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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Installation · Performance · Objektkunst

Marielies-Hess-Kunstpreis 2019 an Marko Lehanka

2018, März 28.

Von Erhard Metz

Die 1966 gegründete und ehrenamtlich geführte, nach der Ehefrau des früheren Intendanten des Hessischen Rundfunks Werner Hess benannte Marielies-Hess-Stiftung e.V. fördert und unterstützt bildende Künstlerinnen und Künstler, die eine Verbindung zum Land Hessen aufweisen. Inzwischen zeigte sie auf rund 90 Ausstellungen Arbeiten von mehr als 400 Kunstschaffenden. Seit 2011 vergibt sie alle zwei Jahre den mit 4.000 Euro dotierten und mit einer Ausstellung in Frankfurt am Main verbundenen Marielies-Hess-Kunstpreis. Verliehen wird er an namhafte ältere, in Hessen geborene, ausgebildete oder in Hessen arbeitende Künstlerinnen und Künstler, „die durch die Qualität ihrer Werke überzeugen und einen besonderen Beitrag zu Kunst und Kultur leisten, deren Arbeiten durch Ausstellungen, Präsentationen und Ankäufe in Hessen präsent gewesen oder es noch sind sowie solche Künstlerinnen und Künstler, die in den vergangenen Jahren nicht so häufig gezeigt wurden, sich aber durch ihr Lebenswerk auszeichnen“.

Marko Lehanka, Portrait-Selfie, 2018 Weiterlesen

Lichtkunst im AtelierFrankfurt: Beitrag zur Luminale 2018 (4)

2018, März 23.

Von Erhard Metz

Fünf Tage Luminale im AtelierFrankfurt, Lichtkunst dort fast im gesamten Erdgeschoß – damit setzt das größte Atelier- und Ausstellungshaus in Hessen seinen eigenen Akzent im diesjährigen Luminale-Geschehen. Sieben Positionen greifen wir aus dem Lichtspektakel heraus – „spectaculum“ hier übersetzt mit Begriffen wie „Aufsehenerregendes“, „Augenweide“.

Diese „Augenweide“ beginnt bereits im Hof des stattlichen, Künsten und Kreativität gewidmeten Gebäudes: mit „L’a nuit m’appelle“, einer eben „spektakulären“ Fassaden-Projektion von Matthieu Cretté, begleitet (ab 19 Uhr) von der Performance „Frankfurt Travelling“ von Edwin Schäfer und Matthieu Cretté.

Die sich stets verändernde Projektion – im Bild beispielsweise erkennen wir unschwer ein menschliches Gesicht – bespielt die linke Fassade des Innenhofs mit arabesken Zeichen und Chiffren und bezieht auch das Torhaus mit ein. Wir gehen davon aus, dass die Inszenierung auch die hier und dort zur Akzentuierung erleuchteten Fenster einschließt als Teil der künstlerischen Gesamtkonzeption. Malerisch die kontrastierende, durch geöffnete Fenster sichtbare Einrichtung der Zimmer im Torhaus mit links und rechts jeweils einer Deckenlampe im teils hell, teils spärlich erleuchteten Raum. Ein gelungener Auftakt, der den Appetit auf Lichtkunst auch im Inneren des Künstlerhauses weckt.

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Luminale 3 – Spaziergang durch Frankfurt

2018, März 21.

IMPRESSIONEN

von Petra Kammann

Zur Luminale beeindrucken neue Orte und Lichtprojekte, die in dieser Woche auf abendlichen Spaziergängen durch Frankfurt entdeckt werden wollen.

Erstmalig dabei die ansonsten unbeleuchtete Fassade der zwischen 1908 und 1910 von Franz Roeckle erbauten Westend-Synagoge mit einer derzeit fulminanten Lichtprojektion. Ein Kleinod, das sich auf einem abendlichen Luminale-Spaziergang durch das Westend zu entdecken lohnt.

Überraschend die mit einem dekonstruierten Lichtmuster überzogene Westend-Synagoge;  alle Fotos: Petra Kammann

„Die Synagoge war und ist das religiöse Zentrum unserer Gemeinde und gleichzeitig ein historisch bedeutender sowie architektonisch interessanter Ort. Mit unserer Teilnahme unterstreichen wir, dass die Jüdische Gemeinde ein Bestandteil der Stadtgesellschaft und unserer Stadt ist“, so der Kulturdezernent der Jüdischen Gemeinde Frankfurt Marc Grünbaum.

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BIENNALE FÜR LICHTKUNST UND STADTGESTALTUNG – Die Luminale 2018 in Frankfurt

2018, März 13.

Frankfurt leuchtet – Lichtkunst für Alle

Alle zwei Jahre findet die Luminale, das Lichtfestival Frankfurt-Rhein-Main, statt. Begründet wurde sie im Jahr 2002 durch die Messe Frankfurt Light + Building, die seither das Festival umfangreich fördert und unterstützt. Regelmäßig ließen sich seitdem in den wenigen Tagen der Luminale rund 200.000 Besuchern begeistern.  Vom 18. bis 23. März 2018 geht nun die Luminale mit einem neuen Konzept an den Start. Frankfurt und Offenbach werden sich nicht nur in eine Bühne für Lichtkunst verwandeln, sondern auch selbst Gegenstand des Festivals sein und einen Impuls für die Positionierung der Stadt als attraktiver Zukunftsstandort geben.

Pressekonferenz im HR – v.l.n.r.: Patricia C. Borna, Vorsitzende Luminale e.V., Festivalleiterin Isa Rekkab, OB Peter Feldmann, Lichtkünstler Philipp Geist, Iris Jeglitza-Moshage, Chief of Communications, Geschäftsleitung der Messe Frankfurt GmbH, vor der Projektion „FRANKFURT FADES “ – des multimedialen Projekts am Römer mit großflächiger Bodenprojektion von Philipp Geist; Foto: Petra Kammann

Pünktlich zur Eröffnung am Sonntag, den 18.3.2018, um 18.30 Uhr werden OB Peter Feldmann und der Licht- und Videokünstler Philipp Geist auf dem Römerberg das Licht anschalten.

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Städelschule: Rundgang 2018 (6)

2018, Februar 28.

Haupthaus Dürerstraße: Zum Abschluß noch einmal Malerei, Skulptur, Objekt, Installation

Von Erhard Metz

Es ist erfreulich zu sehen, welches nach unserem Eindruck stetig weiter wachsendes Interesse die jährliche Rundgangveranstaltung der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule – beim Publikum findet. Als Schmiede künstlerischer Kreativität sowie als Hort und Raum zur Entfaltung künstlerischer Gestaltungsfreiheit hat sie sich bekanntlich bereits seit langem einen hervorragenden internationalen Ruf erworben. Mit dieser Folge schließen wir unseren sehr persönlichen Rundgang mit einer weiteren „bunten“ Reihe von Arbeiten, sie sich sehen lassen können und dem Betrachter zum Verweilen und zum „Sich-darauf-einlassen“ auffordern – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, dem wir in diesem Rahmen selbstverständlich nicht gerecht werden können.

Laura Schusinski, Galeria Kaufhof, acrylic, oil, plastic on canvas Weiterlesen

„Boom for Real“ – Große Basquiat-Retrospektive in der Schirn

2018, Februar 22.

Basquiat: Downtown Manhattans wilder Maler, Dichter, Musiker, DJ und Performer

Von Petra Kammann

Der einstige Jungstar der New Yorker Kunstszene, Jean-Michel Basquiat, 1960 als Sohn eines haitianischen Vaters und einer puertoricanischen Mutter in Brooklyn geboren, wuchs inmitten der Post-Punk-Szene in Lower Manhattan auf und starb mit 27 Jahren an einer Überdosis Heroin. Die Ausstellung in der Frankfurter Schirn „Basquiat. Boom for Real“ zu seinem dreißigsten Todestag einen umfassenden Einblick in sein Gesamtwerk mit um die 100 Gemälden, Objekten, seltenen Filmen und Fotografien, mit Musik und Archivmaterial aus privaten und öffentlichen Sammlungen. Voller Verve malte der ruhelose Basquiat auf Postkarten, Kühlschränke, Wände, Leinwände oder Türen seine Bilder: eine wilde Mischung aus comicähnlichen Figuren, Satzfetzen, Chiffren und Piktogrammen. Die Abgründe des hinterlassenen Werks mit geheimnisvollen Chiffren des afroamerikanischen Künstlers spiegeln das raue Leben auf den Straßen New Yorks der 70er und 80er wider – eine Welt voller Lärm, Gewalt, Rassismus, Kapitalismus und ständiger Reizüberflutung. Bis heute wirken seine getaggten, remixten und gesampelten Arbeiten so brisant und frisch wie einst. 

Roland Hagenberg, Basquiat, Painting with cigarette, New York 1983, Pigment Print, 100 x 70 cm Ed.12 + 4 AP, Foto von der Galerie – Peter – Sillem zur Verfügung gestellt

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Städelschule: Rundgang 2018 (5)

2018, Februar 22.

Ateliers Daimlerstraße

Von Erhard Metz

Klar – in der Rundgangausstellung einer Kunsthochschule, bei der die Studierenden vom ersten bis zum zehnten Semester ihre Arbeiten zeigen, wird man noch kaum vollkommen Gereiftes oder gar Meisterliches antreffen können. Umso interessanter ist es, den Studentinnen und Studenten bei ihrem Prozeß des Suchens und Erforschens, beim medienübergreifenden Experimentieren, beim Formen und Ausbilden einer eigenen individuellen künstlerischen Sprache und Persönlichkeit über die Schulter zu schauen. Die Arbeitsergebnisse in den großräumigen Ateliers der Akademie in der Daimlerstraße im oft unwirtlich erscheinenden, industriell geprägten Osten der Stadt scheinen dazu unter mancherlei Aspekten in besonderer Weise geeignet zu sein. Schauen wir uns einfach mal um:

Eugen Wist, let down bouquet, steel, plastic, textile, magnets Weiterlesen

Städelschule: Rundgang 2018 (4)

2018, Februar 15.

Künstlerdasein im Prekariat –
Sehnsuchtsblick aufs Städel

Von Erhard Metz

Vier wunderbare Arbeiten, denen wir unseren eigenen Preis zugesprochen hätten, greifen wir aus dem diesjährigen Rundgang durch die Städelschule heraus.

Unlängst, Ende Januar, diskutierten der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann und drei Mitbewerberinnen um dieses Amt im Ausstellungsraum Eulengasse mit Künstlerinnen und Künstlern über deren existentielle Situation in Frankfurt am Main. Ganz im Vordergrund standen dabei die für die meisten kaum mehr erschwinglich hohe Mieten für Ateliers und Wohnungen, ferner die notwendige Künstlerförderung wie auch eine Gründerhilfe beim Aufbau einer künstlerischen Existenz. Vier Studierende der Städelschule gaben in der jüngsten Rundgangsveranstaltung, so meinen wir, je nach Temperament und Inspiration ungewollt eine künstlerische Antwort darauf – mal deftig-sarkastisch, mal romantisch-poetisch.

Janusch Ertler, Kiste 1

Janusch Ertler baut im Zentrum der Lichthalle ein geniales Künstler-Einraum-Wohnschlaf-Atelier, ein fünf bis sechs Quadratmeter kleines „Zimmer“ (in Frankfurt für wieviel hundert Euro Miete monatlich?) sollte dafür reichen. Das – nicht ohne Ironie – fein säuberlich bezogene Bett fährt in den All-in-one-Atelierarbeitstisch ein, in den Bettschubladen lagern die fertigen wie unfertigen Arbeiten. Wenn er im Herbst sein Studium beendet haben werde, sagt der Künstlerstudent, werde er zunächst in solchen Umständen leben und arbeiten müssen. Und wiederum von feiner Ironie: Das Kunstwerk ist aus wertvollen Materialien handwerklich meisterhaft gearbeitet: aus afrikanischem Mahagonie und sibirischer Lärche.

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Städelschule: Rundgang 2018 (2)

2018, Februar 10.

Von Erhard Metz

Hat eine Rundgangsveranstaltung der Frankfurter Hochschule für Bildende Künste – Städelschule – nun (endlich) mal einen Skandal?

„Frankfurter Hauptschule (FHS) is an art collective affiliated with the Hochschule für Bildende Künste – Städelschule Frankfurt am Main in Germany. Since 2013, they explore the frontiers of art and pain within the public sphere, (social) media and art spaces“ ist auf der Website der „Frankfurter Hauptschule“ zu lesen. Wer sie aufruft, weiß damit sofort, worum es dem Künstlerkollektiv – zumindest auch – geht: um Anstoß zu erregen, um Provokation, um das Ausloten von Grenzen nicht nur der Kunst, sondern auch des Rechtsstaats. Bekannt wurde das Kollektiv bereits durch mehrere spektakuläre Aktionen am Rande der Legalität wie beispielweise die Verbreitung (vielleicht nicht dem einschlägigen Bayreuth-Pubkikum, aber jedem genauer Hinschauenden) erkennbar gefälschter Eintrittskarten für die Bayreuther Festspiele, um ein Zeichen der Kritik zu setzen an manchen als antisemitisch kritisierten Aussagen Richard Wagners. Wer sich also das Kollektiv sozusagen ins Haus holt, muss wissen, was auf ihn zukommt.

Worum geht es? Zunächst um dieses gleich an der Einfahrt zur Städelschule unübersehbar aufgestellte Objekt:

Ein demolierter und ausgebrannter – vermeintlicher – Streifenwagen der Polizei; Foto: Erhard Metz

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Städelschule: Rundgang 2018

2018, Februar 8.

Jahresausstellung der Studierenden der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule –

Von Erhard Metz

Das diesjährige Rundgangsplakat; Design © Mahya Ketabchi, 2018, Bildnachweis: Städelschule

Einmal im Jahr öffnet die 1817 gegründete Hochschule für Bildende Künste – Städelschule – ihre Ausbildungsräume und Ateliers für die Öffentlichkeit zu den sogenannten Rundgängen, am kommenden Samstag, 10. Februar, und Sonntag, 11. Februar 2018, jeweils von 10 Uhr bis 20 Uhr. Bereits am morgigen Freitag kann das interessierte Publikum noch vor der abendlichen Eröffnungsveranstaltung einen entsprechenden „Schnuppergang“ unternehmen. Die Studierenden der international renommierten Professorinnen und Professoren Monika Baer, Johan Bettum, Peter Fischli, Douglas Gordon, Judith Hopf, Tobias Rehberger, Willem de Rooij, Amy Sillman und Haegue Yang gewähren einen Einblick in ihre Klassenateliers und Praxisräume in den beiden Hauptgebäuden Dürerstraße 10 und Daimlerstraße 32 und präsentieren dazu natürlich ihre aktuellen Arbeiten. Der Studiengang Curatorial Studies hat ein Programm von Vorträgen und Gesprächen in der Aula zusammengestellt. Die Film- und Videoarbeiten werden im Deutschen Filmmuseum gezeigt, der Master-Studiengang Architektur präsentiert aktuelle Projekte in den Klassenräumen im Gebäude Dürerstraße 24.

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