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FeuilletonFrankfurt

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PETRA KAMMANN, HERAUSGEBERIN · www.feuilletonfrankfurt.de · GEGRÜNDET 2007 VON ERHARD METZ

Galerie Perpétuel zeigt: „Städelschule: 200 Jahre – 200 Künstler“ (Folge 2)

Von Erhard Metz

200 Werke ehemaliger Studierender der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – der Städelschule – sollen es zur Finissage der Jubiläumsausstellung am 1. Februar 2018 sein, die die Frankfurter Galerie Perpétuel zeigt und mit der sie an den 200. Geburtstag der Akademie im gerade vergangenen Jahr erinnert. Unterbringen läßt sich eine derartige Anzahl von Arbeiten in der kleinen, aber feinen Galerie natürlich nur bei gedrängter „Petersburger Hängung“. Alle diese Künstlerinnen und Künstler haben ihren Weg einer freien künstlerischen Existenz beschritten und in aller Regel eine Vielzahl an Preisen und Stipendien gewonnen und Einzel- wie Gruppenausstellungen bestritten; manche von ihnen – wie zum Beispiel Thomas Bayrle, Raimer Jochims, Christa Näher, Hermann Nitsch oder Tobias Rehberger, um nur einige zu nennen – haben es zu Professoren an der eigenen wie auch an anderen Kunsthochschulen gebracht.

Stephan Melzl

Zwei Arbeiten konnten wir bereits im ersten Teil unserer Reportage vorstellen: von Paola Anziché und von den Künstlerinnen-Geschwistern Anny und Sibel Öztürk. Fahren wir nun mit Stephan Melzl, 1959 in Basel geboren, fort. Er studierte von 1981 bis 1986 an der Städelschule; heute lebt und arbeitet er in Frankfurt am Main und Basel. Von ihm ist eine uns wunderbare Rätsel aufgebende Arbeit zu sehen, in der sich Traumwelt und Realität mehrfach spiegeln und brechen.

Das nächste Werk stammt von Handwerklichkeit und Farbgebung sowie dem „erotischen Touch“ her unverkennbar von der 1962 in Worms geborenen ehemaligen Städelschülerin Fides Becker. Zu ihrer Vita dürfen wir hier auf unsere erste Begegnung mit der Künstlerin im Sommer 2007 verweisen. Die bekannte Malerin lebt und arbeitet heute in Frankfurt am Main und Berlin.

Fides Becker

Andreas Diefenbach, 1973 in Wiesbaden geboren, Städelschüler von 2001 bis 2006, studierte Film bei Monika Schwitte und Malerei bei Michael Krebber, dessen Meisterschüler er wurde. Der Künstler lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und Idstein. Hier sehen wir eine wohl collagierte Arbeit, und da wir das Rätselhafte in der Kunst lieben, fragen wir uns: Warum wurde das Foto zerrissen – wer war noch darauf zu sehen? Was verbirgt sich in der lichthaften Erscheinung einer verwelkten Blüte, die aus dem lamellenhaften Vorhang herausbricht?

Andreas Diefenbach

Zu unseren Kurzberichten gilt es noch nachzutragen: Oft geht es recht unkonventionell bei Perpétuel wie in einem off-space zu: Werktitel sind nicht ersichtlich, eine Systematik in der Hängung wurde vermieden bzw. war nicht beabsichtigt und die Namen der jeweiligen Künstlerinnen und Künstler sind mit Bleistift auf die bloße Wand geschrieben. Zum Ende der Ausstellung wird der Galerist Milorad Prentovic wenn möglich wohl eine entsprechende Dokumentation herausgeben.

Kommen wir nun zu Thomas Nolden, Jahrgang 1965, Städelschüler von 1988 bis 1994 und Meisterschüler von Thomas Bayrle. Wir assoziieren eine Waldszene, aus der irgendwann jemand – ein Mensch, ein Tier, ein Fabelwesen? – heraustreten wird. Man könnte anfangen, an die Märchen der Gebrüder Grimm zu denken – oder selbst eine Geschichte zu spinnen …

Thomas Nolden

Auch eine Landschaft – ein Getreidefeld, in das eine Bombe oder ein Meteor eingeschlagen ist und die Ähren entsetzt zur Seite weichen? Ein Fußstapfen eines uns unbekannten Wesens? Eine uns überraschende Arbeit von Ina Holitzka, 1957 geboren, Städelschülerin von 1980 bis 1986 (Freie Plastik bei Michael Croissant, Fotografie bei Herbert Schwöbel). Die Künstlerin, die in Frankfurt am Main lebt, fasziniert uns mit ihrem Werk immer wieder aufs Neue.

Ina Holitzka

Für heute schließen wir mit Sabine Rak, 1984 in Ruda Ślaska, Polen geboren. Sie vollendete ihre diversen Studienzeiten im Jahr 2011 an der Städelschule als Meisterschülerin von Christa Näher. Wir sehen hier eines jener ebenso stimmungs- wie geheimnisvollen Interieurs der vielseitigen Malerin, die wir bereits von den „Rundgängen“ der Akademie und von der Absolventenausstellung 2011 her schätzen.

Abgebildete Werke © jeweilige Künstlerinnen und Künstler; Fotos: Erhard Metz

Galerie Perpétuel, bis 1. Februar 2018

→ Galerie Perpétuel zeigt: „Städelschule: 200 Jahre – 200 Künstler“ (Folge 1)
→ Galerie Perpétuel zeigt: „Städelschule: 200 Jahre – 200 Künstler“ (Folge 3)

→ „200 Jahre Staatliche Hochschule für Bildende Künste – Städelschule – Frankfurt am Main“
→ „10 JAHRE EINDRÜCKE UND STREIFLICHTER ZU RUNDGÄNGEN UND ABSOLVENTENAUSSTELLUNGEN DER STÄDELSCHULE“

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