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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Fotografie · Video · Film

„Vergessen – warum wir nicht alles erinnern“. Eine facettenreiche Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt

2019, März 19.

Der lange Schatten des Vergessens und der Strudel der Erinnerung

Von Petra Kammann

Kann man sich vornehmen, etwas zu vergessen oder zu behalten? Wie speichern wir die Erinnerung?  Wie wichtig sind Gefühle, wenn es um das Erinnern und um das Vergessen geht? Ist Vergessen krankhaft? Gibt es auch ein Vergessen, das für den Menschen gut und notwendig ist? Was ist der Unterschied zwischen Verdrängen und Vergessen? Dies sind nur einige der so vielfältig wie interdisziplinär angelegten Aspekte der Frankfurter Ausstellung, die das Spektrum von der Angst vor dem Vergessen über die Leugnung und Verdrängung der Vergangenheit bis hin zum Nicht-Vergessen-Können aufzeigt. Und das Museum selbst spielt dabei auch eine Rolle…

„Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist“?, Foto: Petra Kammann

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Fotografien von Robert Voit in der Galerie-Peter-Sillem

2019, März 16.

Sehen lernen in der Ausstellung ‚Hide & seek‘

von Hannelore Kaus-Schwoerer

Mal wieder mit dem offenen Cabrio durch Amerikas sonnigen Süden reisen? Auf den ersten Blick kommt Reiselust auf beim Betrachten der Fotografien ‚Desert Mountain, Scottsdale, Arizona‘ und ‚Mobile Home Park, Las Vegas, Nevada‘. Nimmt man jedoch die Kakteen und Palmen, die die Fotografien vertikal durchteilen, genauer ins Visier, bleibt der Blick auf den kaum erkennbaren elektrischen Zuleitungen an deren Fußende haften. Es handelt sich hier nämlich um verkleidete Mobilfunkmasten, die überall in den USA zu finden sind. Schnell wandelt sich die anfängliche Reiselust in einen kritischen Blick auf Echtheit und Künstlichkeit in diesen Color Prints.

Robert Voit, Desert Mountain, Scottsdale, Arizona,USA 2005 

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Rückblende: Mein Berlinale-Tagebuch in der Zeit vom 12.bis 17. Februar 2019

2019, März 15.

Berlinale-Kamera für die Filmemacherin Agnès Varda

Einer der außergewöhnlichen Momente dieser Berlinale war die Preisverleihung der Berlinale-Kamera an Agnès Varda. Die bald 91 jährige – ihr Alter ist ihr, wie sie sagt,“wurscht“ – wurde von Noch-Festival-Leiter Dieter Kosslick im Berlinale Palast empfangen. Von hoch oben sah ich den Empfang, die kleine Person, die durch die keck gefärbte Frisur hervorsticht. Aber oben angekommen, ging die kleine Gestalt, verdeckt vom Kordon der Freundes-Eskorte und dem Sicherheitspersonal, schlicht unter. Ich verlor sie aus den Augen. Dann aber ergatterte ich ganz vorne im Kinosaal einen Platz und Agnès Varda schritt am Arm von Kosslick fast hautnah an mir vorbei zur Bühne. Was für eine energiegeladene Künstlerin, die sich über diese Ehrung sichtlich freute. Ihre unbändige Leidenschaft war auch in ihrer kurzen Dankesrede zu erkennen, fein ist ihr Humor.

von Renate Feyerbacher

Berlin: Roter Teppich für die französische Filmemacherin Agnés Varda, Foto: Renate Feyerbacher

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Erste Retrospektive der mexikanischen Fotografin Graciela Iturbides in Deutschland im Fotografie Forum Frankfurt

2019, März 12.

Zwischen Tradition und westlicher Moderne – Magische Momente des Alltags

Fotokennern ist sie schon seit Langem ein Begriff, in den großen Museen ist sie ebenfalls präsent. Die berühmte mexikanische, 1942 geborene Fotografin Graciela Iturbide ist eine Ikone der lateinamerikanischen Fotografie. Aber erst jetzt hat sie in Deutschland ihre erste Retrospektive im Frankfurter Fotografie Forum. Dort sind bis zum 30. Juni 115 ihrer Werke aus der Zeit von 1969 bis 2008 zu entdecken. Sie sind aus der spanischen Mapfre-Stifung entliehen, die kürzlich rund 300 Iturbide-Werke erworben hat.

Von Petra Kammann

Mujer ángel, desierto de Sonora. México, 1979 Angel Woman, Sonoran Desert, Mexico, 1979 © Graciela Iturbide / Colecciones Fundación MAPFRE, 2019 

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„Nullpunkt der Orientierung. Fotografie als Verortung im Raum“ im Artfoyer der DZ-Bank

2019, Februar 23.

Spiel mit der Illusion – Augentäuschungen und Eroberungen des Raumes durch Fotografisches

Von Petra Kammann

Was sieht man oder was glaubt man zu sehen, wenn man Fotografie betrachtet?

Irritationen der Wahrnehmung. Ein erster Einblick in die neue Ausstellung im Artfoyer der DZ-Bank, Foto: Petra Kammann

„Nullpunkt der Orientierung. Fotografie als Verortung im Raum“. Die Ausstellung zu Raum, Skulptur und dritter Dimension der Fotografie im Art Foyer der DZ Bank Kunstsammlung zeigt rund 60 Arbeiten von 18 internationalen Künstlerinnen und Künstlern, in denen Dreidimensionalität eine zentrale Rolle spielt…

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Städelrundgang 2019 – „Oven Light“ von Tala Madani in der Frankfurter Ausstellungshalle Portikus

2019, Februar 18.

Befremdlich-Hintergründiges Spiel mit Licht und Schatten 

von Petra Kammann

Blick aus der oberen Etage in den Ausstellungsraum: Komposition aus Fernsehapparaten und Gemälden Tala Madanis; Alle Fotos: Petra Kammann

Die magische Wirkung der Gestaltungskraft von Licht erlebt man beim Rundgang der Städelschule in diesen sonnigen Spätwintertagen ganz besonders im minimalistischen inneren White Cube des kleinen roten Hauses an der Alten Brücke, im Portikus, einem ihrer essentiellen Bestandteile für Ausstellungen von Nachwuchskünstlern. Dort ist auch über das Ende des Rundgangs hinaus die erste institutionelle Einzelausstellung der 1981 in Teheran geborenen und in Los Angeles lebenden Künstlerin Tala Madani unter dem Titel „Oven light“ zu sehen.

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„Antanas Sutkus. Fotografien“ in den Rüsselsheimer Opelvillen

2019, Februar 12.

Emphatische Abbilder des schlichten Alltags und visionäre Fotografien – so „als ob die Vorahnung einer Flutwelle in der Luft hängt“   

Bekannt wurde er bei uns zunächst mit seinen Aufnahmen von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Heute zählt der 1939 in Kluoniškiai, Kaunas, Litauen, geborene Antanas Sutkus zu den großen humanistischen Fotografen der Welt, denn es sind fast ausschließlich Menschen, die ihn als Motiv interessieren. Geduldig beschäftigt er sich mit denjenigen, denen er begegnet und die er völlig unverstellt in die Kamera blicken lässt. Eine sehenswerte Ausstellung in den Rüsselsheimer Opelvillen zeugt davon.

Von Petra Kammann

Ausstellungsflyer; Foto: Petra Kammann

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Holger Wüst und Alexandra Duwe im Kunstverein Familie Montez

2019, Februar 7.

Der alte Marx ist unkaputtbar

Von Erhard Metz

Holger Wüst und Alexandra Duwe lassen es im Kunstverein Familie Montez in einer konzeptuellen wie sinnlichen Doppelausstellung richtig krachen – dafür bürgen bereits die Ausstellungstitel: „»… gegen die ganze ökonomische Scheiße.«“ bei Holger Wüst und „Why not actually be really progressive and just shut up?“ bei Alexandra Duwe.

↑ Holger Wüst, „»… gegen die ganze ökonomische Scheiße.«“, Fotomontage (Ausschnitt)
↓ Alexandra Duwe, „Why not actually be really progressive and just shut up?“, Installation

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Die Ausstellung „Moderne am Main 1919–1933“ im Museum Angewandte Kunst

2019, Februar 4.

Frankfurt zwischen 1925 und 1932: Bauhausparallele, Großstadtutopie und vernetzte Moderne

Anlässlich des 100jährigen Bauhaus-Jubiläums hat inzwischen die erste von drei Ausstellungen zum Neuen Frankfurt begonnen. Das Museum Angewandte Kunst zeigt die „Moderne am Main“ mit Möbeln, Schriften, Mode, Musik, Film und Fotografie. Und sie visualisiert auch das riesige Netzwerk der Menschen, die an der Neugestaltung Frankfurts beteiligt waren.

Von Petra Kammann

Hereinspaziert in die „Moderne am Main“, Foto: Petra Kammann 

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Museum für Moderne Kunst MMK: „Weil ich nun mal hier lebe“ im TOWER

2019, Januar 30.

Arbeiten von Harun Farocki, Azin Feizabadi, Forensic Architecture, Natasha A. Kelly, Erik van Lieshout, Henrike Naumann, Emeka Ogboh, spot_the_silence, SPOTS, Hito Steyerl und Želimir Žilnik

Von Erhard Metz

Bei aller Eigenständigkeit einer jeden der drei Ausstellungen, die MMK-Direktorin Susanne Pfeffer Ende Oktober 2018 zeitgleich in allen drei Häusern des Frankfurter Museums für Moderne Kunst eröffnete, spannt sich über diese „Ausstellungstrilogie“ ein umfassender Bogen: Setzt sich Cady Noland in ihrem Werk im Haupthaus MUSEUMMMK mit dem Mythos des amerikanischen Traums und verschiedenen Ausdrucksformen von struktureller Gewalt auseinander und ging es in der mächtigen Videoarbeit von Marianna Simnett im ZOLLAMTMMK um Gewalt in Form medizinischer, technologischer und pharmakologischer Innovationen wie auch deren unmittelbare Eingriffe in den menschlichen und tierischen Körper, oft in Korrespondenz mit ökonomischen, gesellschaftlichen und patriarchalischen Machtstrukturen, so drehen sich die (Video-)Arbeiten im TOWERMMK vornehmlich um einen in Teilen der Gesellschaft immer noch alltäglich anzutreffenden Rassismus und Antisemitismus, um Fremdsein und gesellschaftliche Ab- und Ausgrenzung.

Eingang zum TOWERMMK

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