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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Autorinnen und Autoren

Ein grandioser Hamlet in Bochum

2019, Juni 24.

Sandra Hüller in der Bochumer Inszenierung von Johann Simons ist der Sohn und der Geist des toten Vaters zugleich.

von Simone Hamm

Dieser Hamlet ist nicht wahnsinnig. Meist nimmt er sich zurück, spricht leise, flüstert oder singt. Selten wird er laut. Dieser Hamlet verlangt nach der Wahrheit. Sein Onkel, seine Mutter, seine Geliebte sollen der Wahrheit ins Gesicht blicken und sie aussprechen. Diesem Hamlet erscheint der Geist des Vaters nicht: er spricht aus ihm. Dieser Hamlet will keine Rache, will niemanden niedermetzeln. Dieser Hamlet geht nicht ab, wenn er von der Bühne geht, sondern setzt sich, wie alle anderen Schauspieler auch, in die erste Reihe und schaut zu. Den Kollegen zuzusehen, sagt Sandra Hüller, sei vielleicht das Schönste an dem Abend.

Sandra Müller als Hamlet, © JU Bochum

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Wechsel an der Spitze des Börsenverein des Deutschen Buchhandels: Die Wahl fiel auf Karin Schmidt-Friderichs

2019, Juni 19.

Brückenbauerin und Powerfrau

Karin Schmidt-Friderichs, Verlegerin Verlag Hermann Schmidt GmbH & Co. KG, Foto: Gaby Gerster, Feinkorn

„Ich danke für Unterstützung, Zuspruch und Vertrauen. Die Buchbranche steht vor Herausforderungen, die wir nur lösen können, wenn wir das Trennende von Sparten und Unternehmensgrößen überwinden und gemeinsam auftreten. Die Branche vergisst über den Herausforderungen manchmal ihre Faszination und Stärke. Ich sehe mich als Brückenbauerin, Moderatorin und Sprachrohr für Buchbegeisterung nach innen und außen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Vorstandes und die vielfältigen Anregungen von Interessengruppen, Arbeitsgemeinschaften und einzelner Mitglieder“, sagte Karin Schmidt-Friderichs, die frischgewählte künftige Vorsteherin des Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Die Verlegerin des Hermann Schmidt Verlags aus Mainz wurde heute auf der Hauptversammlung des Buchhändler- und Verlegerverbandes in Berlin gewählt. Der 1825 gegründete Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist die Interessenvertretung der deutschen Buchbranche gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit. Er vertritt rund 4.500 Buchhandlungen, Verlage, Zwischenbuchhändler sowie andere Medienunternehmen. Außerdem veranstaltet er die Frankfurter Buchmesse, vergibt den
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sowie den Deutschen Buchpreis, engagiert sich in der Leseförderung und für die Freiheit des Wortes.

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Starke Stücke im Schauspiel Frankfurt (18)

2019, Juni 5.

Ein Überblick von Renate Feyerbacher

“Peer Gynt” von Henrik Ibsen

Peer Gynt, Regie: Andreas Kriegenburg, Sarah Grunert, Paula Hans, Nils Kreutinger, Max Simonischek, Melanie Straub, Friederike Ott, Foto: Birgit Hupfeld / Schauspiel Frankfurt

Peer Gynt sucht das eigene Ich und quält sich dabei unendlich, flieht ständig vor sich und den andern. Fünf Akte braucht er dafür, in denen er seinen Körper geradezu schindet.

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Remember – 30 Jahre himmlischer Frieden? Alles ist Kunst- Alles ist Politik?

2019, Juni 4.

Dem Vergessen entreißen

von Petra Kammann

Vor 30 Jahren, am 4. Juni, fanden auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, dem Tian‘anmen-Platz, friedliche Studentenproteste statt. Anlässlich der blutigen Niederschlagung hat der chinesische Schriftsteller Liao Yiwu sein Langgedicht „Massaker“ geschrieben. Es sollte sein Leben fundamental verändern. Als er versuchte, die unfassbaren Erlebnisse des 4. Juni in dem Film, den er „Totenmesse“ nannte, zu verarbeiten, wurden er selbst, seine Filmcrew sowie seine schwangere Frau im Februar 1990 inhaftiert und gefoltert. Vier Jahre musste er im Gefängnis verbringen. 2011 konnte er dann über Vietnam aus der Volksrepublik China nach Deutschland fliehen.

Für sein 1989 entstandenes Gedicht „Massaker“ bekam der chinesische Schriftsteller Liao Yiwu vier Jahre Gefängnis, Fotos: Petra Kammann

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„Frankfurt liest ein Buch“, Frankfurter lesen und betrachten Bücher – über sich und ihre Stadt

2019, Juni 1.

Aus der Zeit gefallen?

Von Uwe Kammann

„Frankfurt liest ein Buch“. Das klingt eigentlich ganz harmlos. Aber jeder, der das große Lesefest, das in diesem Jahr zum zehnten Male stattfand, in der ersten Maihälfte verfolgt hat, weiß: Es war ein Marathon, mit einem pickepacke vollen Programm.

Martin Mosebachs Roman „Westend“ wurde neu gelesen und neu bewertet, Fotos: Petra Kammann

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Leander Haußmanns „Amphitryon“-Inszenierung am Thalia Theater

2019, Mai 28.

Ganz in Schwarz. Jens Harzer und Sebastian Zimmer spielen Doppelrollen.

Von Simone Hamm

Marina Galic (Alkmene), Antonia Bill (Charis), Iffland-Preisträger Jens Harzer (Jupiter / Amphitryon) und Sebastian Zimmler (Merkur / Sosias), Foto: Armin Smailovic

Zum ersten Mal, seit bekannt wurde, dass Jens Harzer den Iffland-Ring tragen darf, ist er auf der Bühne in einer Premiere zu sehen. Am Hamburger Thalia Theater als Amphytrion in Kleist gleichnamigen Stück.

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Das neue Stoltze-Museum in der Frankfurter Altstadt

2019, Mai 14.

Friedrich Stoltze: Dichter, Schriftsteller, Satiriker, Verleger und Demokrat

Text und Fotos: Renate Feyerbacher

Robert Restani, Vorstandvorsitzende der Frankfurter Sparkasse, Museumsleiterin Petra Breitkreuz und OB Peter Feldmann 

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Liu Xia – Die Fotokünstlerin, Malerin und Lyrikerin mit Ai Weiwei in der Frankfurter Galerie-Peter-Sillem

2019, Mai 6.

„With my eyes closed“ – Ein verinnerlichter Kosmos erzwungener Stille 

Als sich in den 1980er Jahren die Kunstszene in Beijing zu öffnen begann, spielte die Lyrikerin, Malerin und Foto-Künstlerin Liu Xia dort eine zentrale Rolle. Von 2010 bis 2018 stand sie unter Hausarrest, nur, weil sie mit dem bis zuletzt inhaftierten Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo verheiratet war. Ein Jahr nach dessen Tod 2017 durfte sie China verlassen. Seither lebt sie als Exilantin in Berlin. Nun stellt sie erstmals in Frankfurt ihre geheimnisvollen Schwarz-Weiß-Fotos in der Frankfurter Galerie-Peter-Sillem aus. Ihre Foto-Bilder sind ein poetisches Konzentrat ihrer Biografie.

Von Petra Kammann

Galerist Peter Sillem heißt Liu Xia willkommen, Alle Fotos: Petra Kammann

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10 Jahre „Frankfurt liest ein Buch“ 2019

2019, Mai 4.

10 Jahre  – 10 Bücher

Vom 6. bis 19. Mai 2019 steht der Roman Westend von Martin Mosebach im Mittelpunkt des gemeinsamen Lesens in Frankfurt und der Rhein-Main-Region

Es ist eine einmalige Geschichte, die mit Valentin Sengers „Kaiserhofstr. 12!“ begann und in diesem Jahr mit Martin Mosebachs „Westend“ weitergeht. Heute wurde eine multimedial angelegte Ausstellung in der Frankfurter Stadtbücherei in der Hasengasse eröffnet, die noch einmal anschaulich macht, wie sich das Lesefestival „Frankfurt liest ein Buch“ im Laufe der letzten 10 Jahre entwickelt hat. Jedem der 10 Autoren ist ein eigener Schaukasten gewidmet mit Erinnerungsstücken und einem Stadtplan, der die Leser an die im Buch verarbeiteten Orte führt.

Im Souterrain der Stadtbücherei kann man die Ausstellung anschauen, Fotos: Petra Kammann

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Lesenswert: 100 Jahre Bauhaus und keine Ende… Teil 1

2019, April 25.

Lesetipps von Petra Kammann

Sehen wir einmal von den Bauhaus-Ausstellungen im Jubiläumsjahr in den verschiedenen Städten und vom kritisch kommentierten Neubau des Bauhaus-Museums in Weimar ab, so können wir uns unabhängig von diesen Orten auch langfristig anhand von Büchern mit dieser wegweisenden Bewegung der Moderne beschäftigen. Daher haben wir eine kleine Auswahl für Sie getroffen.

Aufbruch und Grundlegendes:

2019: Das Bauhaus-Jubiläum schlägt sich auch in der Buchproduktion nieder…

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