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FeuilletonFrankfurt

Das Magazin für Kunst, Kultur & LebensArt

PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Alle Artikel zu Atelierhäuser und freie Szene

Stéphane Crémer – Der französische Wort-Schrift-Künstler

2017, September 27.

Buchstaben, Bildern und dem Klang der Dinge auf der Spur

Von Petra Kammann

Stéphane Crémer in seinem Atelier in Le Bono, Fotos: Petra Kammann

Stéphane Crémer: sein Name hat in Frankreich einen besonderen Klang. Ist doch Stéphane der Sohn des berühmten französischen Schauspielers Bruno Crémer, der hierzulande vor allem als Hauptdarsteller Jules Maigret aus der 19-teiligen „Maigret“-Fernsehserie der frühen 90er Jahre (nach  Georges Simenons Romanen) vertraut ist. Den Franzosen ist aber Crémer aber auch aufgrund seiner großen Theaterkarriere präsent, da er schon Anfang der 50er Jahre in Stücken von Oscar Wilde, Shakespeare oder Jean Anouilh große Rollen spielte… So hatte Vater Bruno schon Anfang der 50er Jahre die Schauspielschule in Paris mit späteren Filmgrößen wie Jean-Paul Belmondo besucht und in Dutzenden von Filmen an der Seite von Stars wie Alain Delon, Jean-Paul Belmondo und Romy Schneider mitgewirkt.

Für den belesenen Stéphane Crémer bilden Schrift und Bild eine Einheit

In die Anfangsphase von Brunos aufstrebender Schauspielerkarriere hinein wurde 1954 dann auch Sohn Stéphane geboren, den seine „Familiengeschichte“ nachhaltig beeinflussen sollte. In seiner Erzählung „Comme un charme“ (etwa: „Alles bestens“) wird die Geschichte eines einsamen, auf sich gestellten Kindes und Einzelgängers geschildert, das zwischen Großeltern und österreichischen Kindermädchen hin- und her pendelnd aufwächst und unter der baldigen Scheidung seiner Eltern leidet. Erzählt wird alles aus der Perspektive des Kindes mit dem Ton der Melancholie wie auch mit einem hintergründigen Humor und vor allem mit absoluter Diskretion.

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Das Schloss Clos Lucé, Leonardo da Vinci und Gonzague Saint Bris, der Dandy der Literatur

2017, August 10.

Der französische Autor, Historiker und Journalist Gonzague Saint Bris (1948-2017) ist auf dem Manoir Clos Lucé aufgewachsen, etwa 500 Meter entfernt vom Loireschloss Amboise, der „Wiege der Renaissance in Frankreich“,  zu dem eine unterirdische Verbindung besteht. Hier verbrachte auch Leonardo da Vinci, das toskanische Universalgenie, bis 1519 die letzten drei Jahre seines Lebens. Heute ist das Haus ein Museum, in dem man sowohl die Fresken des Malers als auch Modelle nach seinen Erfindungen und Entwürfen finden kann.

Von Petra Kammann

Typisch für den Baustil der Renaissance: das Schloss Clos Lucé aus zartrotem Backstein mit Sandsteineinfassungen  

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Angela Richarda Härets Poetisierung des Genius loci

2017, Mai 10.

von Brigitta Amalia Gonser

Angela-Richarda Häret poetisiert in ihren malerischen Abstraktionen den genius loci, die Spiritualität, das eigene Ambiente öffentlicher urbaner Räume und Landschaftsgärten. Dabei legt sie sich keineswegs auf eine Stilrichtung fest, weil sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen möchte. So entstehen formal unterschiedliche Zyklen wie „Central Park“, „Poems to the Landscape“ oder „Ode to the Colour“ vorerst als Serien authentischer skizzenhafter Miniaturen in Farbe, die dann in großflächige Bildformate umgesetzt werden. Doch sie entwickelt kein einheitliches Formenrepertoire, sondern eine große zyklische formale Diversität. Ihre Zyklen sind jeweils in sich geschlossene Universen. Ihr Kunstwollen ist kunsttheoretisch konzeptuell: sie spricht von ihrem „urban spirit“, während ihre realisierte formale Umsetzung empirisch intuitiv erfolgt.

Als Malerin ist die Künstlerin erfahren im Umgang mit der Materie und setzt in ihren kreativen Gestaltungen Experimentierfreude und Talent ein. Sie konzentriert sich ganz auf die Kraft der Farbe, die sie verwendet und welche die sinnliche Wahrnehmung anstößt. Ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit ist die sorgfältige Vermischung ihrer eigenen Pigmente in Acryl- Vinyl- und Ölfarben.

 o.T., Nr. 9, Ode to the Colour, 2014, Mischtechnik auf Papier, 14,5 x 10 cm Weiterlesen