein in der Aufwärtsbewegung stillstehendes Steigen. Last und Auftrieb balancieren sich aus“.

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„ADA“ gibt Anke Mila Menck ihrer ortsspezifischen Installation – oder handelt es sich um eine nicht minder ortsbezogene raumfüllende Skulptur – zum Namen. Leicht könnte man mit diesem gewissermassen symmetrischen Kunstwort den Profilquerschnitt des ebenfalls symmetrisch als ein gleichschenkeliges Dreieck ausgeführten Dachraums assoziieren. Eine Arbeit, die geradezu nach einem solchen lichtdurchfluteten, in reinem Weiss gestrichenen Raum verlangt, sich nach oben hin verjüngend, mittig mit einer Reihe schlanker, den freien Blick nicht behindernder Säulen. Wie auch umgekehrt dieser schlichte wie zugleich dynamische Raum – ein Gegensatz zum White Cube – nach einer spielerischen, luftig-leichten wie überaus sinnlichen Arbeit zu verlangen scheint. Weiterlesen

„AMSTERDAM NEAPELGELB“ – Andreas Exner in der Galerie Perpétuel

Samstag, 23. April 2016

Ein weisser Damen-Faltenrock hängt an der Wand, der rückwärtige Reissverschluss geöffnet. Gelber Stoff tritt aus der Taillenöffnung hervor: Wird da ein Futterstoff nach aussen gekehrt? Aber da sind Nähte sichtbar, eher flüchtig und laienhaft ausgeführt, und Nähfäden hängen herunter. Wurde da also ein Stoff in den geöffneten Rock eingenäht? Ein genaueres Studium des Objekts an der Wand bestätigt Letzteres.

Der Betrachter hält inne, Gelb und Weiss, die Farben des Vatikans, kennen wir doch von Rom-Besuchen, sie sind auch die Farben der Katholischen Kirche. Vollends erstaunen lässt dann der Titel dieser textilen Skulptur oder Installation: „Gnadenrock“.

Dennoch oder gerade deshalb unsere Frage an den Künstler, ob denn der Damenrock nicht doch auch etwas mit Erotik zu tun habe. Andreas Exner, ein Meisterschüler von Jörg Immendorf, verneint sie, unserem Eindruck nach aber doch nicht mit solcher Stringenz, als dass sich unser Wissensdrang als gänzlich in die Irre gehend erwiesen hätte. Im Vordergrund geht es aber zunächst einmal um die Farben und die Materialität des Textils als solche.

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Gnadenrock, 2013 Weiterlesen

„Amt für Umbruchsbewältigung“ in Frankfurt am Main

Samstag, 28. Januar 2012

Das „Amt für Umbruchsbewältigung“ ist voll in Betrieb!

Öffnungs- und Sprechzeiten:

Samstag, 28. Januar, von 15 bis 19 Uhr und
Sonntag, 29. Januar, von 16 bis 19 Uhr.

Die Themenkreise:

DEMOKRATIE UND FREIHEIT

GLOBALE PHÄNOMENE

ÖKONOMIE UND GERECHTIGKEIT

Anmeldung möglichst eine Stunde vor Beginn der Sprechstunden im Frankfurter Kunstverein

(Foto: FeuilletonFrankfurt)

 

„ars viva“-Preisträger 2013/2014 im MMK-Zollamt

Donnerstag, 6. März 2014

„Wahrheit / Wirklichkeit“:
Björn Braun, John Skoog und Adrian Williams

In den fünf Sparten Architektur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Literatur und Musik fördert der 1951 gegründete „Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e.V.“ Nachwuchskünstlerinnen und -künstler mit jungen, noch unbekannten Positionen. Im Bereich der Bildenden Kunst ging der mit jeweils 5000 Euro dotierte „ars viva“-Preis 2013/2014 an Björn Braun, John Skoog und Adrian Williams. Unter dem Motto „Wahrheit/Wirklichkeit“ wurden von entsprechenden Fachkreisen 59 Künstlerinnen und Künstler vorgeschlagen, von denen zwölf in die Runde der Finalisten gelangten. Mit dem Preis sind drei Ausstellungen in namhaften Museen verbunden: dieses Mal im Neuen Museum Weimar  (bis Januar 2014), derzeit im MMK-Zollamt und anschliessend (Juni bis September 2014) in der Galleria civica d’arte moderna e contemporanea Torino GAM.

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Stephan Frucht, Geschäftsführer des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI, Bernd Reiß, MMK-Kurator und Mitglied der Jury, MMK-Direktorin Susanne Gaensheimer am 8. Februar 2014 in der Pressekonferenz

Zur Entscheidung für die Preisträger zitieren wir den Vorsitzenden des Gremiums Bildende Kunst im Kulturkreis der deutschen Wirtschaft, Ulrich Sauerwein: „Die diesjährigen Preisträger setzen sich in ihren Werken auf sehr unterschiedliche und feinsinnige Art und Weise mit der Relation des Individuums zur Welt auseinander Weiterlesen

„Arte Essenziale“ im Frankfurter Kunstverein

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Gemeinschaftsausstellung mit der italienischen Collezione Maramotti

Über die Weihnachtstage waren wir zu Gast im Städel Museum, bei den Alten Meistern, genauer gesagt bei drei Madonnendarstellungen. Nun naht das „Neue Jahr“, und nicht nur deshalb begeben wir uns zu „neuer Kunst“, genauer gesagt zu zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, deren Arbeiten der Frankfurter Kunstverein unter dem Titel „Arte Essenziale“ präsentiert – noch bis einschliesslich 1. Januar 2012. Es sind also nur noch ein paar Tage Zeit, genug jedoch, diese überaus sehenswerte – wenn auch etwas anstrengende – Ausstellung zu besuchen.

Arte essenziale – essenzielle, also grundlegende, wesentliche, unabdingbare Kunst? Was ist das?

Zunächst einmal gilt es, betont Holger Kube Ventura, Direktor des Kunstvereins, sehr genau hinzusehen auf das, was vor uns liegt, also das Material zu erforschen und zu definieren, um als Betrachter die Materialität der Objekte als Kunstwerke in ihrem räumlichen und zeitlichen Kontext zu erfassen, zu verstehen und auch zu hinterfragen. Federico Ferrari, Professor für Philosophie der Kunst an der renommierten Mailänder Accademia di belle Arti di Brera und Kurator der gemeinsam mit der Collezione Maramotti realisierten Ausstellung, auf den der Begriff Arte essenziale zurückgeht, sucht nach dem „Ursprung künstlerischer Praxis unter besondere Berücksichtigung des Wesens der künstlerischen Geste“. Er misst dabei dem künstlerischen Ausgangsmaterial eine entscheidende Bedeutung zu. Alltägliche, banale Materialien (wir denken an die Arte povera) können dabei zu „symbolisch aufgeladenen“ Materialien wie zum Beispiel Marmor oder Bronze in Beziehung treten und einen neuen Sinnzusammenhang erschliessen.

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