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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Bildende Künste

„Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“ im Liebieghaus

2018, Oktober 12.

Wenn innige Zuneigung in mörderische Rache umschlägt

Von Hans-Bernd Heier

Einer der wichtigsten und erschütterndsten Mythen der griechischen Sagenwelt ist die gefährliche Argonauten-Fahrt zum antiken Kolchis, der Raub des „Goldenen Vlieses“ und Medeas und Jasons große Liebe. Es ist die Geschichte eines märchenhaften Abenteuers und einer innigen Zuneigung, die mit einem fürchterlichen Verhängnis endet. Die Liebieghaus Skulpturensammlung greift in der umfangreichen Sonderausstellung „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“ diesen verästelten Mythos auf. Originale griechische und römische Skulpturen, Vasen, Bilder sowie Wandmalereien aus den Vesuv-Städten Pompeji und Stabiae (eine römische Siedlung am Golf von Neapel) illustrieren diese antike Tragödie, die Literaten, Komponisten, Ballettmeister, bildende Künstler und Filmemacher bis in die Gegenwart inspiriert.

Pelias erkennt Jason, Wandgemälde aus Pompeji, 1. Jahrhundert n. Chr., Höhe 190 cm, Breite 142 cm; Museo Archeologico Nazionale di Napoli; © National Archaeological Museum of Naples

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Zwei Frankfurter in Düsseldorf

2018, Oktober 3.

Neuausrichtung zweier Museumskomplexe

von Angelika Campbell

Vom Main gingen sie an den Rhein, sondierten die (Kunst)lage in und um Düsseldorf und starten nach knapp einem Jahr voll durch: Prof. Dr. Susanne Gaensheimer, ehemals Direktorin am MKK Frankfurt und jetzt Direktorin der Kunstsammlung NRW, und Dr. Felix Krämer, nach seiner Tätigkeit als Sammlungsleiter der Kunst der Moderne am Städel Museum, Frankfurt am Main – inzwischen Generaldirektor des Museums Kunstpalast. Sie bringen noch frischeren Wind in die lebhafte rheinische Kulturszene. Die sachliche Art der beiden „Neuen“ wird vielleicht nicht von allen Düsseldorfern geschätzt, denn die sind ja für ihren Hang zu Glanz und  Glamour bekannt. Doch der voraussehbare Erfolg dürfte eventuelle Kritiker zum Schweigen bringen…

Prof. Dr. Susanne Gaensheimer, früher Leiterin des MMK in Frankfurt, heute Kunstsammlung NRW, Foto: Petra Kammann

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Der Himmel über Frankfurt beim Altstadtfest – Ein Bilderbogen

2018, September 30.

Foto-Impressionen vom 29. September 2018

von Petra Kammann

Frankfurt leuchtet…

Die große Illusion am Frankfurter Kunstverein: Framing Reality zum Altstadtfest

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Impressionen vom Saisonstart 2018 der Frankfurter Galerien (3) – Künstlerduo Winter/Hoerbelt

2018, September 26.

Von Turen und Ionen“ in der Galerie Heike Strelow:
Die Große Illusion“ über dem Frankfurter Kunstverein
Vertieft-Erhaben“ im Zentralen Werkstatt- und Verwaltungsgebäude
Der Blaue Kran“ am Hafen Offenbach

Von Erhard Metz

Es dürfte nicht zu viel versprochen sein: Das Künstlerduo Winter/Hoerbelt – es handelt sich um die Bildhauer Wolfgang Winter (geboren 1960 in Mühlheim am Main) und Berthold Hörbelt (1958 in Coesfeld geboren), beide studierten nach ihrer Ausbildung zum Steinbildhauer an der Kunsthochschule Kassel – ist zweifellos das bedeutendste und renommierteste seiner Art nicht nur in Frankfurt am Main und Hessen. Auch deutschlandweit zählt es zu den erfolgreichsten Künstlergemeinschaften, und es genießt ebenso auf europäischer und internationaler Ebene eine hohe Reputation. Ein Glücksfall für diese Stadt also und die Region Rhein-Main nicht zuletzt auch deshalb, weil die beiden wichtige ortsspezifische Projekte im öffentlichen Raum geschaffen bzw. weiter in Planung haben. Seit 1992 arbeiten sie in ihrem Atelier in Frankfurt zusammen. Ihre Werke waren unter anderem auf der Biennale in Venedig, den Skulpturprojekten Münster, der Yokohama Triennale und der Liverpool Biennale zu sehen; weltweit realisierten sie bislang über 80 Werke im öffentlichen Raum. In Frankfurt am Main ist das Duo durch die Galerie Heike Strelow vertreten.

Pixelkartoffel I, 2018, 3D Edelstahl-Spiegelblech, 113 x 76 x 10 cm Weiterlesen

Hommage an Volker Kriegel … Caricatura Museum Frankfurt zeigt hintersinnige Cartoons des Multitalents

2018, September 21.

Von Hans-Bernd Heier

„Männchen malen und Jazz spielen, und sogar davon leben zu können – wer hätte das gedacht?! – Wow“. Volker Kriegel schien von seinem frühen Erfolg zunächst selbst überrascht. Denn er reüssierte bereits in jungen Jahren als Cartoonist und Musiker. Schon mit 13 Jahren lernte er autodidaktisch Gitarre und wurde noch als Oberschüler zum besten Nachwuchsgitarristen beim deutschen Amateur-Jazz-Festival in Düsseldorf gekürt. Parallel dazu erschienen schon seine ersten Cartoons in der Schülerzeitung „Revue“.

Karneval der Tiere; ©Volker Kriegel

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Raffaela Zenoni: Malerei, Skulptur

2018, September 19.

Begegnungen mit Ahnen, Ariel und Alberich. Und: Es schläft sich kreativ im Mosaik

Von Erhard Metz

„Den Zufall bändige zum Glück“ heißt es bei Goethe. Gerade auch Zufälle führen uns zur Kunst, wo die Suche nach ihr oft in der Vergeblichkeit des Strebens endet. Wir zögern nicht, Goethe zu folgen und einen unverhofften Fund in das Licht einer willkommenen, in der Unergründlichkeit des Lebens vielleicht vorbestimmt erscheinenden Betrachtung zu stellen. Der Fund ist das malerische und skulpturale Werk der Schweizer Künstlerin Raffaela Zenoni. Er bringt uns Betrachtenden indes in eine gewisse Verlegenheit: ob der Authentizität, der von uns empfundenen Übereinstimmung von innerer Persönlichkeit der Künstlerin mit ihrem schöpferischen Werk, wie uns in Begegnungen mit ihr erahnbar und erfahrbar wurde. So obliegt uns, zur Künstlerin, wenn wir coram publico einige Gedanken über ihre Werke entfalten, eine geziemende Distanz zu wahren; nicht zuletzt auch um unseren geneigten Leserinnen und Lesern zum eigenen Umgang mit diesen Werken den gebührenden Spielraum zu eröffnen, wiederum ganz im Sinne Goethes: „Ich lasse mir nur alles entgegenkommen und zwinge mich nicht, dies oder jenes in dem Gegenstande zu finden“, wie er einmal an Charlotte von Stein schrieb. Oder wie es Raffaela Zenoni mit ihren eigenen Worten so trefflich zu formulieren weiß: „Wir sehen in einem Werk das, was wir selber zulassen“.

V.l.n.r.: Aus Serie „Die andere Ahnengalerie“, 2014, Acryl auf Leinwand, 60 x 180 cm; „Stabat Mater“ Gute Nachricht, 2015, Acryl auf Leinwand, 130 x 195 cm; aus Serie „Die andere Ahnengalerie“, 2014, Acryl auf Leinwand, 60 x 180 cm
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Theodor-W.-Adorno Preis-2018 an die Filmemacherin Margarethe von Trotta in der Paulskirche (2) Die Laudatio von Günter Rohrbach

2018, September 15.

„Margarethe von Trotta, eine deutsche Filmregisseurin, in Europa sozialisiert und in der Welt zuhause“

Der Film-und Fernsehproduzent Günter Rohrbach, ein Urgestein des Deutschen Films – einen Stern auf dem Boulevard der Sterne erhielt er 2010 für sein Lebenswerk –, hatte schon früh mit einigen Protagonisten des Neuen Deutschen Films zusammen gearbeitet: so mit Helmuth Costard, Rainer Werner Fassbinder, Hans W. Geißendörfer, Reinhard Hauff, Klaus Lemke, Edgar Reiz, Helma Sanders-Brahms, Volker Schlöndorff,  Rudolf Thome, Wim Wenders und eben auch mit Margarethe von Trotta. Nach einer Karriere als Fernsehspielchef im WDR und als Geschäftsführer der Bavaria wurde er freier Produzent. Von 2003 bis 2010 leitete er gemeinsam mit Senta Berger als erster Präsident die Deutsche Filmakademie. Er hat außerdem als Honorarprofessor an der Hochschule für Fernsehen und Film München gelehrt. 2011 initiierte seine Geburtsstadt Neunkirchen mit ihm den Günter-Rohrbach-Filmpreis. 2017 wurde er von der Landeshauptstadt München mit dem Kulturellen Ehrenpreis ausgezeichnet. In der Frankfurter Paulskirche hielt er eine mit viel Beifall aufgenommene Laudatio auf die Filmemacherin und Theodor-W.Adorno-Preis-Trägerin Margarethe von Trotta (1). Den Text stellte er freundlicherweise FeuilletonFrankfurt zur Verfügung.

Laudator Prof. Dr. Günter Rohrbach; Alle Fotos: Petra Kammann

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Impressionen vom Saisonstart 2018 der Frankfurter Galerien (2)

2018, September 13.

Galerie Maurer: Birgitta Weimer
Galerie Parkhaus-wk-16: Laura Nickel
Kunstraum KA:OST: Sascha Boldt, Hans Petri, Jörg Simon

Von Erhard Metz

55 Galerien und Ausstellungsorte am vergangenen Wochenende aufzusuchen schafft auch bei allerbesten Vorsätzen vernünftiger Weise niemand. Unser Weg der Rückbetrachtung führt uns nach unseren „ersten Impressionen“ heute in die Fahrgasse, die Walter-Kolb-Straße und die Hanauer Landstraße. Wir treffen dort sowohl auf eine geschätzte bekannte Künstlerin und auf drei in Frankfurt und Rhein-Main bekannte Künstler wie auch auf eine hoch interessante neue fotografische Position.

Birgitta Weimer – „Spukhafte Fernwirkung“

Weder Physikunterricht erwartet uns bei Brigitte Maurer noch eine Lehrstunde über Albert Einsteins berühmte Aussage zur „spooky action at a distance“. Aber der heute in Köln arbeitenden Künstlerin, die uns bereits im Herbst 2013 in ihrer Ausstellung „Reflecting Space“ von allerlei Zellteilungen, Medusen und Kugelsternhaufen kündete, gelingt es doch, uns die Phänomene der Quantenmechanik und der Verschränkung auf künstlerisch-fantasievolle Weise näher zu bringen.

Hyperobject Studies (3), 2018, Kunststoff beschichtet, Spiegel, 120 x 120 x 40 cm Weiterlesen

Die venezolanische Künstlerin Sol Calero im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen

2018, September 11.

Pica Pica. Ein mystischer Wunschbaum

von Angelika Campbell

Beim Pica-Pica-Baum bedankt man sich, wenn ein Wunsch in Erfüllung gegangen ist – so der traditionsreiche Glaube im ländlichen Venezuela. Die Samen dieses tropischen Gewächses rufen höllischen Juckreiz hervor, auf spanisch eben Pica Pica. „Pica Pica“ ist auch der Titel einer neuen Ausstellung im Düsseldorfer Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen. Sol Calero, in Venezuela geboren, mit 17 nach Spanien gekommen und heute in Berlin lebend, hat mit ihrer Installation den nüchternen Museumsraum im Gebäude am Grabbeplatz in eine farbsprühende Reminiszenz an ihre lateinamerikanische Heimat verwandelt. Entstanden ist ein lebendiger Ort des Austauschs mit einer anderen, exotischen Kultur, die gleichzeitig den Blick auf eigene Befindlichkeiten ermöglicht und zu sozialer Interaktion aufruft, zu sehen bis zum 28. Oktober.

Sol Calero, Pica Pica, 2018, Installationsansicht “Sol Calero – Pica Pica”, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf (1. September bis 28. Oktober 2018), Foto: Katja Illner

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Impressionen vom Saisonstart 2018 der Frankfurter Galerien (1)

2018, September 10.

Frankfurter Westend Galerie: Paolo Iacchetti
Galerie Söffing: Julia Roppel
Galerie Greulich: Sebastian Meschenmoser
Galerie Perpétuel: Thaddäus Hüppi

Von Erhard Metz

55 Galerien einschließlich einiger nichtinstitutioneller Ausstellungsräume nahmen am diesjährigen Saisonstart der Frankfurter Galerien teil, es war der 24. seiner Art, organisiert von der 1984 gegründeten „Interessengemeinschaft der Frankfurter Galerien“ (der jedoch nur 32 Galerien als Mitglieder angehören). Etwas verwundert hat uns, wie die Gemeinschaft „Off-Spaces“ definiert, zu denen sie den (vom gleichnamigen Kunstverein geführten) Ausstellungsraum Eulengasse, die Heussenstamm-Galerie, das Fotografie Forum Frankfurt oder den Frankfurter Künstlerclub im Nebbienschen Gartenhaus rechnet. Gefühlt „halb Frankfurt“ war unterwegs, und der Veranstalterin gebührt das Lob, neben dem üblichen Galeriepublikum auch eine Armada von Eventsuchenden bis hin zu eher kunstfernen, primär an Sekt und Häppchen interessierten Zeitgenossen mobilisiert zu haben. Aus dem kaum mehr überschaubaren breiten Spektrum an bildender Kunst können wir im vorhandenen Rahmen nur einige, dafür höchst unterschiedliche Positionen – pars pro toto – aufgreifen:

Paolo Iacchetti – „La forma della pittura (Die Form der Malerei)“

Movimenti notte, 2015, Öl auf Leinwand, 100 x 95 cm Weiterlesen